Keramikfüllung: Mit diesen Kosten müssen Sie rechnen

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Herkömmliche Zahnfüllungen entsprechen nicht immer den Ansprüchen an Haltbarkeit und Ästhetik. Zahnfarbene Keramikfüllungen (Inlays) stellen eine hochwertige Alternative dar. Im Interview mit dem Kostencheck-Experten klären wir, mit welchen Aufwendungen Sie für diese Einlagefüllungen rechnen müssen, ob sich die Krankenkasse an den Kosten beteiligt und welche Vor- und Nachteile Inlays haben.

Was ist eine Keramikfüllung?

Kostencheck: Keramikfüllungen zählen zu den Einlagefüllungen. Sie werden indirekt, das heißt außerhalb des Mundes, im Zahnlabor hergestellt und anschließend fest mit dem Zahn verklebt.

Das verwendete Keramikmaterial ist ausgesprochen stabil. Es lässt sich exakt an die Zahnfarbe anpassen, sodass die Füllung beim Lachen oder Sprechen nicht sichtbar ist. Zudem verfärbt sich Keramik selbst dann nicht, wenn Sie gerne Kaffee, Tee oder Rotwein trinken oder zu den Rauchern zählen. Keramikfüllungen, die sehr langlebig sind, eignen sich sowohl für die Front-, als auch für die Backenzähne.

Was kostet eine Keramikfüllung?

Kostencheck: Inlays werden nach GOZ abgerechnet. Die Kosten sind unter anderem davon abhängig, wie viele Seiten des Zahnes geschädigt sind:

Größe Beschreibung Zugeordnete Nummer der Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ)
einflächig Kaufläche des Zahnes 2150
zweiflächig Kaufläche und eine Seitenfläche 2160
mehrflächig Kaufläche sowie 2 Seitenflächen 2170

Die vom Zahnarzt ausgewiesenen Gesamtkosten umfassen nachfolgende Leistungen:

  • Präparation des Zahnes,
  • Abdruck des Kiefers,
  • Herstellung des Inlays im Dentallabor,
  • Anpassen und feste Eingliederung der Keramikfüllung,
  • Nachkontrolle und eventuelle Korrekturen.

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Eine Keramikfüllung ist günstiger als eine aus Gold
Trotz der aufwendigen Verarbeitung sind Keramikinlays deutlich günstiger als Einlagefüllungen aus Gold. Sie müssen für diese Versorgung mit Kosten zwischen 350 und 550 EUR rechnen.

Wie hoch der tatsächlich zu entrichtende Betrag ist, hängt von den individuellen Voraussetzungen ab. Die zahlreichen, notwendigen Bearbeitungs- und Behandlungsschritte wirken sich auf den Preis dieser hochwertigen Füllung aus. Zum zahnärztlichen Honorar und den Aufwendungen für die vom Dentisten verwendeten Materialien kommen die Laborkosten oder alternativ die Kosten für das Cerec-System.

Diese können, abhängig von der Region in der Sie leben, dem behandelnden Zahnarzt und dem Zahnlabor, mit dem dieser zusammenarbeitet, nach oben und unten abweichen. Lassen Sie sich deshalb vor der Behandlung den Heil- und Kostenplan aushändigen, in dem alle Kosten detailliert aufgeführt sind.

Wie hoch ist die Erstattung der Krankenkasse?

Kostencheck: Inlays sind keine Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung, denn sie gelten im Sinne der Krankenkassenrichtlinien nicht als Zahnersatz. Deshalb erhalten Sie in vielen Fällen nur eine Zuzahlung in Höhe des Betrages, der für eine einfache Amalgamfüllung anfallen würden. Die Kosten für das Inlay verringern sich dadurch, abhängig von der Größe des zu verfüllenden Lochs, um etwa 20 bis 50 EUR. Die verbleibenden Aufwendungen, die sich auf 300 und 500 EUR belaufen, müssen Sie aus eigener Tasche bezahlen.

Können normale Füllungen nicht eingesetzt werden, gewährt die gesetzliche Krankenversicherung unter Umständen einen höheren Zuschuss. Nehmen Sie in diesem Fall Kontakt mit der Krankenkasse auf und stellen Sie einen entsprechenden Antrag.

Kommt die Zahnzusatzversicherung für eine Keramikfüllung auf?

Kostencheck: Das kommt auf den Vertrag an. In vielen Fällen erstattet die Zahnzusatzversicherung zumindest einen Teil der Kosten für das Keramikinlay. Auch Privatpatienten bekommen die Aufwendungen für die Keramikfüllung in vielen Fällen in voller Höhe von der Krankenversicherung zurück.

Greift das Bonussystem bei Keramikfüllungen?

Kostencheck: Da es für Keramikinlays keinen Festzuschuss der Krankenkasse gibt, greift das Bonussystem nicht. Der Eigenanteil liegt stets bei etwa 85 bis 90 Prozent der entstehenden Kosten, es sei denn, die Krankenkasse gewährt auf Antrag einen höheren Zuschuss.

Auch die Härtefallregelung greift bei Keramikfüllungen nicht. Selbst wenn Ihr Einkommen relativ gering ist, müssen Sie für die oben aufgeführten Kosten eines Inlays selbst aufkommen.

Woraus bestehen Keramikinlays?

Kostencheck: Keramikfüllungen bestehen aus sehr feinen Quarzkristallen, die in eine Basismasse aus Feldspat eingebunden sind. Im Gegensatz zu Kunststofffüllungen ist dieses Material ausgesprochen reaktionsträge. Deshalb treten Allergien auf Keramikinlays so gut wie nie auf.

Wann ist eine Keramikfüllung sinnvoll?

Kostencheck: Inlays kommen bevorzugt bei geschädigten Seitenzähnen zum Einsatz. Bei der im Labor gefertigten Füllung kann jeder Höcker und jede feine Furche funktionsgerecht und optisch äußerst ansprechend nachgebildet werden.

Inlays bieten zudem nachfolgende Vorteile:

  • Die zahnfarbene Optik erfüllt alle ästhetischen Ansprüche. Niemand erkennt beim Lachen oder Sprechen einen Unterschied zur natürlichen Zahnsubstanz.
  • Inlays sind bei mittleren bis großen Zahndefekten das Mittel der Wahl, denn sie sind deutlich stabiler und haltbarer als großflächige Kunststofffüllungen. Durch die Verklebung gehen Inlays mit der Zahnsubstanz eine derart feste Verbindung ein, dass selbst eine angesetzte Ecke dem Kaudruck langfristig standhält und der Zahn bei großflächigen Schäden zusätzlich stabilisiert wird.
  • Da auf das Material kaum Allergien auftreten, stellen Keramikinlays eine gute Alternative zu Kunststoff- oder Amalgamfüllungen dar.
  • Sie zählen, wie Komposit-Füllungen, zu den minimalinvasiven Verfahren. Sie müssen für diese Versorgung nur sehr wenig gesunde Zahnsubstanz opfern.

Zudem sind Keramikfüllungen ausgesprochen beständig und zeigen auch nach vielen Jahren kaum größere Verschleißerscheinungen als die natürlichen Zähne. Die Temperaturleitfähigkeit ist ähnlich wie die des Zahnschmelzes. Anders als bei Goldinlays werden die Zähne also nicht temperaturempfindlicher.

Wann können Keramikinlays nicht verwendet werden?

Kostencheck: Sie eigenen sich nicht, um kleinere Defekte zu verfüllen. Durch die notwendige Präparation müsste zu viel Zahnsubstanz geopfert werden. Weitere Gegenanzeigen sind:

  • Unzureichende Restzahnsubstanz. Diese macht eine Teil- oder Vollkrone erforderlich.
  • Eine den Zahn umgebende Entkalkung. Bedingt durch die Instabilität ist hier fast immer eine Krone notwendig.
  • Fehlen die äußeren oder zum Mund hin gerichteten Zahnflächen, kann in vielen Fällen kein Inlay gesetzt werden.
  • Starkes Knirschen mit den Zähnen. In diesem Fall ist ein Inlay aus Goldguss die bessere Wahl.
  • Unverträglichkeit gegenüber den Befestigungskomponenten.
  • Schlechte Mundhygiene.

– Wie ist der Behandlungsverlauf?

Kostencheck: Anders als bei herkömmlichen Füllungen müssen Sie für Keramikfüllungen zweimal im Behandlungsstuhl des Zahnarztes Platz nehmen.

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Der Zahn muss ausgehöhlt werden

  • Nachdem der Dentist die Behandlung genau geplant hat, werden im ersten Behandlungsschritt die Zähne präpariert. Hierbei werden unter örtlicher Betäubung kariösen Defekte vollständig ausgeräumt und die Zahnhöhle gründlich desinfiziert.
  • Es wird eine Abformung des Gebisses genommen und die exakte Zahnfarbe bestimmt.
  • Der Zahnarzt setzt eine temporäre Füllung aus Kunststoff ein.
  • Anhand des Abdrucks fertigt der Zahntechniker im Labor in aufwendiger Handarbeit das Keramikinlay.
  • Bei Ihrem zweiten Termin wird zunächst das Provisorium entfernt.
  • Um den optimalen Halt zu gewährleisten, wird die Zahnhöhle mit einer chemischen Substanz aufgeraut.
  • Das Inlay wird eingefügt, der Sitz genauestens überprüft und mittels Adhäsivtechnik stabil mit dem Zahn verklebt.
  • Nach dem Einkleben dürfen Sie drei bis vier Stunden nichts Essen, da der Klebstoff für vollständigen Randschluss gut eintrocknen muss.

Das optimal angepasste Keramikinlay lässt sich nach dem Einsetzen optisch nicht mehr von der Oberfläche des Zahnes unterscheiden.

Mein Zahnarzt bietet Keramikfüllungen, gefertigt mit dem Cerec-System. Worum handelt es sich hierbei?

Kostencheck: Beim Cerec-Verfahren handelt es sich um ein recht neues Verfahren, bei dem das Keramikinlay direkt in der Zahnarztpraxis in nur einer Sitzung angefertigt wird.

Zunächst wird mittels einer an einen Computer angeschlossenen 3D-Kamera der zu verfüllende Zahn exakt vermessen. Der Computer stellt ein Modell der Keramikfüllung dar, das im Anschluss an eine Schleifmaschine weitergegeben wird. Innerhalb von etwa 15 Minuten schleift diese aus einem kleinen Keramikblock ein passgenaues Inlay. In Sachen Präzision steht diese Füllung einer konventionell im Zahnlabor hergestellten in nichts nach.

Das fertige Inlay wird mit einer speziellen Klebetechnik eingesetzt und Sie können nach etwa einer Stunde die Zahnarztpraxis mit einer ästhetisch sehr ansprechenden Zahnrestauration verlassen.

Wie lange halten Keramikinlays?

Kostencheck: Die hohen Kosten für Keramikinlays zahlen sich aus. Bedingt durch die hervorragenden Materialeigenschaften moderner Keramikfüllungen in Verbindung mit der ausgesprochen stabilen Klebeverbindung ist diese Versorgung sehr langlebig. Etwa 90 Prozent der Inlays sind auch nach 15 Jahren noch intakt. Bei guter Zahnpflege halten Keramikinlays sogar deutlich länger.

Gibt es Risiken?

Kostencheck: Keramikinlays sind sehr gut verträglich. Für die Behandlung erhalten Sie eine örtliche Betäubung, sodass diese schmerzfrei verläuft. Dennoch gibt es nachfolgende Risiken:

  • Bruch des Inlays bei der Einprobe.
  • Randkaries durch zu geringen Auftrag von Befestigungsmaterial.
  • Zahnmarkentzündungen oder Zahnsensibilitäten.
  • Verlust oder Bruch des Inlays.

Fazit: Keramikfüllungen sind ausgesprochen langlebig und erfüllen auch ästhetisch alle Ansprüche, da sie optisch nicht von den eigenen Zähnen zu unterscheiden sind. Durch die hervorragende Verträglichkeit des Materials stellen Sie nicht nur für Allergiker eine gute Alternative zu Kunststofffüllungen oder Metallinlays dar. Allerdings zählen Keramikfüllungen nicht zu den Kassenleistungen, erstattet werden lediglich die Aufwendungen, die eine Amalgamfüllung verursachen würde. Sie müssen deshalb mit einem Eigenanteil, der zwischen 300 und 500 EUR liegt, rechnen.

Artikelbilder: Sergii Kuchugurnyi/Shutterstock, Burunduk's/Shutterstock