Was kostet die Behandlung mit Lachgas beim Zahnarzt?

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Nicht nur Patienten mit einer ausgeprägten Zahnarztangst profitieren von den Vorteilen einer Lachgasbehandlung. Diese schonende Methode der Sedierung eignet sich für Erwachsene und Kinder gleichermaßen und erleichtert die Behandlung spürbar. Im Interview mit dem Kostencheck-Experten klären wir, welche Kosten Lachgas beim Zahnarzt verursacht und beantworten viele weitere Fragen.

Wie wirkt Lachgas?

Kostencheck: Die Sedierung mittels Lachgas (Stickoxydul, N₂O) ist eine sichere und bewährte Variante der Betäubung, die bereits seit dem 19. Jahrhundert zum Einsatz kommt. Lachgas dämpft vorübergehend die Funktion des zentralen Nervensystems, es wirkt schmerzstillend und entspannend. Ängste vor der Behandlung werden gelöst. Auch der unangenehme Würgereiz sowie andere unschöne Empfindungen werden spürbar gemindert.

Das Zeitempfinden wird positiv beeinflusst und Sie haben das Gefühl, dass die Behandlungszeit stressfrei und viel schneller vorüber geht. Dies ist insbesondere dann von Vorteil, wenn eine aufwendige Therapie ansteht. Anders als bei einer Vollnarkose bleiben Sie jedoch bei Bewusstsein und ansprechbar.

Was kostet die Lachgasbehandlung?

Kostencheck: Der Kostenaufwand für die Behandlung mit Lachgas ist vom Aufwand und der Dauer der Therapie abhängig.

Dauer Kosten
erste 30 Minuten 80 EUR
jede weitere halbe Stunde 50 EUR

Für eine durchschnittliche Behandlung liegen demzufolge die Kosten bei etwa 100 – 150 EUR.

Kommt die gesetzliche Krankenversicherung die Kosten?

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Die öffentlichen Krankenkassen kommen für die Lachgasbehandlung nicht auf
Kostencheck: Die gesetzlichen Krankenversicherer kommen für die Kosten einer Lachgasbehandlung nicht auf. Auch im Leistungsumfang der privaten Krankenkassen und Zahnzusatzversicherungen ist diese Art der Sedierung nicht immer enthalten. Ob und in welchem Umfang die Versicherung für die Kosten aufkommt, können Sie dem Versicherungsvertrag entnehmen.

Für wen eignet sich Lachgas?

Kostencheck: Insbesondere Angstpatienten und Kinder profitieren von der Behandlung mit Lachgas. Wurzelbehandlungen, Implantationen, aufwendige Parodontosebehandungen, ein notwendiger Knochenaufbau oder mehrere Zahnfüllungen, die an einem Termin gesetzt werden sollen, verlieren durch Lachgas ihren Schrecken.

Wie läuft eine Lachgasbehandlung ab?

Kostencheck: Diese erfolgt in fünf Schritten:

Behandlungsschritt Erklärung
Nasenmaske auswählen Diese stehen in verschiedenen Passformen zur Verfügung. Viele Zahnärzte bieten zudem unterschiedliche Duftrichtungen an.
Einleitung Zunächst erhalten Sie 100 % Sauerstoff. Nach und nach wird die Beimengung von Lachgas erhöht, bis die gewünschte Wirkung eintritt.
Lokale Betäubung Erst wenn das Schmerzempfinden durch das Lachgas reduziert ist, setzt der Zahnarzt zusätzlich eine lokale Betäubung.
Behandlung Während des gesamten Behandlungszeitraums atmen Sie das Lachgas ein.
Ausleitung Ist die Therapie abgeschlossen, erhalten Sie einige Minuten reinen Sauerstoff, bis die Wirkung des Lachgases vollständig abgeklungen ist.

Bereits 15 bis 30 Minuten nach Absetzen der Atemmaske können Sie die Praxis ohne Begleitung verlassen. Eine Stunde nach der Einnahme ist das Gas vollumfänglich aus dem Körper ausgeschieden.

Kann ich nach der Lachgasbehandlung Auto fahren?

Kostencheck: Die Fahrtüchtigkeit wird durch die Behandlung mit Lachgas nicht beeinträchtigt. Sobald Sie die Praxis verlassen dürfen, können Sie ohne Einschränkungen am Straßenverkehr teilnehmen.

Wie sicher ist Lachgas?

Kostencheck: Die Lachgasbehandlung ist sehr sicher, sie gehört in zahlreichen Ländern schon lange zum Standard in fast allen Zahnarztpraxen. Komplikationslos und sehr erfolgreich wird Lachgas auch in Deutschland seit vielen Jahren eingesetzt.

Seinen schlechten Ruf verdankt reines Lachgas der heftigen Wirkung, die das unkontrollierte und unverdünnte Einatmen zur Folge hat. Als Sedierungsmittel in der Zahnmedizin kommt Lachgas allerdings in Konzentrationen von höchstens 35 Prozent und dadurch nebenwirkungsfrei zum Einsatz. In Skandinavien, Kanada und den USA bieten über 70 Prozent der Zahnärzte die stressfreie Lachgasbehandlung an.

Wer darf nicht mit Lachgas behandelt werden?

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Im Prinzip kann jeder mit Lachgas sediert werden
Kostencheck: Es gibt nur wenige medizinische Kontraindikationen; auch Allergien auf Lachgas sind nicht bekannt.

Sind Sie erkältet und die Atmung durch die Nase ist behindert, kann die Lachgasbehandlung schwierig sein. Liegen schwere Allgemeinerkrankungen wie MS, COPD, Pneumothorax, Lungenemphysem oder Ileus vor, sollten mit dem Arzt ausführlich über den Einsatz von Lachgas gesprochen werden.

Schwere Asthmatiker und Personen, die Antidepressiva einnehmen, sollten nicht mit Lachgas behandelt werden. Bei schwangeren Frauen wird aus reinen Sicherheitsgründen von einer Lachgassedierung abgeraten. Bei nicht kooperationsfähigen Patienten, beispielsweise Kleinkindern oder Patienten mit einer Behinderung, ist in der Regel die Behandlung unter Vollnarkose vorzuziehen.

Welche Nebenwirkungen können auftreten?

Kostencheck: Die Lachgasbehandlung verläuft fast immer nebenwirkungsfrei. In seltenen Fällen treten:

  • Übelkeit
  • Schwindel
  • Blähungen
  • Taubheitsgefühl in Armen und Beinen
  • Kopfschmerzen
  • vorübergehende Benommenheit
  • kurzzeitige Euphorie

auf. Schwerwiegende Nebenwirkungen sind in der Regel auf eine unkontrollierte Überdosierung zurückzuführen. Diese ist bei der Zahnbehandlung quasi auszuschließen.

Text: Michaela Kaiser
Artikelbilder: Marius Pirvu/Shutterstock, Africa Studio/Shutterstock, In The Light Photography/Shutterstock