Was kostet es, ein Tattoo entfernen zu lassen?

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Mit der wachsenden Beliebtheit von Tattoos steigt auch die Anzahl der Hautbilder, welche der Träger oder die Trägerin verstecken möchte. Unschön gestochene Motive oder solche, die nicht mehr Ihrem Geschmack entsprechen, können Sie mittels Laser oder einer anderen Methode entfernen lassen. Was die Behandlung kostet klären wir im ausführlichen Interview mit dem Kostencheck-Experten, der zudem viele interessante Tipps für Sie hat.

Wer entfernt mein ungeliebtes Hautbild?

Kostencheck: Ein Tattoo zu entfernen gilt nicht als medizinischer, sondern als ästhetisch-kosmetischer Eingriff. Dies ist auch der Grund, warum Sie die Kosten in jedem Fall selbst tragen müssen. Hieraus resultiert des Weiteren die Tatsache, dass neben Hautärzten Kosmetikstudios oder Tätowierer Laser- und andere Verfahren zur Tattooentfernung anwenden dürfen.

Deshalb ist es wichtig, dass Sie sich im Vorfeld gut beraten lassen. Dies betrifft insbesondere den zu erwartenden Behandlungszeitraum, der sich spürbar auf den Preis auswirkt.

Was kostet die Entfernung des Tattoos?

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In der Regel kostet die Entfernung des Tattoos mehr als die Anfertigung.

Kostencheck: Leider lassen sich die Aufwendungen nicht pauschalisieren, da bei der Entfernung viele Faktoren eine Rolle spielen. Zunächst lässt sich jedoch festhalten: Ein ungeliebtes Hautbild wieder beseitigen zu lassen ist deutlich teurer als das Stechen desselben. Pauschal sollten Sie mindestens das Zehnfache des ehemaligen Tattoopreises einkalkulieren.

Was Sie ausgeben müssen ist davon abhängig:

  • Wie groß das Tattoo ist.
  • Wie viele Farben verwendet wurden.
  • Wann das Motiv gestochen wurde beziehungsweise wie alt es ist.

Für eine Fläche von etwa 20 Quadratzentimetern müssen Sie mit Kosten zwischen 80 und 300 EUR rechnen.

Welche Techniken gibt es?

Kostencheck: Es gibt verschiedene Verfahren, von denen jedes Vor- und Nachteile hat:

Methode Vorgehensweise Vorteil Nachteil
Chirurgische Entfernung Die tätowierte Hautregion wird in einer Operation entfernt. Das Tattoo wird komplett beseitigt. Die Methode kann nur bei kleinen Tattoos angewandt werden. Zudem eignet sie sich nicht für jede Hautstelle. Nach der Operation müssen Sie die Wunde sehr gut pflegen, damit keine Narben zurückbleiben.
Laserentfernung Mittels physikalischer Energiezufuhr werden die Farbpartikel erhitzt und zersprengt. Diese werden im Anschluss über die Lymphe abtransportiert. Dies ist die aktuell gängigste Entfernungsmethode. Je Sitzung ist die Behandlungsdauer relativ kurz. Es entsteht keine großflächige Wunde und in der Regel auch keine Narben. Schwarze Tattoos lassen sich fast immer rückstandslos entfernen. Bei bunten Tattoos können Farbspuren sichtbar bleiben. Durch die Oxidation sind unschöne Farbveränderungen möglich. Die Elimination über das Lymphsystem ist nicht immer unproblematisch, da Spaltprodukte der Farben als krebserregend eingestuft werden. Zudem ist das Lasern verhältnismäßig teuer. Bei dunkelhäutigen Personen können sich an der Stelle des Tattoos helle Flecken bilden, die sich von übrigen Hautton deutlich abheben.
Dermabrasion Die oberste Hautschicht wird mit einer feinen Fräse oder einem Sandstrahlgerät abgeschliffen. Auch bunte Tattoos lassen sich gut entfernen. Die Pigmente werden über den Wundschorf abgestoßen. Es besteht ein vergleichsweise hohes Risiko der Narbenbildung. Da die Dermabrasion nicht schmerzfrei ist, muss meist zumindest lokal betäubt werden.
Diathermie Elektrischer Strom wird in die Haut geleitet, wo er Hitze erzeugt. Durch diese wird der Farbstoff verbrannt und löst sich auf. Dabei stirbt Gewebe ab, welches mit den Farbpigmenten abgestoßen wird. Die Haut erneuert sich quasi von innen heraus. Auf diese Weise lassen sich alle Farben entfernen. Bei diesem Verfahren bleiben fast immer starke Narben zurück. Es ist eine örtliche Betäubung erforderlich. Auch das Abheilen ist schmerzhaft und dauert häufig mehrere Monate. Deshalb kommt diue Diathermie kaum noch zum Einsatz.
Chemisches Peeling Die obersten Hautschichten werden mit Chemikalien aufgelöst, sodass die farbtragende Schicht offen liegt. Im Anschluss werden die Farbpigmente abgetragen. Alle Farben können entfernt werden. Die Heilungsphase ist lang und es bleiben fast immer Narben zurück. Es ist eine örtliche Betäubung notwendig. Das umliegende Gewebe wird ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen.

Wie funktioniert die Tattoo-Entfernung mittels Laser?

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Am Bekanntesten ist die Entfernung mit der Lasermethode.

Kostencheck: Die Laser werden aus kurzer Distanz auf das ungeliebte Hautbild gerichtet und geben einen sehr intensiven Lichtblitz ab. Dieser dringt in die Haut ein, wo er auf die Farbpigmente trifft. Je dunkler diese sind, desto effektiver lassen sie sich in unzählige Teilchen zertrümmern. Die Bruchstücke werden über das Lymphsystem abtransportiert. Allerdings bleiben Partikel im Körper zurück, was problematisch sein kann, da insbesondere ältere Farben krebserregende Substanzen enthielten.

Werden großflächige Tattoos auf diese Weise entfernt, kann das zu dauerhaften Zellschädigungen führen. Lassen Sie sich deshalb im Vorfeld der Behandlung ausführlich beraten und wägen Sie das Risiko gründlich ab.

Wie viele Laser-Sitzungen sind notwendig?

Kostencheck: Je nach Intensität der Farben, Größe des Tattoos und Einstichtiefe sind zwischen fünf und fünfzehn Sitzungen erforderlich. Damit die behandelten Körperstellen abheilen können, sollten zwischen diesen Terminen mindestens vier bis sechs Wochen liegen. Dadurch kann sich der Behandlungszeitraum auf über ein Jahr erstrecken.

Wer nimmt diese Behandlung vor?

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Die Entfernung sollte immer bei und von einem Facharzt durchgeführt werden.

Kostencheck: Da auch bei der Laserbehandlung das Risiko der Narbenbildung besteht, sollten Sie das Tattoo nur von einem Facharzt für ästhetische Chirurgie oder einem Hautarzt entfernen lassen. Zudem können sich in den Tattoos bösartige Hautveränderungen verstecken, die nur ein Mediziner im Vorfeld diagnostizieren kann.

Können mit dem Laser sehr bunte und großflächige Tattoos entfernt werden?

Kostencheck: Farbenfrohe und große Tattoos lassen sich mit dem Laser nicht immer vollständig beseitigen. Besonders schwierig ist die Zerstörung der Farben gelb, braun und violett, von denen fast immer Schatten erhalten bleiben.

Was kostet die Laserbehandlung?

Kostencheck: Die Entfernung eines Tattoos mit dem Laser kann sehr teuer werden. Je Sitzung fallen zwischen 80 und 500 EUR an. Dadurch können sich die Kosten für ein kleines Hautbild, das von einem unerfahrenen Tätowierer für einst 50 EUR gestochen wurde, auf bis zu 1.000 EUR belaufen.

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Es ist davon auszugehen, dass die Kosten für die Tattooentfernung künftig teurer werden könnten.

Die Behandlung mit dem Laser dürfte künftig allerdings spürbar teurer werden. Aktuell darf jeder, der einen Laserschutzkurs absolviert hat und über ein derartiges Gerät verfügt, Tattoos entfernen. Ende 2020 tritt die neue Verordnung zum Strahlenschutz in Kraft. Dann dürfen nur noch Ärzte dieses Verfahren anbieten, was die Kosten deutlich in die Höhe treiben dürfte.

Was funktioniert Dermabrasion?

Kostencheck: Bei diesem Verfahren wird das Tattoo von der Haut abgeschliffen und auf diese Weise entfernt. Zum Einsatz kommen Hochfrequenz-Schleifgeräte oder Sandstrahlgeräte (Mikrodermabrasion). Bei mittel- und großflächigen Tattoos ist hierfür eine örtliche Betäubung oder sogar Vollnarkose notwendig. Deshalb wird die Dermabrasion fast nur noch bei kleinen Motiven angewandt. Die Kosten belaufen sich, abhängig von der Größe des Motivs, auf 300 bis 3.000 EUR.

Eignet sich chemisches Peeling und was kostet dies?

Kostencheck: Bei dieser Variante der Tattoo-Entfernung wird die Haut durch chemische Mittel dazu angeregt, sich zu schälen. Dadurch wird die darunter liegende Dermis, in welcher die Farbpigmente angelagert sind, freigelegt. Diese wird im Anschluss weiter behandelt. Mit chemischen Stoffen oder einem Wasser- beziehungsweise Sandstrahl werden die Farbpartikel abgespült. Da das nicht schmerzfrei ist, wird mit örtlicher Betäubung gearbeitet. Bei größeren Tattoos sind mehrere Behandlungen notwendig.

Die Kosten für dieses Verfahren liegen bei 400 bis 700 EUR je Sitzung.

Warum lassen sich Tattoos so schwer wieder entfernen?

Kostencheck: Ein guter Tätowierer setzt sein ganzes Wissen ein, damit ein Tattoo das ganze Leben hält und nicht überarbeitet werden muss. Um dies zu erreichen, werden wasserunlösliche Pigmente in die zweite Hautschicht, die Dermis, gebracht. Hier werden Sie, wie die Wissenschaftler der Aix Université Marseille und dem Pariser Institut Curie festgestellt haben, von den Immunzellen festgehalten. Stirbt die Zelle, welche das Farbpigment festhält ab, wird dieses sofort von einer neuen Immunzelle „gefressen“.

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Bei sehr großen Tattoos kann es Ihnen auch passieren, dass die Ärzte von der Entfernung abraten.

Ärzte Raten deshalb in etwa der Hälfte der Fälle von einer Tattoo-Entfernung ab. Dies gilt insbesondere für sehr großflächige Tätowierungen.

Muss ich vor der Behandlung etwas beachten?

Kostencheck: Zunächst sollten Sie wissen, dass die Tattoo-Entfernung,selbst mit dem Laser, schmerzhafter ist als das Stechen.

Folgende Verhaltensregeln sollten Sie unbedingt beherzigen:

  • Meiden Sie vor und nach der Behandlung die Sonne. Dadurch lässt sich das Tattoo besser entfernen und unschöne Farbdifferenzen zwischen den Hautarealen wird vorgebeugt.
  • Wenden Sie sich an eine qualifizierte Person, bevorzugt einen Mediziner.
  • Nehmen Sie sich Zeit und gönnen Sie der Haut ausreichend lange Erholungsphasen zwischen den einzelnen Sitzungen.
  • Die günstigste Methode ist nicht immer die Beste. Tauschen Sie das ungeliebte Hautbild gegen unschöne Narben, kann dies optische deutlich störender sein.

Was ist ein Cover-Up?

Kostencheck: Das Cover-Up ist eine weit verbreitete Methode, um ein schlecht gestochenes oder nicht mehr dem Geschmack entsprechendes Motiv zu kaschieren. Ein erfahrener Tätowierer überarbeitet das alte Motiv und bindet es geschickt in ein neues ein. Es wird also übertätowiert.

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Bei einem Cover Up werden schlecht gestochene Tattoos unkenntlich gemacht.

Bevor Sie das Hautbild covern, können Sie kleine Teile des bisherigen Bildes lasern lassen, beispielsweise um einen Namen oder ein Detail im Vorfeld komplett zu entfernen. Sprechen Sie ein Cover-Up und die eventuell notwendige Vorbehandlung mit Ihrem Tätowierer durch, der Sie auch bezüglich der Motivwahl eingehend berät.

Da Cover-Ups wegen der individuellen Gegebenheiten relativ aufwendig sind, lassen sich die Kosten leider nicht beziffern.