FI-Schalter nachrüsten: welche Kosten sind zu erwarten?

FI-Schutzschalter nachträglich Kosten

RCD-Schutzschalter, auch FI-Schalter genannt, unterbrechen bei erkannten Fehlerströmen innerhalb von wenigen Millisekunden die Stromversorgung. Das hilft, schwere Unfälle durch Fehlerströme zu vermeiden. Ein FI-Schalter stellt damit eine sehr sinnvolle und zeitgemäße Sicherheitsmaßnahme für jeden Haushalt dar und sollte, wo nicht vorhanden, unbedingt nachgerüstet werden. Der Kostencheck-Experte erklärt in unserem Interview, mit welchen Kosten für eine Nachrüstung zu rechnen ist.

Frage: Was kostet die Nachrüstung eines FI-Schalters?

Kostencheck-Experte: Das lässt sich pauschal nicht exakt angeben – das hängt immer auch von der Situation vor Ort ab.

Grundsätzlich ist bei Neuanlagen ab 2007 Pflicht, dass FI-Schutzschalter mit verbaut sein müssen – bei solchen Gebäuden entfällt die Notwendigkeit zur Nachrüstung also ohnehin. Werden neue und zusätzliche Teile an der Anlage eingebaut, geschieht das automatisch immer mit FI-Schaltern.

Bei älteren Gebäuden richtet sich die Nachrüstung danach:

  • ob bereits Leitungen mit PE (grün-gelber Schutzleiter) verlegt sind
  • ob noch alte Leitungen mit sogenannter „Nullung“ verbaut sind

Im einen Fall ist die Nachrüstung relativ problemlos möglich, im anderen Fall können die Kosten enorm sein.

Moderne Gebäude

Bei vorhandenen Schutzleitern (grün-gelb) in der Anlage müssen für das Nachrüsten eines einzelnen FI-Schalters Materialkosten ab rund 30 EUR bis 40 EUR und etwa eine halbe Stunde bis Stunde Arbeitszeit gerechnet werden.

Die Gesamtkosten für das Nachrüsten belaufen sich damit in den meisten Fällen zwischen rund 80 EUR und 200 EUR. Bei etwas höherem Aufwand kann das auch geringfügig mehr sein.

Meist lohnt es sich, anstatt einem FI-Schutzschalter mehrere nachrüsten zu lassen. Auf diese Weise ist beim Auslösen des Schutzschalters dann nicht immer gleich das gesamte Haus auf einen Schlag stromlos.

Ältere Häuser

FI-Schalter nachrüsten Altbau

Bei alten Anlagen von vor 1973 ist es ratsam, die gesamte Anlage auszutauschen

Bei älteren Anlagen ohne Schutzleiter liegt eine klassische Nullung bei der Installation vor. Solche Installationen sind seit 1973 unzulässig, sie finden sich aber noch bis heute in vielen älteren Häusern mit einem Errichtungsdatum vor 1973.

In diesem Fall ist es ratsam, die gesamte elektrische Anlage auszutauschen und komplett zu erneuern, da auch andere Bauteile nicht mehr den heute üblichen Sicherheitsanforderungen entsprechen und möglichst getauscht werden sollten.

Bei sehr alten Gebäuden, bei denen die Elektrik noch vor dem Krieg eingebaut wurde, gibt es keine Nullung sondern häufig überhaupt keine Erdung, auf den Leitungen liegt permanente Spannung. Auch durch brüchige Leitungen bestehen hohe Gefahren – in solchen Fällen ist eine komplette Erneuerung wirklich unumgänglich und sollte möglichst zeitnah erfolgen.

Die Kosten dafür richten sich nach dem jeweils vorliegenden Einzelfall, als grobe Richtlinie können Sie allerdings rund 40 EUR pro m² bis 70 EUR pro m² Wohnfläche, je nach gewünschtem Standard, veranschlagen. Durch Eigenleistungen können diese Kosten gegebenenfalls noch etwas gesenkt werden.

Gebäude nach 1986

Bei Anlagen nach 1986 finden sich übrigens häufig bereits 30mA FI-Schalter – allerdings meist nur für Außenbereich und Badezimmer. Eine Nachrüstung für den Rest des Hauses kann hier häufig problemlos erfolgen und verursacht nur die üblichen Nachrüstkosten.

Kostenbeispiel aus der Praxis

Wir lassen in unserem Einfamilienhaus drei FI-Schalter vom Elektriker nachrüsten.

Posten Preis
Materialkosten 96 EUR
Arbeitszeit 85 EUR
Anfahrt – Pauschale 24 EUR
Gesamtkosten 205 EUR

Die Kosten in diesem Beispiel beziehen sich auf einen konkreten Einzelfall und die Arbeitsleistung eines bestimmten Elektroinstallationsunternehmens. In anderen Fällen können die Kosten auch entsprechend unterschiedlich liegen.

Frage: Von welchen Dingen hängen die Kosten beim Nachrüsten eines FI-Schalters ab?

Kostencheck-Experte: Hier muss man natürlich einige Dinge berücksichtigen:

FI-Schutzschalter Kosten

Bei neueren Anlagen fallen die Kosten für einen FI-Schalter recht gering aus

  • um welche Art von Anlage es sich handelt
  • welche individuellen Gegebenheiten vorliegen
  • ob ein einzelner FI-Schalter oder mehrere FI-Schalter eingebaut werden sollen
  • welche Materialkosten entstehen
  • welche Arbeitszeit der Elektriker benötigt
  • ob weitere Anpassungen an der Anlage im Zuge der Nachrüstung erfolgen (bis hin zum kompletten Neuaufbau der elektrischen Anlage)
  • welcher zusätzliche Aufwand nötig ist

Eine belastbare Kostenschätzung kann deshalb immer nur abgegeben werden, wenn die Art der Anlage und die jeweiligen individuellen Gegebenheiten bekannt sind.

Frage: Welche Materialkosten muss man rechnen?

Kostencheck-Experte: Das hängt immer davon ab, welche Art von FI-Schalter mit welcher Ampere-Leistung verbaut wird.

Die meisten FI-Schalter, die bei Nachrüstungen in bestehende Anlagen zum Einsatz kommen sind entweder zwei- oder vierpolig und bewegen sich im Bereich von 16 A bis 40 A. Dafür müssen Sie meist Kosten zwischen rund 20 EUR und 50 EUR rechnen.

Höherwertige FI-Schutzschalter können dann auch deutlich teurer sein – die Kosten können je nach Ausführung bis zu 100 EUR und mehr liegen. Für gewöhnliche Nachrüstungen im Haushaltsbereich kommen solche RCDs aber normalerweise nicht zum Einsatz.

Frage: Welche Kosten muss man für die Arbeitszeit rechnen?

Kostencheck-Experte: Das hängt einerseits vom Aufwand ab, andererseits natürlich auch von der Preisgestaltung des jeweiligen Unternehmens.

Üblicherweise können Sie bei Elektrikern von Kosten zwischen 60 EUR pro Stunde und 80 EUR pro Stunde ausgehen. Wie lange ein Elektriker für das Einbauen des FI-Schalters benötigt, hängt dann von den individuell zu leistenden Arbeiten und den Gegebenheiten vor Ort ab. Üblicherweise nimmt der Einbau eines einzelnen FI-Schalters aber rund eine halbe Stunde bis Stunde Zeit in Anspruch.

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