Ausdehnungsgefäß der Heizung defekt: welche Kosten bedeutet das?

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Wenn der Druck bei der Heizungsanlage ständig sinkt und man ständig Wasser nachfüllen muss, liegt in den meisten Fällen ein Schaden am Ausdehnungsgefäß vor. Welche Kosten eine Reparatur verursachen kann und wer diese Kosten bezahlen muss, erklärt ausführlich der Kostencheck-Experte im Interview.

Frage: Was kostet ein Defekt beim Ausdehnungsgefäß?

Kostencheck-Experte: Die Kosten lassen sich pauschal nicht beziffern. Sie richten sich nach der Art des Heizungsgefäßes und nach der genauen Ursache des Schadens im Einzelfall.

Zunächst muss unterschieden werden ob:

  • das Kappenventil nicht mehr richtig funktioniert (Verschleißerscheinung)
  • das Stickstoffpolster im Ausdehnungsgefäß nicht mehr vorhanden ist
  • das Ausdehnungsgefäß selbst defekt ist

Ist lediglich das Kappenventil defekt, kann das Ausdehnungsgefäß an Ort und Stelle bleiben. Das Kappenventil als Ersatzteil kostet meist zwischen 15 EUR und 30 EUR, für den Austausch sind Arbeits- und Anfahrtskosten zu rechnen. Die gesamte Reparatur kostet in den meisten Fällen zwischen 100 EUR und 150 EUR.

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Die Kosten hängen vor allem davon ab, was beim Ausdehnungsgefäß kaputt ist

Wenn das Stickstoffpolster zu gering ist wird lediglich Stickstoff nachgefüllt und der Druck überprüft. Wenn das Ausdehnungsgefäß den Stickstoff halten kann, ist die Reparatur damit erledigt. Für das Nachfüllen und Prüfen kann ebenfalls mit geringen Kosten gerechnet werden.

Wenn das Ausdehnungsgefäß selbst defekt ist, muss es ausgetauscht werden. Die Kosten für ein Ausdehnungsgefäß sind je nach Heizungsart und Größe des Ausdehnungsgefäßes unterschiedlich. Sie liegen zwischen rund 80 EUR und 250 EUR bei den meisten Heizungsanlagen.

Für den Einbau sind Arbeitskosten im Bereich von rund 100 EUR zu rechnen, sodass die gesamte Reparatur zwischen 300 EUR und 400 EUR kosten kann. Meist wird zusätzlich auch das Kappenventil erneuert.

Kostenbeispiel aus der Praxis

Bei unserer Heizungsanlage wird ein Defekt am Ausdehnungsgefäß festgestellt. Es wird vom Heizungsfachmann ausgetauscht. Das Kappenventil wird gleichzeitig ebenfalls erneuert.

Posten Preis
Anfahrt 45 EUR
neues Ausdehnungsgefäß 189 EUR
Kappenventil 17 EUR
Arbeitskosten gesamt 85 EUR
Gesamtkosten 336 EUR

Hierbei handelt es sich um ein einzelnes Kostenbeispiel für einen konkreten Einzelfall. Die Kosten in anderen Fällen können unterschiedlich liegen.

Frage: Von welchen Faktoren hängen die Kosten bei einem Defekt am Ausdehnungsgefäß ab?

Kostencheck-Experte: Bei einem Schaden am MAG (Membranausdehnungsgefäß, MAG) spielt eine Rolle:

  • wo genau der Schaden liegt (am Gefäß selbst, am Kappenventil oder an der Stickstoff-Füllung)
  • welches Ausdehnungsgefäß in welcher Größe verbaut ist
  • welcher Aufwand beim Austauschen entsteht
  • welche zusätzlichen Arbeiten mit erledigt werden (z.B. Leckage-Ortung)

Die Kosten können je nach Heizungsanlage und konkretem Schadensbild unterschiedlich sein.

Frage: Sind die Kosten durch einen Wartungsvertrag gedeckt?

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Wartungsverträge decken Reparaturen meist nicht ab

Kostencheck-Experte: Üblicherweise decken Wartungsverträge Reparaturen dieser Art nicht ab. Das Erneuern der Stickstoff-Füllung kann unter Umständen noch über die Leistungen des Wartungsvertrages gedeckt sein, das Erneuern des Kappenventils oder des gesamten MAG sind üblicherweise nicht gedeckt.

Die anfallenden Kosten sind als Reparaturkosten zu werten, da größere Teile der Heizungsanlage aufgrund eines Defekts augetauscht werden müssen.

Frage: Wann fallen zusätzliche Kosten an?

Kostencheck-Experte: Im Einzelfall können zusätzlich zum Austausch des Ausdehnungsgefäßes noch Kosten für den Austausch des Kappenventils anfallen. Auch der Einbau einer neuen Anschlussgarnitur kann nötig werden.

Eine Leckage-Ortung erfolgt immer dann, wenn der Verdacht auf einen Heizungsrohrbruch besteht, der für einen permanenten Druckverlust im Heizkreislauf ebenfalls verantwortlich sein kann. Die Kosten dafür sind von Unternehmen zu Unternehmen unterschiedlich, ebenso wie die eingesetzten Methoden. Eine Profi-Leckortung durch einen Wasserschaden-Fachmann kann bis zu 200 EUR kosten.

Frage: Wer muss für die Kosten aufkommen – Mieter oder Vermieter?

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Wer die Kosten übernehmen muss, hängt von der Schadensursache ab

Kostencheck-Experte: Es muss zunächst unterschieden werden, in wessen Verantwortungsbereich die Heizungsanlage liegt.

Große Zentralheizungsanlagen in einem Wohngebäude liegen immer in der Verantwortung des Vermieters. Kleine Gasthermen, die im Bereich der Wohnung liegen und nur diese versorgen, liegen in der Verantwortung des Mieters. Der Mieter hat in diesem Fall für alle Kosten der Wartung und Reparatur der Anlage aufzukommen.

Frage: Wann muss der Vermieter selbst bezahlen und wann kann er die Kosten umlegen?

Kostencheck-Experte: Grundsätzlich kann der Vermieter die Wartungskosten auf die Mieter umlegen.

Bei einem defekten MAG handelt es sich jedoch nicht um eine gesetzlich definierte Wartung. Da bereits ein Schaden eingetreten ist, der das Handeln des Fachmanns nach sich zieht, sind die Arbeiten beim Austauschen des MAG klar als Reparatur zu werten. Die Kosten für Reparaturen und Instandhaltungen trägt klar der Vermieter – sie sind nicht umlagefähig.

Wenn allein ein bereits Verschleißerscheinungen zeigendes Kappenventil ausgetauscht wird, könnte gegebenenfalls noch mit einer Wartungsmaßnahme argumentieren, da auch geringe Kosten für das Ersatzteil anfallen. Ohne ein konkretes Schadensbild würde ein solcher Austausch aber kaum durchgeführt – damit liegt auch hier nahe, dass es sich eher um eine Reparatur handelt und der Vermieter die Kosten selbst tragen muss.

Das reine Erneuern der Stickstoff-Füllung könnte man als Wartungsmaßnahme betrachten.

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