Entsorgung von Betonabbruch: welche Kosten verursacht das?

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Wenn ein Gebäudeteil abgerissen wird, bleibt oft eine Menge Betonabbruch zurück, der fachgerecht entsorgt werden muss. Der Kostencheck-Experte erklärt in unserem Interview, mit welchen Kosten Sie dabei rechnen müssen.

Frage: Was kostet das Entsorgen von Betonabbruch?

Kostencheck-Experte: Das lässt sich pauschal nur schwer sagen, da sich die Kosten immer nach der anfallenden Menge und nach der Art des Betons richten. Zudem können die Kosten von Ort zu Ort oft deutlich schwanken.

Unterscheiden muss man zunächst einmal:

  • ob unbewehrter Betonabbruch entsorgt werden soll
  • ob bewehrter Betonabbruch entsorgt werden soll

Für die Kosten der Entsorgung ist das durchaus bedeutsam.

Unbewehrter Beton

Bei unbewehrtem Beton können Sie für die Entsorgungen einen Bauschutt-Container verwenden. Die Entsorgungskosten liegen dabei im Allgemeinen zwischen 30 EUR pro m³ und 60 EUR pro m³.

Kleinmengen, meist bis zu 1 m³, werden von einigen Deponien oft auch kostenlos angenommen, wenn sie von einer Privatperson angeliefert werden. Das ist allerdings nur an einzelnen Orten der Fall.

Wenn Sie einen Container mit 5 m³ bestellen, liegen die Entsorgungskosten je nach Ort und individuellen Gegebenheiten in den meisten Fällen zwischen 150 EUR und 400 EUR. Für einen Preisvergleich sollte man auf jeden Fall die in der Nähe ansässigen Entsorgungsbetriebe kontaktieren.

Bewehrter Beton

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Für das Entsorgen von bewehrtem Beton fallen deutlich höhere Kosten als für unbewehrten Beton
Bei bewehrtem Beton ist es etwas schwieriger. Reste der Bewehrung dürfen nicht mit in einen Bauschutt-Container gegeben werden. Da man die Betonreste aber selten von der Bewehrung trennen kann, bleibt als Lösung nur die Entsorgung des Stahlbeton-Abbruchs als sogenannter Baumischabfall.

Die Kosten dafür liegen dann deutlich höher. Für einen kleinen Container in der Größe von 5 m³ können hier bereits 600 EUR bis 800 EUR an Entsorgungskosten anfallen.

Wenn größere Mengen zu entsorgen sind, steigen die Containerkosten natürlich entsprechend. Die benötigte Containergröße im Vorfeld richtig abzuschätzen ist nicht immer ganz leicht: am besten ist es, hier einen Entsorgungsbetrieb direkt zu fragen, die Mitarbeiter können die benötigten Containergrößen aus Erfahrung meist recht gut einschätzen.

Kostenbeispiel aus der Praxis

Wir müssen nach einigen Umbauarbeiten an unserem Haus eine größere Menge unbewehrten Beton entsorgen. Wir bestellen einen Container bei einem Entsorgungsbetrieb in der Größe von 5 m³.

Posten Preis
Container-Bereitstellung (Anlieferung, Abholung und Standzeit), 5 m³ 135 EUR
Entsorgungskosten 2,1 t Bauschutt 80 EUR
Gesamtkosten 215 EUR

Hierbei handelt es sich um ein individuelles Kostenbeispiel für einen konkreten Einzelfall. Die Kosten für die Entsorgung an anderen Orten oder in unterschiedlicher Menge können auch deutlich unterschiedlich ausfallen. Insbesondere bei bewehrtem Beton (Baumischabfall) ist auf jeden Fall mit höheren Kosten zu rechnen.

Frage: Von welchen Faktoren hängen die Kosten für die Entsorgung von Betonabbruch ab?

Kostencheck-Experte: Zu berücksichtigen ist hier auf jeden Fall:

  • um welche Art Betonabbruch es sich handelt (bewehrter oder unbewehrter Beton)
  • welche Menge anfällt (Containerkosten, Entsorgungsgewicht)
  • an welchem Ort entsorgt wird
  • welche Preisgestaltung das Entsorgungsunternehmen hat, das den Container bereitstellt
  • welche Nebenkosten noch zusätzlich anfallen

Frage: Mit welchem Gewicht kann man rechnen?

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Das Gewicht von einem Container voll Beton kann sehr unterschiedlich ausfallen
Kostencheck-Experte: Das lässt sich nur schwer sagen, das hängt immer von der Größe der einzelnen Teile ab und wie sie im Container geschichtet sind.

In der Praxis muss man sich immer auf das gewogene Endgewicht bei der Entsorgung verlasen – das bestimmt dann recht weitgehend den Preis mit. Gegebenenfalls kann der Mitarbeiter beim Containerdienst mit einigen Erfahrungswerten behilflich sein, um die Kosten im Vorfeld besser abschätzen zu können.

Frage: Welche zusätzlichen Kosten können noch anfallen?

Kostencheck-Experte: Wenn die Aufstellung auf dem eigenen Grundstück nicht möglich ist, bleibt oft nur die Aufstellung im Bereich der öffentlichen Straße oder auf einer anderen öffentlichen Fläche in der Nähe des Hauses (z. B. einem Parkplatz).

Dafür ist zuvor eine Genehmigung von der zuständigen Behörde erforderlich, die der Containerdienst beantragen muss. Die Kosten dafür und auch für die erforderlichen Absperrrungs- und Sicherungsmaßnahmen gibt der Containerdienst dann über die Rechnung direkt weiter. In der Praxis liegen diese Zusatzkosten meist zwischen rund 50 EUR und 100 EUR.

Wird der Container für längere Zeit benötigt, können dafür geringe Mehrkosten anfallen. Die gewährten Aufstelldauern sind allerdings von Containerdienst zu Containerdienst unterschiedlich (1 Woche Standzeit inkludiert bis 4 Wochen Standzeit inkludiert), dementsprechend fallen auch die Mehrkosten entsprechend unterschiedlich aus. Meist sind sie allerdings nur sehr gering, etwa im Bereich von rund 10 % der Bereitstellungskosten pro Woche oder sogar weniger.

Frage: Gibt es noch weitere mögliche Zusatzkosten?

Kostencheck-Experte: Ja, es gibt noch einige mögliche Zusatzkosten, die man allerdings durch sinnvolle Planung im Vorfeld vermeiden kann.

Ist ein Container überfüllt (10 cm unterhalb des Randes müssen unbedingt freibleiben), darf er vom Entsorgungsbetrieb aus Verkehrssicherheitsgründen nicht mehr transportiert werden. Der erfolglose Abholungsversuch wird dann meist als sogenannte Leerfahrt verrechnet, das kann durchaus 100 EUR bis 150 EUR zusätzlich kosten.

Sehr hohe Zusatzkosten können anfallen, wenn im Container nicht erlaubte Stoffe enthalten sind. Dann muss händisch nachsortiert werden, was für den Entsorgungsbetrieb einen sehr hohen personellen Aufwand und für den Bauherrn dann enorme Zusatzkosten bedeutet.

Text: Kostencheck.de