Parkettboden: mit welchen Kosten muss man rechnen?

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Günstiges Parkett gibt es schon ab 15€ pro qm

Parkettböden stehen als wertvoller Bodenbelag immer noch hoch im Kurs. Welche Kosten man für die Herstellung eines Parkettbodens rechnen muss, welche Preisunterschiede es gibt, und wie man Kosten sparen kann, verrät Ihnen unser Hausjournal-Kostenexperte im Interview.

Frage: Parkettböden gelten nicht nur als hochwertig, sondern auch als teuer. Wie hoch liegen die Kosten für einen Parkettboden ganz allgemein?

Unser Hausjournal Kostenexperte: Durch die vielen unterschiedlichen Parkettarten und Qualitäten ergibt sich bei den Preisen natürlich eine recht große Bandbreite. Generell kann man aber sagen, dass die übliche Preisspanne für Parkettböden samt Einbau zwischen rund 50 EUR pro m² und 140 EUR pro m² liegt.

Einige wenige Premium-Parkette können sogar noch teurer sein – die Kosten für besondere Holzarten können bis zu 280 EUR pro m² gehen.

Frage: Wovon hängen die Kosten im Wesentlichen ab?

Unser Hausjournal Kostenexperte: Der wesentlichste Kostenfaktor beim Parkett ist das Material selbst. Man muss hier aber einmal grundlegend zwischen verschiedenen Parkettarten unterscheiden:

  • Mehrschicht-Parkett
  • Massivholz-Parkett

Mehrschicht-Parkette sind die günstigeren Varianten. Sie bestehen aus einem einfachen Trägermaterial, auf dem sich eine dünne Nutzschicht aus echtem Holz befindet. In der Regel ist diese Nutzschicht lediglich einige Millimeter stark.

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Massivparkett ist deutlich dicker als Mehrschichtparkett
Massivholzparkett besteht dabei, wie der Name schon sagt, zur Gänze aus Massivholz. Die Nutzschicht ist hier üblicherweise bis zu 22 mm dick.

Die Preisunterschiede zwischen beiden Parkettarten sind dabei beträchtlich: Mehrschicht-Parkette bekommen Sie bereits ab rund 15 EUR pro m² in günstigen Ausführungen, die Preise bewegen sich im Allgemeinen zwischen 20 und 30 EUR pro m².

Bei Massivparkett hängt der Preis vor allem von der verwendeten Holzart ab. Kostengünstig sind in ihrer Naturform

  • Eiche
  • Esche
  • Ahorn und
  • Buche

andere Hölzer können deutlich teurer sein.

Eichenparkett können Sie in den meisten Fällen schon für rund 35 EUR pro m² kaufen – bei amerikanischem Nussbaum-Parkett beginnen die Preise meist erst ab rund 80 EUR pro m² aufwärts.

Frage: Gibt es zwischen den beiden Parkettarten auch Unterschiede in der Verlegung?

Unser Hausjournal Kostenexperte: Ja, die gibt es. Während man Mehrschichtparkett (auch als „Fertigparkett“ bezeichnet) nach der Verlegung gleich nutzen kann, muss Massivparkett mehrfach geschliffen und dann versiegelt werden.

Die Kosten dafür können recht unterschiedlich sein, deshalb haben wir an anderer Stelle darüber ausführlicher gesprochen. Klicken Sie einfach auf den Link.

Frage: Welche Kosten fallen sonst noch bei der Verlegung an?

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Für das Verlegen ist mit um die 30€ pro qm zu rechnen
Unser Hausjournal Kostenexperte: In vielen Fällen erscheint eine zusätzliche Trittschalldämmung sinnvoll. Ausreichend starke Dämmunterlagen sorgen auch dafür, dass der Boden ohne Hohlstellen und Luftübertragungen gut liegt. Die Kosten für eine zusätzliche Trittschalldämmung liegen bei rund 5 – 10 EUR pro m².

Handwerker verlangen für das Verlegen von unterschiedlichen Parketten in der Regel zwischen 20 und 40 EUR pro m², wenn es sich um einfache Verlegeaufgaben handelt.

Beim Verlegen von speziellen Mustern, bei hochwertigen Parketten und bei Vollverklebung eines Parketts liegen die Kosten für den Einbau meist geringfügig höher. Das gilt auch, wenn das Parkett über einer Fußbodenheizung verlegt werden soll (hier ist Vollverklebung unumgänglich).

Dazu kommen noch unterschiedliche weitere Leistungen, die mit einkalkuliert werden müssen, wie Fugendichtung, das Zuschneiden und Montieren von Sockelleisten und das Montieren von Türschienen. Diese Leistungen werden meist zusätzlich auf Stundenbasis abgerechnet, Sockelleisten und Türschienen häufig auch nach Laufmeter (ca. 4 – 6 EUR je lfm).

Frage: Können wir die Verlegekosten noch einmal kurz zusammenfassen?

Unser Hausjournal Kostenexperte: Natürlich. Ich kann das auch gleich anhand eines kleinen Kostenbeispiels machen.

Kostenbeispiel: In einer Küche mit 20 m² Größe soll ein Eichenparkett als Massivparkett verlegt werden.

Arbeitsschritt Preis ca.
Material: Eichenholzparkett, Massivparkett 35 EUR pro m² – 700 EUR
Untergrundvorbereitung 180 EUR
Parkett verlegen 38 EUR pro m² – 760 EUR
Sockelleisten, Eiche 115 EUR
Montage Sockelleiste 4 EUR je lfm – 72 EUR
Parkett schleifen und versiegeln 805 EUR
Gesamtkosten 2.632 EUR

Das ist natürlich nur ein Kostenbeispiel – je nach verwendeter Parkettart können die Kosten auch deutlich teurer oder günstiger liegen. Anfahrten und zusätzliches Material wurden hier noch nicht mit eingerechnet.

Frage: Was würde Fertigparkett zum Unterschied kosten?

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Bei Fertigparkett sind die Materialkosten bis zu 50% günstiger
Unser Hausjournal Kostenexperte: Hier können wir schon einmal von deutlich geringeren Materialkosten ausgehen. Statt 700 EUR für Massivparkett liegen wir bei Fertigparkett bei ungefähr 400 EUR Parkettkosten.

Das Schleifen und Versiegeln entfällt ebenfalls, das Verlegen kommt mit rund 30 EUR pro m² etwas günstiger.

Insgesamt würden Sie sich mit Fertigparkett rund 1.300 EUR ersparen. Der Vergleichspreis in unserem Beispiel würde für Fertigparkett bei 1.367 EUR liegen.

Frage: Wie sieht dann aber die Kosten-Nutzen-Relation aus?

Unser Hausjournal Kostenexperte: Genau das ist der Punkt. Rechnet man nämlich einmal ein wenig in die Zukunft, ist Massiv-Parkett fast immer die noch günstigere Alternative.

Der Grund ist folgender: Fertigparkett hat nur eine sehr geringe Nutzschicht von rund 5 – 6 mm. Es kann daher nur ein- bis zweimal vom Fachmann geschliffen und aufgearbeitet werden. Dann muss der Boden ausgetauscht werden. In der Regel gilt bei Fertigparkett eine durchschnittliche Lebensdauer von rund 10 bis maximal 15 Jahren.

Massivparkett gestehen Fachleute dagegen eine Lebensdauer von fünfzig Jahren oder sogar mehr zu. Setzt man das in Relation, lohnt sich Massivholzparkett finanziell durchaus.

Das Aufarbeiten durch den Fachmann verursacht zwar ebenfalls Kosten, bei versiegelten Böden sind das aber die einzigen Kosten, die anfallen können. Da ohne Schäden der Boden nur geringfügig angeschliffen werden muss, halten sich diese Kosten durchwegs im Rahmen.

Tipps & Tricks

In vielen Fällen können Sie Parkett einfach schwimmend verlegen lassen – das senkt noch einmal die Kosten. Wenn Sie Klick-Parkett verwenden, können Sie mit etwas Geschick das Parkett sogar recht gut selbst verlegen. Damit können Sie noch einmal deutlich Kosten sparen und haben einen sehr hochwertigen Boden für wirklich kleines Geld.

Text: Kostencheck.de
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