Was kostet eine Gleitsichtbrille?

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Die Gleitsichtbrille ist ein Allround-Talent, mit dem scharfes Sehen in der Nähe, im Zwischenbereich und in der Ferne möglich wird. Hierfür ist ein besonderer Aufbau der Gläser notwendig. Wie Gleitsichtgläser funktionieren weiß der Kostencheck-Experte, der in diesem Artikel zudem darüber informiert, welche Kosten durch eine Gleitsichtbrille auf Sie zukommen.

Was ist eine Gleitsichtbrille?

Kostencheck: Bei dieser handelt es sich um eine Brille, die mehrere Sehkorrekturen in einem Glas vereinigt. Dadurch wird stufenloses Sehen, unabhängig von der Entfernung des Objektes, möglich.

Dies unterscheidet die Gleitsichtbrille vom Bifokalglas, das Sie vielleicht noch von Ihren Großeltern kennen. Bei diesem ist für den Nahbereich ein sichtbares Fenster eingearbeitet, sodass das Brillenglas den Nah- und Fernbereich scharf wiedergibt. Da der Zwischenbereich fehlt, erlebt der Träger einen unangenehmen Sichtsprung. Insbesondere beim Laufen und Treppensteigen kann dies, bedingt durch die hüpfenden Bilder, gefährlich werden und zum Stolpern führen.

Was kostet eine Gleitsichtbrille?

Kostencheck: Der Preis für die Gleitsichtbrille setzt sich aus zwei Faktoren zusammen:

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Die Kosten der Gleitsichtbrille setzen sich aus Gestell und Gläsern zusammen.
  • Den Kosten für das Brillengestell.
  • sowie den Gläsern.

Beide Kostenfaktoren können sehr stark differieren, wie nachfolgende Tabelle zeigt:

KostenübersichtPreis
BrillengestellKostenfrei (Glaskauf vorausgesetzt) bis zu 500 EUR. Exklusive Gestelle können auch deutlich teurer sein.
Gleitsichtgläser75 bis 1.200 EUR

Vorausgesetzt, Sie entscheiden sich nicht für einen sehr luxuriösen Rahmen, liegt demnach der Preis für eine Gleitsichtbrille durchschnittlich zwischen 300 und 700 EUR.

Woran erkenne ich eine gute Gleitsichtbrille?

Kostencheck: Diese sollte nachfolgende Faktoren berücksichtigen:

  • Unabhängig von der Mode darf die Fassung nicht zu kleine Gläser aufweisen, damit für die einzelnen Sehbereiche genügend große Flächen zur Verfügung stehen.
  • Blicken Sie durch das Glas, sollten die Sehbereiche sanft ineinander übergehen.
  • Auch den Brillenrändern sollten Sie etwas erkennen können. Hier gilt allerdings: Je besser und damit teurer die Glasqualität ist, desto kostspieliger wird die Brille.
  • Das Gestell muss gut sitzen. Es darf nirgends drücken und bei Bewegung nicht von der Nase rutschen. Zudem sollte es Ihren Typ unterstreichen.

Welche Vorteile hat die teure Gleitsichtbrille?

Kostencheck: Diese sind vielfältig:

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Die Gleitsichtbrille vereint Lese- und Fernbrille.
  • Die Gleitsichtbrille ersetzt mehrere Brillen. Sie müssen nicht mehr die Fernbrille abnehmen und die Lesebrille aufsetzen, um ein Preisschild erkennen zu können.
  • Mehrere Fehlsichtigkeiten, selbst eine Hornhautverkrümmung, können mit nur einer Brille korrigiert werden.
  • Da die verschiedenen Sehbereiche unauffällig in das Glas integriert sind, wirkt die Gleitsichtbrille optisch wesentlich ansprechender als eine Bifokalbrille.
  • Der fließende Übergang macht das Tragen nach kurzer Eingewöhnungszeit sehr angenehm.
  • Auch in den Zwischenbereichen ist das Bild klar und scharf. Mit einer gut eingestellten Gleitsichtbrille können Sie ermüdungsfrei am PC arbeiten.
  • Gleitsichtgläser lassen sich bis zu +/-10 Dioptrien, und somit für einen sehr großen Kundenkreis, anpassen.

Mit welchen Kosten für die Fassung muss ich rechnen?

Kostencheck: Die Vielfalt unterschiedlicher Fassungen ist beeindruckend. Fast jedes Modelabel legt zwischenzeitlich auch eine Brillenkollektion auf. Gestelle erhalten Sie, vorausgesetzt Sie erwerben dort die Gläser, bei einigen Optikerketten sogar kostenfrei. Für exklusive Markenfassungen oder Gestelle aus sehr hochwertigen Materialien müssen Sie hingegen mit Kosten von bis zu 1.000 EUR rechnen.

Qualitativ können auch günstige Brillenfassungen durchaus mit den teureren mithalten. Im Durchschnitt kostet eine optisch ansprechends Modell zwischen 50 und 300 EUR.

Was kosten die Gläser?

Kostencheck: Da Gleitsichtgläser recht aufwendig herzustellen sind, sind sie relativ teuer. Sie erhalten diese Spezialgläser mit einem vernünftigen Nahsichtbereich ab 150 EUR. Je größer dieser ist und je dünner das Brillenglas sein soll, desto kostspieliger wird es. Optionale Zusatzbeschichtungen sowie eine Entspiegelung verteuern die Gläser zusätzlich. Für hochwertige Gleitsichtgläser müssen Sie etwa 700 – 1.200 EUR einplanen.

Gleitsichtbrille vom Schnäppchen-Optiker. Lohnt das?

Kostencheck: Mittlerweile bieten Online-Optiker und einige Ketten Gleitsichtbrillen zu erstaunlich günstigen Preisen an. Allerdings müssen Sie hier manchmal deutliche Abstriche bei der Beratung und dem Service im Reklamationsfall machen.

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Eine Gleitsichtbrille aus dem Internet ist nicht zum empfehlen.

Damit die Gleitsichtbrille Ihren individuellen Anforderungen genügt, ist eine präzise Augenglasbestimmung wichtig. Bei dieser werden beide Augen vermessen und eine beidäugige Abstimmung der Augen vorgenommen. Dadurch lässt sich die richtige Glasstärke sehr präzise ermitteln.

Damit die Gleitsichtbrille gut funktioniert, müssen die Gläser exakt zur Pupillenmitte zentriert werden. Hierbei müssen weitere Daten wie der Augenabstand sowie die Einschleifhöhe berücksichtigt werden. Dabei wird der Optiker Sie nach Ihren Lebensgewohnheiten, beispielsweise beim Lesen oder bei der Bildschirmarbeit, befragen. So kann er die Gläser und die Position optimal auf Ihre Bedürfnisse zuschneiden.

Das alles erfordert nicht nur Erfahrung, sondern auch Zeit. Bei Online-Optikern ist eine individuelle Abstimmung zudem nur dann möglich, wenn diese in einer Filiale vor Ort erfolgen kann.

Beteiligt sich die Krankenversicherung an diesen Kosten?

Kostencheck: Seit der Gesundheitsreform im Jahr 2004 übernehmen die Krankenkassen die Kosten für die Gleitsichtbrille nur noch in Ausnahmefällen. Lediglich bei Kindern und Jugendlichen, die jedoch fast nie eine derartige Sehhilfe benötigen, wird das Glas ohne Beschichtung von der Kasse finanziert.

Leiden Sie unter einer sehr starken Fehlsichtigkeit ab sechs Dioptrien oder einer Hornhautverkrümmung ab 4 Dioptrien, beteiligt sich die Krankenversicherung seit dem Jahr 2017 wieder an den Aufwendungen. Dies gilt auch bei Personen, deren Sehfähigkeit unter 30 Prozent liegt.

Um sicherzugehen, dass die Kasse tatsächlich einen Zuschuss gewährt, sollten Sie das Attest bei der Versicherung einreichen und sich die Kostenübernahme bestätigen lassen.

Kann ich die Brille steuerlich geltend machen?

Kostencheck: Die vergleichsweise teure Gleitsichtbrille kann in der Steuererklärung nicht als Werbungskosten angesetzt werden. Laut einem Urteil des Bundesfinanzhofs gilt die Brille nicht als Arbeits-, sondern als medizinisches Hilfsmittel.

Als Werbungskosten können Sie die Gleitsichtbrille dennoch ansetzen wenn:

  • Ihre Sehschwäche nachweislich aufgrund von Bildschirmarbeit entstanden ist. In diesem Fall müssen Sie ein ärztliches Attest beifügen.
  • Wenn Sie die Brille aus Arbeitsschutzgründen benötigen.

Trifft keiner dieser Punkte zu, können Sie die Gleitsichtbrille als außergewöhnliche Belastung ansetzen. Allerdings wird hierbei anhand der Basis von Einkommen, Familienstand und Anzahl der Kinder eine zumutbare Belastungsgrenze errechnet. Vom Finanzamt berücksichtigt wird lediglich jener Betrag, der diese übersteigt.

Wann benötige ich eine Gleitsichtbrille?

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Gleitsichtbrillen werden meist um das 45. Lebensjahr benötigt.

Kostencheck: Irgendwann um den 45. Geburtstag herum stellen viele Menschen fest, dass das Sehen im Nahbereich Schwierigkeiten bereitet. Die Arme sind nicht mehr lang genug um ein Buch so auf Distanz zu halten, dass die Buchstaben gut zu lesen sind. Kleine Preisschilder beim Einkaufsbummel können kaum noch entziffert werden.

Doch was ist die Ursache? In jungen Jahren passt sich das Auge noch gut an unterschiedliche Entfernungen an (Akkommodation). Im Alter verliert sich diese Fähigkeit zunehmend und eine Gleitsichtbrille wird notwendig.

Wie ist das Gleitsichtglas aufgebaut?

Kostencheck: Gleitsichtgläser vereinen drei Sehbereiche in einem Glas:

  • Nahbereich bis 0,5 Meter (lesen, Handarbeiten),
  • Zwischenbereich von 0,5 – 2 Meter (Bildschirmarbeit, Termin am Wandkalender ablesen, kochen),
  • Fernbereich ab 2 Meter (Auto fahren, Outdoor-Aktivitäten).

Gleitsichtgläser sind, bedingt durch die Zunahme der Dioptrien, im unteren Bereich stärker gekrümmt.

Welche Glasarten sind verfügbar?

Kostencheck: Gleitsichtgläser erhalten Sie aus Mineral-, Kunststoff- sowie Poycarbonatglas. Je nach Breite des Brillenrahmens können Sie ein höherbrechendes Material wählen, sodass sich das Gleitsichtglas optisch sehr ansprechend in das Gestell einpassen lässt.

Worin unterscheiden sich die Glasqualitäten?

Kostencheck: In der Regel können Sie beim Optiker zwischen drei Glas-Kategorien wählen:

– Einfaches Gleitsichtglas: Hier ist der nutzbare Sehbereich am kleinsten. Diese Gläser sind die preiswertesten, bedeuten jedoch auch weniger Sehkomfort. Meist ist eine längere Eingewöhnungszeit nötig, da Sie sich erst an den sehr schmalen Lese- und Zwischenbereich gewöhnen müssen.
– Universalgleitsichtglas: Bei diesem mittelpreisigen Glas sind alle Sehbereiche gut nutzbar. Der Sehkomfort ist hoch und die Eingewöhnungszeit relativ kurz.
– Individuelles Gleitsichtglas: Diese sind aufwendig in der Entwicklung sowie Herstellung und dementsprechend teuer. Allerdings lässt sich mit ihnen ein Maximum an Abbildungsqualität erreichen und der Sehkomfort ist sehr hoch.

Kann ich die Gleitsichtbrille beim Sport tragen?

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Gleitsichtbrillen können auch beim Sport getragen werden.

Kostencheck: Auch beim Sport können Sie die Gleitsichtbrille tragen und haben so alles scharf im Blick. Moderne Gleitsichtgläser lassen sich sogar in stark gewölbte Sportbrillen einpassen, sofern Ihre Sehschwäche +/- 4 Dioptrien nicht übersteigt.

Treiben Sie gerne im Freien Sport, ist eine Gleitsicht-Sonnenrille empfehlenswert. Zwar sind die Kosten im Vergleich zu einer normalen Sonnenbrille etwas höher, dafür werden Ihre Augen optimal geschützt. Benötigen Sie den Lesebereich beim Sport eher selten, genügen hier vielleicht auch etwas günstigere Gleitsichtgläser.

Gibt es auch Nachteile?

Kostencheck: Nicht alle Menschen kommen auf Anhieb gut mit der Gleitsichtbrille zurecht. Schwindel und Kopfschmerzen treten gelegentlich in der Eingewöhnungsphase auf. Diese Symptome sollten jedoch nach einigen Tagen, spätestens nach sechs Wochen, vollständig verschwunden sein.

Anfangs kann es ungewohnt sein, dass Sie mit dem Kopf stets der Blickbewegung folgen müssen, um ein scharfes Bild zu erhalten. Dies ist notwendig, da bei reiner Augenbewegung der Blick durch die Randbereiche fällt und das Bild unscharf erscheint.

Gleitsichtbrillen sind teuer. Die Kosten für eine gute Gleitsichtbrille liegen bei 300 EUR aufwärts. Sparen können Sie, wenn Sie spezielle Angebote von Optikerketten nutzen und die Preise genau vergleichen.