Isoklinker: Welche Preise muss man rechnen?

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Isoklinker haben gleich einen dreifachen Nutzen: Sie machen einerseits die Fassade dauerhaft wetterfest, wartungsfrei und sie sorgen für eine hochwertige Dämmung der Fassade. Das macht sie zu einer interessanten Altenative zu herkömmlichen Dämmungen. Welche Preise man für Isoklinker rechnen muss, verrät der Kostencheck-Experte.

Frage: Warum sind Isoklinker so vorteilhaft?

Kostencheck-Experte: Isoklinker sind ein recht einfach zu montierendes System, das wie Sie schon erwähnt haben, einen mehrfachen Nutzen hat: Neben der Dämmung wird auch die Fassade hervorragend vor der Witterung und äußeren Einflüssen geschützt und vor allem wartungsfrei.

Dieser Zusatznutzen ist ein weiterer geldwerter Vorteil, den man bedenken muss, weil für viele Jahrzehnte der Aufwand beim Neuverputzen oder Neustreichen der Fassade entfällt. Zudem ist die empfindliche Wärmedämmung (etwa mit Styroporplatten) durch die Klinkeroberfläche viel besser geschützt und damit auch langlebiger als bei bloßem Verputzen.

Frage: Was kostet es, ein Haus mit Isoklinkern zu verkleiden?

Kostencheck-Experte: Die Preise für Isoklinker liegen in den üblichen Dämmstärken ungefähr im Bereich eines gewöhnlichen WDVS.

Anhand eines Beispiels kann man die ungefähren Kosten einmal miteinander vergleichen:

Wir haben bei einem Einfamilienhaus mit 220 m² Fassadenfläche im einen Fall ein klassisches WDVS aufgebracht, im anderen Fall Isoklinker. Den Preisvergleich sehen Sie in der Tabelle:

Kosten WDVS Kosten Isoklinker
42.240 EUR inkl. Montage 38.510 EUR inkl. Montage
Preisdifferenz 3.730 EUR zugunsten der Isoklinker

In diesem Fall sind Isoklinker, trotz der zusätzlichen Vorteile, auch noch rund 3.700 EUR günstiger als das klassische WDVS. Das ist allerdings nur in unserem Beispiel so – das kann in anderen Situationen auch anders aussehen. Grundsätzlich liegen die Preise für beide Dämmarten an der Fassade ungefähr im gleichen Preisbereich.

Frage: Ist der Quadratmeterpreis für Isoklinker ein Festpreis?

Kostencheck-Experte: Nein, keineswegs, auch hier gibt es natürlich Preisunterschiede.

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Wenig auffällige Klinker sind deutlich günstiger als optisch herausragende
Der Preis, den wir in unserem Beispiel angesetzt haben, war für einen Klinker in mittlerer Qualität und mit unauffälliger Optik. Die Dämmstärke war hier auf die üblichen Wärmedurchgangswerte von komplett ungedämmten Fassaden aus gewöhnlichen Baustoffen abgestimmt. Die Fassadengestaltung haben wir wie bei einem durchschnittlichen Einfamilienhaus angenommen.

Frage: Was bestimmt den Preis bei Isoklinkern?

Kostencheck-Experte: Schon mit der Dämmstärke unterscheidet sich der Preis beträchtlich, möglich sind hier zwischen 40 mm und 200 mm Dämmung.

Insgesamt sind die preisbestimmenden Kriterien aber folgende:

  • der Hersteller des Isoklinker-Systems
  • die Dämmstärke und die Art des aufkaschierten Dämmmaterials
  • die Art des Klinkers (Härte, Design, Format)
  • die Anzahl der Ecken und Fensterlaibungen am Gebäude, die mitverkleidet werden müssen

Frage: Können Sie einige Richtpreise und Preisunterschiede nennen?

Kostencheck-Experte: Beispielhaft kann man für einen Klinker mittlerer Qualität (Preisklasse 2) mit 140 mm Dämmstärke einen ungefähren Quadratmeterpreis von 180 EUR pro m² inklusive Montage annehmen.

In diesem Quadratmeterpreis sind eine übliche Zahl von Fenstern und Türen sowie die gewöhnlichen Eckelemente schon berücksichtigt.

Sind mehrere zusätzliche Fenster zu verkleiden, müssen Sie mit rund 25 – 35 EUR je laufendem Meter Fensterlaibung zusätzlich rechnen.

Der Preis setzt sich in diesem Fall zusammen aus:

Posten Preis pro m²
Klinkersteine ca. 45 – 50 EUR pro m²
zusätzliches Material (Befestigung, Schaum, Leitsystem, Kleber. Fugenmaterial, Eckelemente, Eckanker) ca. 60 EUR pro m²
Montagekosten ca. 70 EUR pro m²
Gesamtkosten 180 EUR pro m²

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Hochwertige Klinkerfassaden können bis zu 200 € pro qm kosten
Werden höherwertige Steine oder Steine mit besonderen Designs verwendet, kann der Preis aber – bei gleicher Dämmstärke – leicht auf 190 EUR pro m² oder sogar auf über 200 EUR pro m² klettern. Von der Ausführung der Steine hängt in diesem Fall sehr viel ab.

Fugenleitsysteme sind im Allgemeinen geringfügig günstiger als Plattensysteme, die Preisunterschiede liegen hierbei aber meist lediglich im Bereich von 5 – 15 EUR pro m².

Frage: Welche Dämmstärken sind im Einzelfall denn notwendig oder sinnvoll?

Kostencheck-Experte: Das hängt natürlich ganz wesentlich von den verwendeten Wandbaustoffen und der Dicke der Außenwände ab. Einige Anhaltspunkte finden Sie dazu in nachstehender Tabelle:

Baumaterial U-Wert bei 40 mm System (23 mm PUR Hartschaum-Dämmung) U-Wert bei 80 mm System (63 mm PUR Hartschaum-Dämmung) U-Wert bei 140 mm System (123 mm PUR Hartschaum-Dämmung)
Beton, (Rohdichte 2.400 kg/m³), 24 cm Wandstärke 0,93 W/m²K 0,44 W/m²K 0,26 W/m²K
Beton, (Rohdichte 2.400 kg/m³), 36,5 cm Wandstärke 0,88 W/m²K 0,43 W/m²K 0,26 W/m²K
Hochlochziegel, 36,5 cm Wandstärke 0,61 W/m²K 0,36 W/m²K 0,23 W/m²K
Porenbeton G4, Wandstärke 24 cm 0,49 W/m²K 0,32 W/m²K 0,21 W/m²K

Das kann natürlich nur grobe Anhaltspunkte liefern – im Einzelfall hängt der tatsächliche zu erreichende Dämmwert natürlich immer vom genauen Wandaufbau ab. Das muss vom Fachmann individuell berechnet werden (in der Regel kann das der Architekt oder Bausachverständige).

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Wie stark ein Haus gedämmt sein muss, ist vorgeschrieben
Die aktuelle EnEV 2016 verlangt für Außenwände übrigens einen U-Wert von weniger als 0,24 W/m²K – in den meisten Fällen werden bei ungedämmten Gebäuden also fast immer Dämmstärken über 120 mm notwendig sein. Das wirkt sich dann natürlich auch auf den Preis für die Dämmung aus. 140 mm Dämmstärke sind eine gute Lösung für die meisten Wandbaustoffe.

Bei einzelnen Baustoffen, wie etwa Beton, sind dann sogar noch Dämmstärken über 140 mm nötig. Das wird aber nicht ganz so häufig der Fall sein.

Frage: Gibt es bei den Herstellern feste Preislisten oder festgelegte Kalkulationswege?

Kostencheck-Experte: Nein, in der Regel nicht. Preislisten sucht man auch im Internet vergeblich, im Allgemeinen geben nicht einmal die Hersteller selbst bei direkter Nachfrage eine feste Preisauskunft.

Die Preise werden von den jeweils ausführenden Fachunternehmen nach einem genauen Aufmaß und nach einer Vor-Ort-Besichtigung kalkuliert. Nur dann werden überhaupt Preise genannt – dafür aber auch gleich konkrete Angebote (zumeist Festpreise) abgegeben.

Da für das ausführende Unternehmen auch immer ein wenig kalulatorischer Spielraum besteht, kann man sich manchmal auch auf einen Quadratmeterpreis „einigen“, wenn man etwas verhandelt.

Frage: Wie kann man bei den Preisen für Isoklinker sparen?

Kostencheck-Experte: Nun, verschiedene Hersteller bieten immer wieder Rabattaktionen und Sonderposten an. Auch Restposten können, wenn die angebotene Menge ausreicht, oft eine gute Gelegenheit sein, Geld bei den Isoklinkern zu sparen.

Auf der anderen Seite werden oft schon auf einzelne, weniger gefragte Farben oder Formate bis zu 25 – 30 % Rabatt gegeben. Das kann sich natürlich lohnen.

Auch für Heimwerker, die selbst ihre Isoklinker anbringen, gibt es oft Rabattaktionen mit bis zu 15 % Preisnachlass oder mehr. Auch zum Ende des Herbstes hin werden oft Rabatte bis zu 5 % gegeben, da sich im Winter weniger Steine verkaufen. Diesen Jahreszeitenvorteil kann man nutzen und die Steine bis zum darauf folgenden Frühjahr einfach in der Garage lagern.

Frage: Kann man Isoklinker nicht auch einfach selbst anbringen?

Kostencheck-Experte: Das ist mit etwas Geschick durchaus machbar, ja. Die meisten Isolierklinker-Modelle bestehen entweder aus komplett vorgefertigten Plattensystemen, oder aus Elementen, die lediglich auf ein zuvor montiertes Fugenleitsystem aufgeschraubt werden müssen. Die Befestigung erfolgt dann durch Kleben. Danach muss noch verfugt werden.

Wenn Plattensysteme verwendet werden, ist es noch einfacher. Hier gibt es nur eine sogenannte Starterschiene, die Elemente werden dann direkt auf den Untergrund aufgesetzt und verschraubt und die Fugen später mit PU-Schaum ausgeschäumt.

Frage: Lohnt sich die Ersparnis beim Selbstbau?

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Wer selber Klinker verlegt, kann erheblich Kosten sparen
Kostencheck-Experte: In beiden Fällen (Plattensystem und Fugenleitsystem) kann man sich beträchtliche Summen sparen, wenn man selbst Hand anlegt. Die Montagekosten machen ja einen großen Teil der Gesamtkosten aus, bei Selbstmontage würde dieser Anteil entfallen und es bleibt allein der Materialpreis.

Im Allgemeinen können Sie rund 60 – 80 EUR pro m² beim Selbstbau sparen.

Bei manchen Herstellern können Sie daneben auch einen sogenannten „Selbstbausatz“ für das Fugenleitsystem bekommen – das hilft Ihnen noch zusätzlich ein wenig Kosten zu sparen und leichter zu arbeiten.

Ein Hersteller bietet sogar an, einen Monteur zu senden, der einen halben Tag lang alle Arbeiten erklärt und zeigt, für den halben Tag (meist Samstag) werden dann in der Regel rund 150 EUR verlangt. Das kann eine wertvolle Hilfe sein.

Bedenken Sie aber auch, dass Sie für die Montage ein Gerüst brauchen. Welche Kosten dafür anfallen können, erfahren Sie an dieser Stelle.

Frage: Gibt es auch Förderungen, wenn man ein Isoklinker-System an seine Fassade montiert?

Kostencheck-Experte: Ja, selbstverständlich. Da Isoklinker wie gewöhnliche Wärmedämmsysteme gewertet werden, gelten alle staatlichen und regionalen Fördermöglichkeiten auch für Isoklinker.

Auf der einen Seite unterstützt die KfW-Bank die Wärmedämmung mit Einmalzuschüssen und zinsbegünstigten Darlehen, auf der anderen Seite stehen zahlreiche kommunale und regionale Fördermaßnahmen zur Verfügung, um die Kosten für die Wärmedämmung etwas abzumildern.

Am besten sollte man sich bei den regionalen Institutionen nach passenden Förderungen erkundigen.

Tipps & Tricks

Lassen Sie sich auf jeden Fall ein konkretes Angebot mit fester Preiszusage von mehreren Anbietern machen. Auf diese Art und Weise können Sie am besten vergleichen und auch lokale Preisunterschiede ausnutzen. Auch wenn mehrere Besichtigungen von unterschiedlichen Anbietern zunächst etwas aufwändig scheinen, ist das die Mühe dennoch meist wert.

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