Heizkostenverteiler: mit welchen Kosten muss man rechnen?

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Wärmemengenzähler und Heizkostenverteiler helfen, den Heizungsverbrauch zu ermitteln. Das ist beispielsweise in Mehrfamilienhäusern notwendig, wo die Heizkosten auch verbrauchsabhängig auf die einzelnen Mieter zu verteilen sind, kann aber durchaus auch in anderen Bereichen sinnvoll sein. Mit welchen Kosten man bei der Anschaffung von Heizkostenverteilern rechnen muss, haben wir den Kostencheck-Experten in unserem Interview gefragt.

Frage: Was kosten Heizkostenverteiler in der Anschaffung?

Kostencheck-Experte: Hier muss man zunächst einmal unterscheiden, von welchem System man spricht (Verdunstungs-Heizkostenverteiler, Kapillarrohr-Heizkostenverteiler oder elektronische Heizkostenverteiler). Welches System zum Einsatz kommt (zum Einsatz kommen darf) wird unter anderem auch durch die Vorlauftemperatur der Heizung bestimmt.

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Heute kommen hauptsächlich elektronische Zähler zum Einsatz.

Elektronische Heizkostenverteiler sind auch gegen Messfehler und Manipulationsversuche besser geschützt als Kapillarrohr-Systeme oder Verdunstungssysteme, letztere werden heute nur noch selten verwendet.

Die Anschaffungskosten für elektronische Heizkostenverteiler liegen zwischen 20 EUR und 40 EUR pro Stück, neben dem Kauf ist auch eine Miete der Heizkostenverteiler möglich, die Ablesung und Abrechnung erfolgt dann häufig gleich direkt durch den bereitstellenden Dienstleister.

Wärmemengenzähler statt Heizkostenverteiler

Bei besonders niedrigen Vorlauftemperaturen (unter 55 °C, z. B. bei Flächenheizungen) kommen grundsätzlich Wärmezähler zum Einsatz, da gewöhnliche Heizkostenverteiler bei diesen Temperaturen zu ungenau arbeiten würden. Während Heizkostenverteiler an den einzelnen Heizkörpern angebracht sind, messen Wärmemengenzähler den Volumenstrom und die Differenz zwischen Vor- und Rücklauftemperatur der gesamten Heizung einer Wohnung.

Zunächst einmal ein Kostenbeispiel.

Kostenbeispiel aus der Praxis

Wir lassen unser Mehrfamilienhaus (5 Wohneinheiten, 30 Heizkörper) komplett mit Heizkostenverteilern ausrüsten, die wir mieten. Wir lassen elektronisch ablesen und erstellen die Abrechnung selbst.

Posten Preis
Mietpreis 30 Heizkostenverteiler, elektronisch 198 EUR jährlich
Ablesung und Kostenberechnung 99,50 EUR
jährliche Gesamtkosten damit 297,50 EUR pro Jahr

Die hier gezeigten Kosten beziehen sich auf die Miete von Heizkostenverteilern bei einem bestimmten Anbieter und bestimmte eingeschlossenen Serviceleistungen. Die Kosten in anderen Fällen können auch unterschiedlich liegen.

Frage: In welchem Preisrahmen bewegen sich die Kosten für Heizkostenverteiler?

Kostencheck-Experte: Neben den Gerätekosten, die sich bei modernen Geräten meist zwischen rund 15 EUR und 40 EUR belaufen, müssen auch noch die Montagekosten für die einzelnen Heizkostenverteiler berücksichtigt werden.

In der Praxis beläuft sich der Montagekostenanteil auf rund 3 EUR bis 15 EUR je einzelnem Heizkostenverteiler. Dazu kommen auch noch die Kosten für die Anfahrt und gegebenenfalls zusätzlich notwendige Arbeiten.

Ein Mehrfamilienhaus komplett mit Heizkostenverteilern auszurüsten, kann also einen beträchtlichen Kostenaufwand bedeuten.

Mietkosten

Werden die Heizkostenverteiler gemietet, kann man mit Mietkosten ab rund 5 EUR pro Jahr und Verteiler gerechnet werden. Für die Erstellung der jährlichen Abrechnung sind zwischen rund 15 EUR und 50 EUR pro Jahr und Nutzer zu rechnen, je nachdem, ob selbst abgerechnet wird oder der Dienstleister die Abrechnung übernimmt.

Frage: Wovon hängen die Kosten für die Anschaffung von Heizkostenverteilern ab?

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Die Kosten eines Heizkostenverteilers sind von verschiedenen Faktoren abhängig.

Kostencheck-Experte: Maßgeblich ist hier:

  • ob die Heizkostenverteiler selbst beschafft oder gemietet werden
  • welche Art von Geräten verwendet wird (elektronischer HKV oder Kapillarrohr-Heizkostenverteiler)
  • welche Ablese-Leistungen und Abrechnungsleistungen im Mietvertrag inkludiert sind
  • welche Montagekosten anfallen (bei selbst beschafften Heizkostenverteilern)
  • welche Ablesekosten gegebenenfalls anfallen

Frage: Worin liegt der Unterschied zwischen einem Wärmemengezähler und einem Heizkostenverteiler?

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Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Heizkostenverteiler und Wärmemengenzähler.

Kostencheck-Experte: Wärmemengenzähler messen tatsächlich die entnommene Wärmemenge direkt, während Heizkostenverteiler nur die Differenz zwischen Heizkörpertemperatur und Raumtemperatur protokollieren und summieren. Die Menge an entnommener Wärme lässt sich bei einem Heizkostenverteiler also nicht direkt ableiten – sie lässt sich allerdings herausrechnen, wenn alle Gegebenheiten (Heizkörpergröße, etc.) genau bekannt sind. Heizkostenverteiler werden vor allem eingesetzt, wenn es darum geht, die bekannten Gesamtwärmekosten in ein Verhältnis zu setzen und damit gerecht (verbrauchsabhängig) aufzuteilen.

Wärmemengenzähler sind deutlich teurer als ein Heizkostenverteiler, an ihnen lässt sich die entnommene Wärmemenge auch direkt ablesen. Geräte für Ein- und Mehrfamilienhäuser kosten rund 100 EUR bis 200 EUR, dazu kommen dann noch die Einbaukosten.

Frage: Sind die Kosten für gemietete Heizkostenverteiler ebenfalls auf die Mieter umlegbar?

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Die Kosten sind generell auf die Mieter umlegbar.

Kostencheck-Experte: Grundsätzlich sind Mess- und Abrechnungskosten umlegbar. Bei gemieteten Messgeräten muss sich der Vermieter allerdings an die Vorgaben der Heizkostenverordnung halten und die Vermieter zunächst einmal über die zu erwartenden Kosten schriftlich benachrichtigen. Die Mieter haben dabei ein Widerspruchsrecht.

Grundsätzlich darf der Vermieter entscheiden, welches System installiert werden soll, wenn er die Heizkostenverteiler selbst kaufen will. Dabei gilt in der Heizkostenverordnung allerdings das Gebot der Wirtschaftlichkeit, die Messgeräte sollen die Mieter kostenmäßig möglichst wenig belasten. Verstößt der Vermieter gegen dieses Prinzip, ist der Anteil der Kosten, der als überhöht betrachtet werden muss, nicht mehr umlagefähig.

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