Professionelle Fensterreinigung: diese Preise müssen Sie rechnen

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Fensterputzen ist klar nicht der Deutschen liebstes Hobby – dennoch muss es ab und zu gemacht werden. Wer nicht die Zeit oder die Möglichkeit hat, seine Fenster selber zu reinigen kann diese Aufgabe auch an ein Unternehmen übertragen. Mit welchen Preisen man dabei üblicherweise rechnen muss, erklärt ausführlich der Kostencheck-Experte im Interview.

Frage: Was macht das Reinigen von Fenstern oft so problematisch?

Kostencheck-Experte: Nun – Fenster wirklich ganz sauber und vor allem streifenfrei zu bekommen, erfordert schon einiges an Mühe und Aufwand.

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Die Fensterreinigung ist anstrengend

Wer die Fenster und Rahmen auf der Innen- und Außenseite gründlich reinigen will, muss schon einiges an Zeit mitbringen. Dazu kommt oft, dass das Putzen der Fenster im Obergeschoss an der Außenseite oft schwierig und auch gar nicht ungefährlich ist. Viele trauen sich da oft (zu Recht) nicht daran.

Dazu kommt, dass Fensterputzen eine sehr anstrengende Arbeit ist, für die man auch körperlich einigermaßen fit sein muss. Auch das ist nicht in jedem Fall gegeben.

Professionelle Fensterreiniger aber auch kleine Gebäudereinigungsunternehmen übernehmen daher schon lange die Fensterreinigung auch für Privathaushalte – meist zu recht überschaubaren Kosten.

Frage: Genau das war die nächste Frage: mit welchen Kosten muss man für eine professionelle Fensterreinigung in der Regel rechnen?

Kostencheck-Experte: Das lässt sich pauschal gar nicht so einfach beantworten. Die Preisunterschiede sind oft beträchtlich.

Im Allgemeinen können Sie davon ausgehen, dass für die Fensterreinigung Kosten im Bereich von rund 2 EUR pro m² bis 4 EUR pro m² Fensterfläche anfallen. In manchen Fällen liegen die Kosten auch lediglich im Bereich von rund 1 EUR pro m², das ist aber eher die Ausnahme.

Achten Sie darauf, dass Sie bei vielen Angeboten die Fensterflächen immer doppelt zählen müssen, da die Reinigung natürlich auf der Außen- und Innenseite erfolgen soll.

Andere Unternehmen kalkulieren wiederum einen geringeren Quadratmeterpreis, rechnen dabei aber die Rahmen nach laufenden Metern hinzu, wenn eine Reinigung der Fensterrahmen ebenfalls erfolgen soll.

Viele Unternehmen berechnen dann häufig auch noch die Reinigung der Fensterfalze extra – diese Leistung ist sehr häufig nicht im Preis inkludiert.

In anderen Fällen wird nach einer Besichtigung vor Ort oft ein Pauschalpreis angeboten, häufig für eine (etwas teurere) Grundreinigung der Fenster und eine laufende monatliche Reinigung.

Ein kleines Kostenbeispiel aus der Praxis:

Wir wollen in einem kleinen Einfamilienhaus die Fenster reinigen lassen. Vorhanden sind im Haus 8 Doppelfenster und eine Terrassentür. Wir handeln ein Pauschalpreis mit einem kleinen Betrieb aus.

PostenPreis
Reinigung Fensterflächen40 EUR
Reinigung Terrassentür8 EUR
Gesamtkosten für die Reinigung48 EUR

Hierbei handelt es sich natürlich nur um ein einzelnes Angebot für ein ganz bestimmtes Objekt von einem bestimmten Betrieb. Die Preise können abhängig von den örtlichen Gegebenheiten und der Preisgestaltung des jeweils ausführenden Betriebs auch deutlich unterschiedlich liegen.

Frage: Was spielt für die Kosten bei der Fensterreinigung im Allgemeinen eine Rolle?

Kostencheck-Experte: Der wichtigste Faktor ist natürlich die Preisgestaltung des ausführenden Unternehmens. Hier kann es je nach Betrieb oft deutlich Unterschiede geben.

Für die Kalkulation spielen im Allgemeinen die folgenden Faktoren eine Rolle:

  • die Quadratmeterzahl der Fensterflächen (Achtung, hier muss doppelt gerechnet werden!)
  • Anzahl der Scheiben und ihre Zugänglichkeit
  • Verschmutzungsgrad der Fenster
  • Umfang der Reinigungsleistung (Fensterrahmen, Fensterbänke, Fensterfalze etc.)
  • Arbeitsleistung: erforderliche Arbeitszeit, Anzahl der Mitarbeiter
  • Materialverbrauch
  • Anfahrtskosten

Aus allen diesen Faktoren kalkulieren Unternehmen im Allgemeinen einen Angebotspreis für ein bestimmtes Objekt und einen bestimmten Umfang bei den Reinigungsarbeiten.

Ein Vergleichen der Angebote und Preise ist hier auf jeden Fall zu empfehlen, um ein möglichst günstiges Angebot herauszufinden.

Natürlich sollte dabei auch die Qualität der Arbeit stimmen – das kann man aber immer erst danach beurteilen. Niedrige Preise bedeuten dabei oft nicht zwangsläufig schlechtere Qualität – oft wird einfach nur schnell und effizient gearbeitet.

Frage: Inwieweit bestimmt auch die Lage der Fensterflächen den Preis mit?

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Mit Teleskopstangen lassen sich auch höher liegende Fenster reinigen

Kostencheck-Experte: Hier geht es vor allem um die Erreichbarkeit der Fenster. Wenn Sie Fenster im Obergeschoss haben, ist es normalerweise kein Problem, sie auf der Außenseite zu putzen, wenn sie sich öffnen lassen.

Wenn nicht, muss der Fensterputzer allerdings die Fassade hoch. Das Gleiche gilt etwa für Oberlichter in größerer Höhe oder für eine feststehende Wintergartenverglasung und dort speziell die Dachflächen.

Der Grund ist ganz einfach, dass Fensterreiniger ihre Arbeit nach Zeitaufwand kalkulieren: Wenn in der gleichen Zeit weniger Fläche zu schaffen ist, weil der Fensterreiniger beispielsweise eine Aufstiegshilfe benötigt, wird ein höherer Preis pro Quadratmeter fällig.

Ein Beispiel: Sie haben an ihrem Haus 150 m² Fensterfläche und beispielsweise 20 m² Oberlichter. Wenn der Fensterreiniger bei den Fensterflächen 12 m² in der Stunde schafft und bei den Oberlichtern lediglich 6 m², wird der Quadratmeterpreis für die Oberlichter auch doppelt so hoch sein.

Angenommener Kalkulationsstundensatz: 24 EUR netto pro Stunde.
Fensterflächen: 2 EUR pro m², Oberlichter 4 EUR pro m²

Gesamtpreis: 300 EUR für die Fensterfläche, 80 EUR für die Oberlichter.
Für den Fensterreiniger: immer 24 EUR pro Stunde.

Auf diese Weise wird in der Regel kalkuliert. Darum sollte man sich auch immer vor allzu günstigen Angeboten hüten, die nicht plausibel sind.

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Fensterreiniger bekommen 24€ pro Stunde

Irgendwann wird der Fensterreiniger nämlich erkennen, dass er an einzelnen Stellen zu viel Zeit benötigt, um seinen Stundensatz halten zu können und genug zu verdienen – und dann entweder den Preis erhöhen, oder versuchen, die verlorene Zeit durch schnellere (und weniger saubere) Arbeit an anderer Stelle wieder hereinzuholen.

Kalkulation ist zwar Sache des Fensterreinigers, aber es schadet nicht, gelegentlich auf die Plausibilität der Preisgestaltung zu achten.

In unserem Kostenbeispiel vom Anfang wurden für die (gleich großen) Fenster jeweils 5 EUR pauschal angesetzt, für die sehr große Terrassentür dagegen 8 EUR. Das ist noch plausibel nachvollziehbar und hier besteht auch eine gute Chance, dass der Fensterputzer den Preis auch über lange Zeit halten kann.

Frage: Aus diesem Grund spielt auch der Verschmutzungsgrad der Fenster eine Rolle für den Preis?

Kostencheck-Experte: Genau. Stark verschmutzte Fenster dauern oft länger zu reinigen oder sie müssen mehrfach gereinigt werden – ebenso wie wenn eine Grundreinigung der Fenster durchgeführt wird.

Der höhere Zeitaufwand schlägt sich dann auch in einem höheren Quadratmeterpreis nieder. Aus genau dem gleichen Grund wird auch für die Reinigung der Rahmen und der Fensterfalze meist extra gerechnet – damit bleibt auch der Preis für den Kunden nachvollziehbar und überschaubar.

Bei manchen Unternehmen kostet die Reinigung der Rahmen dann exakt gleich viel wie die Reinigung der Glasflächen. Solche Angebote sind auch für Kunden dann oft gut nachvollziehbar.

Frage: Gibt es regionale Unterschiede bei den Preisen? Und Unterschiede, je nachdem ob es sich um Privathaushalte oder Unternehmen handelt?

Kostencheck-Experte: Regionale Unterschiede kann man häufig beobachten. Im städtischen und stadtnahen Bereich sind die Preise oft ein wenig höher, am Land manchmal etwas niedriger.

Allerdings können sich in städtischen Gebieten durch den Konkurrenzdruck die Preise auch sinken – hier bekommt den Auftrag meist, wer das günstigste Angebot abgibt. Dazu kommt, dass die Anfahrtsstrecken oft weniger weit sind als auf dem Land.

Die meisten Fensterreinigungsunternehmen kalkulieren bei Privathaushalten anders als bei Gewerbebetrieben. Aus diesem Grund kann man die Preise zwischen privat und Gewerbe in den meisten Fällen auch nur eingeschränkt vergleichen. Die Leistung ist zwar prinzipiell dieselbe, kalkuliert wird aber häufig anders.