Wärmepumpe – diese Kosten können Sie erwarten

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Wärmepumpen gelten bei vielen als die ökologische Wärmequelle schlechthin – dafür sind solche Anlagen auch entsprechend teuer. Welche Kosten die Wärmepumpen-Heizung verursachen kann und warum es dabei so große Kostenunterschiede gibt, erklärt der Kostencheck-Experte im Interview.

Frage: Wie funktioniert eine Wärmepumpe überhaupt – und warum ist sie ökologisch?

Kostencheck-Experte: Die einfachste Erklärung für die Wirkungsweise einer Wärmepumpe erhält man, wenn man einen Kühlschrank betrachtet: der verkehrt das Prinzip der Wärmepumpe nämlich genau in sein Gegenteil.

Der Kühlschrank entzieht über ein durch Rohre laufendes Kühlmedium dem Kühlschrank-Innenraum die Wärme – dadurch werden die darin befindlichen Lebensmittel gekühlt. Je länger der Kühlschrank läuft, desto mehr Wärme wird entzogen und desto kälter wird es im Innenraum. Die entzogene Wärme wird hinten am Kühlschrank an die Außenluft abgegeben.

Eine Wärmepumpe arbeitet genau verkehrt herum. Sie entzieht einem Medium (Luft, Wasser, Erdreich) die in ihm enthaltene Wärme und gibt sie in die Innenräume des Hauses ab. Auch hier wird ein Kühlmittel in Rohren durch das jeweilige Medium geleitet. Es nimmt dabei die im Medium gespeicherte Wärme auf und gibt sie später über einen Wärmetauscher wieder an die Innenräume ab.

Da für das konstante Zirkulieren des Kühlmittels in den Rohren Strom benötigt wird (wie beim Kühlschrank), ist die Wärmepumpe eigentlich eine Stromheizung – und als solche immer nur als bedingt ökologische Heizform zu sehen.

Aus einer bestimmten Strommenge (die das Kühlmittel zirkulieren lässt) wird unter Zuhilfenahme von zusätzlichen Medien Wärmeenergie gewonnen. Anders als bei der herkömmlichen Stromheizung, wo Strom 1:1 in Wärme verwandelt wird, arbeitet eine Wärmepumpe nur viel effizienter. Wenn aus einer kWh eingesetztem Strom (theoretisch) 3,5 kWh Wärme gemacht werden, ist das natürlich deutlich energieeffizienter. Gleichzeitig hat man mit diesem Verhältnis die einfachste Definition der sogenannten Jahresarbeitszahl (JAZ), dem üblichen Leistungsmaß für eine Wärmepumpe: „Wie viel kWh Wärmeenergie kann ich aus 1 kWh eingesetztem Strom erzeugen?“

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Eine Wärmepumpe ist nur dann wirklich ökologisch, wenn der für deren Betrieb verwendete Strom ökologisch produziert wurde
Sieht man sich das sehr stromabhängige Wirkungsprinzip der Wärmepumpe an, muss man die Frage, wie „ökologisch“ eine Wärmepumpe tatsächlich ist, noch einmal neu überdenken. Der Grad der Umweltfreundlichkeit wird sich bei der Wärmepumpe immer danach richten, wie umweltfreundlich der verbrauchte Strom erzeugt wurde. Stammt er (wie vielfach immer noch) aus Kohlekraftwerken, kann man natürlich kaum von einer ökologisch unbedenklichen und CO2-neutralen Heiztechnologie sprechen.

Erzeugt man den Strom aber umgekehrt aus einer erneuerbaren Energiequelle (etwa in der eigenen Photovoltaik-Anlage), sieht das aber natürlich wieder völlig anders aus. In diesem Fall wandelt man die auf einem sehr ökologischem Weg gewonnene Stromenergie lediglich in ebenso ökologische Heizenergie um und geht dabei noch dazu sehr effizient vor (bei Anlagen mit einer hohen JAZ). Auch kostenmäßig würde die Situation dann völlig anders aussehen – für die Heizung entstehen dann ja kaum mehr Heizkosten.

Nur die Anschaffung der Wärmepumpe und der Photovoltaik-Anlage muss sich dann natürlich erst noch amortisieren.

Frage: Das bringt uns gleich zur wichtigsten Frage: Was kostet eine Wärmepumpe?

Kostencheck-Experte: Das kann man pauschal unmöglich beantworten – die Kosten hängen sowohl vom Typ der Wärmepumpenanlage als auch von der Dimensionierung und der Bauweise ab. Eine Luft-Luft-Wärmepumpe kann man preislich unmöglich mit einer Erdwärmepumpe mit Tiefbohrung vergleichen.

Eine Luft-Luft-Wärmepumpe bekommen Sie inklusive Installation beim Einfamilienhaus oft schon für 8.000 EUR – 10.000 EUR. Für eine Sole-Wasser-Wärmepumpe mit Erdsonde werden Sie in den meisten Fällen eher 20.000 EUR bis 25.000 EUR ausgeben müssen.

Schon allein nur die unterschiedlichen Technologien, die bei Wärmepumpen zum Einsatz kommen können, verursachen also hohe Kostenunterschiede.

Ein kleines Kostenbeispiel aus der Praxis:

Wir wollen für unser Haus (140 m² Wohnfläche) eine Erdwärmepumpe (Sole-Wasser-Wärmepumpe/Erdkollektor) anschaffen und entscheiden uns für die Energiegewinnung aus Flachkollektoren, da wir genug freie Fläche zur Verfügung haben.

Posten Preis
Wärmepumpe (Erdwärme) und Einbau 9.000 EUR
Erschließungskosten bei 300 m² Flachkollektoren 4.500 EUR
Gesamtkosten 13.500 EUR

Hierbei handelt es sich natürlich nur um ein einzelnes Kostenbeispiel für einen ganz konkreten Fall und ein bestimmtes Wärmepumpen-Modell. Die Kosten können für andere Wärmepumpen, insbesondere bei unterschiedlichen Einbausituationen und unterschiedlichen Anlagenleistungen auch deutlich davon abweichen.

Wir haben uns für eine Erdwärmepumpe entschieden, da diese Art von Anlage zu den effizienteren Technologien im Wärmepumpenbereich gehört und mit Flachkollektoren dennoch einigermaßen kostengünstig bei der Erschließung ist.

Frage: Von welchen Faktoren hängen die Kosten bei einer Wärmepumpe im Wesentlichen ab?

Kostencheck-Experte: Hier muss einiges berücksichtigt werden:

  • die Art der Wärmepumpe
  • die Kosten für die Erschließung des entsprechenden verwendeten Mediums
  • die Anlagenleistung
  • mögliche Förderungen
  • die Einbaukosten

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Die Kosten für eine Wärmepumpe variieren sehr stark
Aufgrund der vielfältigen Möglichkeiten und der notwendigen Auswahl und Anpassung der Wärmepumpenheizung an die Gegebenheiten vor Ort können hier sehr unterschiedliche Preise entstehen.

Vor der Entscheidung für ein bestimmtes System sollte man sich auf jeden Fall ausführlich beraten lassen und möglichst auch eine detaillierte Wirtschaftlichkeitsberechnung bezogen auf das individuelle Gebäude durchführen lassen.

Nicht immer stehen auch die entsprechenden Bedingungen für den Einbau eines bestimmten Wärmepumpentyps zur Verfügung – im Vorfeld muss also immer auch die tatsächliche Machbarkeit geprüft werden, bevor man rechnet.

Frage: Welche Kosten verursachen unterschiedliche Typen von Wärmepumpen?

Kostencheck-Experte: Das ist pauschal immer schwierig festzulegen – je nach Ausführung können die Preise durchaus stark schwanken. Maßgeblich sind dafür:

  • Leistung
  • Wirkungsgrad und
  • Hersteller der Wärmepumpe

Bei den unterschiedlichen Typen kann man grob folgende Preisbereiche abstecken:

Wärmepumpentyp Preisrahmen ca. von – bis
Luftwärmepumpe: Luft-Wasser ca. 4.000 EUR bis 12.000 EUR
Luftwärmepumpe: Luft-Luft ca. 5.000 EUR – 10.000 EUR
Erdwärmepumpe: Sole-Wasser ca. 5.500 EUR – 12.000 EUR
Grundwasserwärmepumpe: Wasser-Wasser ca. 9.000 EUR – 13.000 EUR

Die angegebenen groben Richtwerte gelten für ein durchschnittliches Einfamilienhaus und die dort üblicherweise benötigte Leistung. Für größere Gebäude oder Gebäude mit sehr hohem Heizenergiebedarf gelten dann deutlich andere Preise.

Frage: Zu den Kosten für die Wärmepumpe kommen dann aber auch noch die Kosten für die Erschließung, oder?

Kostencheck-Experte: Genau. Das darf nicht vergessen werden – die Erschließung kann je nach verwendetem Medium zum Teil sehr hohe Kosten verursachen.

Die Kosten für die Erschließung sind auch hier wieder – je nach verwendeter Wärmepumpen-Technologie – sehr unterschiedlich, wie die nachfolgende Tabelle zeigt:

Wärmepumpen-Technologie Preisrahmen für die Erschließungskosten
Luftwärmepumpe: Luft-Wasser ca. 500 EUR – 2.000 EUR
Luftwärmepumpe: Luft-Luft ca. 2.000 EUR – 5.000 EUR
Erdwärmepumpe: Erdkollektoren ca. 2.000 EUR – 5.000 EUR
Erdwärmepumpe: Erdsonde ca. 4.000 EUR – 8.000 EUR
Grundwasserwärmepumpe: Wasser-Wasser ca. 4.000 EUR – 8.000 EUR

Die angegebenen Richtwerte beziehen sich auch hier auf ein durchschnittliches Einfamilienhaus mit üblichem Heizwärmebedarf.

Gerade bei der Erdwärmepumpe sind die anfallenden Erschließungskosten oft nicht klar.

Das Entziehen von Wärme aus dem Erdreich kann dabei mit auf großer Fläche schleifenförmig verlegten Flächenkollektoren erfolgen – das ist in der Regel die kostengünstigste Möglichkeit, benötigt aber auch sehr viel Platz. Bei einem durchschnittlichen Einfamilienhaus sind hier häufig 150 m² bis 300 m² Fläche erforderlich.

Etwas weniger Platz brauchen Grabenkollektoren – dort werden entlang eines Grabens die Elemente spiralförmig untereinander angelegt. Im Allgemeinen wird auch bei einem Einfamilienhaus hier eine Grabenlänge von rund 100 m erforderlich sein – allerdings muss es sich nicht um eine durchgehende Länge handeln, die Gesamtlänge kann auf mehrere Gräber verteilt werden.

Den geringsten Platzbedarf hat eine Erdsonde – hier wird vor allem die zunehmende Temperatur in größerer Tiefe ausgenutzt und es muss nur Platz für eine einzelne Sonde geschaffen werden. Dabei wird unter Umständen sehr tief gebohrt. Aktuell liegt die Grenze des Erlaubten dabei aber bei rund 100 m – darunter geht es nur in Ausnahmefällen.

Durch eventuell nötige Probebohrungen, Genehmigungen und Gutachten und den generell höheren Aufwand beim Einbau einer Erdsonde sind die Erschließungskosten hier oft deutlich höher als bei anderen Kollektorenarten.

Ähnlich verhält es sich auch bei der Grundwasserwärmepumpe: Um die Wärme aus dem tiefen Grundwasser gewinnen zu können, müssen zwei Brunnen gegraben werden, daneben sind auch eine Vielzahl von Genehmigungen und Prüfungen beim Einbau erforderlich, was ebenfalls die Kosten verteuert.

Frage: Welche Betriebskosten entstehen bei Wärmepumpen?

Kostencheck-Experte: Ist die Wärmepumpe einmal installiert, halten sich die Betriebskosten in der Regel im Rahmen.

Jährliche Inspektionen sind häufig sogar deutlich günstiger als bei anderen Heizungsarten – meist muss man mit rund 50 EUR bis 150 EUR pro Jahr rechnen. Reparaturen fallen nur selten an, Einstellarbeiten sind meist nicht nötig.

Zu den wichtigsten Betriebskosten bei der Wärmepumpe gehört allerdings natürlich der Strom.

Frage: Wie berechnet sich der Stromverbrauch für eine Wärmepumpe? Gibt es dafür auch spezielle Stromtarife?

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Die Stromkosten für eine Wärmepumpe sind nicht zu unterschätzen
Kostencheck-Experte: Den Stromverbrauch kann man sich recht einfach ausrechnen: Die Jahresarbeitszahl (JAZ) der Wärmepumpe gibt ja das Verhältnis an, in welchem aus Strom Heizenergie gewonnen wird.

Man braucht also nur den jährlichen Heizwärmebedarf durch die JAZ zu teilen und erhält dann direkt den Stromverbrauch der Anlage. Je höher natürlich die JAZ, desto kostengünstiger versieht auch die Wärmepumpe ihren Dienst.

Zum Beispiel: Jahresheizwärmebedarf 25.000 kWh, JAZ 3,6 – der Stromverbrauch liegt damit bei 6.944,44 kWh.

Bei vielen Stromanbietern gibt es spezielle Wärmepumpentarife – sie sind die „Nachfolger“ der früheren Tag/Nacht-Tarife und Nachtspeicherheizungstarife.

Sie können entweder tageszeitabhängig gelten oder als eigener Tarif rund um die Uhr zur Verfügung stehen. Wichtig ist dabei aber immer zu beachten, dass die Stromanbieter in vielen Fällen selbst bestimmen, zu welchen Zeiten sie günstigen Strom anbieten.

Nachtspeichertarife und ähnliche vergünstigte Tarifmodelle stammen noch aus einer Zeit, in der man versuchte, außerhalb der Spitzenzeiten ebenfalls für eine gleichmäßige Auslastung zu sorgen, die die früher dominierenden Kohlekraftwerke zwingend benötigten.

An der Handhabung der Tarife hat sich aber bis heute bei vielen Anbietern noch nichts geändert – vielfach heizt man tagsüber dann mit dem „teuren“ Normalstrom.

Bei den vergünstigten Tarifen kann man aktuell ungefähr ein Niveau von 19 Cent pro kWh annehmen.

Für unsere Beispielrechnung von oben würde das bedeuten, dass mit einem vergünstigten Wärmepumpentarif bei einem Stromverbrauch von 6.944,44 kWh ungefähr 1.319,44 EUR an Heizkosten anfallen würden.

Sehen wir uns das einmal im Vergleich zu anderen Heizarten an:

Heizungsart Kosten pro Jahr
Wärmepumpe 1.319,44 EUR
Ölheizung (aktuell niedriger Ölpreis) 1.625 EUR
Gasheizung (Erdgas) 1.500 EUR
Pelletheizung 1.125 EUR
Pelletheizung mit Brennwert-Technologie 956,25 EUR

Wie man sieht, ist man mit einer Biomasse-Heizung immer noch kostengünstiger als selbst mit einer sehr effizient arbeitenden Wärmepumpenheizung und einem dauerhaft eingestellten vergünstigtem Stromtarif. Dazu kommt noch die Tatsache, dass Pellets und Hackschnitzel ihren Preis über sehr lange Zeit konstant halten – was man beim Stromtarif nicht unbedingt annehmen kann.

Frage: Welche Förderungen gibt es für Wärmepumpen?

Kostencheck-Experte: Die hauptsächliche Förderung kommt, wie auch bei den meisten anderen ökologischen Technologien, vom BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle).

Beim Altbau wird der Wechsel auf Wärmepumpentechnologie folgendermaßen gefördert:

Wärmepumpenart Fördersumme
Wärmepumpen mit Wärmequelle Luft 40 EUR je kW Nennleistung, mindestens 1.300 EUR bzw. mindestens 1.500 EUR bei leistungsgeregelten und monovalenten Wärmepumpen
Wärmepumpen mit Wärmequelle Erde / Wasser 100 EUR je kW Nennleistung, mindestens 4.000 EUR bzw. mindestens 4.500 EUR bei Wärmepumpen mit Erdsonde
Zusatzförderung bei KfW Effizienzhaus 55 oder besser 50 % der Basisförderung zusätzlich

In der Regel kann man im Einfamilienhaus also mit 4.000 EUR Förderung rechnen.

Text: Kostencheck.de
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