Kampa-Haus: welche Kosten muss man rechnen?

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Wer Wert auf ein besonders energiesparendes und nachhaltiges Fertighaus legt, wird früher oder später zwangsläufig auf den Hersteller KAMPA stossen. Der Hersteller hat sich auf den Bau von KFW 40 Häusern, also auf echte Niedrigenergie-Häuser, spezialisiert. Welche Kosten für ein KAMPA-Fertighaus zu erwarten sind und wovon die Höhe der Kosten abhängt, besprechen wir mit dem Kostencheck-Experten in unserem Interview.

Frage: Was kostet ein KAMPA-Fertighaus?

Kostencheck-Experte: In den frühen Jahren galt KAMPA vor allem als Premium-Hersteller, der besonders luxuriöse, hochwertige Villen für Ärzte und andere vermögende Leute baute. Das hat sich heute mit einer Neuausrichtung des Unternehmens hin zu ökologischem, nachhaltigem Bauen etwas verändert. KAMPA Häuser sind heute nicht mehr ganz so unerschwinglich, wie sie früher (vor 2009) einmal waren.

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Kampa Häuser werden zu Fixpreisen abgerechnet.

Besonders interessant für Bauherren ist auch das Bekenntnis von KAMPA zu „vorher vereinbarten, fixen Preisen“ anstatt einer sonst oft üblichen Abrechnung nach „tatsächlichem Aufwand und Mengen“, bei der auch bereits ganz selbstverständlich Kostenüberschreitungen von bis zu 15 % möglich sind. Auf Vorauskasse wird ebenfalls verzichtet, bezahlt wird immer erst nach erbrachter Leistung, die Schlusszahlung erfolgt nach mängelfreier Übergabe.

Quadratmeterkosten beim Kauf

Die Kosten für ein KAMPA-Haus liegen dennoch – im Vergleich zu anderen Fertighaus-Anbietern – relativ hoch. Die Quadratmeterpreise der beliebtesten Häuser von KAMPA liegen schlüsselfertig immer noch in einem Bereich von rund 2.800 EUR pro m² bis 3.500 EUR pro m². Das liegt doch fast 1.000 EUR pro m² über dem Schnitt vieler anderer Fertighaus-Anbieter. Beim Kauf als Ausbauhaus lassen sich die Kosten durch erbrachte Eigenleistungen beim Bau dann noch etwas drücken.

Zunächst einige Preisbeispiele.

Kostenbeispiel aus der Praxis

Nachfolgend finden Sie die Preise für einige beliebte Hausmodelle von KAMPA.

Haustyp Größe, Ausstattung Preis
Bungalow, eingeschossig 125 m² Wohnfläche ab ca. 394.000 EUR schlüsselfertig
Cubushaus, eingeschossig 158 m² Wohnfläche ab ca. 427.000 EUR schlüsselfertig
Einfamilienhaus, zweigeschossig 175 m² Wohnfläche, Walmdach ab ca. 420.000 EUR schlüsselfertig
Cubushaus teilweise zweigeschossig 201 m² Wohnfläche, Dachterrasse, große Fensterflächen ab ca. 605.000 EUR schlüsselfertig

Die hier gezeigten Preise sind ungefähre Preise für bestimmte Musterhäuser von KAMPA in der einfachstmöglichen Ausstattungen. Gewünschte Zusatzausstattungen können die Preise im Einzelfall noch einmal deutlich verteuern.

Frage: In welchem Preisrahmen bewegen sich KAMPA-Fertighäuser?

Kostencheck-Experte: Für den Kauf des Hauses sollte man mit Kosten von rund 2.800 EUR pro m² bis 3.500 EUR pro m² rechnen, individuelle Ausstattungswünsche oder höherwertige Ausstattungen können den Preis auch noch zusätzlich verteuern.

Umgekehrt kann man beim Kauf eines Ausbauhauses durch die erbrachten Eigenleistungen wiederum etwas Geld sparen. Dabei sollte man allerdings auch versiert genug sein, ein möglichst hohes Maß an Eigenleistungen erbringen zu können.

Frage: Wovon hängen die Kosten für ein KAMPA-Fertighaus ab?

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Die Kosten für ein Kampa Haus sind von vielen verschiedenen Faktoren abhängig.

Kostencheck-Experte: Maßgeblich ist hier:

  • das gewählte Hausmodell
  • der gewählte Energieeffizienz-Standard (KfW 55, KfW 40 oder KfW 40 Plus)
  • die individuelle gewählte Ausstattung
  • wie bei jedem Bauvorhaben: die Grundstückskosten und die Nebenkosten beim Grundstückserwerb
  • wie bei jedem Bauvorhaben: die zu erwartenden Baunebenkosten

Mehr Informationen zu den Nebenkosten beim Grundstückskauf und den üblichen Baunebenkosten finden Sie an dieser Stelle.

Frage: Macht der höhere Energieeffizienz-Standard der KAMPA-Häuser die höheren Baukosten wieder wett?

Kostencheck-Experte: KAMPA-Häuser erfüllen dafür bereits in den Grundausstattung den KfW 55 Standard (Jahresprimärenergieverbrauch 45 % geringer als beim gewöhnlichen Neubau, KfW-Kredit und Förderung durch Tilgungszuschuss bereits möglich). Viele Häuser des Anbieters lassen sich auch als KfW 40 oder KfW 40 Plus bauen. Ein KfW 40 Haus verbraucht 60 % weniger Primärenergie als ein vergleichbarer, gewöhnlicher Neubau, ein KfW 40 Plus Haus erzeugt dabei noch mehr Energie, als es selbst verbraucht.

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Mit einem Kampa Haus können Sie Energiekosten sparen.

Die Rechnung, die man dabei aufmachen muss, bezieht sich daher weitestgehend auf die Energiekosten, die man langfristig beim Bewohnen zu erwarten hat. Die Heiz- und Stromkosten liegen Jahr für Jahr bei rund der Hälfte im Vergleich zu anderen Neubauten.

Die entstehenden Kostenunterschiede einigermaßen exakt mit einzurechnen ist schwierig. Setzt man die Kosten für Heizung und Strom (Primärenergie-Kosten) für ein typisches Einfamilienhaus mit EnEV-Standard mit rund 1.500 EUR jährlich an, könnte man mit einem KfW 40 Plus Haus jährlich etwa 900 EUR sparen. Die Mehrkosten von 1.000 EUR pro m² gegenüber einem gewöhnlichen Bau hätten sich also bei einem 125 m² großen Gebäude rechnerisch grob überschlagen in 140 Jahren amortisiert.

Diese Rechnung hinkt allerdings im Detail, da sie weder die höhere erhaltene Ausstattungsqualität, die höhere Unabhängigkeit von zukünftigen Preissteigerungen noch die höheren Wartungskosten durch die komplexe Technik berücksichtigt. Auch die möglichen Förderungen, die mögliche erhaltene Einspeise-Vergütung für den Energieüberschuss und der Finanzierungsvorteil durch das KfW-Darlehen sind hier nicht berücksichtigt.

Wer also wirklich einen schlüssigen Vergleich zwischen einem „gewöhnlichen“ Fertighaus und einem KAMPA-Haus ziehen will, muss schon etwas detaillierter rechnen.