Prophylaxe beim Zahnarzt: Was kostet die Zahnversiegelung?

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Die Versiegelung der bleibenden Zähne hilft, Karies zu reduzieren. Doch was kostet diese Maßnahme und übernimmt die Krankenkasse die Kosten? Diese und weitere Fragen beantworten wir im Interview mit dem Kostencheck-Experten.

Was sind Zahnfissuren?

Kostencheck: Als Zahnfissuren werden die kleinen Furchen und Grübchen, die zwischen den größeren Zahnhöckern verlaufen, bezeichnet. Da die Fissuren häufig feiner sind als die Borsten der Zahnbürste, sind sie allerdings problematisch zu reinigen. Kariesbakterien können sich ansiedeln, Fissurenkaries ist die Folge. Insbesondere in den ersten zwei Jahren nach dem Durchbrechen sind die Seiten- und Backenzähne sehr kariesanfällig.

Was kostet die Zahnversiegelung?

Kostencheck: Leider beteiligen sich die gesetzlichen Krankenversicherer nur an den Kosten, die durch eine Fissurenversiegelung der Molaren bei Kindern und Jugendlichen bis zum 18. Lebensjahr entstehen:

Personenkreis Kosten
Kinder bis 18 Jahre Die Fissurenversiegelung der großen Backenzähne (Molaren) werden von der Krankenkasse übernommen. Die Kosten der Versiegelung der kleinen Backenzähne (Prämolaren) sind aus eigener Tasche zu bezahlen. Hierfür müssen Sie 15 – 40 EUR je Zahn aufwenden.
Erwachsene 15 bis 40 Euro je Zahn

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Auch Kinderzähne können versiegelt werden
Auch bei Kindern und Jugendlichen werden die Kosten in Höhe von 15 bis 40 EUR je Zahn, für eine Versiegelung der kleinen Backen-, Eck- und Schneidzähne, nicht von den gesetzlichen Krankenversicherern übernommen. Einige Gesellschaften gewähren allerdings einen Zuschuss, da die Wirksamkeit dieser Maßnahme als erwiesen gilt.

Besitzen Sie eine Zahnzusatzversicherung, so kommt diese in vielen Fällen auch bei Erwachsenen für die Kosten der Zahnversiegelung auf. Ob und in welcher Höhe dies der Fall ist, können Sie den Versicherungsbedingungen entnehmen.

Ab welchem Alter sind Zahnversiegelungen sinnvoll?

Kostencheck: In der Regel wird diese Prophylaxemaßnahme zwischen dem 7. und 17. Lebensjahr vorgenommen. Die Zahnoberfläche kann behandelt werden, sobald der bleibende Zahn durchgebrochen ist. Die Behandlung sollte so früh wie möglich erfolgen, denn sobald sich mehr als nur oberflächliche Schmelzkaries angesiedelt hat, darf nicht mehr versiegelt werden.

Wann ist eine Zahnversiegelung sinnvoll, auch wenn diese selbst bezahlt werden muss?

Kostencheck: Eine Fissurenversiegelung ist ratsam bei:

  • Zähnen, die eine schwer zu pflegende, ungünstige Oberflächenstruktur aufweisen.
  • Patienten, die durch mentale oder manuelle Defizite Schwierigkeiten mit der Mundhygiene haben.
  • Erhöhtem Kariesrisiko.

Welche Vorteile hat diese Maßnahme?

Kostencheck: Viele Zahnärzte raten zur Zahnversiegelung, da diese Prophylaxemaßnahme zahlreiche positive Aspekte bietet:

  • Der feine Überzug bietet einen wirksamen Schutz gegen Karies.
  • Das dünnflüssige Material dringt auch in feinste Fissuren, die schlecht zu reinigen sind.
  • Die Versiegelung hält 7 bis 10 Jahre.
  • Sie eignet sich gut, um Kinderzähne zu schützen.
  • Auch Erwachsene mit hoher Kariesneigung profitieren von der Fissurenversiegelung.
  • Die Behandlung ist sehr schonend und schmerzfrei.

Durch eine Zahnversiegelung lässt sich die häufigste Form der Karieserkrankung prophylaktisch bekämpfen. Langfristig angelegte Studien belegen die Wirksamkeit. Einhergehend mit guter, häuslicher Zahnpflege, lässt sich der Kariesbefall um bis zu 90 Prozent senken.

Was wird bei der Zahnversiegelung gemacht?

Kostencheck: Bei der Fissurenversiegelung werden zwei Therapie unterschieden:

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Zähne können präventiv oder invasiv versiegelt werden
– Bei der präventiven Zahnversiegelung weisen die Zähne noch keine sichtbaren Verfärbungen, die ein erster Hinweis auf beginnende Karies sein könnten, auf.

  • Bei der invasiven Fissurenversiegelung zeigen die Zähne bereits dunkel verfärbte Stellen.

Bei der Präventivmaßnahme werden die Zähne zunächst professionell gereinigt. Anschließend raut der Dentist die Oberfläche mit Phosphorsäure auf und trocknet sie im Anschluss mit Druckluft. Auf den so vorbereiteten Zahn wird das Versiegelungsmittel aufgetragen und mit einem speziellen Licht bestrahlt. Es bildet einen dichten und sehr stabilen Überzug aus Kunststoff. Abschließend wird der Zahn mit einer Fluoridierung remineralisiert.

Zeigt der Zahn deutliche Verfärbungen, werden die dunkeln Stellen zunächst sorgfältig entfernt. Da es sich dabei noch nicht um tiefe Karies handelt, ist diese Therapie schmerzfrei. Im Anschluss werden die Zähne wie bei der präventiven Zahnversiegelung behandelt.

Welches Material kommt zum Einsatz?

Kostencheck: Modere Zahnversiegelungen bestehen meist aus Kunststoffen auf Dimethacrylatbasis, in vielen Fällen mit zusätzlichen Fluoridbeimengungen. Eine Alternative stellt die Versiegelung mit Glasinomzement dar. Die Haltbarkeit dieses unelastischen Materials ist allerdings eingeschränkt, Abplatzungen treten weit häufiger auf als bei Kunststoff.

Welche Nebenwirkungen können durch eine Zahnversiegelung auftreten?

Kostencheck: Fissurenversiegelungen gelten als nebenwirkungsfrei. Die Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK) gibt an, dass weltweit nur zwei allergische Reaktionen auf Zahnversiegelungen mit Kunststoffen bekannt sind.

Es gibt jedoch auch Berichte die besagen, dass durch die eingesetzten Kunststoffe unter anderem Formaldehyd und Monomere freigesetzt werden. Sofern die Anwendung ordnungsgemäß erfolgt sind diese Mengen allerdings so gering, dass keine Allergisierung oder anderweitige gesundheitliche Schädigung zu befürchten ist.

Unter der undurchsichtigen Versiegelung kann unentdeckte Karies länger unbemerkt fortschreiten.

Ein Teilverlust der Versiegelung kann eine erhöhte Kariesanfälligkeit nach sich ziehen, da sich Plaque an der entstandenen Kante festsetzen kann.

Text: Michaela Kaiser
Artikelbilder: Sergii Kuchugurnyi/Shutterstock, SweetLeMontea/Shutterstock