Parksensoren nachrüsten: welche Kosten muss man rechnen?

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Unsere Städte werden immer enger und was gefühlt immer kleiner wird, sind Parklücken. Dabei macht sich bei neuen Fahrzeugen häufig eine schon recht gängige Sonderausstattung bezahlt: die Einparkhilfe. Bei älteren Fahrzeugen gibt es die häufig noch nicht, man kann allerdings nachrüsten. Welche Kosten auf Sie für eine solchen Nachrüstung zukommen und welche Kostenunterschiede es dabei gibt, besprechen wir mit dem Kostencheck-Experten in unserem Interview.

Frage: Was kostet es, Parksensoren nachzurüsten?

Kostencheck-Experte: Das Nachrüsten einer sogenannten PDC (Park Distance Control) kann je nach verwendetem System und Einbauaufwand in der Praxis recht unterschiedliche Kosten verursachen.

Während eine PDC als Sonderausstattung beim Neufahrzeug leicht einmal 2.000 EUR oder sogar noch mehr kosten kann, sind die meisten Nachrüstsätze gewöhnlich deutlich billiger.

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Günstige Abstandsmesser gibt es schon für ca. 50 EUR.

Die günstigsten akustischen Abstandswarner gibt es bereits ab rund 50 EUR, für einfach einzubauende Systeme fallen häufig lediglich Einbaukosten von rund 120 EUR bis 150 EUR an.

Hochwertige optische Warner (Display mit Ampelanzeige für den verbleibenden Abstand zu Hindernissen), oft mit integrierter Rückfahrkamera und einer zusätzlichen Frontabsicherung sind dagegen meist deutlich teurer – das System selbst und die Sensoren kosten hier bereits bei bis zu 200 EUR und mehr. Dazu müssen dann meist mit 300 EUR bis 500 EUR auch noch deutlich Einbaukosten gerechnet werden, sodass Gesamtkosten von über 600 EUR für solche Systeme keine Seltenheit sind.

Gegebenenfalls bieten Werkstätten auch für bestimmte Sets Sonderpreise an, die sowohl die Kosten für das System als auch für den Einbau bereits enthalten.

Kostenbeispiel aus der Praxis

Wir wollen bei unserem Fahrzeug Parksensoren im rückwärtigen Bereich nachrüsten lassen. Wir fahren zu einer Fachwerkstätte, die einen Pauschalpreis für ein hochwertiges System samt Einbau anbietet.

Posten Preis
System und Einbau (Pauschalpreis) 399 EUR
Lackierung der Sensoren in Wagenfarbe 0 EUR (im Pauschalpreis inbegriffen)
Gesamtkosten PDC-Nachrüstung damit 399 EUR

Die hier gezeigten Kosten sind die Kosten bei einem einzelnen Anbieter, die nur für eine bestimmte Reihe von Fahrzeugtypen gelten.

Frage: In welchem Rahmen bewegen sich die Kosten für unterschiedliche Systeme?

Kostencheck-Experte: Die einfachsten Systeme, bei denen die Sensoren bereits direkt in einer speziellen Kennzeichenhalterung verbaut sind, gibt es ab rund 40 EUR. Die Montage bekommt man dabei häufig auch selbst hin, besonders bei drahtlosen Systemen ist der Aufwand dafür äußerst gering.

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Geräte die lediglich über Töne den Abstand mitteilen gibt es recht günstig im Handel, allerdings fallen für dein Einbau weitere Kosten an.

Rein akustische Sensoren gibt es ab rund 50 EUR bis 100 EUR, für den Einbau müssen allerdings noch einmal rund 100 EUR bis 200 EUR (je nach System und Ausführung) gerechnet werden.

Höherwertige Systeme, die auch über eine Frontabsicherung und eine Rückfahrkamera verfügen, kosten meist über 200 EUR. Für den Einbau sind – je nach System und Gegebenheiten im jeweiligen Fahrzeug – dann zwischen rund 300 EUR und im Einzelfall bis zu 1.000 EUR zu rechnen.

Frage: Wovon hängen die Kosten beim Nachrüsten von Einparkhilfen ab?

Kostencheck-Experte: Entscheidend ist hier:

  • ob ein rein akustisches System oder eine optisch-akustische Signalisierung (Display im Innenraum) gewünscht wird
  • ob zusätzlich eine Rückfahrkamera gewünscht wird
  • ob zusätzlich eine Frontabsicherung gewünscht wird
  • welcher Einbauaufwand beim jeweiligen Fahrzeugtyp besteht (generell höherer Aufwand bei Frontabsicherung und Rückfahrkamera)
  • ob eine Anhängekupplung genutzt wird (nicht alle Systeme möglich)
  • ob die Werkstatt gegebenenfalls einen günstigen Pauschalpreis samt Einbau anbietet
  • ob auf einfach zu montierende, in einen Kennzeichenhalter integrierte Systeme zurückgegriffen wird (es muss weder an den Stoßstangen noch am Fahrzeug gebohrt werden)

Frage: Kann man Einparksensoren auch selbst nachrüsten?

Kostencheck-Experte: Arbeiten an der Autoelektrik selbst durchzuführen, empfiehlt sich im Allgemeinen nicht, wenn man nicht über entsprechende Fachkenntnisse verfügt.

Eine (sehr kostengünstige) Alternative, um ein einfaches Parksensorensystem nachzurüsten bieten allerdings Kennzeichenhalter mit integrierten Sensoren. Solche Lösungen gibt es bereits ab rund 50 EUR.

Bei drahtlos arbeitenden Systemen (meist geringfügig teurer) braucht kein Anschluss an die Bordelektrik erfolgen. Es wird lediglich der Kennzeichenhalter mit den integrierten Sensoren montiert, das Display kann über den Zigarettenanzünder mit Strom versorgt werden und erhält die Signale der Sensoren auf drahtlosem Weg.

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Oftmals muss mit der Installation eines Parksensors auch in die Bordelektronik eingegriffen werden.

Selbst Systeme mit bereits eingebauten und nachts beleuchteten Rückfahrkameras lassen sich so realisieren, hier muss allerdings im Zuge des Einbaus meist dennoch ans Bordnetz angeschlossen werden.

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