Was kostet es, eine Zahnlücke schließen zu lassen?

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Zahnlücken, nicht nur im Frontzahnbereich, sind für unsere Mitmenschen deutlich sichtbar und stören das ästhetische Empfinden sehr. Es gibt verschiedene Methoden, diese zu schließen, was auch für die Zahngesundheit von Bedeutung ist. Im Interview mit dem Kostencheck-Experten erfahren Sie, wie sich Zahnlücken schließen lassen und welche Aufwendungen hierdurch auf Sie zukommen können.

Welche Gründe für Zahnlücken gibt es?

Kostencheck-Experte: Eine Zahnlücke zwischen den Schneidezähnen kann eine erbliche Veranlagung sein. Sie wird als echtes Diastema bezeichnet. Bei Kindern, bei denen die zweiten Zähne noch nicht durchgebrochen sind, kann ein durch die Lücke gewachsenes Lippenbändchen die Ursache sein.

Auch manche Erwachsene haben eine deutlich sichtbare Lücke zwischen den Schneidezähnen. Madonna und Elton John tragen diese mit Selbstbewusstsein. Viele Personen unseres Kulturkreises empfinden die ikonische Zahnlücke allerdings als Makel und entschließen sich, diese durch kieferchirurgische Maßnahmen schließen zu lassen.

Beim unechten Diastema entsteht eine Zahnlücke durch die fehlende Anlage oder Verkümmerung eines seitlichen Schneidezahnes. Zahnlücken in Form kleiner, schwarzer Dreiecke am Zahnfleischrand sind die unschöne Folge fortgeschrittener Parodontitis.

Schließlich kann auch ein Zahnunfall oder Karies zu Zahnverlust und damit zu einer Zahnlücke führen. Waagerechte Lücken entstehen durch heftiges Zähneknirschen, das zu übermäßiger Abnutzung der Zahnsubstanz und letztlich zu verkürzten Zahnkronen führt.

Wie lässt sich eine Zahnlücke zwischen den Schneidezähnen schließen und was kostet dies?

Kostencheck-Experte: Veneers sind eine gute Methode, um ein Diastema zu schließen. Es handelt sich hierbei um hauchdünne Keramikschalen, die mittels einer speziellen Klebetechnik fest mit den eigenen Zähnen verbunden werden. Die Kosten für Veneers sind abhängig von der Ausführung und der Anzahl der benötigten Verblendungen:

Art Kosten
Composite-Veneers ab 75 EUR
konventionelle Veneers 500 – 2.000 EUR
Non Prep Veneers 700 – 1.000 EUR
Veneers to Go ab 350 – 400 EUR
Veneers, im Ausland angefertigt ab 450 EUR

Da es sich bei Veneers um keine medizinisch notwendige Maßnahme handelt, müssen Sie die Kosten fast immer aus eigener Tasche bezahlen. Auch die Zahnzusatz- und Privatversicherung kommt nur in Ausnahmefällen, abhängig vom Vertrag, für Veneers auf. Reichen Sie deshalb den Heil- und Kostenplan des Zahnarztes noch vor Behandlungsbeginn bei der Versicherung ein und lassen Sie sich die Kostenübernahme bestätigen.

Mein Kind hat eine Zahnlücke zwischen den Schneidezähnen. Wie wird diese geschlossen und was kostet dies?

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Bei Kindern reicht oft ein kleiner Eingriff, außer bei größeren Zahnlücken
Kostencheck: Bei Kindern genügt häufig ein kleiner Eingriff, um die Zahnlücke zu schließen. Die Ursache für das Diastema ist häufig ein zu tief sitzendes Lippenbändchen, welches das vollständige Zusammenwachsen der Zähne verhindert. Wird dieses durchtrennt, schließt sich die Lücke meist von alleine. Gegebenenfalls wird dieser Prozess durch eine kieferorthopädische Korrektur unterstützt.

Die Kosten für diese Behandlung trägt fast immer die gesetzliche oder private Krankenversicherung.

Kann man Zahnlücken auch durch eine Zahnspange schließen?

Kostencheck: Durch eine Veränderung der Zahnposition lassen sich viele Zahnlücken dauerhaft schließen. Durch festsitzende Zahnspangen wird die Zahnwurzel selbst bewegt und der Zahnspalt verschwindet nach und nach.

Viele Erwachsene bevorzugen unsichtbare Zahnspangen, die im Alltag kaum auffallen. Beim Invisalign-System kommen transparente Schienen, ähnlich einer Knirschschiene, zum Einsatz. Etwa alle zwei Wochen erhalten Sie neue Schienen, welche die Zähne in die gewünschte Position bringen, sodass sich die Lücke nach und nach schließt. Allerdings ist diese Variante der Zahnregulierung relativ kostenintensiv, sie schlägt mit 6.000 bis 9.000 EUR zu Buche. Die Krankenversicherung kommt hierfür nur in wenigen Ausnahmefällen auf.

Festsitzende Zahnspangen, die auf der Innenseite der Zähne angebracht werden, sind ebenfalls kaum sichtbar. Die Lingualtechnik eignet sich für fast alle Zahnfehlstellungen, auch größere Lücken lassen sich mit dieser sehr ästhetischen Lösung unauffällig schließen. Wie alle Zahnspangen bei Erwachsenen müssen Sie die Kosten in Höhe von 6.000 – 15.000 EUR aus eigener Tasche bezahlen.

Welche Möglichkeiten gibt es, einen fehlenden Zahn zu ersetzen?

Kostencheck: Zahnlücken durch fehlende Zähne führen zu einem veränderten Biss, der nicht nur Schäden am Gebiss und eine Rückbildung des Kieferknochens nach sich ziehen kann. Auch Kiefer-, Nacken- und Kopfschmerzen lassen sich in manchen Fällen auf einen fehlenden Zahn zurückführen.

Zahnlücken sollten deshalb unter Berücksichtigung eines gesunden Zahnhalteapparates geschlossen werden. Hierzu bieten sich:

  • Brücken
  • Teilprothesen
  • Teleskopprothesen
  • Geschiebeprothesen
  • Implantate

oder eine Kombination dieser Methoden an.

Was kostet es, eine Zahnlücke mit einer Brücke zu schließen?

Kostencheck: Die genauen Kosten für eine Brücke lassen sich nur schwer beziffern, da sie:

  • vom verwendeten Material sowie
  • der Bauart der Brücke

abhängig sind.

Da die Krankenkasse nur einen Festzuschuss zur Regelversorgung übernimmt, müssen die Patienten hohe Zuzahlungen in Kauf nehmen. Diese belaufen sich auf circa 900 – 1.500 EUR.

Mein Zahnarzt empfiehlt eine Teilprothese. Was kostet diese?

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Fehlt ein Zahn, kann das schnell zum Fehlbiss führen
Kostencheck: Weist das Gebiss eine größere Lücke auf, lässt sich diese relativ kostengünstig mit einer Teilprothese schließen. Klammerprothesen unterscheiden sich in Machart und Form, abhängig von der Lage und der Anzahl der zu ersetzenden Zähne. Die Teilprothese ist die Regelversorgung, weshalb der vom Patienten zu entrichtende Eigenanteil mit 250 bis 550 EUR nicht ganz so hoch ist, wie bei anderen Varianten.

Welche Kosten fallen bei einer Teleskopprothese an?

Kostencheck: Dieser Zahnersatz besteht aus einem festsitzenden und einem herausnehmbaren Teil. Da das Teleskopsystem von außen nicht sichtbar ist, erfüllt es auch ästhetisch alle Ansprüche. Zudem gibt es keinen störenden Fremdkörper am Gaumen, was insbesondere dann von Vorteil ist, wenn Sie beruflich viel Sprechen müssen. Ein weiteres Plus der Teleskopprothese: Sie wirkt wie eine stabilisierende Schiene; der Kaudruck verteilt sich gleichmäßig und die eigenen Zähne werden geschont.

Bei diesem Zahnersatz handelt es sich nicht um eine Regelversorgung, sie erhalten deshalb von der Krankenkasse nur den Festzuschuss. Der selbst zu entrichtende Anteil beläuft sich, abhängig von der Gebisssituation, auf 600 bis 5.000 EUR.

Was ist eine Geschiebeprothese und wie viel kostet diese?

Kostencheck: Die Geschiebeprothese ist ein kombinierter Zahnersatz. Diese herausnehmbare Prothese lässt sich mit einem feinmechanischen Geschiebe und einem speziellen Verschlusssystem unsichtbar an den Restzähnen befestigen.

Die Herstellung ist aufwendig. Dies müssen Sie teuer bezahlen, denn Geschiebeprothesen sind keine Kassenleistung. Sie erhalten deshalb nur den Festzuschuss, der die Regelversorgung abdeckt und müssen, abhängig von der Größe der Zahnlücke, zwischen 1.500 und 5.000 EUR aus eigener Tasche zuzahlen.

Ich möchte die Zahnlücke durch ein Implantat schließen. Was kostet dies?

Kostencheck: Implantate sind künstliche Zahnwurzeln, die fest im Kieferknochen verankert werden. Sie dienen als Träger für den Zahnersatz, beispielsweise eine Krone oder eine Brücke und stellen die natürliche Ästhetik wieder her. Auch unerwünschte Folgen des Zahnverlustes werden vermieden, denn gesunde Nachbarzähne müssen nicht beschliffen werden. Bei guter Zahnpflege halten Implantate ebenso lange wie ein eigener Zahn.

Zahnimplantate zählen allerdings nicht zur Regelversorgung, sodass Sie mit einem hohen Eigenanteil rechnen müssen. Die Aufwendungen für einen Einzelzahn belaufen sich auf etwa 1.500 EUR.

Müssen Zahnlücken zwangsläufig geschlossen werden?

Kostencheck: Dies kommt auf die Art der Zahnlücke an. Handelt es sich, wie bei der Lücke zwischen den Schneidezähnen, um ein ästhetisches Problem, an dem Sie sich selbst nicht stören, muss die Lücke nicht geschlossen werden.

Anders sieht dies bei Lücken durch Zahnverlust aus. Sie bieten nicht nur einen unschönen Anblick, sondern gefährden unter Umständen auch die Gesundheit des Gebisses:

  • Durch die Lücke können sich die Nachbarzähne verschieben. Die Gebissregion wird instabil, die Zähne verlieren ihren festen Halt.
  • Da die Zahnwurzel fehlt, schwindet der Kieferknochen. Dies kann die Stabilität der Nachbarzähne ebenfalls beeinträchtigen.
  • Besteht die Lücke längere Zeit und ging viel Knochenmasse verloren, muss vor dem Einsetzen eines Implantats der Knochen aufwendig wiederhergestellt werden.
  • Die Zähne der gegenüberliegenden Kieferseite bekommen keinen Gegendruck mehr. Sie wachsen deshalb aus dem Knochen heraus und verlieren den Halt. In der Folge kann es zu einer Schädigung des Kiefergelenks kommen, da die Harmonie der Kaubewegung gestört ist.

Ich benötige zum Lückenschluss einen Zahnersatz. Wie berechnet sich der Eigenanteil?

Kostencheck: Welche Kosten Sie selbst bezahlen müssen, ist abhängig von der von Ihnen gewählten Versorgung. Muss eine Zahnlücke geschlossen werden, trägt die gesetzliche Krankenversicherung etwa die Hälfte der Aufwendungen der Standardtherapie. Bei dieser handelt es sich um eine Lösung, die in Sachen Lebensdauer, Stabilität und Passgenauigkeit gute Ergebnisse erzielt. Sie genügt jedoch nicht immer den ästhetischen Ansprüchen.

Bietet Ihnen der Zahnarzt eine gleichartige Versorgung an, beinhaltet diese neben der Kassenleistung zusätzliche Leistungen wie beispielsweise einen optisch ansprechenderen Zahnersatz. Häufig schlägt der Dentist aber eine andersartige Versorgung vor. Sie erhalten dann zwar den Festzuschuss, die gesamte Behandlung wird jedoch nach der privaten Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) abgerechnet.

Können die Kosten, die durch den Lückenschluss entstehen, auch komplett von der Krankenkasse übernommen werden?

Kostencheck: Lässt Ihre finanzielle Lage keine großen Sprünge zu, können Sie in den Genuss der Härtefallregelung kommen. Die Krankenversicherung bezahlt in diesem Fall den doppelten Festzuschuss beziehungsweise sämtliche für die Regelleistungen anfallenden Kosten.

Sie müssen hierfür folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • Das Bruttoeinkommen darf einen bestimmten Betrag nicht überschreiten.
  • Sie müssen bei einer gesetzlichen Krankenversicherung versichert sein.

Auch bei einem geringen Einkommen müssen Sie also nicht auf eine gute, zahnmedizinische Versorgung verzichten. Reichen Sie zusammen mit den erforderlichen Unterlagen den Heil- und Kostenplan des Zahnarztes bei der Krankenkasse ein und lassen Sie sich die Kostenübernahme schriftlich bestätigen.

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