Was kostet die professionelle Zahnreinigung?

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Fast jeder geht einmal im Jahr zum Zahnarzt. Neben der Kontrolle der Zahngesundheit steht dann für viele auch eine professionelle Zahnreinigung (PZR) auf dem Plan. Sie gilt als bestes Mittel zur Vorbeugung gegen Karies und Parodontitis, da sie deutlich effektiver als Zähneputzen ist. Doch was kostet die Behandlung? Dies und viele weitere Fragen zu diesem Thema klären wir im Interview mit dem Kostencheck-Experten.

Welche Kosten kommen auf mich zu?

Kostencheck: Die Kosten für die PZR schwanken stark, da der Zahnarzt diese Behandlung nach der privaten Gebührenordnung abrechnet.

Faktor 1-facher Satz 2,3-facher Satz 3,5-facher Satz
je Zahn 1,57 EUR 3,62 EUR 5,51 EUR
komplettes Gebiss (28 Zähne) 43,96 EUR 101,36 EUR 154,28 EUR

Demnach müssen Sie durchschnittlich mit etwa 80 EUR für die professionelle Zahnreinigung rechnen.

Den einfachen Gebührensatz erheben nur wenige Dentisten. Bei normalem Arbeitsaufwand wird in der Regel der 2,3-fache Satz berechnet. Ist die Durchführung der Zahnprophylaxe mit mehr Aufwand verbunden, weil beispielsweise viel Zahnstein zu entfernen ist, fallen die Kosten entsprechend höher aus. Dann wird meist der 3,5-fache Satz in Rechnung gestellt.

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Die Kosten sind je nach durchgeführten Maßnahmen sehr unterschiedlich
Wie teuer die professionelle Zahnreinigung wird, ist auch von der Zahl der zu pflegenden Zähne abhängig. Die Verwendung spezieller Geräte und Materialien wirkt sich ebenfalls auf den Preis aus. Kommt beispielsweise ein Pulverstrahlgerät zum Einsatz, schlägt sich dies ebenso in den Kosten nieder wie die zusätzliche Versiegelung der Kauflächen.

Unser Tipp: Zahnärzte sind nach § 630c Abs. 3 BGB verpflichtet, die Patienten vor der Behandlung über entstehende Kosten zu informieren. Verlangen Sie deshalb vorab einen schriftlichen Kostenvoranschlag. Durch Preisvergleich lässt sich auch bei dieser Prophylaxemaßnahme so mancher Euro sparen.

Ich bin beim gleichen Dentisten wie meine Frau, dennoch ist meine PZR teurer. Warum?

Kostencheck: Die Kosten für die professionelle Zahnreinigung orientieren sich am individuellen Gebiss sowie am Pflegezustand der Zähne. Geht ein Patient häufig zur Prophylaxe, müssen in der Regel weniger Beläge entfernt werden. Durch den geringeren Aufwand ist die Behandlung deutlich günstiger. Berechnet wird jeder einzelne Zahn, d.h. fehlen bereits einige Zähne, wirkt sich dies auf den Preis aus.

Übernimmt die Krankenkasse diese Kosten?

Kostencheck: Die PZR ist eine Privatleistung, Sie müssen deshalb für die Kosten selbst aufkommen. Allerdings haben auch viele gesetzliche Krankenkassen erkannt, dass diese Prophylaxemaßnahme viele Vorteile bietet. Aus diesem Grund gewähren immer mehr Krankenkassen einen jährlichen Zuschuss. Es lohnt sich also, bei der eigenen Versicherung nachzufragen, ob die Kosten ganz oder zumindest teilweise übernommen werden.

Haben Sie eine Zahnzusatzversicherung, kommt es auf die Vertragsbedingungen an. Häufig werden die Kosten vollständig erstattet. Ist dies nicht der Fall, lohnt es sich, sofern Sie regelmäßig eine PZR vornehmen lassen, die Versicherung entsprechend anzupassen.

Wie sinnvoll ist die professionelle Zahnreinigung?

Kostencheck: Dies kann, wie so viele medizinische Fragen, nicht pauschal beantwortet werden. Fast alle Fachleute vertreten aber die Meinung, dass zweimal tägliches, gründliches Zähneputzen zur Karies- und Parodontitisvorsorge nicht ausreichend ist, da engere Stellen des Gebisses mit Interdentalbürsten und Zahnseide nicht erreicht werden können. Gegen Zahnstein, Verfärbungen und hartnäckige Beläge hat die Zahnbürste gar keine Chance.

Bei der professionellen Zahnreinigung hingegen werden auch jene Bereiche des Mundes gründlich gereinigt, die Sie selbst nur sehr schlecht erreichen. Dadurch wird das Risiko für Zahnerkrankungen deutlich minimiert. Auch Kronen und Brücken profitieren von der gründlichen Pflege. Die Lebensdauer dieses teuren Zahnersatzes kann bei regelmäßig ausgeführter, professioneller Zahnreinigung verlängert werden.

Was wird bei der professionellen Zahnreinigung gemacht?

Kostencheck: Die professionelle Zahnreinigung erfolgt in mehreren Schritten:

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Besonders die Zahnzwischenräume sind oft sehr verschmutzt

  • Zunächst werden die Beläge mit einem Plaque-Test sichtbar gemacht.
  • Zahnstein wird mit Handinstrumenten wie Scaler und Kürette oder mit einem speziellen Airflow-Ultraschallgerät gründlich abgetragen.
  • Bei Ablagerungen in den Zahnzwischenräumen kommen Schaber, Interdentalbürsten oder Zahnseide zum Einsatz.
  • Zahnverfärbungen durch Genussmittel wie Kaffee oder Tee werden meist mit einem Pulverstrahlgerät entfernt.
  • Anschließend werden die Zähne mit Wasser gespült und mit Luft getrocknet.
  • Nach der gründlichen Politur werden freiliegende Zahnhälse und feinste Risse mit einer Spezialpaste versiegelt.
  • Optional wird im Anschluss noch Fluorid-Geld aufgetragen.

Was ist der Unterschied zur Zahnsteinentfernung?

Kostencheck: Bei der professionellen Zahnreinigung werden, anders als bei der Zahnsteinentfernung, rückstandslos nicht nur die harten, sondern auch die weichen Beläge entfernt.

Wie lange dauert die Behandlung?

Kostencheck: Dies hängt von der angewandten Methode und dem Aufwand ab. In der Regel dauert diese Prophylaxemaßnahme etwa 45 bis 60 Minuten.

Wie oft sollte ich eine professionelle Zahnreinigung machen lassen?

Kostencheck: Damit die PZR den gewünschten Erfolg zeigt, sollte sie regelmäßig durchgeführt werden. Als optimal wird ein Abstand von einem halben oder einem Jahr angesehen, je nachdem wie sehr Sie zur Bildung von Zahnstein neigen. Bei Implantatträgern, Rauchern, starken Kaffee- oder Teetrinkern oder Parodontitis-Patienten können auch kürzere Intervalle notwendig sein.

Für wen ist die professionelle Zahnreinigung besonders wichtig?

Kostencheck: Es gibt Personengruppen, die häufig an Zahnfleischerkrankungen leiden und die deshalb öfter im Jahr eine PZR durchführen lassen sollten. Hierzu zählen:

  • Diabetiker
  • Raucher
  • Senioren.

Haben Sie:

  • sehr verwinkelt stehende Zähne
  • eine starke Neigung zu Zahnfleischentzündungen
  • tiefe Zahntaschen

sollten Sie die professionelle Zahnreinigung alle drei Monate vornehmen lassen.

Hilft die Zahnreinigung auch gegen Mundgeruch?

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Eine Zahnreinigung hilft meist nicht gegen Mundgeruch
Kostencheck: Unangenehm riechender Atem wird in über 90 Prozent der Fälle von geruchsbildenden Bakterien verursacht. Diese verstecken sich insbesondere in den von Bürste und Zahnseide nicht erreichbaren Zahnnischen und Zahnzwischenräumen. Deshalb ist Mundgeruch selbst mit bester Mundhygiene kaum beizukommen. Durch die gründliche Entfernung von Biofilm und Plaque ist der Atem bereits nach der ersten professionellen Zahnreinigung angenehm frisch.

Scheuen Sie sich nicht, Ihr Problem bei der Behandlung anzusprechen und lassen Sie sich geeignete medikamentöse Spülungen sowie spezielle Mundhygieneempfehlungen geben. Diese verhindern die Bakterien-Neubesiedlung. In Kombination mit der regelmäßig durchgeführten, professionellen Zahnreinigung bleibt der Atem durch diese Maßnahmen dauerhaft frisch und Sie können körpernahen Situationen im Alltag wieder entspannt begegnen.

Ich bin schwanger. Kann ich den Termin dennoch wahrnehmen?

Kostencheck: Gerade für werdende Mütter ist die professionelle Zahnreinigung wichtig. Durch die Entfernung von Belägen und Zahnstein können Sie der Schwangerschafts-Gingivitis sowie der Schwangerschafts-Paradontitis wirkungsvoll vorbeugen. Diese Zahnbetterkrankungen erhöhen das Risiko für Frühgeburten. Deshalb ist eine PZR in der Schwangerschaft empfehlenswert.

Die Kosten für die professionelle Zahnreinigung im Zuge der Schwangeren-Prophylaxe entsprechen denen der gewöhnlichen PZR.

Schmerzt die PZR?

Kostencheck: Die Behandlung verläuft fast immer völlig schmerzlos, eine Betäubung ist aus diesem Grund nicht notwendig. Haben Sie allerdings freiliegende Zahnhälse, können Sie die Prophylaxe als unangenehm empfinden. Die gilt auch für die Reinigung der Zähne direkt am Zahnfleischrand. Bitten Sie in diesen Fällen um eine Oberflächenanästhesie in Gelform, die praktisch nebenwirkungsfrei für eine schmerzfreie Behandlung sorgt.

Ein Grund für Beschwerden kann das unsanfte Vorgehen des Dentisten oder der zahnmedizinischen Fachhelferin sein. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn das Pulver des Airflows mit zu hohem Druck auf die Zahnfleischfurche aufgetragen wird. Scheuen Sie sich in diesem Fall nicht, auf Ihre Schmerzen hinzuweisen und bitten Sie um behutsameres Arbeiten.

Warum habe ich nach der Behandlung Schmerzen?

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Die Zahnreinigung kann während und nach der Reinigung Schmerzen auslösen
Kostencheck: Der aufliegende Zahnstein bildet eine Art Schutzschicht, welche die feinen Dentinkanälchen der Zahnhälse bedeckt. Diese wird während der professionellen Zahnreinigung abgetragen, sodass es zu Schmerzempfinden, insbesondere bei Kälte- und Hitzereizen, kommen kann. Auch Personen mit tiefen Zahnfleischtaschen können nach der PZR Schmerzen empfinden. Diese vergehen aber nach zwei bis drei Tagen und lassen sich, so notwendig, mit einem leichten Schmerzmittel gut in den Griff bekommen.

Ich habe eine Zahnarztphobie, soll ich dennoch die PZR vornehmen lassen?

Kostencheck: Ängstigen Sie sich vor dem Besuch des Zahnarztes, ist womöglich auch die PZR für Sie mit einem unguten Gefühl verbunden. Durch die bereits genannte Oberflächenanästhesie mit Gel können eventuelle Schmerzen nahezu vollständig unterbunden werden. Alternativ können Sie diese Behandlung in einer Praxis, die sich auf Angstpatienten und Hypnosetechniken spezialisiert hat, vornehmen lassen.

Gibt es auch Risiken?

Kostencheck: Manchmal wird die professionelle Zahnreinigung kritisiert, weil Sie angeblich die Zähne angreift. Werden die Instrumente korrekt und umsichtig eingesetzt, überwiegt der Nutzen bei Weitem. Bei unsachgemäßer Durchführung kann es jedoch vorkommen, dass das Zahnfleisch sehr gereizt oder gar verletzt wird.

Achtung: Nehmen Sie blutverdünnende Mittel ein, sind Sie Träger eines Herzschrittmachers oder einer künstlichen Herzklappe, sollten Sie den Dentisten oder die zahnmedizinische Fachangestellte vor der Behandlung unbedingt informieren. Es dürfen dann keine Pulverstrahl- und Ultraschallgeräte eingesetzt werden, da hierdurch die Funktion des Herzschrittmachers beeinträchtigt werden könnte. Zum anderen sollten Sie prophylaktisch ein Antibiotikum einnehmen, um gefährlichen Infektionen durch eindringenden Keimen vorzubeugen.

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