Wasserzähler einbauen: Welche Kosten fallen dafür an?

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In vielen Mehrfamilienhäusern haben die einzelnen Wohnung noch keine separaten Wasserzähler. In diesem Fall sollten Zähler nachgerüstet werden, als Mieter muss man das nach dem BGB auch dulden. Welche Kosten für den Einbau eines Wasserzählers anfallen können und wer diese Kosten dann bezahlen muss, erklärt der Kostencheck-Experte in unserem Interview.

Frage: Mit welchen Kosten muss man bei einem Austausch des Wasserzählers rechnen?

Kostencheck-Experte: Das hängt vom benötigten Zähler und der gegebenen Einbausituation ab, das lässt sich pauschal nicht sagen.

Unterscheiden muss man hier zunächst einmal zwischen:

  • den Kosten für den Wasserzähler selbst bzw. einen Einbaukasten
  • den Einbaukosten im speziellen Fall

Wasserzähler-Kosten

Einfache Wasserzähler kosten ab rund 20 EUR. Sinnvoller ist allerdings die Verwendung eines kompletten Einbau-Gehäuses oder eines Kapselzählers – das vereinfacht später den Austausch der Zähler erheblich und senkt die Kosten für den Zähleraustausch, der ja regelmäßig nach einigen Jahren Betriebsdauer durchgeführt werden muss.

Die Kosten für Einbaugehäuse liegen – je nach Art des verbauten Zählers – bei rund 50 EUR bis 80 EUR. Sind besondere Zähler verbaut, kann es gegebenenfalls auch teurer werden. Als Wohnungszähler kommen allerdings vorwiegend Einstrahl-Flügelzähler zum Einsatz, lediglich als Hauswasserzähler werden Mehrstrahl-Flügelzähler eingesetzt.

Wasserzähler können sowohl Aufputz als auch Unterputz montiert werden, für besondere Einbausituationen gibt es auch sogenannte Ventilzähler.

Unterschieden werden muss auch zwischen Kaltwasserzählern (bis zu einer Wassertemperatur von 40 °C geeignet) und Warmwasserzählern.

Bei geleasten Wasserzählern besteht zudem auch die Option, Funkmesszähler zu verbauen. Die Abrechnung der verbrauchten Wassermenge erfolgt dabei direkt beim Leasinganbieter, ein Betreten der Wohnung zum Ablesen ist dann nicht mehr nötig. Als Service-Leistung werden auch komplette Abrechnungen für den Vermieter erstellt und übergeben.

Einbaukosten

Wasserzähler Montage Kosten

Für die Installation fallen Kosten von über 100€ an
Den weitaus größten Teil der Kosten bei einem nachträglichen Einbau stellen die Einbaukosten dar.

Sollen nachträglich beispielsweise Wohnungszähler verbaut werden, damit der Wasserverbrauch individuell nach Verbrauch der Wohneinheit abgerechnet werden kann, sollte zumindest eine Absperreinrichtung je Wohnung vorhanden sein, zudem sollte es separate Steigleitungen geben.

Ist das der Fall, halten sich die Installationskosten noch in Grenzen, im Optimalfall kann, sofern eine geeignete und gut zugängliche Einbaustelle vorhanden ist, mit Kosten ab rund 150 EUR gerechnet werden. Je nach verwendetem Leitungsmaterial kann das auch individuell ein wenig höher liegen.

Sehen die Gegebenheiten anders aus, muss eine individuelle Lösung gefunden werden. In diesem Fall muss auf jeden Fall mit deutlich höheren Kosten gerechnet werden. Gegebenenfalls müssen Ventilzähler eingesetzt werden, was unter Umständen eine hohe Menge von Einzelzählern pro Wohneinheit und damit hohe Kosten für Anschaffung und Einbau bedeuten kann.

Beispiel-Kosten

Unsere Tochter zieht in die Obergeschoßwohnung unseres Zweifamilienhauses ein. Wir wollen zukünftig die Wasserkosten getrennt verrechnen und lassen dabei einen separaten Warm- und Kaltwasserzähler für die obere Wohnung einbauen.

Für beide Wohnungen sind getrennte Absperreinrichtungen bereits vorhanden, beide Wohnungen verfügen auch über eine jeweils separate Steigleitung. Für den Einbau muss zwar eine Wand geöffnet werden, die Einbaustelle ist ansonsten aber gut zugänglich.

Posten Preis
Zählerkosten 180 EUR
Einbau 350 EUR
Renovierungskosten nachfolgend (Schließen der Wand) 0,00 EUR (selbst erledigt)
Gesamtkosten 530 EUR

Die hier gezeigten Kosten sind in einem konkreten Einzelfall bei bestimmten örtlichen Gegebenheiten und bei Ausführung durch einen bestimmten Fachbetrieb entstanden. Die Kosten beim nachträglichen Einbau von Wasserzählern in anderen Gebäuden können auch deutlich abweichen.

Frage: Wodurch werden die Kosten bei einem Zählereinbau bestimmt?

Kostencheck-Experte: Maßgeblich ist hier:

  • welcher Zähler verwendet wird (Zählerart)
  • welche Leitungsmaterialien verbaut sind
  • ob getrennte Absperreinrichtungen und getrennte Steigleitungen vorhanden sind
  • wie sich die Einbausituation vor Ort gestaltet

Frage: Lohnt sich der Einbau von separaten Zählern überhaupt?

Wasserzähler montieren Kosten

Wer wenig Wasser verbraucht, für den lohnt sich der Einbau eines separaten Wasserzählers
Kostencheck-Experte: Das hängt von der jeweils gegebenen Situation ab. Für einen Vermieter lohnt sich der Einbau selten, da er die Kosten ja selbst tragen muss. Den Nutzen haben später nur die Mieter, die tatsächlich nur den eigenen Verbrauch bezahlen und nicht mehr einen jeweils gleich großen Anteil am Gesamtverbrauch.

Gesetzlich ist der Vermieter nur zum Einbau von Zähleinrichtungen für den Warmwasserverbrauch verpflichtet, da er nach der Heizkostenverordnung die Kosten mindestens zu 50 % auch nach dem individuellen Verbrauch des Mieters abrechnen muss. Dafür ist der Einbau von Warmwasserzählern unumgänglich.

Bei Neubauten sind mittlerweile – außer in Bayern – auch separate Kaltwasserzähler Pflicht, bei Altbauten hängt das vom jeweiligen Bundesland (Landesbauordnung) ab. In Hamburg ist der Einbau von separaten Kaltwasserzählerm für die einzelnen Wohneinheiten beispielsweise seit 2006 bereits verpflichtet. In den meisten Landesbauordnungen sind allerdings auch Ausnahmen vorgesehen, wenn der nachträgliche Einbau von Kaltwasserzählern einen unzumutbar hohen Kostenaufwand bedeuten würde.

Frage: Wer muss die Kosten für den Einbau eines separaten Wasserzählers für die Wohnung bezahlen?

Kostencheck-Experte: Wenn es sich um einen Ersteinbau handelt, muss der Mieter diesen zwar dulden – bezahlen muss er ihn aber nicht.

Die Kosten für solche Umbauarbeiten liegen beim Vermieter, er muss für diese Kosten aufkommen. Gegebenenfalls hat er aber die Möglichkeit die Einbaukosten, da es sich um eine wertverbessernde Maßnahme am Gebäude handelt, zumindest teilweise über eine Mieterhöhung geltend zu machen.

Austauschen/Erneuern eines vorhandenen Wasserzählers

Anders sieht das aus, wenn es um den Austausch des Wasserzählers geht, der ja in regelmäßigen Abständen (Warmwasserzähler 5 Jahre, Kaltwasserzähler 6 Jahre) ausgetauscht werden muss.

Bei gekauften Wasserzählern muss auch hier der Vermieter für die einmaligen Austauschkosten aufkommen – außer der Wasserzähler ist geleast. In diesem Fall können die Leasingkosten, auch wenn sie sich nach einem Austausch erhöhen, immer komplett auf die Betriebskosten umgelegt werden. Das gilt sowohl für Haupt- als auch für Zwischenzähler.

Text: Kostencheck.de