Elektrisches Garagentor: welchen Preis muss man rechnen?

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Eine Garage ist nicht nur ein Auto-Abstellplatz sondern in vielen Fällen auch ein recht nützlicher Ort für vieles andere. Ein wichtiger Punkt bei einer Garage ist aber vor allem ihr Tor. Was ein elektrisches Garagentor kosten kann, verrät der der Kostencheck-Experte im Interview.

Frage: Welche Vorteile hat überhaupt ein elektrisches Garagentor gegenüber einem händisch zu bedienenden Tor?

Kostencheck-Experte: Einmal abgesehen vom Vorteil des mühelosen Öffnens mit Handsender vom Auto aus abgesehen bieten elektrische Antriebe auch noch einige weitere Vorteile.

Man steigt bei strömendem Regen erst in der Garage aus und bleibt damit trocken, ebenso wie der Einkauf. Der Sanftanlauf, der in viele elektrische Torantriebe heute eingebaut ist, schont zudem die Gelenke. Bei schwergängigen Gelenken oder defekten stoppt der Antrieb automatisch und verhindert dadurch (im Gegensatz zum mechanischen Öffnen) weitere Schäden oder Überlastungen der Torgelenke.

Zudem bieten elektrische Tore auch einen höheren Einbruchsschutz: Das Tor wird in diesem Fall vom Antrieb zugehalten und kann praktisch nicht geöffnet werden. Beim mechanischen Tor genügt dagegen oft schon das Zerstören des Schlosses um in die Garage (und von dort oft auch gleich ins Haus) zu gelangen. Elektrische Antriebe haben also durchaus mehr als nur Komfort-Vorteile.

Frage: Was kostet ein elektrisches Garagentor?

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Schon allein für den Einbau eines elektrischen Garagentors sind mindestens 300€ zu veranschlagen
Kostencheck-Experte: Das lässt sich nicht pauschal sagen. Hier spielen viele Faktoren zum Tragen. Im Allgemeinen können Sie aber davon ausgehen, dass ein Garagentor im günstigsten Fall ab rund 650 EUR kostet, dazu kommen mindestens 300 EUR bis 400 EUR für den Einbau.

Die Obergrenze liegt bei rund 3.000 EUR für übliche Garagengrößen. Der Einbau kostet im höchsten Fall rund 1.000 EUR. Durch besondere Extras oder Spezialausführungen lassen sich diese Preise aber noch überschreiten, ebenso bei besonders großen Toröffnungen.

Zwei Beispiele aus der Praxis

Wir wollen zwei baugleiche Garagen einmal mit einem elektrischen Sektionaltor ausrüsten, im anderen Fall lassen wir ein einfaches Schwingtor einbauen. Folgende Kosten fielen an:

Tor-Art Tor-Preis Einbau
Sektionaltor 1.450 EUR 420 EUR
Schwingtor 715 EUR 385 EUR

Das sind natürlich nur beispielhafte Preise aus der Praxis. Preise für Tore mit anderer Ausstattung oder in anderer Größe können deutlich unterschiedlich sein. Auch bei anderen Tormodellen können die Preise bei sonst gleicher Ausstattung deutlich abweichend sein.

Frage: Von welchen Kriterien hängt der Preis für ein elektrisches Garagentor im Allgemeinen ab?

Kostencheck-Experte: Zunächst natürlich von der Art des Tores. Daneben spielen auch noch folgende Faktoren eine Rolle:

  • die Breite der Toröffnung
  • die Art des Torantriebs
  • die Dämmung des Garagentors
  • die Zusatzausstattung und die Ausführung des Tores

Frage: Welche Arten von Garagentoren gibt es überhaupt?

Kostencheck-Experte: Garagentore können unterschiedlich gebaut sein:

  • als Sektionaltor (platzsparend)
  • als Schwingtor (braucht viel Platz in der Einfahrt um sich zu öffnen, ist aber einfach und wartungsarm)
  • als Rolltor (eine hochwertige Variante)
  • als Flügeltor (einflügelig oder zweflügelig, sehr hoher Platzbedarf)

Die Preise variieren bereits stark je nach Tormodell:

Torart Preis ab / bis
Sektionaltor ab 1.000 EUR Einzelgarage / ab 2.000 EUR Doppelgarage
Schwingtor ab rund 600 EUR – 700 EUR
Rolltor ab 700 EUR bis ca. 2.000 EUR
Flügeltor ab 500 EUR manuell, elektrische Nachrüstung möglich, allerdings kostet der Antrieb bereits 1.000 EUR bis 1.500 EUR

Je nach Ausstattung kann der Preis aber auch deutlich höher werden.

Frage: Inwieweit spielt die Torbreite eine Rolle?

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Auch die Breite des Tores spielt natürlich eine Rolle
Kostencheck-Experte Doppeltore für eine Doppelgarage sind tatsächlich fast immer doppelt so teuer wie Tore für eine Einzelgarage. Bei vielen Herstellern gibt es dann auch noch Normgrößen zwischen diesen beiden Maßen – für eine Garage, die etwa für ein Auto und ein Motorrad bemessen ist.

In der Regel wird schon beim Bau der Garage darauf geachtet, dass gängige Normbreiten erfüllt werden. Ist das nicht der Fall oder ist die Garage bereits sehr alt, muss ein Tor auf Maß hergestellt werden. In diesem Fall müssen aber deutlich höhere Kosten als für ein Tor in Normbreite veranschlagt werden.

Frage: Sind unterschiedliche Torantriebe auch ein Grund für unterschiedliche Kosten?

Kostencheck-Experte In der Regel ja. Zwar bringt bereits jede Konstruktionsweise ihren besonders gestalteten Antrieb mit (bei Sektionaltoren ist beispielsweise eine deutlich umfangreichere elektronische Steuerung erforderlich) – aber auch bei manchen Tormodellen wie beim Rolltor gibt es verschiedene Varianten. Am teuersten ist hier beispielsweise der sogenannte Rohrmotor.

Auch der Hersteller ist oft entscheidend für die Kosten des Antriebs. Hier können bereits mehrere hundert Euro Unterschied von Tor zu Tor bestehen.

Frage: Welchen Unterschied machen die Materialien beim Garagentor?

Kostencheck-Experte Im Wesentlichen kommen als Materialien in Frage:

  • Kunststoff
  • Aluminium
  • Stahl
  • Edelstahl
  • Holz (seltener)
  • Vinyl (ein sehr modernes und noch wenig verbreitetes Material)

Kunststofftore sind in der Regel am günstigsten. Stahltore, die sehr solide sind, sind leider auch etwas rostanfällig. Aluminium ist korrosionsfrei und deutlich leichter, daher meist auch leichter einzubauen. Im Allgemeinen sind sie aber etwas teurer als die Stahlvariante.

Edelstahl und Vinyl sind die teuersten Varianten – dafür aber auch die haltbarsten und die stabilsten. Die modernen Vinyltore sind dabei auch beinahe völlig widerstandsfähig gegen Kratzer, Dellen und Beulen.

Bei Holztoren muss man auf lange Sicht auch den Pflegeaufwand berücksichtigen. Auch das verursacht langfristig Kosten.

Frage: Inwieweit verursacht die Dämmung höhere Kosten?

Kostencheck-Experte Die Ab-Preise in unseren Preisbeispielen und bei den Garagentoren beziehen sich allesamt auf ungedämmte Garagentore.

Dämmungen sind je nach Tormodell sehr unterschiedlich teuer, auch die Stärke und die Art der jeweiligen Dämmung spielt dabei eine Rolle für den Preis.

Frage: Welche Sonderausstattungen kann es bei Garagentoren geben?

Kostencheck-Experte Hier kommen eine ganze Reihe von möglichen Extras infrage:

  • Lichtschranken als Einklemmschutz (ab rund 70 EUR)
  • Glas-Segmente für natürlichen Lichteinfall (ab rund 400 EUR)
  • Schlupftüren
  • Nebentür
  • besonders gesicherte Funksender
  • besondere Designs (etwa Echtholz-Dekor, Wunschfarben, besondere Strukturen des Torblatts)
  • zusätzliche Tastschalter zum Öffnen des Tors von innen
  • zusätzliche Notentriegelung (bei Stromausfall)

Dazu kommen von Hersteller zu Hersteller noch weitere Extras.

Frage: Was kostet das Nachrüsten eines Garagentors mit einem elektrischen Antrieb?

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Einen elektrischen Garagentoröffner kann man auch nachrüsten
Kostencheck-Experte Die Nachrüst-Antriebe selbst kann man ab rund 130 EUR im Baumarkt kaufen – auch hier können die Preise aber durchaus bereits bis zu 400 EUR oder 500 EUR reichen.

Den Einbau kann man mit etwas Geschick auch selbst vornehmen. Für den Einbau durch den Fachmann muss man einen Preis ab rund 200 EUR veranschlagen. Müssen Stromanschlüsse erst hergestellt oder verlegt werden, steigen die Kosten entsprechend.

Frage: Kann man ein Garagentor auch selbst einbauen um Kosten zu sparen?

Kostencheck-Experte Grundsätzlich ist das bei entsprechendem handwerklichen Geschick durchaus möglich, ja. Bei vielen Toren muss man für ein Sektionaltor beim Selbsteinbau rund 4 bis 8 Stunden Zeit dafür veranschlagen. Einen Helfer sollte man dabei möglichst zur Seite haben.

Frage: Welche zusätzlichen Kosten können bei einem neuen Garagentor noch anfallen?

Kostencheck-Experte Sie sollten immer mit berücksichtigen, dass beim Austausch eines alten Tores auch noch Kosten für die Entsorgung des alten Tors anfallen können. Diese sollten in der Regel aber bei den veranschlagten Einbaukosten bereits berücksichtigt sein.

Text: Kostencheck.de
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