Heizkessel – welche Kosten muss man rechnen?

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Kessel, die mehr als 30 Jahre alt sind, muss man aufgrund gesetzlicher Vorschriften unbedingt tun – bei vielen anderen Kesseln sollte man es aus Energiespargründen tun. Was ein neuer Heizkessel kosten kann, erklärt ausführlich der Kostencheck-Experte im Interview.

Frage: Welche Kosten fallen für einen neuen Heizkessel an?

Kostencheck-Experte: Hier muss man natürlich zunächst einmal festlegen, welche Art von Heizkessel man überhaupt möchte:

  • einen Ölheizkessel
  • einen Gasheizkessel
  • einen Pellets-Heizkessel oder einen Hackschnitzel-Kessel
  • einen modernen Brennwert-Kessel für Öl, Gas oder Biomasse (Pellets oder Hackschnitzel)

Für die Kosten macht das einen großen Unterschied – sowohl bei der Anschaffung als auch später im Betrieb und bei den Heizkosten.

Einen modernen Ölheizkessel bekommt man je nach Leistung und Ausstattung für etwa 3.000 EUR – 6.000 EUR. Das ist der reine Anschaffungspreis für den Kessel allein – Kosten für die Installation und das eventuell benötigte Zubehör innerhalb der Heizungsanlage sind hier noch nicht mit eingerechnet.

Gasheizkessel liegen in einem ganz ähnlichen Kostenbereich, auch hier werden je nach zur Verfügung stehender Leistung des Kessels im Allgemeinen rund 3.000 EUR bis 5.000 EUR fällig. Auch hier sind das die reinen Anschaffungskosten für den Kessel allein ohne Installation und Anpassungsarbeiten an der Heizungsanlage.

Heizkessel für Pellets und Hackschnitzel sind dagegen deutlich teurer: in den meisten Fällen liegen die Anschaffungskosten hier zwischen 8.000 EUR und 12.000 – für die Umrüstung einer alten, wenig energieeffizienten Heizung auf eine Biomasse-Heizung kann man aber zusätzlich Förderungen in Anspruch nehmen.

Die modernste Form von Heizkesseln sind sogenannte Brennwertkessel. Sie nutzen zusätzlich die Abwärme des Heizungsabgases und verringern so den Energieverbrauch noch einmal beträchtlich. Brennwertkessel für Öl, Gas und Pellets oder Hackschnitzel liegen ebenfalls meist noch im oben genannten Kostenbereich – bei vergleichbarer Leistung sind sie allerdings in den meisten Fällen rund 1.000 EUR bis 2.000 EUR teurer als herkömmliche Kessel. Für die Installation fallen dann weitere zusätzliche Kosten an.

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Die Kosten für die Installation sind nicht zu unterschätzen
Die Einbaukosten können je nach Art der Heizung und Gegebenheiten vor Ort unterschiedlich sein. Bei Gas- und Ölheizungen bewegt sich das in einem Bereich zwischen 1.500 EUR und 4.000 EUR, je nach anfallenden Arbeiten. Bei einem Pellets- oder Hackschnitzelkessel liegen die Einbaukosten eher am oberen Ende dieses Bereichs, fallweise auch etwas höher.

Für Brennwertkessel sind durch die notwendigen Anpassungsarbeiten am Schornstein und den höheren Einbauaufwand noch rund 1.500 EUR bis 2.500 EUR zusätzlich zu veranschlagen.

Zu den Kosten für den Heizkessel sind auch die Wartungskosten für die Heizung zu rechnen. Sie liegen für alle Heizkessel bei ungefähr 100 EUR bis 200 EUR jährlich.

Kostenbeispiel aus der Praxis

Wir wollen für ein kleines Einfamilienhaus einen neuen Ölheizkessel (Brennwertkessel) kaufen.

Posten Preis
Öl-Brennwertkessel, 18 kW, inkl. Regelung 4.100 EUR
Einbaukosten inkl. hydraulischem Abgleich 3.200 EUR
Einbau Brennwerttechnik und Schornsteinsanierung 2.500 EUR
Gesamtkosten 9.800 EUR

Hierbei handelt es sich lediglich um ein einzelnes Kostenbeispiel für ein ganz bestimmtes Heizkesselmodell und bestimmte örtliche Gegebenheiten beim Einbau. Die Kosten können in anderen Fällen auch deutlich unterschiedlich liegen.

Unser Kostenbeispiel zeigt aber bereits deutlich, dass man gerade die Kosten für die Installation nicht unterschätzen sollte. Sie können in vielen Fällen die Anschaffungskosten für den Heizkessel übersteigen.

Frage: Von welchen Dingen hängen die Kosten für neue Heizkessel in der Praxis ab?

Kostencheck-Experte: Hier muss man einige Dinge in Betracht ziehen:

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Die Kosten für einen neuen Heizkessel hängen von vielen verschiedenen Faktoren ab
  • die Art des Heizkessels (Heizmaterial)
  • ob es sich um einen Brennwertkessel handelt
  • die benötigte Kesselleistung
  • die Ausstattung und der Hersteller des Heizkessels
  • den Installationsaufwand
  • die Kosten für den hydraulischen Abgleich
  • mögliche Förderungen, die man beziehen kann
  • mögliches Zubehör, das man gemeinsam mit dem Heizkessel anschafft oder austauscht (Pufferspeicher, Installationsmaterial, Brennstofflager, etc.)

Durch die teilweise sehr unterschiedlichen Gegebenheiten vor Ort und den unterschiedlichen Energiebedarf in einzelnen Häusern können sich damit von Fall zu Fall durchaus beträchtliche Kostenunterschiede ergeben.

Bei der Wahl des Heizkessels sollte man dabei aber nicht nur die Anschaffungskosten berücksichtigen, sondern auch die späteren Heizkosten im Blick haben. Auch mögliche Förderungen sollte man im Blick haben, sie können bei einem Umstieg von einem alten, unwirtschaftlich arbeitenden Öl- oder Gaskessel auf Biomasse die entstehenden Kosten durchaus deutlich verringern. Das wichtigste Argument sind aber langfristig niedrigere und vor allem stabile Heizkosten.

Frage: Wie beeinflusst die Leistung den Preis des Heizkessels?

Kostencheck-Experte: Die Leistung des Ölkessels spielt zwar eine Rolle für den Preis – allerdings sind die Preisunterschiede im Vergleich zu den übrigen Kosten vergleichsweise gering.

Eine größere Rolle spielen dagegen die Ausstattung des Kessels und der Hersteller. Markengeräte sind im Allgemeinen bei vergleichbarer Ausstattung teurer als No-Name-Geräte. In der Praxis kann man hier im Einzelfall aber durchaus auch Qualitätsunterschiede sehen.

Auch bei der Gasheizung verhält sich das ähnlich. Beim Pelletkessel sind die Preisunterschiede durch höhere Leistung des Kessels dagegen etwas deutlicher.

Da Pelletkessel aber – anders als alle anderen Heizungen – nur auf Vollast wirklich effizient arbeiten, sollte man hier mit der Leistung des Kessels ohnehin eher etwas zurückhaltend sein.

Frage: Wie lassen sich Installationskosten für den Heizkessel berechnen?

Kostencheck-Experte: Eine verlässliche Abschätzung der Kosten ist immer nur im individuellen Einzelfall möglich, wenn die örtlichen Gegebenheiten bekannt sind. Ein Fachbetrieb kann dann den individuell nötigen Aufwand für den Einbau abschätzen und eine einigermaßen belastbare Kostenschätzung abgeben. Pauschal ist das nicht möglich.

Frage: Wie hoch liegen die Kosten für den hydraulischen Abgleich nach dem Einbau?

Kostencheck-Experte: Auch das richtet sich jeweils nach den individuellen Gegebenheiten vor Ort und der Größe der Heizungsanlage.

Beim Einfamilienhaus muss man in den meisten Fällen von Kosten im Bereich von 300 EUR – 500 EUR ausgehen, wenn zusätzlich aber noch Teile an der Heizungsanlage (Umwälzpumpe, Ventile) ausgetauscht werden müssen, ist mit höheren Kosten zu rechnen.

Frage: Welche Förderungen kann man beim Umstieg auf einen Pelletkessel erhalten?

Kostencheck-Experte: Bei den geringen Leistungen in Einfamilienhäusern wird man in den meisten Fällen unter die Pauschalförderung von 3.500 EUR fallen. Für einen Pellet-Brennwertkessel gibt es 750 EUR zusätzliche Förderung.

Bei sehr großen Anlagen beträgt die Förderung 80 EUR je angefangenem kW Leistung.

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