Bauschuttcontainer: welche Kosten muss man rechnen?

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Um Umbau- oder Renovierungsarbeiten kommt man als Hausbesitzer nicht immer herum. Bei der Kalkulation für Renovierungsarbeiten werden oft die Kosten für die Entsorgung des anfallenden Bauschutts deutlich unterschätzt. Was ein Bauschuttcontainer kosten kann und welche weiteren Kosten man unter Umständen noch rechnen muss, erklärt ausführlich der Kostencheck-Experte im Interview.

Frage: Bauschutt oder Baumischabfall – wo liegt da eigentlich der Unterschied?

Kostencheck-Experte: Über diese Frage sollte man sich am besten schon im Vorfeld klar werden – je nachdem, welche Art von Abfall anfällt, hat das nämlich deutliche Auswirkungen auf die Kosten für die Entsorgung.

Als Bauschutt zählen nur alle mineralischen Baustoffe – das ist bei Umbau- und Renovierungsarbeiten aber oft nur ein geringer Teil des anfallenden Abfalls. Zu den mineralischen Baustoffabfällen zählen:

  • alle Mauerziegel und Dachziegel
  • Putz- und Mörtelreste (sie dürfen aber nicht mehr als 5 % der Gesamtmenge ausmachen)
  • unbewehrter Beton (also kein Stahlbeton!)
  • Keramikreste (z. B. Fliesen) und Porzellan

Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass die Baustoffreste höchstens eine Kantenlänge 60 cm haben dürfen.

In der Praxis bedeutet das: Wenn Sie einen Anbau abreißen, können Sie zwar die Dacheindeckung und die Mauerziegel sowie die Estrich Reste zum Bauschutt geben – die Dachsparren, die Dachkonstruktion, die Dämmmaterialien, die Fußbodenbeläge, die Rigipsplatten der Wand- und Deckenverkleidung, die Tapetenreste und die Kunststoffrohre der Leitungen dürfen Sie dort aber nicht hineingeben. Diese Materialien müssen Sie getrennt entsorgen.

In den Bauschuttcontainer darf damit also nur ein sehr kleiner Teil der anfallenden Bau-Abfälle. Ob es damit überhaupt Sinn macht, überhaupt einen Bauschuttcontainer zu bestellen, sollte man sich im Vorfeld gut überlegen.

Getrennt entsorgen müssen Sie in jedem Fall:

  • alle Gipskartonplatten und ähnliche Plattenstoffe aus dem Trockenbau
  • alle Leichtbaustoffe (Ytong, Porenbeton, etc.)
  • alle Dämmmaterialien
  • alle bituminösen Baustoffe oder Baustoffe mit bitumenhaltigen Verschmutzungen (Dachpappen, Bitumenschweißbahnen, Keller-Mauersteine mit Resten von Bitumen-Dickbeschichtungen)
  • Mauersteine vom Schornstein (z. B. bei einem Schornstein-Abriss)
  • alle bewehrten Betone, Bewehrungsmatten, etc.
  • Kunststoffrohre, Kabelrohre, etc.
  • alle Wand- und Fußbodenbeläge
  • alle Holzmaterialien (Dachstuhl, Dachsparren, Holzverkleidungen, Tragkonstruktionen aus Holz)
  • Glas und Glasmaterialien
  • metallene oder metallhaltige Baustoffe generell
  • Baustoffe und Baumaterialien aus Kunststoff generell

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Es wird zwischen Bauschuttcontainer und Container für Baumischabfall unterschieden
Sie können es sich aber einfach machen und alle diese Abfälle zusammen in einen Container für Baumischabfall geben. Damit werden Sie auch alle tatsächlich anfallenden Abfälle los – von denen der reine Bauschutt in sehr vielen Fällen lediglich der geringste Teil ist. Bei sehr großen Abfallmengen lohnt es sich unter Umständen auch, direkt vor Ort zu trennen und beispielsweise Rigipsplatten und Dachpappe in jeweils einem getrennten Container zu entsorgen.

In beiden Fällen muss man für die Entsorgung der gemischten Bauabfälle aber deutlich höhere Kosten rechnen als für reinen Bauschutt.

Frage: Was kosten Bauschuttcontainer üblicherweise?

Kostencheck-Experte: Das kann von Ort zu Ort immer ein wenig unterschiedlich sein. Dazu verlangen auch Containerdienste jeweils unterschiedliche Preise.

Die Kosten setzen sich dabei aus zwei Kostenpositionen zusammen:

1. Den Kosten für den Container (Anlieferung, Standzeit, Abholung, Transport zur Entsorgung)
2. Den reinen Entsorgungskosten

Container-Komplettpreise inklusive Entsorgung, wie bei anderen Entsorgungen (etwa bei Sperrmüll: https://kostencheck.de/sperrmuellcontainer-kosten) sind bei Bauschutt und bei Baumischabfällen nicht üblich. Hier wird bei der Entsorgung so gut wie immer ausschließlich nach Gewicht verrechnet.

Für einen kleinen 5 m³ Container müssen Sie in der Regel Containerpreise im Bereich von rund 120 EUR bis 200 EUR rechnen. Größere Container kosten dann entsprechend ein wenig mehr – bis zu über 400 EUR bei einem 10 m³ Container.

Für kleinere Mengen an Bauschutt gibt es auch sogenannte Container Packs, die genau 1 m³ fassen. Sie kosten meist rund 50 EUR bis 100 EUR.

Die Entsorgungskosten bei reinem Bauschutt liegen in den meisten Fällen bei rund 30 EUR pro Tonne bis zu 50 EUR pro Tonne – fallweise kann das auch noch geringfügig mehr sein.

Bei Baumischabfällen sind die Entsorgungskosten fast immer deutlich höher – abhängig von der Zusammensetzung des Abfalls. Besonders hohe Anteile an Rigipsplatten können sehr teuer sein.

Ein kleines Kostenbeispiel aus der Praxis

Wir lassen für Abrissarbeiten am Haus einen kleinen Container mit 5 m³ Fassungsvolumen anliefern, der aus Platzgründen allerdings auf der Straße vor dem Haus (=öffentlicher Grund) aufgestellt werden muss. Der Containerdienst kümmert sich für uns um die erforderliche Genehmigung.

Posten Preis
Containerpauschale 148 EUR
Aufstellung auf öffentlichem Grund – Genehmigung 57 EUR
Entsorgungskosten reiner Bauschutt, 4,6 t 174,80 EUR
Gesamtkosten 379.80 EUR

Hierbei handelt es sich natürlich lediglich um ein einzelnes Kostenbeispiel, das nur für einen einzelnen Containerdienst und die Entsorgung an einem bestimmten Ort gilt. Die Kosten können in anderen Fällen auch deutlich unterschiedlich ausfallen.

In unserem Fall ist auch zu beachten, dass es sich rein um „echten“ Bauschutt handelt – also um mineralischen Baustoff. Diese Baustoffe werden meist als Rohstoff weiter verwertet, damit liegen die Entsorgungskosten deutlich niedriger als bei Baumischabfall.

Frage: Von welchen Faktoren hängen die Kosten für einen Bauschuttcontainer in der Praxis ab?

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Die Containergröße ist nur einer von mehreren Kostenfaktoren
Kostencheck-Experte: Hier muss man natürlich einiges in Betracht ziehen:

  • ob man Bauschutt oder Baumischabfall entsorgen will
  • die Größe des Containers, die man wählt
  • der Ort, an dem man sich befindet
  • die Preisgestaltung des jeweiligen Containerdienstes
  • das Gewicht des zu entsorgenden Materials
  • bei Baumischabfall: die Zusammensetzung des Abfalls (welche Materialien in welchen Mengen)

Alle diese Faktoren muss man immer in Betracht ziehen, wenn es um die Abschätzung der Kosten geht. Dabei sollte man vor allem beim Rauminhalt der Container eher großzügig kalkulieren – ein größerer Container kostet nur wenig mehr, macht aber unter Umständen deutlich weniger Probleme beim Entsorgen. Wenn ein Container zu klein gewählt wird, wird es am Ende oft sonst unverhältnismäßig teurer (2 Container mit 5 m³ kosten deutlich mehr als ein Container mit 10 m³).

Frage: Wo liegen die maximalen Kosten für einen kleinen Bauschuttcontainer mit Entsorgung?

Kostencheck-Experte: Bauschutt ist in der Regel recht schwer – damit entstehen auch bei kleinen Containern bereits häufig hohe Entsorgungsgewichte.

In einen Container mit 5 m³ kann man Bauschutt mit bis zu 7 t Gewicht packen, abhängig vom jeweiligen Material. Die Maximalkosten für einen vollen Container liegen damit in einem Bereich von rund 500 EUR. Bei größeren Containern ist das dann natürlich entsprechend mehr.

Bei Baumischabfall kann das noch deutlich teurer werden: zwar sind viele der Baustoffe deutlich leichter als Mauerziegel oder Ähnliches, dafür liegen die Entsorgungskosten für einzelne Materialien auch deutlich höher. Am Ende kann ein 5 m³ Container für Baumischabfälle durchaus auch schon einmal 800 EUR – 900 EUR mitsamt der Entsorgung kosten.

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