Im Garten ein Pool – welche Kosten verursacht das?

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Ein eigener Pool ist der Traum vieler Hausbesitzer. Für den Poolbau muss man aber – je nach eigenen Wünschen und Vorstellungen – eine beträchtliche Summe aufbringen. Was ein Pool kosten kann und welche Kostenunterschiede es dabei gibt, erklärt ausführlich der Kostencheck-Experte im Interview.

Frage: Welche Möglichkeiten hat man ganz allgemein beim Poolbau?

Kostencheck-Experte: Nun – zunächst einmal kann man natürlich ganz einfach ein „Abkühlbecken“ aufstellen. In vielen Fällen ist das eine gute und vor allem kostengünstige Lösung. Es muss nichts eingebaut werden, das Aufrichten und Befüllen geht in den meisten Fällen recht problemlos und für die Abkühlung an heißen Sommertagen taugt so ein Pool durchaus ganz gut. Mit einigen Metern Durchmesser finden darin auch problemlos mehrere Erwachsene Platz.

Wenn es etwas größer sein soll, kann man auch auf fest aufgestellte Stahlwandbecken zurückgreifen. Es gibt sie oft auch mit hochwertiger Massivholzverkleidung immer noch recht kostengünstig, die Größen von bis zu 25 m² oder 30 m² erlauben dann auch schon ausgewachsene Poolparties.

Alle Aufstell-Pools haben dabei eine Gemeinsamkeit: das Aufstellen kann meist selbst erfolgen und es sind keine Erdarbeiten nötig. Das sorgt für deutlich geringere Kosten im Vergleich zu eingebauten, „bodengleichen“ Pools.

Durch die Kosten der Erd- und Betonierarbeiten sind Einbaupools bereits deutlich teurer. Je nachdem, aus welchem Material sie bestehen, steigen dann die Preise leicht bis zu den Kosten für einen Kleinwagen, bei entsprechender Größe auch schon einmal bis zu den Kosten für einen Mittelklassewagen.

  • Stahlwannen sind bei Einbaupools am günstigsten
  • GFK-Pools aus glasfaserverstärktem Kunststoff sind die nächst-teurere Variante
  • am oberen Ende stehen dann speziellere, robustere Kunststoffe und das obere Ende der Skala markieren Pools mit Edelstahlbecken

Wer lieber die ökologische Variante haben möchte, kann vom Fachmann auch einen selbstreinigenden Schwimmteich anlegen lassen. Die Ausführung ist allerdings deutlich komplizierter, als das auf den ersten Blick erscheint und damit diese Pools auch „funktionieren“ und sich das Wasser tatsächlich von selbst reinigt, ist viel Fachkenntnis und Erfahrung nötig.

Die grundsätzliche Entscheidung ist also, ob man sich mit einem Aufstell-Pool begnügt (in den man über eine Leiter hineinklettern muss) oder ob man tatsächlich den klassischen, bodengleichen Pool im Garten haben möchte.

Je nachdem, wie diese Entscheidung ausfällt, hat das deutliche Auswirkungen auf die Kosten, die man dafür aufwenden muss.

Frage: Was kostet ein Pool im Allgemeinen?

Kostencheck-Experte: Das hängt natürlich ganz wesentlich davon ab, für welche Größe und Ausführung man sich entscheidet:

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Aufstellpool sind die günstigste Variante
Für Aufstellpools mit soliden Stahlwänden müssen Sie meist lediglich rund 1.000 EUR bis 1.500 EUR rechnen – selbst bei den großen Formaten. Dafür bekommen Sie in einzelnen Fällen oft sogar eine sehr attraktive Massivholzverkleidung dazu. Die Wassertiefe ist bei solchen Pools in der Regel auf rund 1,20 m begrenzt – in den meisten Fällen reicht das aber.

Bei Einbaupools beginnen die Preise zwar auch bei rund 2.000 EUR für den Pool selbst, dazu müssen Sie aber dann noch die Kosten für die Erdarbeiten und alle Fundament- und Betonierarbeiten rechnen, die beim Einbauen nötig werden. Dazu kommen auch noch die Kosten für Anschlüsse, Pumpen und was Sie sonst noch als Zubehör benötigen.

GFK-Einbau-Pools erhalten Sie meist ab rund 5.000 EUR, in der Regel sind bei diesen Ausführungen aber auch alle nötigen Zubehörteile wie Pumpen und Anschlussvorbereitungen komplett vorhanden.

Edelstahl-Pools, die vor allem in Bezug auf die Wassertemperatur (schnelles Aufheizen, lange Wärmespeicherung) einige Vorteile haben, verursachen auch einen beträchtlichen Kostenaufwand. Nicht nur bei der Anschaffung, wo Sie mit samt den Einbaukosten meist kaum unter 20.000 EUR davonkommen, sondern auch bei den Betriebskosten. Da bei jedem Edelstahlpool auch eine fachmännische Wartung in regelmäßigen Abständen notwendig ist, kostet der Pool auch danach noch einiges an Geld – deutlich mehr als bei anderen Pool-Ausführungen.

Wenn Sie einen selbstreinigenden Schwimmteich vom Fachmann anlegen lassen, werden Sie in den meisten Fällen mit Kosten ab 10.000 EUR rechnen müssen. Mit steigender Größe wird es natürlich auch hier dann empfindlich teurer.

Ein kleines Kostenbeispiel aus der Praxis

Unser geplanter Pool im Garten soll rund 15 m² haben (5 m x 3 m), damit auch die ganze Familie im Sommer darin bequem Platz findet. Die Wassertiefe soll 1,20 m betragen und wir entscheiden uns aus Bequemlichkeitsgründen für einen eingebauten Pool aus GFK.

Posten Preis
Pool (Materialpreis) 7.500 EUR
Aushub-Arbeiten, Entsorgung des Erdreichs 5.000 EUR
Fundament 500 EUR
Betonarbeiten 960 EUR
Gesamtkosten 13.960 EUR

Hierbei handelt es sich natürlich nur um ein einzelnes Kostenbeispiel für ein ganz bestimmtes Poolmodell und Einbaukosten von einem einzelnen Fachbetrieb bei individuellen örtlichen Gegebenheiten. Die Gesamtkosten können in anderen Fällen auch deutlich unterschiedlich liegen.

Insbesondere die Bodenbeschaffenheit (Bodenklasse und Tragfähigkeit des Bodens) haben einen großen Einfluss auf die Kosten der nötigen Erdarbeiten. Im Einzelfall kann eine ungünstige Bodenbeschaffenheit diese Kosten auch massiv erhöhen.

Frage: Von welchen Faktoren hängen die Kosten für einen Pool eigentlich insgesamt ab?

Kostencheck-Experte: Dabei spielen eine ganze Reihe von Dingen eine Rolle:

  • ob es sich um einen Aufstell-Pool oder einen Einbaupool handelt
  • wie groß der Pool werden soll
  • welche Poolausführung gewählt wird
  • welches Zubehör noch benötigt wird (Pumpen, Abdeckung, Anschlüsse)
  • die Kosten für die nötigen Leitungen und Schläuche, die verlegt werden müssen
  • bei Einbaupools auch die Kosten für die nötigen Erdarbeiten
  • die Kosten für Fundament und Bodenplatte
  • die Kosten für die Beton-Hinterfütterung

Eine exakte Planung lässt sich immer nur anhand eines bestimmten, gewählten Poolmodells und bekannter örtlicher Gegebenheiten durchführen.

Zum Preisvergleich sollten Sie daher am besten mehrere individuell geplante Angebote einholen und die Preise für den konkreten Fall miteinander vergleichen. Gerade beim Einbau gibt es viele Gegebenheiten, die individuell berücksichtigt werden müssen und großen Einfluss auf den Endpreis haben können.

Frage: Mit welchen Kosten muss man für den Aushub ungefähr rechnen?

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Ist der Poolbereich gut zugänglich, wirkt sich dies positiv auf den Preis für den Aushub aus
Kostencheck-Experte: Die Kosten für Erdarbeiten sind äußerst variabel – hier hängt vieles von den Gegebenheiten auf dem Grundstück und vom Einbauort ab:

  • die Bodenbeschaffenheit (unter anderem die Bodenklasse, der der Boden auf dem Grundstück zuzuordnen ist)
  • die Zugänglichkeit des Aushubortes
  • die Möglichkeiten zum Maschineneinsatz (Tragfähigkeit des Untergrunds, Hindernisse, etc.)

Eine wichtige Rolle spielt dabei auch, ob das ausgehobene Erdreich auf dem Grundstück zwischengelagert und später weiterverwendet werden kann, oder ob es auf einer Deponie entsorgt werden muss.

Die Preise für den m³ Aushub richten sich nach allen diesen Punkten. Hier entsteht im Einzelfall auch ein großes Kostenrisiko beim Pooleinbau:

Bei guter Bodenbeschaffenheit (Bodenklasse 2 – 4) und Verbleib des Erdreichs auf dem Grundstück können Sie mit Kosten von rund 10 EUR pro m³ bis 20 EUR pro m³ rechnen.

Muss das ausgehobene Erdreich dagegen entsorgt werden, können bereits 20 EUR – 30 EUR pro m³ hinzukommen.

Bei schwierigen Bodenbedingungen können dann für den Aushub noch deutlich höhere Kosten anfallen – bis zu 80 EUR pro m³ – 100 EUR pro m³ inklusive Entsorgung sind hier keine Seltenheit, bei stark felsigen Böden oft sogar noch deutlich mehr.

Sehen wir uns unseren Beispielpool einmal an, kann das also Kosten zwischen rund 300 EUR bis zu rund 3.000 EUR allein für den Aushub.

Beachtet werden muss dabei auch, dass der Aushub deutlich tiefer erfolgen muss als die Pooltiefe: unterhalb des Pools muss ja noch die tragende Fundamentschicht angelegt werden, auf der der Einbaupool später ruht. Das kann bis zu einem Meter zusätzliche Tiefe beim Aushub bedeuten – damit steigt natürlich die Zahl der m³ für den Aushub.

Frage: Welche Kosten fallen dann für Fundament und Betonhinterfütterung noch an?

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Die Kosten für das Fundament betragen mindestens 5€ pro qm
Kostencheck-Experte: Ein Einbau-Pool braucht zwingend ein ausreichend tragfähiges Fundament. Aus diesem Grund wird in der Regel eine Betondecke gegossen, auf der der Einbaupool ruht. Unterhalb der Betondecke muss eine Kies- und Schotterschicht als Tragschicht eingebaut werden.

Die Fundamentplatte ist dabei immer ein wenig größer als der spätere Pool, in der Regel müssen an den Seiten rund 0,5 m zugegeben werden.

Für die Kosten der Bodenplatte ist eigentlich nur die Menge an Beton maßgeblich, die gemeinsam mit der Hinterfütterung verbraucht wird.

Große Kostenunterschiede kann es aber bei der Schüttung geben. Je nach Tragfähigkeit des Bodens werden hier verschieden hohe Schüttungen als Untergrundstabilisierung unterhalb der Betondecke eingesetzt. Das kann von 20 cm bis zu 80 cm reichen.

Grundsätzlich können die Kosten für die Schüttung damit zwischen rund 5 EUR pro m² und 25 EUR pro m² liegen.

Frage: Welche Betonkosten muss man dann rechnen?

Kostencheck-Experte: Wie gesagt, kommt es beim Beton vor allem auf die Menge an, die benötigt wird.

In der Regel können Sie für den Beton zwischen 80 EUR pro m³ und 150 EUR pro m³ an Kosten rechnen. Dazu kommen noch die Kosten für das Betonieren und Verdichten selbst, dabei können Sie von rund 10 EUR pro m² bis 30 EUR pro m² in der Praxis ausgehen.

Um hier einen kleinen Anhaltspunkt zu geben: bei unserem Kostenbeispiel haben wir rund 3 m³ Beton verbraucht, die reinen Betonkosten liegen hier also bereits zwischen 240 EUR und 450 EUR. Dazu kommen dann noch die Kosten für das Betonieren.

Frage: Was muss man an Zubehörkosten noch rechnen?

Kostencheck-Experte: Das Verlegen von Anschlussleitungen muss man immer individuell kalkulieren, ansonsten fallen noch Kosten für die Pumpe und die Abdeckung des Pools an.

Die Abdeckung kann recht hohe Kosten verursachen, in den meisten Fällen müssen Sie dafür mehr als 1.000 EUR rechnen, hochwertige Rollladen-Abdeckungen sind dann noch einmal deutlich teurer.

Für die Kosten der Pumpe ist vor allem die Poolgröße entscheidend – bei kleineren Pools reichen oft Pumpen für rund 150 EUR bis 200 EUR bereits aus, bei größeren Poolmaßen müssen Sie aber meist rund 300 EUR bis 500 EUR rechnen. Hochwertige, sehr leistungsfähige Pumpen können aber auch deutlich über 1.000 EUR kosten.

Nicht vergessen sollte man auch die späteren Betriebskosten für den Pool – je nach Poolgröße und Poolausführung kann das unter Umständen noch beträchtliche Beträge pro Jahr ausmachen.

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