Was kostet die Versicherung eines Rollers?

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Motorroller sind günstig in Anschaffung sowie Unterhalt und vermitteln dem Fahrer ein Gefühl von Unabhängigkeit. Absolut im Trend liegen Retro-Roller, die liebevoll restauriert wieder auf die Straße gebracht werden. Als sehr umweltfreundlich gelten die immer beliebter werdenden Elektroroller. In diesem Artikel erfahren Sie, was es kostet, ein derartiges Fahrzeug zu versichern und finden viele weitere Informationen rund um dieses Thema.

Wann genügt das Versicherungskennzeichen und welche Fahrzeuge benötigen es?

Kostencheck: Entsprechend dem Pflichtversicherungsgesetz müssen Roller zwingend haftpflichtversichert sein. Für welche Fahrzeuge ein Versicherungskennzeichen ausreicht und welche Fahrzeuge in die Motorradversicherung eingegliedert sind, ist in §27 der „Verordnung über die Zulassung von Fahrzeugen“ geregelt.

Ob das Versicherungskennzeichen ausreicht, ist abhängig von Hubrauch und Geschwindigkeit.

Im Einzelnen sind dies:

  • Kleinkrafträder wie Motorroller, Mopeds und Mofas, die über einen Hubraum von höchstens 50 Kubikzentimeter und eine Höchstgeschwindigkeit von maximal 45 km/h verfügen,
  • Roller, Mofas und Mopeds, die in der ehemaligen DDR hergestellt wurden und die erstmals vor dem 1. März 1992 versichert wurden,
  • E-Roller mit Betriebserlaubnis,

sowie diverse andere Fahrzeuge wie Fahrräder mit Hilfsmotor, Pedelecs über 25 km/h, motorisierte Krankenfahrstühle oder vierrädrige Leichtkraftfahrzeuge, welche nicht schneller als 45 km/h sind.

Was kostet die Rollerversicherung?

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Scooter-Fahrer unter 23 Jahre zahlen mehr für die Versicherung
Kostencheck: Die Kosten bei dieser Versicherung variieren, abhängig von der Gesellschaft, enorm. Des Weiteren wirkt es sich auf den Preis aus, dass Sie diese Rollerversicherung in zwei Varianten erhalten: Für Fahrer unter 23 Jahre und für Lenker, die das 23. Lebensjahr abgeschlossen haben. Dies wird begründet mit der Auswertung von Unfallzahlen die ergeben haben, dass Jugendliche bzw. Fahrer, die noch nicht lange im Besitz eines Führerscheins sind, häufiger in Unfälle verwickelt werden und aus diesem Grund die Schadensregulierung öfter in Anspruch nehmen müssen.

So können Sie diese Versicherung beim aktuell günstigsten Anbieter bereits ab 28 EUR abschließen, während Sie bei anderen Versicherern 46 EUR für die gleichen Leistungen auf den Tisch legen müssen. Wünschen Sie Haftpflicht und Teilkasko, so kostet das derzeit zwischen 47 und 78 EUR jährlich.

Nicht immer enthalten ist der Neuwertersatz bei Totalschaden oder Verlust des neuen Fahrzeugs. Insbesondere bei teuren Rollern ist diese Ergänzung aber lohnenswert. Einige Gesellschaften verzichten zudem bei der Teilkasko auf den Einwand der groben Fahrlässigkeit. Diese leistet beispielsweise auch dann, wenn das Fahrzeug nachts an einer öffentlichen Straße steht und entwendet wird, und kann deshalb eine sinnvolle Erweiterung sein.

Ich möchte den Roller mitten im Jahr anmelden. Wie wirkt sich dies auf den Beitrag aus?

Kostencheck: Erwerben Sie das Kennzeichen nicht direkt zu Beginn des Versicherungsjahrs, reduziert sich bei fast allen Gesellschaften der Preis. Sie müssen in diesem Fall nur noch die anteiligen Kosten für den verbleibenden Nutzungszeitraum bezahlen. Allerdings ist dies nicht verpflichtend. Erkundigen Sie sich deshalb im Vorfeld, wie Ihre Versicherung das handhabt.

Was bezahlt die Rollerversicherung im Schadensfall?

Kostencheck: Das Versicherungskennzeichen, das jedes Jahr in einer anderen Farbe gehalten ist, ist der sichtbare Beleg dafür, dass Sie für den Roller eine Haftpflichtversicherung abgeschlossen haben. Damit haftet die Versicherung bis zur Höhe der vereinbarten Deckungssumme für alle Schäden, die mit dem versicherten Roller entstanden sind.

Sie können den Versicherungsschutz durch eine freiwillige Teilkasko-Versicherung erweitern. Diese schützt vor den finanziellen Folgen bei:

  • Beschädigung oder Verlust des Rollers,
  • Naturgewalten,
  • Glasbruch,
  • Brand oder Explosion,
  • Unfällen mit Haarwild.

Welche Unterlagen brauche ich für den Vertragsabschluss und wo bekomme ich das Kennzeichen?

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Für den Abschluss der Roller-Versicherung werden nur wenige Daten und Dokumente gebraucht
Kostencheck: Erfüllt der Motorroller obige Anforderungen, benötigen Sie für das Fahrzeug keine behördliche Zulassung. Sie unterschreiben direkt bei der Versicherung einen Vertrag oder schließen diesen online ab. Im Anschluss erhalten Sie neben dem Kennzeichen eine Bescheinigung für das entsprechende Versicherungsjahr.

Für die Vertragserstellung benötigt die Versicherung nachfolgende Angaben:

  • Hersteller des Fahrzeugs,
  • Fahrgestellnummer (Fahrzeug-Identifikationsnummer),
  • Antriebsart,
  • Baujahr.

Sind Sie nicht volljährig, benötigen Sie die Unterschrift der Eltern, um den Roller rechtswirksam zu versichern.

Für welchen Zeitraum gilt das Kennzeichen?

Kostencheck: Dies gilt stets vom 1. März des aktuellen Jahres bis Ende Februar des folgenden Jahres. Es ist entsprechen der Fahrzeug-Zulassungsverordnung folgendermaßen anzubringen:

  • An der Rückseite, möglichst unter der Schlussleuchte,
  • wobei der untere Rand mindestens 20 Zentimeter über der Fahrbahn liegen muss.
  • Das Versicherungskennzeichen darf maximal um 30 Grad in Fahrtrichtung geneigt sein
  • und es muss aus einem 45 Grad Winkel von beiden Seiten gut lesbar sein.

Achtung: Melden Sie ein verlorenes oder gestohlenes Kennzeichen schnellstmöglich der Versicherung sowie der Polizei. Es ist zwar ärgerlich, aber in der Regel müssen Sie ein neues Kennzeichen erwerben, für das Sie anteilig für das restliche Versicherungsjahr bezahlen müssen. Meist bekommen Sie jedoch den Betrag für das alte Kennzeichen rückerstattet.

Was passiert, wenn ich den Roller verkaufe?

Kostencheck: In diesem Fall haben Sie zwei Möglichkeiten:

  • Der Vorbesitzer übernimmt das Kennzeichen und der Vertrag wird auf ihn umgeschrieben.
  • Sie geben das Kennzeichen der Versicherung zurück und erhalten den zu viel bezahlten Betrag zurück.

Wann brauche ich eine Motorradversicherung für den Motorroller?

Kostencheck: Hat Ihr Roller mehr als 50 Kubikzentimeter Hubraum und erreicht eine Geschwindigkeit von über 45 km/h, benötigen Sie für das Fahrzeug eine Motorradversicherung. Je nach Alter und Vorgeschichte erhalten Sie diese ab etwa 70 EUR. Abhängig von verschiedenen Faktoren können sich die jährlichen Kosten jedoch auf bis zu 500 EUR belaufen.

Haftpflicht-, Teilkasko- und Vollkasko – sind alle drei Versicherungssäulen zwingend vorgeschrieben?

Kostencheck: Gesetzlich vorgeschrieben ist nur die Haftpflichtversicherung, welche für Sach-, Vermögens- und/oder Personenschäden aufkommt. Optional können Sie eine Teilkasko- oder Vollkaskoversicherung für den Motorroller abschließen.

Die Teilkasko leistet bei:

  • Brand oder Explosion,
  • Diebstahl,
  • Sturm, Hagel, Überschwemmung, Erdrutsch, Blitzschlag,
  • einem Kurzschluss in der Verkabelung,
  • Tierbiss und Zusammenstößen mit Tieren,
  • Glasbruch.

Die Vollkaskoversicherung trägt die Kosten bei:

  • Unfällen, die Sie selbst verschulden,
  • Vorkommnissen, bei denen der Unfallverursacher nicht ermittelbar ist,
  • mutwilliger Beschädigung Ihres Rollers durch Dritte.

Da die Vollkasko recht teuer ist, lohnt sie sich nur bei neuen und sehr teuren Motorrollern oder Retro-Rollern, die einen hohen Liebhaberwert besitzen.

Welche Faktoren beeinflussen die Beitragshöhe?

Kostencheck: Maßgeblich beeinflusst werden die Kosten durch die Freiheitsklasse, in die Sie eingestuft werden. Mit dieser belohnen die Versicherer schadenfreies Fahren. Für jedes Jahr, in dem Sie unfallfrei unterwegs sind, erhalten Sie einen Rabatt. Durch eine hohe Schadensfreiheitsklasse sinken die Beiträge erheblich, während Schadensfälle zu einer Rückstufung und somit höheren Kosten führen.

In nachfolgender Tabelle haben wir weitere Faktoren übersichtlich zusammengestellt:

Art Erklärung
Leistungsklasse Diese ist das wichtigste Kriterium bei der Ermittlung der Versicherungsprämie. Je mehr Kilowatt (kW) der Roller hat, desto höher ist auch der zu entrichtende Beitrag. Wer sparen möchte, sollte also die Motorleistungsklassen bereits beim Kauf des Motorrollers im Blick behalten.
Typklasse Diese gibt es, anders als beim PKW, in der Motorradversicherung nicht. Unterschieden wird nur zwischen Roller, Kraftrad, Kleinkraftrad und Leichtkraftrad.
Regionalklasse Diese werden anhand des Zulassungsbezirks (Wohnort) ermittelt. Die Regionalklasse beeinflusst den Preis für die Versicherung stark, da die Berechnungsgrundlage hierfür die Anzahl und Schwere der Unfälle aller versicherten Roller und Motorräder der Region ist.
Erstzulassung Hieraus ergibt sich die Nutzungsdauer. Insbesondere bei zeitlich begrenzter Neuwertentschädigung ist dies ein wichtiger Faktor.
Alter des Versicherungsnehmers und wie lange dieser im Besitz einer Fahrerlaubnis ist. Junge Fahrer oder Rollerbesitzer, die den Führerschein neu gemacht haben, müssen fast immer mit deutlich höheren Beiträgen rechnen.
Art der Nutzung Die Beitragshöhe hängt davon ab, ob Sie den Motorroller nur privat oder auch gewerblich nutzen, beispielsweise um Pizza auszufahren.
Fahrleistung Wird der Roller nur wenig bewegt, schlägt sich das in geringeren Versicherungskosten nieder.

Wie lassen sich die Kosten für einen Roller in der Motorradklasse senken?

Kostencheck: Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten:

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Die Kosten für die Versicherung lassen sich durch verschiedene Maßnahmen senken

  • Selbstbeteiligung: Tragen Sie einen kleinen Teil des finanziellen Risikos selbst, wirkt sich dies beitragssenkend aus. Die Selbstbeteiligung liegt meist bei 300 oder 500 EUR. Diese Summe müssen Sie im Schadensfall aus eigener Tasche aufbringen. Liegen die Kosten darüber, leistet die Versicherung.
  • Stellplatz: Steht Ihr Roller nachts in der Garage oder zumindest auf einem abschließbaren Grundstück, gewähren viele Versicherer einen Rabatt.
  • Fahrerkreis: Lenken nur Sie den Roller, wirkt sich auch dies positiv auf die Beitragshöhe aus.
  • Saisonkennzeichen: Nutzen Sie den Motorroller nur in der warmen Jahreszeit, lohnt ein Saisonkennzeichen. Sie bezahlen in diesem Fall nur für jenen Zeitraum Versicherungsbeiträge, in dem der Roller angemeldet ist. Vereinbaren Sie mindestens sechs Monate als Saison, denn nur dann profitieren Sie im nächsten Jahr von einem höheren Schadensfreiheitsrabatt.
  • Beruf, Familienstand, Wohnverhältnisse: Viele Versicherer gewähren bestimmten Berufsgruppen, beispielsweise Beamten und Angestellten im Öffentlichen Dienst, einen Rabatt. Auch wer in einer festen Partnerschaft lebt und Kinder hat, wird von vielen Anbietern günstiger eingestuft.
  • Wahl des Versicherers: Ein gründlicher Vergleich der Beitragshöhe der einzelnen Anbieter lohnt, da diese stark differiert.

Nicht verzichten sollten Sie hingegen auf Faktoren wie:

  • grobe Fahrlässigkeit
  • eine Deckungssumme von mindestens 50 Millionen EUR
  • erweiterte Wildschäden.

Auch der Verzicht „neu für alt“ macht bei liebevoll instand gesetzten Retro-Rollern Sinn. Im Schadensfall erhalten Sie die Summe für neue Verschleißteile und nicht nur den angesetzten Zeitwert.

Text: Michaela Kaiser