Was kostet die regelmäßige Zahnprophylaxe?

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Schöne, starke und gesunde Zähne bis ins hohe Alter – dieser Wunsch lässt sich nur durch regelmäßige Zahnprophylaxe verwirklichen. Im Interview mit dem Kostencheck-Experten klären wir, welche Kosten die Vorsorge beim Zahnarzt verursacht und welche Maßnahmen zur Zahnprophylaxe für Kinder und Erwachsene zählen.

Was umfasst die Zahnprophylaxe?

Kostencheck: Viele denken, die jährliche Kontrolle durch den Zahnarzt wäre, neben der Zahnpflege, die einzige Maßnahme, die zur Zahnprophylaxe notwendig ist.
Doch auch die Intensivreinigung (professionelle Zahnreinigung) zählt zu den Prophylaxemaßnahmen, die fast alle Zahnärzte empfehlen. Auch im häuslichen Umfeld können Sie viel zur Zahngesundheit beitragen, weshalb das Zähneputzen mit Bürste und Zahnseide ebenfalls zu den Vorsorgemaßnahmen gezählt wird.

Welche Kosten entstehen durch die Zahnprophylaxe?

Kostencheck: Viele Prophylaxemaßnahmen sind im Leistungsumfang der gesetzlichen Krankenversicherung enthalten:

  • Einmal pro Halbjahr können Sie eine Kontrolluntersuchung beim Zahnarzt in Anspruch nehmen.
  • Einmal jährlich wird im Zuge dieser der Zahnstein entfernt.
  • Alle zwei Jahre ist die Erstellung eines Parodontalen Screening-Indexes (PSI) Kassenleistung.

Für all diese Untersuchungen müssen Sie, sofern Sie Mitglied einer gesetzlichen Krankenversicherung sind, nichts bezahlen. Sie zählen auch zum Leistungskatalog der meisten privaten Krankenversicherer.

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Kinder sollten ab dem sechsten Lebensjahr zwei Mal pro Jahr zur Zahnprophylaxe
Für Kinder übernimmt die Krankenversicherung zwischen dem dritten und sechsten Lebensjahr drei zahnärztliche Früherkennungsuntersuchungen. Ab dem 6. Lebensjahr hat der Nachwuchs Anspruch auf zwei Kontrolluntersuchungen je Kalenderjahr. Hier machen viele Kassen eine kleine Einschränkung und verlangen, dass zwischen den Untersuchungen ein Abstand von mindestens vier Monaten liegen muss. Zusätzlich übernehmen die Krankenkassen bei Kindern die Kosten für die Fissurversiegelung der bleibenden Backenzähne.

Einige gesetzliche Krankenversicherer erstatten die Aufwendungen für die professionelle Zahnreinigung. Ob und wie häufig Sie diese vornehmen lassen können und bis zu welcher Höhe diese Prophylaxemaßnahme von Ihrer Krankenkasse übernommen wird, ist abhängig vom Versicherer, da die professionelle Zahnreinigung zu den freiwilligen Satzungsleistungen zählt.

Müssen Sie die professionelle Zahnreinigung selbst bezahlen, müssen Sie mit großen Kostenunterschieden rechnen, da der Zahnarzt diese nach der privaten Gebührenordnung (GOZ) abrechnen darf:

Faktor 1-facher Satz 2,3-facher Satz 3,5-facher Satz
je Zahn 1,57 EUR 3,62 EUR 5,51 EUR
komplettes Gebiss (28 Zähne) 43,96 EUR 101,36 EUR 154,28 EUR

Im Durchschnitt liegen die Kosten für die professionelle Zahnreinigung zwischen 50 und 80 EUR. Privat Versicherte und Personen, die eine Zusatzversicherung abgeschlossen haben, bekommen diesen Betrag, abhängig von den Vertragsbedingungen, häufig in voller Höhe erstattet.

Was wird bei der Zahnprophylaxe gemacht?

Kostencheck: Bei der Zahnprophylaxe wird zunächst die Mundhöhle eingehend untersucht, um eventuell auftretende Karies und andere Erkrankungen frühzeitig festzustellen.

Die Zahnsteinentfernung ist meist Teil der professionellen Zahnreinigung. Entscheiden Sie sich gegen diese, entfernt der Zahnarzt einmal im Jahr im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung harte Zahnbeläge.

Bei Kindern und Jugendlichen ist die Zahnschmelzhärtung durch lokale Fluorierung sowie die Aufklärung über Kariesursachen und deren Vermeidung Bestandteil der Prophylaxe.

Mein Zahnarzt rät im Zuge der Prophylaxe zur professionellen Zahnreinigung. Was wird bei dieser gemacht?

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Bei der Prophylaxe werden die Zähne gesäubert und poliert
Kostencheck: Auch wenn Sie die Zähne sehr gründlich putzen und die Zahnpflege durch die Verwendung von Interdentalbürsten oder Zahnseide ergänzen, erreichen Sie niemals alle Ecken und Nischen. Direkt am Zahnfleischrand und in den Zahnzwischenräumen lagern sich Speisereste und Speichelbestandteile an, aus denen sich weicher Zahnbelag bildet. Diese Plaque ist die Nährstoffgrundlage für Bakterien, welche die Zähne angreifen und in der Folge zu Karies und Parodontitis führen können.

Bei der professionellen Zahnreinigung werde Zahnstein sowie die weichen Beläge gründlich entfernt. Dadurch wird das Kariesrisiko gesenkt. Auch Brücken und Kronen halten deutlich länger, da sich am Übergang zwischen Zahnersatz und eigenem Zahn sehr viel seltener Karies ansiedelt.

Die medizinische Zahnreinigung läuft folgendermaßen ab:

  • Grobe aber eher weiche Beläge werden mit einem Ultraschallgerät entfernt.
  • Bei harten Ablagerungen kommen spezielle Handinstrumente zum Einsatz.
  • Bei durch Kaffee, Tee oder Rauchen verfärbten Stellen hilft die Reinigung mit einem Pulverstrahlgerät.
  • Mit kleinen Bürstchen oder Zahnseide reinigt die Prophylaxehelferin die Zahnzwischenräume.
  • Abschließend werden die Zähne poliert, damit sich neuer Zahnbelag nicht mehr so schnell ansiedeln kann.
  • Häufig erhalten Sie zusätzlich wertvolle Tipps zur richtigen Mundhygiene.

Wie wirkt sich die Prophylaxe auf das Bonussystem aus?

Kostencheck: Durch das regelmäßig geführte Bonusheft, das bereits 1989 eingeführt wurde, lassen sich spätere Kosten für Zahnbehandlungen spürbar senken.

Kinder und Jugendliche bekommen bei der halbjährlichen Durchführung der Prophylaxe einen Stempel in dieses Heft. Erwachsene sollten zwar ebenfalls zweimal jährlich einen Termin beim Zahnarzt vereinbaren, sie erhalten jedoch nur einen Nachweis im Jahr.

Ein lückenlos geführtes Bonusheft belohnt die gesetzliche Krankenversicherung mit einem höheren Festzuschuss:

lückenloser Nachweis für Bonus Höhe des von der Krankenkasse gewährten Festzuschusses:
0 bis 4 Jahre 0 % 50 %
5 bis 9 Jahre 20 % 60 %
10 und mehr Jahre 30 % 65 %

Durch das lückenlos geführte Bonusheft lässt sich beim Zahnarzt also so mancher Euro sparen. Vergessen Sie deshalb nicht, sich dieses abstempeln zu lassen.

Text: Michaela Kaiser
Artikelbilder: Antonio Guillem/Shutterstock, Africa Studio/Shutterstock, bezikus/Shutterstock