Moderner Kachelofen: welche Kosten fallen dafür an?

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Heizen mit Holz liegt wieder stark im Trend – nicht nur allein aus ökologischen Gründen, sondern häufig auch aus Kostengründen. Von daher erleben auch die traditionellen Kachelöfen in modernisierter Form wieder ein echtes Revival. Der Kostencheck-Experte erklärt in unserem Interview, mit welchen Kosten Sie für solche Öfen in Anschaffung und Betrieb rechnen müssen.

Frage: Was kostet ein moderner Kachelofen?

Kostencheck-Experte: Das kann man pauschal unmöglich beantworten. Die Kosten richten sich nach der Bauweise (es gibt heute verschiedene Bauarten mit jeweils unterschiedlicher Funktionsweise), nach der Größe und Heizleistung und nach der individuellen Ausführung.

Die Kosten können sich dabei in einem Rahmen von rund 2.500 EUR bis zu 10.000 EUR und mehr.

Zunächst einmal muss man unterscheiden, welche Art von Kachelofen man haben möchte:

  • einen sogenannten Grundofen vom Ofensetzer
  • einen Kachelofen-Bausatz
  • einen Warmluftkachelofen
  • einen wasserführenden Kachelofen

Ein Grundofen ist der „klassische“ Kachelofen, den wir alle kennen, individuell aufgebaut vom Ofensetzer.

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Ein herkömmlicher Kachelofen gibt die Wärme nach und nach ab

Bei diesem Typ Kachelofen befinden hinter dem Brennraum Heizzüge aus Keramik. Die beim Verfeuern unterschiedlicher Brennstoffe (Holz oder Kohle) entstehende Wärme wird von den Keramikzügen aufgenommen und von den Schamottesteinen gespeichert, mit denen der Ofen ausgekleidet ist.

Nach einer bestimmten Vorlaufzeit erwärmt sich der Ofen und gibt die gespeicherte Wärme nach und nach an den Raum ab. Zwischen 8 und 24 Stunden nach dem Ende des Heizvorgangs kommt so noch immer Strahlungswärme vom Kachelofen.

Die Kosten für individuell gesetzte Grundöfen beginnen bei rund 5.000 EUR. Je nach Ausführung, Größe und Gestaltung kann es allerdings auch deutlich teurer werden. Bis zum Doppelten und mehr sind leicht möglich.

Bei einem Kachelofen-Bausatz handelt es sich in der Regel ebenfalls um einen Grundofen. Hier werden allerdings nur die einzelnen Bauteile geliefert.

Der Ofenbausatz muss selbst aufgebaut und zusammengesetzt werden, danach ist eine Abnahme durch den Schornsteinfeger erforderlich.

Die Kosten liegen dafür deutlich geringer als beim vom Ofenbauer gesetzten Grundofen. Qualitativ hochwertige Bausätze gibt es bereits ab rund 2.000 EUR.

Ein Warmluftkachelofen funktioniert nach einem anderen Prinzip als traditionelle Kachelöfen. Bei ihm handelt es sich nicht um eine Form der Strahlungsheizung, sondern um eine Art Konvektionsheizung.

Bei diesem früher ebenfalls verbreiteten Bauprinzip wird über Kaltluftschlitze die kalte Raumluft in den Ofen gesaugt, im Ofen erwärmt und über Warmluftkanäle als heiße Luft in den Raum geblasen. Dabei ist eine Luftverteilung auch in angrenzende Räume oder Geschoße möglich.

Neue, verbesserte Modelle nach diesem Bauprinzip kosten heute ab rund 3.000 EUR. Abhängig von der benötigten Heizleistung und Größe kann ein solcher Ofen aber auch deutlich teurer werden.

Eine noch modernere Variante ist die sogenannte Luft-Hypokausten-Anlage, bei der die Luft innerhalb eines geschlossenen Systems bewegt wird. Damit lassen sich auch weiter entfernte Bauteile gezielt erwärmen, die Wärmeabgabe erfolgt mit geringeren Oberflächentemperaturen, aber über größere Flächen. Dadurch wird auch eine gleichmäßigere Wärmeabstrahlung in den Raum erreicht. Die Kosten für Luft-Hypokausten-Anlagen beginnen bei etwa 5.000 EUR.

Ein wasserführender Kachelofen ist mit einem Warmwasserspeicher verbunden. Ähnlich wie ein wasserführender Kaminofen macht er es möglich, gleichzeitig auch das Wasser für eine wasserführende Zentralheizung zu erwärmen. Der Vorteil gegenüber dem wasserführenden Kaminofen liegt hier allerdings im zusätzlichen Wärmespeicher-Effekt durch das Kachelofenprinzip.

Wasserführende Kachelöfen sind ab rund 5.000 EUR erhältlich. Der Preis wird deutlich vom Aufwand beim Anschluss an die Heizung bestimmt.

Kostenbeispiel aus der Praxis

Wir kaufen einen Kaminofen-Bausatz, den wir selbst aufbauen und anschließen. Der Bausatz hat einen Brennraum in der Größe von 52 x 37 cm. Die Feuerungsleistung liegt bei 26,5 kW, der Brennstoffumsatz während der Feuerung bei 7,5 kg/h.

Posten Preis
Kachelofen-Bausatz 6.995 EUR
Lieferung 0 EUR (inkludiert)
Aufbaukosten 0 EUR (Selbstaufbau)
Montagematerialien zusätzlich 100 EUR
Schornsteinfeger – Abnahme 60 EUR
Gesamtkosten 7.155 EUR

Hierbei handelt es sich lediglich um ein Kostenbeispiel. Es gilt nur für ein bestimmtes Kachelofen-Modell in individueller Ausführung von einem einzelnen Hersteller. Die Kosten für andere Modelle können auch unterschiedlich liegen.

Frage: Von welchen Faktoren hängen die Kosten für einen Kachelofen ab?

Kostencheck-Experte: Hier ist einiges zu beachten:

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Art und Aufbau des Kachelofens sind wichtige Kostenfaktoren

  • den Typ des Kachelofens (Grundofen oder Warmluftofen, wasserführender Kachelofen)
  • die Leistung und Dimensionierung des Kachelofens
  • die Art des verwendeten Brennstoffs (Holz oder Kohle, mit entsprechendem Einsatz auch Erdgas möglich)
  • die individuelle Ausführung des Kachelofens
  • Zusatzausstattungen (Wärmefach, Brennstoff-Fach, Sitzbank, etc.)
  • gegebenenfalls die Kosten für eine zusätzliche Kindersicherung beim Ofen, falls nötig
  • ob zusätzlich ein Abzug für den Kamin gebaut werden muss
  • die individuellen Gegebenheiten am Aufstellort
  • ein eventuell notwendiger Schornsteinumbau
  • beim Bausatz: Anschlussmaterial
  • beim Bausatz: Endabnahme durch den Schornsteinfeger

Frage: Welche Kosten verursachen Anschlussmaterial und Abnahme beim Aufbau eines Bausatzes?

Kostencheck-Experte: Dafür brauchen nur geringe Kosten gerechnet zu werden. Die Abnahme durch den Bezirksschornsteinfeger kostet rund 60 EUR, beim Anschlussmaterial liegen Sie in den meisten Fällen zwischen rund 100 EUR und 200 EUR.

Frage: Was würde das Aufstellen eines Kachelofen-Bausatzes durch ein Fachunternehmen kosten?

Kostencheck-Experte: Das variiert natürlich je nach Aufwand, der individuell gegeben ist. Die Kosten für den Aufbau beginnen bei rund 500 EUR, können bei aufwendigeren Arbeiten auch deutlich höher liegen.

Frage: Was kostet ein Umbau eines Schornsteins?

Kostencheck-Experte: Wenn sich der vorhandene Schornstein nicht für einen Anschluss eignet und deshalb umgebaut werden muss, fallen meist Kosten von 1.500 EUR oder noch mehr an. Das ist in solchen Fällen dann unvermeidbar, wenn man einen Kachelofen einbauen möchte.

Frage: Was kosten Kachelöfen im Betrieb?

Kostencheck-Experte: Zunächst sind Kosten für den Schornsteinfeger zu berücksichtigen:

  • jährlich ca. 50 EUR bis 100 EUR, abhängig von der Situation vor Ort, wie bei allen Heizungen
  • Kosten für das Reinigen der keramischen Züge alle 2 Jahre, ca. 150 EUR

Danach sind für die laufenden Kosten auch die Kosten für den Holzverbrauch zu rechnen. Das hängt natürlich von der Heizleistung des Ofens und der Größe des Brennraums ab, dazu davon, wie viel geheizt wird.

Für die Berechnung des Heizmaterialverbrauchs an Holz kann man aber die gleichen Berechnungsgrundlagen wie für Kaminöfen auch verwenden:

  • 1 kg Buchenholz mit einer Restfeuchte von 15 % hat einen Heizwert von 4,2 kW
  • das optimale Gewicht der einzelnen Holzscheite liegt zwischen 700 g und 1 kg
  • Heizleistung des Ofens / 4,2 kW = Verbrauch in kg pro Stunde

Mehr als diese Menge sollte man nie nachlegen. Wird zu viel Holz nachgelegt, ist das nicht nur Holzverschwendung sondern auch die Verbrennung wird unter Umständen negativ beeinflusst. Wird zu wenig nachgelegt, geht der Kachelofen in der Heizphase auf.

Frage: Wie kann man nun den Jahres-Holzverbrauch berechnen?

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Der jährliche Holzverbrauch lässt sich relativ gut berechnen

Kostencheck-Experte: Einen konkreten Wert zu berechnen, ist schwierig. Brauchbare Näherungswerte lassen sich allerdings recht einfach ermitteln.

In unseren Breiten dauert die Heizperiode rund 9 Monate. Im Frühling und im Herbst muss dabei deutlich weniger geheizt werden. Aus diesem Grund sollte man eine durchschnittliche tägliche Heizzeit von 3 Stunden für die Überschlagsrechnung ansetzen.

Multipliziert man die sich ergebende Stundenzahl mit dem ermittelten Holzverbrauch pro Stunde, erhält man eine grobe Abschätzung, wie viel Holz man in der Heizperiode benötigt.

Dazu ein Rechenbeispiel:

  • der Kachelofen hat eine Heizleistung von 10 kW (maximale Dauerleistung)
  • die Nachheizzeit des Kachelofens beträgt 8 Stunden (Restwärme)

Ermittlung der Heizstundenzahl:
9 Monate x 30 Tage x 3 Stunden pro Tag = 810 Heizstunden

Verbrauch an Heizmaterial pro Stunde:
10 kW / 4,2 kW = 2,38 kg Holz pro Stunde

Daraus ergibt sich ein Verbrauch bei dauerhaftem Heizen von:
810 Heizstunden x 2,38 kg Holz pro Stunde = 1.927 kg Holz pro Heizperiode.

Was hier allerdings nicht berücksichtigt ist, ist die Tatsache, dass wir ja eine Nachheizzeit haben. Das bedeutet, wir brauchen den Ofen nur alle 8 Stunden einmal anheizen und abbrennen lassen, um danach für 8 Stunden Wärme im Raum zu haben.

Man könnte denken, der Holzverbrauch würde dann lediglich ein Achtel des ausgerechneten Werts betragen. So einfach ist es dann allerdings nicht.

Um eine bestimmte Wärmemenge zu erzeugen und einzuspeichern, muss zunächst einmal eine bestimmte Menge Holz verbrannt werden. Das ist unabwendbar.

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Ein Kachelofen gibt länger Wärme ab als ein Kaminofen

Kachelöfen sind durch die langfristige Abgabe gespeicherter Wärme zwar effizienter als ein Kaminofen, allerdings kann insgesamt auch nur so viel Wärme erzeugt werden, wie tatsächlich im Holz steckt. Damit sollte man zunächst den Raumwärmebedarf als als Berechnungsgrundlage sehen und das eigene Heizungsverhalten als Maßstab heranziehen: Wie lange wird in welchen Zeitabständen geheizt, um ausreichend Wärme zu haben?

Aus diesen Werten kann man dann relativ genau ermitteln, um welchen Faktor man die zuvor ausgerechnete, benötigte Holzmenge reduzieren kann.

Bei durchschnittlichen Kachelöfen werden rund 8 kg bis 15 kg Holz pro Tag verbraucht. Der Verbrauch in eine Heizperiode liegt im Durchschnitt bei rund 3 Raummetern. Je nach Leistungsfähigkeit des Kachelofens kann das im Einzelfall aber beträchtlich abweichen.

Frage: Spielt nicht auch der Heizwärmebedarf des Raums eine Rolle?

Kostencheck-Experte: Ja, auch den kann man heranziehen. Er gibt eine verlässliche Richtlinie an, wie viel Wärme man überhaupt benötigt.

Bei gut gedämmten Gebäuden liegt der Heizwärmebedarf bei rund 70 kWh/m² pro Jahr. Bei einem 30 m² großen Wohnzimmer wären das also rund 2.100 kWh, die in der gesamten Heizperiode erzeugt werden müssen.

Umgerechnet in Holz bedeutet das theoretisch eine Menge von 500 kg Buchenholz pro Jahr. Zur Sicherheit kann man hier noch 20 % bis 30 % zugeben.

Mit dieser Holzmenge ist das Wohnzimmer ausreichend zu heizen. Die Art des Ofens spielt dann natürlich eine Rolle, bei Kachelöfen ist das tendenziell weniger, bei Kaminöfen abhängig vom Heizverhalten möglicherweise etwas mehr.

In ungedämmten Gebäuden liegt der Heizwärmebedarf allerdings deutlich höher: je nach Dämmzustand des Gebäudes kann der Heizwärmebedarf dort auch bei 250 kWh/m² pro Jahr liegen.

Frage: Was kostet eine bestimmte Holzmenge eigentlich?

Kostencheck-Experte: In unseren Berechnungen haben wir die Holzmenge immer in kg ermittelt. Für den Holzkauf ist das nicht praktikabel – dort wird meistens nach Raummetern oder Schüttraummetern gerechnet.

Beim Buchenholz in unserem Beispiel können Sie von rund 500 kg pro Raummeter und rund 700 kg pro Festmeter ausgehen. Der Preis für einen Raummeter Buchenholz liegt dabei typischerweise zwischen 70 EUR pro Raummeter und 85 EUR pro Raummeter.

Detaillierte Informationen über Brennholzpreise und die Umrechnung von Raummeter in Festmeter und Schüttraummeter erhalten Sie in diesem Beitrag.