Mit welchen Kosten muss ich für einen Grabstein rechnen?

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Grabsteine können eher schlicht gehalten sein oder, durch ihre Form und Inschrift, vom Leben des Verstorbenen erzählen. Unabhängig von der individuellen Gestaltung sind sie ein wichtiger Ort des Innehaltens und Erinnerns. Im Interview mit dem Kostencheck-Experten sprechen wir darüber, wie viel ein Grabstein kostet, welche Varianten und Materialien aber auch Alternativen es gibt.

Was ist ein Grabstein?

Kostencheck: Bei einem Grabstein handelt es sich um einen maschinell oder handwerklich bearbeiteten Naturstein. Er dient in allen Weltreligionen der oberirdischen Kennzeichnung einer Grabstätte und den Hinterbliebenen als Ort der Erinnerung. Im Christentum wird er für gewöhnlich am Kopfende platziert.

Üblicherweise trägt der Stein eine Beschriftung: Neben dem Namen werden die Geburts- und Sterbedaten in den Stein gemeißelt oder mittels Metallbuchstaben auf diesem angebracht. Häufig zieren ihn Ornamente oder Symbole, die im Zusammenhang mit dem Leben oder Glauben des Verstorbenen stehen.

Was kostet ein Grabstein?

Kostencheck: Die Kosten eines Grabsteins variieren stark. Sie sind abhängig von verschiedenen Faktoren wie der Größe oder der Anzahl der verwendeten Buchstaben. Ein wichtiger Kostenfaktor ist das gewählte Material. So ist Granit in der Regel deutlich günstiger als Marmor.Zusatzleistungen wie aufwendige Symbole verteuern den Stein ebenfalls. Zudem wirkt sich die Form auf den Preis aus. Eine gerade Oberkante ist meist teurer als eine Rundung, da der Steinmetz für die Bearbeitung mehr Zeit benötigt.

Da die Kosten für den Grabstein von so vielen individuellen Faktoren abhängig sind, kann nachfolgende Tabelle nur als grober Anhaltspunkt dienen:

Kostenübersicht Preis
Grabstein 400 bis 5.000 EUR
Buchstabe, vertieft gehauen oder gestrahlt 10 – 15 EUR je Buchstabe
erhaben gehauen 18 – 28 EUR je Buchstabe
Aufgesetzt 15 – 45 EUR je Buchstabe
Vertiefte Symbole 50 – 250 EUR
Erhabene Symbole 150 – 300 EUR
aufgesetzte Symbole 50 – 500 EUR
passende Grabeinfassung 150 – 700 EUR je lfd. Meter
Transportkosten 10 – 150 EUR

Durchschnittlich müssen Sie für den Grabstein mit Kosten im mittleren, vierstelligen Bereich rechnen. Diese können aber auch weit darüber liegen, wird beispielsweise ein Künstler mit der Anfertigung beauftragt.

Welche Materialien eigenen sich für Grabsteine?

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Granit ist besonders beliebt als Material für Grabsteine
Kostencheck: Grabsteine werden aus Hart- oder Weichgesteinen gefertigt. Bei den Hartgesteinen ist Granit das mit Abstand am beliebteste Material. Er lässt sich sehr gut schleifen, polieren und weist eine sehr hohe Lebensdauer auf. Granit weist durch die eingelagerten Quarze und Mineralien ein wunderschönes Farbspektrum auf, das von Hellgrau über Blau bis hin zu Schwarz reicht. In der Grabsteinpflege ist Granit recht anspruchslos, da dieser Stein ausgesprochen witterungsbeständig ist.

Ebenfalls sehr gefragte Hartgesteine sind:

  • Quarzit
  • Glimmerschiefer
  • Basalt
  • Gneis.

Zu den Weichgesteinen zählen verschiedene Sand- und Kalksteine. Ohne viel Mühe lassen sich aus diesen selbst ausgefallene Formen herausarbeiten. Der warme Ton von Natursandstein passt hervorragend zur ruhigen Atmosphäre einer Grabstätte.

Auch der sehr elegant wirkende Marmor zählt zur Gruppe der Weichgesteine. Wie Granit ist dieses Material in einer attraktiven Farbpalette, die von weiß über Rosa bis hin zu Schwarz reicht, erhältlich. Er wird gerne für Grabsteine mit Bildhauer-Arbeiten verwendet. Anders als Granit entwickelt Marmor im Laufe der Jahre eine gewisse Patina, die durchaus reizvoll sein kann. Ebenfalls beliebt sind Alabaster und Tonschiefer.

Sehr individuell sind nahezu unbehandelte Findlinge, die der Grabstätte einen sehr naturnahen Ausdruck verleihen.

Welche Formen gibt es?

Kostencheck: Der Grabstein dient der Gestaltung des Grabens. Sie können sich bei diesem für unterschiedliche Varianten, abhängig von der Form der Grabstätte, entscheiden:

Art Beschreibung
Breitstein Dieser eignet sich aufgrund seiner Größe für Doppel- oder Familiengräber. Es können die Namen und Daten von mehreren Personen angebracht werden.
Reihenstein Dieser kennzeichnet in der Regel ein Einzelgrab. Er ist selten höher als 80 Zentimeter.
Stele Bei dieser handelt es sich um eine viereckige Säule, welche die Inschriften mehrer Verstorbener trägt.
Kissenstein Dieser Grabstein ist in der Regel nicht höher als zwanzig Zentimeter. Er kann unterschiedliche Formen haben, beispielsweise quadratisch oder rund sein.
Urnenstein Dieser ist etwas kleiner als die anderen Varianten und selten höher als 60 Zentimeter. Er hat häufig die Form eines Quaders.

Nicht auf allen Friedhöfen sind alle Varianten erlaubt. Wie der Grabstein aussehen sollte, können Sie in den Gestaltungsvorschriften des Friedhofs nachlesen. Kontaktieren Sie im Zweifelsfall die Friedhofsverwaltung, die Sie bei dieser Entscheidung gerne berät.

Welche Beschriftung ist üblich?

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Auf dem Grabstein werden normalerweise Name sowie Geburts- und Sterbedatum vermerkt
Kostencheck: Die Grabsteininschrift besteht traditionell aus dem Namen sowie den Daten von Geburtstag und Tod des Verschiedenen. Bei Frauen wird zusätzlich der Geburtsname angegeben. Auch Sinnsprüche oder Ihre eigenen Worte der Trauer können den Grabstein zieren. Beliebt sind auch Symbole wie betende Hände, Engel, Rosen oder Efeuranken.

Moderne Grabsteine werden oft betont schlicht gehalten. Häufig findet sich hier nur der Name des Verstorbenen oder ein Wort des Abschieds.

Die Buchstaben oder Symbole werden in der Regel in den Stein gehauen oder gestrahlt. Damit sich die Beschriftung von der Farbe des Untergrunds abhebt, wird sie farbig ausgelegt. Alternativ können Sie sich dafür entscheiden, eine Inschrift auf den Grabstein aufsetzen zu lassen. Diese besteht aus einzelnen oder zusammenhängenden Lettern, die aus einem Metall wie Bronze, Aluminium oder Edelstahl gefertigt werden. Während Aluminium die Farbe im Laufe der Jahre kaum verändert, nehmen beispielsweise Bronzebuchstaben eine reizvolle Patina an. Diese kann regelmäßig entfernt werden aber auch den besonderen Reiz des Grabmals ausmachen.

Leider haben aufgesetzte Grabsteinbeschriftungen aus Bronze einen Nachteil: Immer häufiger entwenden Diebe die Inschriften, da der Verkauf dieses Rohstoffs viel Geld einbringt. Deshalb verschwinden diese zunehmend aus dem Friedhofsbild.

Benötigt der Grabstein ein Fundament?

Kostencheck: Es ist vorgeschrieben, dass jeder Grabstein ein spezielles Fundament haben muss. Dieses sorgt dafür, dass der Stein fest im Boden verankert ist. Der Steinmetz, bei dem Sie den Grabstein beauftragen, fertigt in der Regel auch das passende Fundament an.

Wann wird der Grabstein aufgestellt?

Kostencheck: Sicher ist Ihnen beim Gang über den Friedhof schon aufgefallen, dass neue Grabstätten zunächst mit einem einfachen Holzkreuz versehen werden. In der Regel wird es erst nach etwa einem Jahr gegen den Grabstein ausgetauscht. Dies liegt daran, dass die Erde im Grab noch sehr locker ist und sich setzen muss.

Sie könne sich also nach der Beisetzung die nötige Ruhe nehmen, um den richtigen Grabstein auszusuchen. Dies hat den Vorteil, dass Sie sich Angebote von verschiedenen Steinmetzen einholen können. Lassen Sie sich schriftliche Kostenvoranschläge ausfertigen und vergleichen Sie diese. So lässt sich auch beim Grabstein mancher Euro sparen, den Sie in eine ansprechende Grabgestaltung stecken können.

Kann man Grabsteine aufarbeiten und wiederverwenden?

Kostencheck: Dies ist möglich und keinesfalls pietätlos. Ist die Nutzungszeit eines Grabes abgelaufen und es wird aufgelöst, wird der hochwertige Grabstein nicht mehr benötigt. Diese werden immer häufiger von Steinmetzen angekauft, aufgearbeitet und an einen anderen Grabinhaber weitergegeben. Diese Variante ist nicht nur interessant für Erben, die nur über ein begrenztes Budget verfügen. Es werden zudem wertvolle Rohstoffe gespart, sodass es sich auch aus ökologischen Aspekten lohnt, überein zweites Leben eines Grabsteins nachzudenken.

Allerdings lässt sich bei einem gebrauchten Grabstein nur am Material sparen. Die Aufarbeitung und das Anbringen der Inschrift sind kaum günstiger als bei einem neuen Stein. Mit etwas Glück finden Sie jedoch einen gerade durch die Verwitterung äußerst attraktiven Stein, der sich optisch von der Masse abhebt und zudem einige Euro preiswerter ist als ein neues Grabmal.

Wer muss für die Kosten des Grabsteins aufkommen?

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Üblicherweise trägt der Erbe die Kosten für den Grabstein
Kostencheck: Die Kostenübernahme des Grabsteins im ist im Paragraphen 1968 BGB geregelt. Dort steht: „Der oder die Erben trage/n die Kosten der Beerdigung des Erblassers.“

Somit müssen die Erben in jedem Fall für die Kosten der Beerdigung sowie des Grabsteins aufkommen. Diese sogenannte Kostentragungspflicht richtet sich nach der gesetzlichen Erbfolge. Wurde eine Bestattung von der Kommune beauftragt, können die hierfür anfallenden Aufwendungen von den Erben zurückgefordert werden.

Hat der Verstorbene durch eine Sterbegeldversicherung oder eine ähnliche Versicherung vorgesorgt, trägt diese die Kosten der gesamten Begräbnisses und somit auch des Grabsteins.

Welche Alternativen zum klassischen Grabstein gibt es?

Kostencheck: Grabmale aus Holz erfreuen sich derzeit wieder zunehmender Beliebtheit. Durch die natürliche Färbung wirkt Holz sehr warm. Das Material lässt sich sehr gut bearbeiten und steht, beispielsweise durch Schnitzereien, optisch einem behauenen Stein in nichts nach. Grabmale aus Holz erhalten Sie ab 750 EUR. Aufwendige Varianten können bis zu 4250 EUR und mehr kosten. Verwendet wird in der Regel robustes Eichenholz, das kaum verwittert und über Jahrzehnte hinweg attraktiv aussieht.

Auf immer mehr Friedhöfen finden sich in einem abgesonderten Bereich Wiesengräber. Nach der Beisetzung wird über dem Grab Rasen ausgesät. Lediglich eine kleine Grabplatte oder ein kleiner Grabstein erinnern an den Verstorbenen. Diese können Sie bereits ab 150 EUR erwerben.

Auch die in vielen Kulturen übliche Grabplatte erfreut sich in Deutschland zunehmender Beliebtheit. Diese bedeckt das gesamte Grab. Die gewünschte Grabinschrift befindet sich, üblicherweise eingraviert, ebenfalls auf der Platte. Der Preis für diese Variante entspricht in etwa dem, was ein vergleichbarer Grabstein kosten würde.

Text: Michaela Kaiser