Rollladen nachrüsten: diese Kosten können Sie erwarten

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Wer beim Neubau nicht an Rollladen gedacht hat, wünscht sich später oft, doch Rollladen nachzurüsten. Auch wer seinen Altbau aufwerten will, denkt oft an das Nachrüsten von Rollladen. Das Ganze kann aber ein durchaus teures Unterfangen sein. Welche Kosten Sie dafür meist rechnen müssen, erklärt der Kostencheck-Experte im Interview.

Frage: Welche Vorteile bieten Rollladen?

Kostencheck-Experte: Rollladen bieten gleich eine ganze Menge Vorteile. Der offensichtlichste Vorteil ist natürlich der Sichtschutz – ein geschlossener Rollladen verhindert Einblick von draußen völlig.

Ein Rollladen ist auch meist die einzige Möglichkeit, Räume vollkommen abzudunkeln und so für ein angenehmes und erholsames Schlafklima zu sorgen. Daneben bieten Rollladen auch einen sehr guten Schallschutz, was dem Schlaf meist ebenfalls zuträglich ist.

Auch als wirksamer Blendschutz sind teilweise zugezogene Rollladen meist recht sinnvoll.

Daneben haben Rollladen auch eine wichtige Funktion beim Wärmeschutz inne. Sie halten Hitze draußen und Wärme drinnen, besonders, wenn sie intelligent automatisch gesteuert werden.

Rollladen bieten daneben auch einen guten bis sehr guten Einbruchsschutz – das ist aber immer abhängig vom gewählten Modell und der Qualität. Wenn es um Einbruchssicherheit geht, sind elektrisch betriebene Rollladen deutlich sicherer als manuell betriebene.

Frage: Was kostet das Nachrüsten von Rollladen in der Regel?

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Pro Fenster sind mit mindestens 300€ zu rechnen
Kostencheck-Experte: Das kann man pauschal nicht sagen – hier spielen natürlich viele Faktoren mit hinein.

Nachrüst-Rollladen sind allerdings deutlich teurer als meist angenommen wird. Die günstigsten Rollladen zum Nachrüsten haben bei kleinen Fenstermaßen zwar recht niedrige Preise – ab rund 50 EUR bis 70 EUR können Sie hier rechnen – in der Praxis wird es aber meist deutlich teurer.

Für einen hochwertigen, elektrisch betriebenen Nachrüst-Rollladen werden Sie auch bei üblichen Fenstermaßen kaum unter 500 EUR wegkommen. Dazu kommen dann auch noch Montagekosten von mindestens 200 EUR pro Rolladen, manchmal auch deutlich mehr, je nach Aufwand.

In der Praxis müssen Sie also auf jeden Fall ab rund 300 EUR pro Fenster rechnen, für hochwertige Rollladen liegen Sie dann meist schon bei rund 800 EUR bis 1.000 EUR pro Fenster. Das Nachrüsten ist also ein recht kostspieliges Unterfangen, wenn man ein wenig Qualität und Komfort haben möchte.

Hier ein kleines Kostenbeispiel aus der Praxis:

Wir wollen im Erdgeschoß unseres Altbaus Vorbau-Rollladen nachrüsten lassen. Wir entscheiden uns dafür, höherwertige Aluminium-Rollladen einbauen zu lassen. Im Erdgeschoß unseres Hauses befinden sich 5 Fenster und eine Terrassentür, die wir ebenfalls mit einem Rollladen versehen wollen, um einen höheren Einbruchschutz zu erhalten. Bei zwei Fenstern sehen wir noch eine elektrische Steuerung vor, auch der Rollladen der Terrassentür wird elektrisch betrieben.

Posten Preis
3 Rollladen manuell 615 EUR
2 Rollladen elektrisch mit automatischer Steuerung 890 EUR
Rollladen für Terrassentür, elektrisch, mit Sonderausstattung (Einbruchschutz) 580 EUR
Kosten Elektriker 490 EUR
Einbaukosten für Rollladen gesamt 1.770 EUR
Gesamtkosten 4.345 EUR

Hier handelt es sich natürlich nur um ein Kostenbeispiel für einzelne Rollladen Modelle in einer ganz bestimmten Ausführung und bei bestimmten örtlichen Gegebenheiten. Die Kosten für andere Rollladen Modelle in unterschiedlicher Ausführung können natürlich auch deutlich unterschiedlich liegen.

Unser Kostenbeispiel zeigt aber bereits deutlich, dass auch nur die Nachrüstung im Erdgeschoß bereits eine recht kostspielige Sache sein kann.

Frage: Wovon hängen die Kosten bei Nachrüst-Rollladen ab?

Kostencheck-Experte: Hier kommen viele Faktoren zum Tragen, die man im Einzelfall berücksichtigen muss. Schon unser Preisbeispiel zeigt ja, wie unterschiedlich die Kosten für einzelne Rollladen sein können.

Für die Kosten entscheidend sind hier:

  • die Art des gewählten Rollladens und das Material des Rollladens
  • die Größe des Fensters
  • die Art des Betriebs des Rollladens (elektrisch oder manuell)
  • die Einbaukosten
  • eventuelle Sonderausstattungen der Rollladen

Alle diese Faktoren müssen in Betracht gezogen werden, wenn es um die Kosten geht. Man sollte sich am Anfang also gut überlegen, welche Wünsche und Ansprüche man in Bezug auf den Rollladen hat – danach richtet sich im Wesentlichen das Budget, das man für die Nachrüstung mit Rollladen einplanen muss.

Frage: Inwieweit werden die Kosten von der Rollladen-Art und vom Material bestimmt?

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Rollläden aus Plastik sind günstiger als Aluminiumrollläden
Kostencheck-Experte: Nun – zunächst einmal geht es um die Unterscheidung zwischen Kunststoff und Aluminium.

Aluminium Rollladen sind die hochwertigere, aber auch die teurere Ausführung.
Ganz grob gesprochen können Sie bei Kunststoff Rollladen von Preisen im Bereich von 20 EUR pro m² bis 40 EUR pro m² ausgehen, während Sie bei Aluminium Rollladen meist schon mindestens 60 EUR pro m² rechnen müssen, bei hochwertigen Ausführungen kann das auch noch deutlich teurer werden.

Das sind nur grobe Anhaltspunkte für den Materialpreis des Rollladen Panzer, im Grunde zeigt das aber die Preisunterschiede bereits deutlich.

Schwere Stahl Rollladen sind dann noch deutlich teurer – dafür aber auch wesentlich stabiler. In der Regel werden solche Rollladen auch gleich in speziell einbruchhemmender Sicherheits-Ausführung angeboten. Hier müssen Sie allerdings oft schon 400 EUR oder mehr allein für den Rollladen Panzer rechnen. Komplette Sicherheits-Rollladen aus Edelstahl sind also die extrem hochpreisige Variante, die manchmal sogar bis zu 10 mal so teuer wie billige Kunststoff Rolladen sein können.

Sie sind im Allgemeinen auch nicht sehr verbreitet und schwer zu finden. Dafür glänzen sie aber natürlich mit sehr hoher Widerstandsfähigkeit (gegen Wind, Hagel und Einbruch) und auch mit solider Langlebigkeit.

Frage: Inwieweit spielt dann die Fenstergröße eine Rolle?

Kostencheck-Experte: Klar ist natürlich: Je größer das Fenster, desto teurer auch der Rolladen. Das kann man gut an einem Beispiel illustrieren:

Wir haben die Preise für unterschiedlich große Rollladen gleicher Bauweise einmal miteinander verglichen. Bei den Rollladen handelt es sich um elektrisch betriebene Rollladen vom Markenhersteller als Einbauvariante mit Timer und Astro-Steuerung – die reinen Preisunterschiede in Bezug auf die Größe sind aber bei allen Rolladenausführungen ungefähr ähnlich.

Fensterart und -größe Preis für unser Beispiel-Modell Preisunterschied
Normalfenster, 1,20 m x 1,30 m 300 EUR Ausgangspreis
Bodentiefes Fenster, 1,10 m x 2,30 m 380 EUR + 80 EUR (+ 26 %)
Doppelflügelige Terrassentür, 2 x 1,80 m x 2,30 m 450 EUR + 150 EUR (+50 %)

Sie sehen also: größere Rollladen sind zwar natürlich teurer als kleinere, allerdings ist ein doppelt so großer Rollladen dann aber auch nicht gleich doppelt so teuer. Der Preisunterschied abhängig von der Fenstergröße hält sich also in Grenzen.

Frage: Was bedeutet Astro-Steuerung? Und wie teuer sind Timer?

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Mit einer Astro-Steuerung schließen und öffnen sich die Rollläden automatisch
Kostencheck-Experte: Astro-Steuerung bedeutet, dass sich Rollladen automatisch mit dem Sonnenstand öffnen und schließen. Geht die Sonne auf, öffnet sich der Rollladen, geht die Sonne unter, schließt er sich wieder. Da sich die Sonnenaufgangs- und Sonnenuntergangszeiten aber immer ein wenig ändern, ist die Astro-Steuerung genauer als ein lediglich passend eingestellter Timer, da sie immer die genauen Zeiten automatisch berücksichtigt.

Der Vorteil liegt vor allem im Wärmeschutz: wenn sich der Rollladen genau bei Sonnenuntergang schließt, kann die eingestrahlte Sonnenwärme erst gar nicht entweichen und bleibt im Raum, wenn es draußen dann abkühlt. Durch das Luftpolster zwischen Fenster und Rollladen besteht hier eine sehr wirksame Isolierung. Im Sommer ist es natürlich genau umgekehrt: der Rollladen ist schon zu, bevor die Sonne überhaupt den Raum aufheizen kann.

Timersteuerungen können unterschiedlich teuer sein. Meist verfügen Timer über mehrere Einstellmöglichkeiten. Dort, wo sie als zusätzliche Option angeboten werden, muss man für Timer mit Astro-Steuerung meist rund 100 EUR zusätzlich rechnen.

In anderen Fällen werden Rollladen dann wiederum gleich mit umfassender Timer-Steuerung angeboten. Bei einem Preisvergleich sollte man das immer berücksichtigen.

Frage: Das Thema Wärmeschutz ist natürlich eine interessante Frage – spart das nicht auch so viel Heizkosten, dass sich Rollladen langfristig fast von selbst bezahlt machen?

Kostencheck-Experte: Das wird immer wieder einmal behauptet, pauschal kann man das aber nicht sagen. Manche Experten gehen durchaus davon aus, dass zu sinnvollen Zeiten geöffnete und geschlossene Rollladen bei einem Haus bis zu 10 % der Heizkosten einsparen können – das ist aber ein eher zweifelhafter Richtwert, auf den man sich keinesfalls blind verlassen sollte.

Im Wesentlichen hängt das Energie-Einsparpotenzial von einigen grundlegenden Faktoren ab:

  • der Größe der Fensterflächen
  • der Ausrichtung der einzelnen Fensterflächen (nach der Himmelsrichtung)
  • der Art der Fenster und ihrer Wärmeschutz-Ausrüstung

Einige Hersteller behaupten von ihren Rollladen auch, dass sie nachts bis zu 40 % der Heizwärmeverluste verhindern können, wenn sie mit genau abgestimmten Fenstern kombiniert werden. So etwas kann man aber kaum als einen zuverlässigen Richtwert für die Berechnung von Einsparpotenzialen und einer Amortisierung der Nachrüstung heranziehen – das sind einzelne Laborwerte unter ganz bestimmten Bedingungen.

In der Praxis sind moderne Energiesparfenster heute meist schon so gut wärmedämmend, dass Rollladen hier kaum noch zusätzliche Einsparungen ermöglichen. Die anderen Vorteile des Rollladens wirken hier aber natürlich trotzdem weiter.

Frage: Wie sieht es eigentlich mit den Einbaukosten aus – was muss man da ungefähr rechnen?

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Für den Einbau sind mit mindestens 200€ zu rechnen
Kostencheck-Experte: Für einfache, manuell betriebene Rolladen müssen Sie in der Regel ab rund 200 EUR für den Einbau rechnen. Das gilt zumindest für Vorbau-Rollladen. Ein Einbau-Rollladen wird aber meist ohnehin nur beim Neubau eingesetzt – er ist deutlich schwieriger zu montieren und braucht dafür auch bestimmte Bedingungen.

Elektrisch betriebene Rollladen sind deutlich aufwändiger zu montieren, hier müssen Sie meist mit 300 EUR bis 400 EUR je Rollladen rechnen. Wenn noch zusätzlich Schalter zu montieren sind, kann es auch noch etwas teurer werden.

Wenn noch keine Kabel an der Einbaustelle vorhanden sind, müssen Sie auch noch zusätzlich die Kosten für den Elektriker rechnen. Hier werden, je nach Aufwand, meist noch zusätzlich 100 EUR bis 200 EUR fällig.

Etwas günstiger wird es, wenn Sie auf Funksteuerungen setzen (dann fallen die Kosten für das Montieren von Schaltern weg) – teurer wird es meist, wenn ein Anschluss an ein automatisches Haustechik-Steuersystem gewünscht ist. Hier hängen die Kosten aber immer vom jeweils vorhandenen System ab.

Text: Kostencheck.de
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