Heizkostenverteiler-Montage: Welche Kosten fallen an?

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Heizkostenverteiler sind in Mehrfamilienhäusern eine zwingende Notwendigkeit, da die Heizkostenverordnung auch eine verbrauchsabhängige Verteilung der Heizkosten auf die einzelnen Mieter vorsieht. Welche Kosten die Montage von Heizkostenverteilern verursacht und wie diese Kosten auf die Mieter umgelegt werden können, besprechen wir mit dem Kostencheck-Experten in unserem Interview.

Frage: Was kostet es, Heizkostenverteiler anbringen zu lassen?

Kostencheck-Experte: Dabei gibt es zwei unterschiedliche Möglichkeiten: entweder man beschafft die Geräte selbst und lässt sie montieren, oder man mietet die Heizkostenverteiler (HKV), gegebenenfalls auch gleich mit dazugehöriger Abrechnungs-Dienstleistung.

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Elektronische Heizkostenverteiler sind immer etwas kostenintensiver.

Bei einem Kauf müssen Sie von rund 20 EUR bis 40 EUR für moderne, elektronische Heizkostenverteiler ausgehen, dazu kommen noch Montagekosten, die sich zwischen rund 3 EUR und 15 EUR pro Stück bewegen können.

Bei einer Miete müssen Sie von Mietkosten ab rund 5 EUR je Gerät ausgehen, die zusätzlich nötige Ableseleistung kann sich zwischen rund 15 EUR und 50 EUR pro Jahr und Nutzer bewegen, je nachdem, ob der Anbieter auch gleich die Abrechnung erstellen soll.

Zunächst einmal ein Kostenbeispiel.

Kostenbeispiel aus der Praxis

Wir schließen einen über 10 Jahre laufenden Mietvertrag mit einem Ablesedienstleister ab. In den 11 Wohneinheiten (66 Heizkörper) unseres Mehrfamilienhauses werden jeweils elektronische Heizkostenverteiler angebracht, der Dienstleister übernimmt auch die Erstellung der Abrechnung. Der abgeschlossene Mietvertrag läuft über 10 Jahre.

Posten Preis
Miete Heizkostenverteiler 363 EUR
Abrechnung erstellen für 11 Wohneinheiten 548,90 EUR
Gesamte jährliche Kosten damit 911,90 EUR pro Jahr
Kosten pro Wohneinheit und Jahr daher 82,90 EUR

Die hier gezeigten Kosten beziehen sich auf die Preisgestaltung eines einzelnen Dienstleisters und bestimmte, eingeschlossene Leistungen. Die Preise bei anderen Dienstleistern können gegebenenfalls auch deutlich abweichen.

Frage: In welchem Preisrahmen bewegen sich die Kosten bei der Anbringung von Heizkostenverteilern?

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Die Montage der Heizkostenverteiler ist in der Regel recht kostengünstig.

Kostencheck-Experte: Werden die Geräte selbst beschafft, ist inklusive Montage mit Kosten von rund 25 EUR bis 55 EUR zu rechnen, wenn elektronische HKV verwendet werden. Alte Modelle ohne Elektronik (Kapillarrohrverteiler oder Verdunstungs-HKV) können auch kostengünstiger sein, haben allerdings ein größeres Risiko für Messfehler und sind zudem nicht manipulationssicher.

Bei einer Miete beginnen die Mietpreise pro Gerät bei rund 5 EUR, dazu kommen die Ablese- und Abrechnungsdienstleistungen, die beim jeweiligen Anbieter einmal jährlich in Anspruch genommen werden müssen. Diese Kosten können sich zwischen rund 15 EUR und 50 EUR je Wohneinheit bewegen.

Wärmemengenzähler

Bei Heizungen mit sehr geringen Vorlauftemperaturen (z. B. Flächenheizungen) sind HKV nicht mehr zuverlässig und damit auch nicht mehr erlaubt. Die Abrechnung muss dort mit Einsatz von Wärmemengenzählern erfolgen.

Ein Wärmemengenzähler misst die tatsächlich entnommene Wärmemenge über eine Erfassung des Volumenstroms und der Temperaturdifferenz zwischen Vorlauf und Rücklauf der Heizungsanlage an einem bestimmten Punkt. Diese Geräte werden direkt in den Heizungskreislauf eingebaut und speichern direkt die verbrauchte Wärmemenge über das Jahr hinweg, die dann einfach abgelesen werden kann.

Der Anschaffungspreis für Wärmemengenzähler bewegt sich in der Praxis meist zwischen 100 EUR und 200 EUR, dazu kommen noch die Einbaukosten, die der Installateurbetrieb verrechnet.

Frage: Wovon hängen die Kosten für das Anbringen von Heizkostenverteilern ab?

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Die Kosten der Montage sind von verschiedenen Punkten abhängig.

Kostencheck-Experte: Hier ist entscheidend:

  • ob klassische HKV oder Wärmemengenzähler verwendet werden
  • ob HKV selbst angeschafft oder gemietet werden
  • welche Leistungen bei einer Miete mit enthalten sind (Ablesung, Verrechnung) und welche zusätzlich bezahlt werden müssen
  • der Anschaffungspreis der Geräte (bei selbst beschafften HKV)
  • die Kosten für die Montage der Geräte

Ob sich ein Kauf oder eher eine Miete der HKV lohnt, muss im Einzelfall entschieden werden. Vor einer Miete der Geräte sind in jedem Fall die Mieter über die zu erwartenden Kosten schriftlich zu informieren und müssen der Miete zustimmen (Widerspruchsrecht). Nur wenn diese Vorgehensweise eingehalten wird und die Mehrheit der Mieter zustimmt, sind die späteren Mietkosten auch tatsächlich auf die Mieter tatsächlich umlagefähig. Es sollten auf jeden Fall mehrere Angebote unterschiedlicher Dienstleister verglichen werden (mindestens 3 weitere Angebote, Wirtschaftlichkeitsgebot).

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