Bad behindertengerecht umbauen: welche Kosten sind zu erwarten?

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Damit Menschen mit Einschränkungen das Bad auch möglichst weitgehend selbständig nutzen können, muss es barrierefrei gestaltet sein. Dafür gibt es auch geltende Normen, wie etwa die DIN 18040-2, die klare Voraussetzungen angibt, wie Barrierefreiheit in der Praxis auszusehen hat. Welche Kosten ein behindertengerechter Umbau des Badezimmers verursacht, erfahren Sie vom Kostencheck-Experten in unserem Interview.

Frage: Welche Kosten verursacht ein behindertengerechter Umbau im Bad?

Kostencheck-Experte: Das kann man natürlich nur schwer sagen – das hängt immer von der Situation im Einzelfall und den notwendigen Umbaumaßnahmen ab.

Geklärt werden müssen zunächst auch einmal die konkreten Anforderungen:

  • soll das Bad barrierefrei (nach der Norm) umgestaltet werden
  • soll es altersgerecht gestaltet werden
  • muss es rollstuhlgerecht gestaltet werden
  • soll es lediglich barrierearm ausgeführt werden

Je nach Umgestaltungswunsch sind unterschiedliche Maßnahmen beim Umbau nötig. Den größten Umfang an Maßnahmen erfordert dabei in der Praxis der rollstuhlgerechte Umbau. Reicht die Badfläche hier nicht aus, muss gegebenenfalls auch noch das Platzangebot erweitert werden (etwa durch Versetzen der Wände). Auch die Tür muss meist entsprechend erweitert werden.

Bodengleiche Dusche behindertengerecht

Der Einbau einer bodengleichen Dusche kostet etwa 3000€
Der Einbau einer bodengleichen Dusche kostet im Altbau mindestens 2.000 EUR, die Kosten können aber bei problematischer Umbausituation leicht auch bis zu 5.000 EUR reichen. Dazu kommt in den meisten Fällen ein Duschsitz (rund 400 EUR bis 1.300 EUR je nach Ausführung) und eine Haltestange und diverse Haltegriffe in der Dusche. Ein durchgehender Duschhandlauf mit Brausehalterstange kostet meist ab rund 300 EUR.

Der nachträgliche Einbau einer Tür in die Badewanne ist mit rund 1.500 EUR zu veranschlagen, wird eine neue Badewanne mit Tür angeschafft, müssen Sie mit Kosten im Bereich von 3.000 EUR bis 4.000 EUR rechnen. Ein einfacher Badewannenlift kostet ab rund 300 EUR, für hochwertige Modelle müssen Sie aber mindestens 800 EUR bis 2.500 EUR rechnen, gegebenenfalls auch mehr.

Für ein barrierefreies WC müssen Kosten von etwa 4.000 EUR veranschlagt werden, für einen barrierefreien und mit dem Rollstuhl unterfahrbaren Waschtisch fallen Kosten ab rund 400 EUR an. Stützgriffe mit entsprechender Belastbarkeit und in normgerechter Ausführung kosten ab rund 100 EUR pro Stück, berührungslos bedienbare Armaturen (Sensorarmaturen) gibt es ab rund 200 EUR bis 250 EUR. Für einen Kippspiegel (den Rollstuhlfahrer über dem Waschtisch benötigen) müssen Sie ab rund 70 EUR an Kosten rechnen.

Dazu können noch rutschhemmende Beläge und eine kontrastreiche farbliche Gestaltung kommen, um bei eingeschränkter Sehfähigkeit aber auch bei Demenz die Benutzung des Bades zu erleichtern.

Kostenbeispiel aus der Praxis

Wir wollen unser Badezimmer altersgerecht gestalten und lassen deshalb eine bodengleiche Dusche nachträglich einbauen. Wir bauen eine zusätzlich eine Haltestange in die Dusche ein und bringen zwei weitere Haltestangen im Badezimmer an. Die Toilette tauschen wir gegen ein höhenverstellbares Modell aus.

Posten Preis
Bodengleiche Dusche mit Einbau 4.600 EUR
Einbau von Haltestange und Spezialarmatur in der Dusche zusätzlich 660 EUR
zwei weitere Haltestangen 180 EUR
höhenverstellbares WC samt Einbau und Haltegriffen 4.200 EUR
Gesamtkosten 9.640 EUR

Die hier gezeigten Kosten beziehen sich auf konkrete Maßnahmen im Einzelfall in einem Bad mit bestimmten örtlichen Gegebenheiten. Die Kosten für den Umbau können in anderen Fällen auch deutlich unterschiedlich liegen.

Frage: Was bestimmt die Kosten für den behindertengerechten Umbau des Bads?

Kostencheck-Experte: Maßgeblich sind hier:

Behindertengerechtes Bad Preise

Die Kosten für ein behindertengerechtes Bad hängen stark von der Ausstattung ab

  • welche Ziele mit dem Umbau erreicht werden sollen (barrierearmes Bad, barrierefrei nach Norm, seniorengerechtes Bad oder rollstuhlgerechtes Bad)
  • welche örtlichen Gegebenheiten (Platzangebot, bereits verbaute Sanitärgegenstände, etc.) vorliegen
  • welche Einzelmaßnahmen im Zuge des Umbaus gefordert sind
  • welche Förderungen bezogen werden können (KfW „Altersgerechter Umbau“, Pflegekasse, etc.)

Sinnvoll ist, gemeinsam mit dem Installateur eine konkrete Planung je nach individuell gegebenem Bedarf im Vorfeld durchzuführen. Gerade in Privathaushalten muss häufig nicht „normgerecht“ umgebaut werden, ein barrierearmes Bad ist in vielen Fällen bereits ausreichend.

Text: Kostencheck.de