Aushub: welche Kosten sind zu erwarten?

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Für den Bau eines Pools aber auch beim Bau einer Fundamentplatte oder beim Asphaltieren einer Einfahrt sind Erdarbeiten erforderlich. Die Kosten werden häufig falsch eingeschätzt. Mit welchen Kosten zu rechnen ist, erklärt ausführlich der Kostencheck-Experte im Interview.

Frage: Was kosten Erdarbeiten?

Kostencheck-Experte: Die Kosten bewegen sich in einem weiten Bereich und hängen davon ab, welche Art von Boden wie tief abgetragen wird.

Die Kosten für einen Erdaushub können sich zwischen 20 EUR pro m³ und 100 EUR pro m³ bewegen.

Die Kosten für Abtransport und Entsorgung des Aushubs kommen noch dazu. Sie können sich ebenfalls zwischen rund 20 EUR pro m³ und 140 EUR pro m³ bewegen. Kann die Erde auf dem Grundstück verbleiben, sind die Kosten deutlich geringer.

Zu unterscheiden ist grundsätzlich

  • ob lediglich Mutterboden abgetragen werden Zentimeter muss
  • nur geringfügig (10 cm bis 20 cm tief) ausgekoffert wird oder
  • ob eine „echte“ Baugrube entsteht

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Entscheidend ist, wie tief ausgehoben werden soll
Für das Abtragen von Mutterboden liegen die Kosten im Bereich von 3 EUR pro m² bis 5 EUR pro m².

Bei geringen Auskofferungen fallen kaum höhere Kosten an. Im Allgemeinen kann mit Kosten von rund 5 EUR pro m³ gerechnet werden, außer die Bodenbeschaffenheit ist sehr problematisch.

Bei echten Baugruben sind die Kosten dagegen sehr stark von der Bodenbeschaffenheit (Bodenklasse nach DIN) abhängig. Die Kosten beginnen bei rund 5 EUR pro m³ ausgehobenem Erdreich, können bei schlechter Bodenbeschaffenheit aber bis zum Zwanzigfachen und mehr betragen.

Kostenbeispiel aus der Praxis

Eine 10 m x 10 m große Baugrube für einen Pool soll vom Fachunternehmen ausgehoben werden. Die Aushubtiefe beträgt 3 m. Die Bodenbeschaffenheit entspricht Bodenklasse 4.

Die Hälfte des Aushubs kann auf dem Grundstück verbleiben und zum Anschütten eines Hangs verwendet werden. Die andere Hälfte wird vom Fachunternehmen entsorgt.

Posten Preis
Aushubfläche säubern (Gebüschrodung) 290 EUR
Mutterboden abtragen, zwischenlagern 360 EUR
Aushub 3.456 EUR
Zwischenlagern halber Aushub 1.512 EUR
Abtransport und Entsorgung halber Aushub 6.912 EUR
Gesamtkosten 12.530 EUR

Hierbei handelt es sich lediglich um ein einzelnes Kostenbeispiel für einen konkreten Fall. Die Kosten in anderen Fällen können unterschiedlich liegen.

Insbesondere bei schwieriger Bodenbeschaffenheit (Bodenklasse 6 oder 7) können die Aushubkosten ein Mehrfaches dieses Betrags ausmachen.

Frage: Von welchen Faktoren hängen die Kosten für den Aushub ab?

Kostencheck-Experte: Zu berücksichtigen sind:

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Neben der Aushubtiefe kommen noch weitere Kostenfaktoren zum Tragen

  • die Aushubtiefe (Mutterboden entsorgen, auskoffern oder Baugrube anlegen) und die Art des Aushubs
  • die Aushubmenge
  • die Bodenbeschaffenheit
  • die Lage des Aushuborts und zu entfernende Bepflanzung oder Bewuchs
  • die Zugänglichkeit des Aushuborts
  • mögliche Kontaminationen des Bodens
  • Kosten für Lagerung oder Abtransport und Entsorgung des Erdreichs
  • die Preisgestaltung des ausführenden Unternehmens

Frage: Inwieweit beeinflusst die Bodenbeschaffenheit die Kosten für den Aushub?

Kostencheck-Experte: Beim Anlegen von Baugruben ist die Bodenbeschaffenheit der wichtigste Kostenfaktor. Beurteilt wird die Bodenbeschaffenheit nach der in der DIN 18300 festgelegten Bodenklasse.

Je nach Lösbarkeit des Bodens sieht die DIN insgesamt 7 verschiedene Bodenklassen vor. Bodenklasse 1 gilt grundsätzlich nur für Oberboden.

Bis Bodenklasse 3 ist der Boden leicht lösbar, Bodenklasse 4 ist die in Deutschland am häufigsten vorkommende Bodenart. Ab Bodenklasse 5 („Hackboden“) sind Böden schwer lösbar, die Kosten für den Aushub steigen beträchtlich an. Die Felsenuntergründe in Bodenklasse 6 und 7 sind schwer lösbar und verteuern die Aushubkosten enorm.

Die Auswirkungen der Bodenbeschaffenheit auf die Aushubkosten erkennt man in nachstehender Tabelle mit beispielhaften Preisen:

Bodenklasse Preis für Aushub
Bodenklasse 3 – 5 3,50 EUR pro m³ bis 5 EUR pro m³
Bodenklasse 6 60 EUR pro m³ bis 70 EUR pro m³
Bodenklasse 7 („Sprengboden“) 90 EUR pro m³ bis 100 EUR pro m³

Zusätzlich zur Bodenklasse können bei der Bodenbeschaffenheit noch weitere verteuernde Faktoren hinzukommen – etwa stehendes Grundwasser oder Wassereinbrüche an der Aushubstelle.

Wenn Schächte oder Gräben ausgehoben werden sollen, muss man mit höheren Aushubkosten rechnen. Auch bei niedrigen Bodenklassen liegen die Kosten dafür selten unter 25 EUR pro m³.

Die Bodenklasse findet man in der Regel im für jeden Bau verpflichtenden Bodengutachten angegeben. Weitere erschwerende Faktoren kann man häufig erst beim Aushub selbst erkennen. Daher besteht durch unerwartete Schwierigkeiten immer ein gewisses Kostenrisiko.

Frage: Welche Kosten fallen für Lagerung und Entsorgung des Aushubs an?

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Auch die Kosten für die Entsorgung müssen bedacht werden
Kostencheck-Experte: Die kostengünstigste Möglichkeit ist der Verbleib des Aushubs auf dem Grundstück – etwa wenn damit später eine abschüssige Fläche begradigt werden soll. In diesem Fall liegen die Kosten bei einer guten Lagerungsmöglichkeit bei rund 3 EUR pro m³ bis 5 EUR pro m³.

Kleinere Mengen, die man selbst aushebt werden über Container entsorgt. Die Kosten für die Entsorgung liegen bei rund 20 EUR pro m³ bis 30 EUR pro m³. Dazu kommt gegebenenfalls noch die Containermiete, wenn kein Pauschalpreis angeboten wird.

Benutzt ein Unternehmen wegen der geringen Aushubmengen einen Container zum Entsorgen des Aushubs, liegen die Kosten bei rund 35 EUR pro m³ bis 50 EUR pro m³.

Mengen über 15 m³ werden allerdings in der Regel direkt mit dem LKW entsorgt. Die Kosten dafür liegen zwischen 10 EUR pro m³ und 20 EUR pro m³.

Text: Kostencheck.de