Professioneller Baumschnitt – welche Kosten muss man rechnen?

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Auch Bäume brauchen hin und wieder etwas Pflege. Dazu gehört unter anderem auch der Baumschnitt. Welche Kosten dafür anfallen können, erklärt ausführlich der Kostencheck-Experte im Interview.

Frage: Wozu dient ein Baumschnitt eigentlich – und wie wird das professionell durchgeführt?

Kostencheck-Experte: Der Baumschnitt ist eine wichtige Pflegemaßnahme für Bäume. Der wichtigste Zweck des Baumschnitts ist, das Wachstum und den Neuaustrieb zu fördern. Daneben beugen regelmäßige und fachlich richtig durchgeführte Baumschnitte aber auch Baumkrankheiten und Infektionen des Baums mit Pilzen vor.

Der Baumschnitt erfolgt in der Regel in den Monaten Februar und März, wenn keine größeren Fröste mehr zu erwarten sind. Bei lang dauernden Wintern muss der Zeitpunkt des Baumschnitts dann eventuell auch noch weiter nach hinten verlegt werden. Zu spät darf der Baum allerdings auch nicht geschnitten werden, da bei früh einsetzender warmer Witterung der Baum bereits wichtige Knospen angesetzt haben könnte. Dann ist es bereits zu spät zum Beschneiden – der Baumschnitt könnte sonst die Knospen verletzen.

Geschnitten werden muss immer möglichst nahe am Stamm, zu groß sollten die verbleibenden „Huthaken“ nicht sein, da sie sonst nicht zuwachsen können. In der Folge beginnt hier oft Fäulnis und Pilze können an dieser Stelle in den Baum eindringen. Dadurch werden Äste innen hohl und können absterben. Beim Schnitt sollte dem Baum immer eine möglichst gerade verlaufende, ebene Wunde zugefügt werden. Nur solche Wunden können später auch gut zuwachsen. Die durch das Beschneiden zugefügten Wunden müssen zudem immer fachgerecht versorgt werden.

Beim Baumschnitt gibt es also eine ganze Menge Dinge zu beachten – fachgerechte Arbeit erfordert hier durchaus eine Menge Fachwissen. Aus diesem Grund sollte man Baumschnitte möglichst Profis überlassen.

Frage: Was kostet ein Baumschnitt in der Praxis?

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Pro Arbeitsstunde ist mit Kosten von mindestens 30€ zu rechnen
Kostencheck-Experte: Das ist pauschal nicht so einfach zu sagen – hier gibt es durchaus beträchtliche Unterschiede. Der Aufwand und die Technik, die zum Einsatz kommen müssen sind je nach Baum und Standort des Baums unterschiedlich.

In der Regel kann man aber von Kosten im Bereich von rund 30 EUR bis 50 EUR pro Arbeitsstunde ausgehen.

Kosten für die Entsorgung des Grünschnitts und für weitere nötige Arbeitskräfte können hier dann den Preis aber noch weiter verteuern, ebenso wie der notwendige Einsatz von speziellen Geräten.

An problematischen Standorten, wo der Baum nur schwer zugänglich ist, sind oft aus Sicherheitsgründen aufwendigere Vorgehensweisen nötig. Auch dadurch steigt der Preis in manchen Fällen deutlich an.

Bei sehr großen Bäumen und schwierigen Gegebenheiten, die einen erfahrenen Kletterer und Baumpfleger und umfassende Sicherheitsmaßnahmen erforderlich machen, können alternativ auch Preise von bis zu 100 EUR je m Höhe anfallen. In diesem Fall werden dann keine Stundensätze mehr verrechnet.

Ein kleines Kostenbeispiel aus der Praxis:

Wir lassen an unserem Apfelbaum im Garten den Winterschnitt von einem Profi durchführen. Unser Apfelbaum ist relativ groß, aber gut zugänglich. Gearbeitet wird vom beauftragten Unternehmen im Zweierteam (Baumkletterer und Forsthelfer).

Den Grünschnitt entsorgen wir selbst bei uns im Garten.

Posten Preis
Anfahrt 40 EUR
Arbeitsleistung, Zwei-Mann-Team, 3,5 Stunden 311,50 EUR
Gesamtkosten 351,50 EUR

Hierbei handelt es sich natürlich lediglich um ein einzelnes Kostenbeispiel, das nur für die Arbeiten an einem einzelnen Baum gilt. Die Kosten können in anderen Fällen auch deutlich unterschiedlich liegen.

Frage: Von welchen Faktoren hängen die Kosten für den Baumschnitt in der Praxis ab?

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Bei sehr hohen Bäumen, für deren Schnitt Spezialgeräte zum Einsatz kommen, steigen die Kosten erheblich
Kostencheck-Experte: Hier muss man einige Dinge in Betracht ziehen:

  • die Preisgestaltung des beauftragten Unternehmens
  • die Größe (Höhe des Baums)
  • die Art des Baums
  • das Alter des Baums
  • die Zugänglichkeit des Baums
  • der Umfang der nötigen Arbeiten
  • Art der benötigten Geräte
  • ob eine Entsorgung des Grünschnitts vom Unternehmen erfolgen soll

In der Praxis wird man von seriösen Unternehmen lediglich nach einer Besichtigung des Baums und der umgebenden Situation eine solide Kostenschätzung erfahren können. Manche Unternehmen verlangen für eine solche Begutachtung und Beratung durchaus bis zu 50 EUR, die sie bei Auftragsvergabe dann aber mit den Auftragskosten verrechnen.

Mehrere Angebote einzuholen und zu vergleichen kann in diesem Fall also schwierig werden. Hier zählt eher, dass man dem Unternehmen, das man beauftragt, tatsächlich vertrauen und eine seriöse, angemessene Preisgestaltung erwarten kann.

Frage: Was kann die Entsorgung von Grünschnitt kosten?

Kostencheck-Experte: Das ist, gerade bei kleineren Mengen, immer abhängig von der Preisgestaltung des jeweiligen Unternehmens.

Bei größeren Mengen, die den Einsatz von 30 m³ oder 40 m³ Abroll-Containern erforderlich machen muss man aber mindestens von Kosten im Bereich von 300 EUR oder mehr ausgehen.

Unter Umständen kann man größere Mengen an Grünschnitt auch selbst über einen Containerdienst entsorgen. Dabei gibt es zwei Möglichkeiten:

  • Entsorgung zum Festpreis (Containeranlieferung und -abholung samt Entsorgung)
  • Entsorgung nach Gewicht (Containerpauschale für Anlieferung und Abholung, Entsorgungskosten je Gewicht)

Bei einem 10 m³ Container mit Grünschnitt müssen Sie in den meisten Fällen von Komplettkosten im Bereich von rund 300 EUR bis 400 EUR ausgehen.

Günstiger ist oft die Containerpauschale (meist 80 EUR – 120 EUR) und die Entsorgung nach Gewicht des Grünschnitts. Je Tonne Grünschnitt werden meist rund 30 EUR bis 40 EUR je Tonne verlangt – mehr als rund 6 Tonnen passen auch kaum in einen 10 m³ Container. In der Regel wird das deutlich weniger sein, sodass sie oft auf geringere Gesamtkosten als bei der Komplettpauschale kommen.

Frage: Können noch zusätzliche Kosten anfallen?

Kostencheck-Experte: Für die Anfahrt verrechnen alle Unternehmen zusätzliche Kosten.

Teurer wird es auch, wenn spezielle Geräte zum Einsatz kommen müssen (z. B. eine Hubarbeitsbühne). Fast jedes Unternehmen hat daneben noch eine Liste zusätzlicher Leistungen, die gesondert verrechnet werden.

Bei der Besichtigung des Baums durch das Unternehmen sollte man deshalb immer um eine konkrete Kostenschätzung bitten und sich eventuell, wenn möglich, bereits einen Kostenvoranschlag geben lassen. So kann man von Anfang an gut abschätzen, was einen kostenmäßig für die Baumpflegearbeiten erwartet.

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