Bankirai Holz – welchen Preis muss man dafür rechnen?

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Gerade für den Bau von Holzterrassen ist Bangkirai ein beliebtes Holz – zu den günstigen Hölzern gehört es in der Regel allerdings nicht. Was Bangkirai Holz in der Praxis kosten kann, erklärt ausführlich der Kostencheck-Experte im Interview.

Frage: Was kostet Bangkirai Holz im Allgemeinen?

Kostencheck-Experte: Die Preise können hier durchaus recht unterschiedlich liegen, bei Tropenhölzern wie Bangkirai gibt es durchaus beträchtliche Preisunterschiede.

Zunächst einmal muss man allerdings präzisieren, wovon man genau spricht:

  • Bangkirai als Schnittholz oder
  • Bangkirai als Terrassendielen für den Bau einer Holzterrasse
  • Bangkirai als Kanthölzer für den Terrassenbau

In beiden Fällen sind die Preise sehr unterschiedlich. Als Bauholz ist Bangkirai bei uns zwar nur wenig verbreitet, da es sehr hart und damit überaus schwierig zu bearbeiten ist, für den einen oder anderen Einsatzzweck könnte man es aber dennoch gut verwenden.

Als Schnittholz kann man bei Bangkirai im Allgemeinen von Preisen über 1.200 EUR pro m³ ausgehen. Je nach Qualität kann Bangkirai Holz auch sehr teuer sein. Man muss hier allerdings aufpassen, um welche Holzart es sich genau handelt: gerade beim Bangkirai Holz werden viele ähnliche Holzarten ebenfalls als „Bangkirai“ angeboten, obwohl sie kein „echtes“ Bangkirai (= Yellow Balau Holz) sind. Dazu gehören unter anderem

  • Red Balau
  • Kapur
  • einige Keruing-Arten
  • White Seraya
  • Merawan

Diese Holzarten sehen dem echten Bangkirai oft sehr ähnlich, haben aber technisch unterschiedliche Eigenschaften – insbesondere die Beständigkeit, Härte und Haltbarkeit dieser „Alternativhölzer“ sind oft deutlich geringer. Auch das kann mit ein Grund für große Preisunterschiede sein.

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Bangkirai-Holz wird gern für Terrassendielen verwendet

Bei Terrassendielen können Sie im Allgemeinen von Preisen im Bereich von rund 60 EUR pro m² bis 90 EUR pro m² ausgehen.

Zum Vergleich: Lärchenholz liegt bei etwa 40 EUR pro m², Cumaru bei zwischen 60 EUR pro m² und 70 EUR pro m² und Teak bei rund 120 EUR pro m².

Umgerechnet auf die Preise für den Laufmeter bewegen sich Bangkirai-Dielen zwischen rund 5,50 EUR und 16 EUR pro laufendem Meter, einzelne Premium-Varianten mit besonderer Ausführung oder in besonderer Größe können dann auch noch teurer sein.

Wenn es um Kanthölzer aus Bangkirai geht, wie sie üblicherweise für die Terrassen-Unterkonstruktion verwendet werden, können Sie in den meisten Fällen von Preisen im Bereich von 8 EUR pro laufendem Meter bis 20 EUR pro laufendem Meter ausgehen, bei besonders großem Querschnitt und entsprechender Holzqualität kann das aber durchaus auch über 50 EUR pro laufendem Meter gehen.

Die Preisspanne für Bangkirai ist also entsprechend groß, die Unterschiede in den technischen Eigenschaften sind es meist auch – man muss deshalb immer genau schauen, was man zu welchem Preis kauft.

Preisbeispiele aus der Praxis

Holzform Ausführung Maße Preis
Diele AD, Standard 21 mm x 145 mm x 2.740 mm 6,50 EUR pro lfm
Diele AD, Standard 21 mm x 145 mm x 5.180 mm 9,28 EUR pro lfm
Diele AD, grob/fein, T7 45 mm x 145 mm x 4.000 mm 16,61 EUR pro lfm
Diele AD, grob/fein, T8 35 mm x 145 mm x 4.000 mm 13,81 EUR pro lfm
Diele glatt, Vintage, Farbton grau 21 mm x 145 mm x 3.960 mm 8,95 EUR pro lfm
Diele KD, glatt/glatt 19 mm x 90 mm x 3.050 mm 5,64 EUR pro lfm
Unterkonstruktionsholz gehobelt, Kanten gerundet, hochwertige Qualität 150 mm x 150 mm x 2.130 mm 54,38 EUR pro lfm
Unterkonstruktionsholz KD, keilgezinkt 90 mm x 90 mm x 4.000 mm 25,06 EUR pro lfm
Unterkonstruktionsholz AD, V-Nuten 68 mm x 68 mm x 4.000 mm 12,20 EUR pro lfm
Unterkonstruktionsholz KD, 4-seitig gehobelt, Angebotspreis 45 mm x 70 mm x 3.660 mm 10,22 EUR pro lfm
Unterkonstruktionsholz KD, keilgezinkt 42 mm x 65 mm x 4.000 mm 8,34 EUR pro lfm

Hierbei handelt es sich lediglich um einzelne Preisbeispiele ausgewählter Händler. Die Kosten für andere Dielen oder Kanthölzer können, je nach Bezugsquelle, Ausführung und Qualität auch deutlich unterschiedliche Preise haben.

Unsere Preisbeispiele zeigen aber bereits recht gut, wie deutlich die Preisunterschiede zwischen einzelnen Varianten in der Praxis sein können.

Frage: Von welchen Faktoren hängen die Preise für Bangkirai Holz in der Praxis ab?

Kostencheck-Experte: Hier muss man durchaus einige Faktoren in Betracht ziehen:

  • die Form in der man das Holz kauft
  • die Maße der jeweiligen Ausführung
  • die Qualität des Bangkirai Holzes
  • die Bezugsquelle
  • den Kaufzeitpunkt
  • die Lieferkosten

Alle diese Dinge haben zum Teil deutliche Auswirkungen auf den Preis, den man für das Bangkirai Holz rechnen muss. Ein sorgfältiges Vergleichen der Preise ist in jedem Fall also sehr ratsam.

Frage: Inwieweit spielen die Maße eine Rolle für den Preis?

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Die Maße haben einen entscheidenden Einfluss auf den Preis
Kostencheck-Experte: Selbst wenn man Holz gleicher Herkunft und Qualität miteinander vergleicht, können die Preise zwischen verschieden bemessenen Produkten bereits enorm sein.

Ein gutes und recht deutlich sichtbares Beispiel sind hier etwa Kanthölzer: während bei der keilgezinkten Variante das 42 mm x 65 mm große Kantholz lediglich rund 8 EUR pro laufendem Meter kostet, ist die 90 mm x 90 mm große Variante bereits fast dreimal so teuer.

Bei Kanthölzern geht es dabei nicht nur um den Durchmesser, sondern vor allem auch um die Länge der Hölzer. Wenn Sie eine 4 m lange Ausführung wählen, wird diese immer deutlich teurer sein als die 3 m lange Ausführung – obwohl im Allgemeinen nach Laufmetern abgerechnet wird. Wenn Sie für eine große Terrasse eine 6 m Variante benötigen, müssen Sie in den meisten Fällen schon tief in die Tasche greifen.

Frage: Bei Terrassendielen aus Bangkirai ist das auch so?

Kostencheck-Experte: Ja, hier gelten die gleichen Regeln: Breite und Stärke der Diele bestimmen einmal grundlegend den Preis, die Dielenlänge bei der jeweiligen Ausführung hat am Ende aber auch einen Einfluss auf den Preis pro lfm.

Längere Varianten kosten auch hier pro laufendem Meter immer mehr als kürzere Varianten.

Frage: Welchen Einfluss hat die Holzqualität auf den Preis? Und was gilt hier vor allem als „Qualität“?

Kostencheck-Experte: Für die Holzqualität gibt es ganz offizielle Maßstäbe:

  • Rohdichte bzw. Gewicht des Holzes
  • Herkunft des Holzes (aus welchem Stammbereich es geschnitten wurde)
  • Fehler und Mängel beim Holz
  • Festigkeit des Holzes
  • Härte des Holzes
  • Dauerhaftigkeit und Wetterfestigkeit des Holzes

Beim Bangkirai Holz spielt hier auch noch die jeweilis verwendete Holzart noch eine wichtige Rolle für die Qualität. „Echtes“ Bangkirai (Yellow Balau) wird in den meisten Fällen eine höhere Qualität haben als eine andere „Ersatz-Holzart“ – selbst wenn diese auch unter dem Namen „Bangkirai“ verkauft wird.

Hier spiegelt sich dann auch immer die (minderwertigere) Holzqualität im Preis nieder. Auch wenn sich die Sorten optisch oft recht ähnlich sind, hat beispielsweise Red Balau deutlich abweichende technische Eigenschaften.

Holz mit geringerer Rohdichte, geringerer Festigkeit oder Härte wird dann in den meisten Fällen auch etwas günstiger sein. Besonders problematisch ist auch die Widerstandsfähigkeit und Dauerhaftigkeit des Holzes – wenn sie geringer ist als bei „echtem“ Bangkirai, hat das mitunter deutliche Auswirkungen auf die Lebensdauer einer Bangkirai-Terrasse. Das lässt sich oft nur schwer abschätzen – insgesamt bietet das aber wegen der geringeren Haltbarkeit oft ein beträchtliches Kostenrisiko auf lange Sicht.

Frage: Warum spielt der Kaufzeitpunkt eine Rolle?

Kostencheck-Experte: Zu welchem Zeitpunkt Holz gekauft wird, hat aus mehreren Gründen Bedeutung:

Zum einen dient Bangkirai Holz in unseren Breiten fast ausschließlich als Holz für den Terrassenbau. Aus diesem Grund gibt es in der Nebensaison (v. a. in den Wintermonaten) oft deutliche Preisnachlässe, viele Restposten und andere Angebote. Insgesamt liegt der Preis in der Nebensaison merklich niedriger.

Ein anderer Grund dafür, den Kaufzeitpunkt richtig auszuwählen sind die oft sehr unterschiedlichen Ernten. In manchen Jahren wird nur wenig Balau (Yellow Balau und Red Balau) von tatsächlich hoher Qualität geerntet. Es wird dann zwar meist, um die relativ hohe Nachfrage zu befriedigen, auf ähnliche Holzarten ausgewichen, die Qualität ist aber insgesamt etwas schlechter.

In solchen Jahren kosten alle Hölzer mit geringerer Qualität meist auch etwas mehr als üblich, „echtes“ Bangkirai mit hoher Festigkeit, Härte und Beständigkeit wird zu diesen Zeiten (bis zur nächsten Ernte) dann aber oft deutlich teurer. In der Regel lohnt es sich kaum, zu solchen Zeitpunkten zu kaufen. Zumindest bei der Auswahl des Holzes sollte man dann aber immer sehr genau hinsehen – und eventuell mit etwas höheren Preisen rechnen.

Text: Kostencheck.de
Artikelbilder: Jiri Hera/Shutterstock, fotoknips/Shutterstock, DaCek/Shutterstock