Was kostet es, den Wert eines Hauses schätzen zu lassen?

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Den Wert des eigenen Hauses zu kennen, ist beim Verkauf, aber auch bei einer Erbschaft oder Scheidung von Bedeutung. Doch welche Kosten kommen durch eine Immobilienbewertung auf Sie zu? Diese und andere Fragen klären wir im Interview mit dem Kostencheck-Experten.

Wie wird der Wert ermittelt?

Kostencheck: Den Wert Ihres Hauses schätzen Fachleute anhand verschiedener Kriterien:

  • Lage und Infrastruktur,
  • Baujahr,
  • Lage (Verkehrsanbindung, umliegende Bebauung, Grünanlagen im näheren Umfeld),
  • Bausubstanz,
  • Energieeffizienz,
  • Größe bzw. Anzahl der Zimmer,
  • Ausstattung,
  • Nachbarschaft,
  • die lokale Marktsituation.

Insbesondere die Lage spielt bei der Bewertung eine wichtige Rolle, denn die Preise für Häuser unterscheiden sich regional enorm. Auch rechtliche Rahmenbedingungen wie beispielsweise ein auf dem Haus liegender Denkmalschutz oder Erbbaurechte wirken sich auf den Wert der Immobilie aus.

Was kostet eine Immobilien-Wertermittlung?

Kostencheck: Was es kostet, das Haus schätzen zu lassen, ist abhängig vom Umfang der individuellen Wertermittlung:

Kostenübersicht Preis
Onlinegutachten kostenfrei bis etwa 100 EUR
Kurzgutachten 500 – 750 EUR
Wertgutachten wird nach Gebührenordnung abgerechnet.

Kurz- oder Langgutachten: Was ist der Unterschied?

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Ein Kurzgutachten reicht oft aus
Kostencheck: Bei der Online-Wertermittlung geben Sie selbst die Informationen in eine Maske ein. Da nicht alle Daten erfasst werden, kann das Ergebnis allenfalls als grober Anhaltspunkt dienen.

Das Kurzgutachten reicht für den Immobilienverkauf in der Regel aus. Für dieses beurteilt ein Gutachter Merkmale wie die Lage und den Zustand des Hauses und beurteilt anhand dieser den Marktpreis.

Für rechtliche Verfahren hat das Kurzgutachten allerdings keine Gültigkeit. Für diese benötigen Sie eine detaillierte Wertermittlung. Sie wird im Fachjargon als Verkehrsgutachten bezeichnet. Das Langgutachten kann bis zu dreißig Seiten umfassen. Bedingt durch die Ausführlichkeit dauert die Ausfertigung zwischen zwei und vier Wochen.

Welche Unterlage brauche ich, möchte ich eine Immobilie schätzen lassen?

Kostencheck: Um ein möglichst verlässliches Ergebnis zu erhalten, benötigen Sie eine Vielzahl von Schriftstücken und Informationen:

  • Einen Grundbuchauszug, der nicht älter als drei Monate sein sollte.
  • Einen Auszug der Flurkarte, der ebenfalls nicht älter als drei Monate sein sollte.
  • Einen Auszug aus dem Baulastenverzeichnis.
  • Die Bauzeichnungen sowie Zeichnungen von späteren An- und/oder Umbauten.
  • Belege über Modernisierungen, beispielsweise eine zusätzliche Wärmedämmung oder die Erneuerung der Fenster.
  • Gegebenenfalls den Erbbaurechtsvertrag sowie den Nachweis des aktuellen Erbbauzinses.
  • Steht das Haus unter Denkmalsschutz, eine Kopie des Denkmalbescheides.
  • Ist das Haus vermietet, den Mietvertrag mit Aufstellung der Nettokaltmiete und Nebenkosten.

Bewahren Sie deshalb alle Unterlagen, die im Zusammenhang mit Modernisierungs- oder Renovierungsmaßnahmen stehen, auf.

Genügt eine kostenlose Online-Wertermittlung oder sollte ich doch einen teuren Fachmann zurate ziehen?

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Eine Online-Wertschätzung reicht in manchen Fällen aus
Kostencheck: Das kommt darauf an, zu welchem Zweck Sie die Immobilie schätzen lassen möchten. Geht es Ihnen nur darum, den ungefähren Verkaufswert zu erfahren, reicht eine formlose Online-Schätzung aus. Sie erhalten sehr unkompliziert und in kürzester Zeit anhand der von Ihnen zur Verfügung stehenden Angaben eine etwaige Wertermittlung. Diese kann sehr hilfreich sein, um einschätzen zu können, ob ein Verkauf des Hauses aktuell lohnt.

Möchten Sie die Immobilie hingegen veräußern oder benötigen die Wertermittlung für ein Gerichtsverfahren, genügt die Onlineschätzung nicht. In diesem Fall sollten Sie einen Fachmann beauftragen.

Ein Tipp zum Schluss: Bitte bedenken Sie, dass der geschätzte Hauswert und der später zu erzielende Verkaufspreis oftmals nicht identisch sind. Die Wertermittlung ist nur eine Grundlage, anhand derer sich der Angebotspreis ermitteln lässt. Welcher Preis beim Verkauf erzielt wird, ist abhängig von der aktuellen Marktlage, dem derzeitigen Angebot und der Nachfrage. Einen absoluten Preis für Immobilien gibt es nicht.

Text: Michaela Kaiser