Innenputz: diese Kosten fallen an

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Wenn die Innenwände einen neuen Putz brauchen, wird es Zeit, den Verputzer oder den Maler kommen zu lassen. Welche Kosten Sie für das Verputzen der Wände im Einzelfall einkalkulieren müssen, erkärt ausführlich der Kostencheck-Experte im Interview.

Frage: Wie werden Wände und Decken überhaupt verputzt?

Kostencheck-Experte: Heute wird in Innenräumen in der Regel Maschinenputz oder Spritzputz eingesetzt. Der Putz wird zunächst angerührt und dann mithilfe der Putzmaschine an die Wand gebracht. Das Verfahren ist zeit- und damit kostensparender als ein klassisches Verputzen von Hand, das heute kaum mehr jemand macht.

Lediglich bei besonderen Sichtputzen, bei denen man sich ein nachträgliches Streichen der Wand ersparen kann, muss bei besonderen Strukturen noch ein wenig von Hand nachgearbeitet werden.

Oberputze kann man auch als Roll- oder Streichputze ausführen. Das ist aber eher Sache von Heimwerkern als von professionellen Verputzern.

Frage: Was kostet es, eine Wand oder eine Decke verputzen zu lassen?

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Für das Verputzen im Innenbereich sind mit mindestens 25€ pro qm zu rechnen
Kostencheck-Experte: Das kann man pauschal nicht sagen, da das ganz wesentlich von den Gegebenheiten vor Ort abhängt.

Im Allgemeinen können Sie bei einem Neubau, bei dem die Wände noch völlig unverputzt sind, meist zwischen 25 EUR pro m² bis 35 EUR pro m² für die gesamten Putzarbeiten rechnen.

Zu diesen Preisen können aber – je nach notwendigen Arbeiten – noch weitere Kosten hinzukommen, etwa wenn ein Glattputz oder Sichtputz gewünscht wird.

Geht es lediglich um das Aufbringen eines neuen Oberputzes auf eine bereits schon zuvor verputzte Wand, müssen Sie im Allgemeinen mit Kosten im Bereich von 8 EUR pro m² bis 12 EUR pro m² rechnen.

Auch hier können gelegentlich aber auch noch zusätzliche Kosten anfallen, je nachdem, welche Nebenarbeiten noch zu leisten sind.

Ein kleines Kostenbeispiel aus der Praxis:

Wir wollen den Innenbereich eines Kellers mit 160 m² Wandfläche verputzen lassen. Der Keller ist neu errichtet und bisher noch unverputzt.

Posten Preis
Unterputz 2.720 EUR
Oberputz 1.440 EUR
Gesamtkosten 4.160 EUR
Kosten pro m² Wandfläche 26 EUR pro m²

Hier handelt es sich natürlich nur um ein einzelnes Kostenbeispiel für eine spezielle Bausituation. Abhängig von den örtlichen Gegebenheiten und der gewählten Putzausführung können die Preise in anderen Fällen auch ganz anders liegen.

Besonders zu berücksichtigen sind hier auch regionale Unterschiede. Gerade beim Verputzen hängt der übliche Preis stark davon ab, in welcher Region man sich befindet.

Frage: Von welchen Faktoren hängen die Kosten für den Innenverputz in der Regel ab?

Kostencheck-Experte: Hier muss man natürlich einige Kriterien berücksichtigen:

  • ob es sich um einen Alt- oder Neubau handelt
  • wie der Untergrund beschaffen ist
  • welches Putzsystem verwendet wird
  • welche Arbeitszeit der Betrieb kalkuliert
  • welche Menge an Wand- und Deckenflächen verputzt werden soll

Hier fließen ganz viele Faktoren mit ein, so dass man immer nur für den Einzelfall bei ganz konkret bekannten Arbeiten eine einigermaßen zutreffende Kostenschätzung abgeben kann.

Frage: Wo liegen die Unterschiede bei Altbau und Neubau?

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Die Preise für Alt- und Neubau sind verschieden
Kostencheck-Experte: Wie schon erwähnt wird ein Putz in der Regel aus einem Unterputz und einem Oberputz aufgebaut.

Bei einem Neubau, wo noch kein Putz vorhanden ist, müssen beide Putzschichten getrennt voneinander aufgebracht werden. Der Unterputz ist die aufwändigere Variante – hier werden meist zwischen 15 EUR pro m² und 20 EUR pro m² verlangt.

Der Oberputz ist etwas günstiger und kostet im Standardfall meist zwischen 8 EUR pro m² und 12 EUR pro m². Je nachdem, welche Vorarbeiten noch dazu kommen (müssen), kann sich der Preis aber noch ein wenig verteuern.

Sollen die Wände danach gestrichen oder tapeziert werden, muss man dafür selbstverständlich noch weitere Kosten rechnen.

Beim Altbau ist in der Regel der Unterputz schon vorhanden und in sehr vielen Fällen auch noch einigermaßen unbeschädigt, so dass er weiterverwendet werden kann. Erneuert werden muss dann oft nur der Oberputz – dafür werden ebenfalls die schon oben angegebenen Kosten fällig.

Andere Putze als die üblichen Standardputze können aber auch deutlich teuer sein – hier müssen Sie oft zwischen 20 EUR pro m² bis 25 EUR pro m² oder sogar mehr rechnen.

Dazu gehören beispielsweise:

  • aufwändige Strukturputze
  • besondere Kalkputze
  • Baumwollputze
  • Lehmputze
  • besondere gewünschte Putzgestaltungen
  • Glattputze und Sichtputze

Besonders hochwertige Varianten, wie etwa Tadelakt-Putze, können dann durchaus ein Mehrfaches an Kosten verursachen. Bei einzelnen, luxuriösen Putzarten müssen Sie dann oft sogar mit Kosten über 100 EUR pro m² rechnen, wie bei Tadelakt. Diese Putze sind aber meist auch sehr schwierig und aufwändig zu verarbeiten, deshalb ist der Preis meist durchaus gerechtfertigt.

Frage: Spielt die Untergrundbeschaffenheit ebenfalls eine Rolle für den Preis?

Kostencheck-Experte: Grundsätzlich ja. Problematische Untergründe müssen vorbehandelt werden, es kann je nach örtlichen Gegebenheiten unter Umständen auch ein anderes Putzsystem nötig werden.

Auch besondere, zusätzliche Aufwände können manchmal nötig sein, wie etwa Spachtelarbeiten. Alles das verursacht natürlich zusätzlichen Aufwand und damit auch zusätzliche Kosten für den Bauherrn.

Frage: Warum spricht man eigentlich von „Putzsystemen“ – und wie groß sind die Preisunterschiede zwischen den einzelnen Systemen?

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Es gibt verschiedene Putzarten, die sich jedoch preislich wenig unterscheiden
Kostencheck-Experte: Im Allgemeinen nicht so hoch – die Materialkosten bei den meisten Putzklassen liegen recht dicht beieinander, egal ob es sich um Zement-, Kalkzement- oder Gipsputze handelt.

Von Putzsystemen wird deshalb gesprochen, weil Unterputz und Oberputz immer exakt aufeinander abgestimmt werden, damit eine bestmögliche Haftung garantiert ist und keine Risse auftreten.

Die Auswahl des Putzsystems obliegt dabei in der Regel dem ausführenden Unternehmen, das ein Putzsystem je nach vorhandenem Untergrund auswählt. Es würde auch gar nicht viel Sinn machen, allein auf dem kostengünstigsten Putzsystem zu bestehen – das bringt nicht viel, wenn der Putz dann nicht hält.

Lediglich dem Wunsch nach reinen Kalkputzen wird wann immer das technisch machbar ist, entsprochen – weil ein Kalkputz als Oberputz sehr gute feuchtigkeitsregulierende Eigenschaften in Räumen entfaltet und damit zusätzliche Wohnqualität bedeutet. Dafür muss man meist aber auch geringfügig höhere Preise in Kauf nehmen als bei einem Standard-Putzsystem.

Frage: Kann die Arbeitszeit unterschiedlich kalkuliert werden?

Kostencheck-Experte: In der Regel liegen die kalkulierten Arbeitsaufwände bei den meisten Betrieben relativ nahe beieinander.

Im einen oder anderen Fall kann aber ein Betrieb auch einmal etwas schneller mit der Arbeit vorankomen und dementsprechend etwas kürzere Zeiten planen.

Da heute aber niemand mehr Standardputze mit der Hand aufbringt und die Leistungen der Putzmaschinen nicht so stark unterschiedlich sind, ist der Zeitunterschied unerheblich.

Was aber vorkommen kann ist, dass bei besonderen örtlichen Gegebenheiten oder bei besonderen Gestaltungswünschen deutlich mehr Zeit als üblich aufgewendet werden muss. Dann schlägt sich das natürlich schnell und deutlich im Preis nieder.

Frage: Macht es einen preislichen Unterschied, ob Wände oder Decken verputzt werden?

Kostencheck-Experte: Ja, auf jeden Fall. Die oben genannten Preise gelten nur für das Verputzen von Wänden. Decken sind deutlich aufwändiger zu verputzen und kosten daher auch deutlich mehr.

Für den Oberputz auf einer Deckenfläche müssen Sie im Allgemeinen zwischen 20 EUR pro m² und 30 EUR pro m² rechnen. Das gilt auch dann, wenn Sie im Altbau den Putz erneuern lassen wollen.

Frage: Wo liegen die Vorteile von Glattputz im Innenbereich?

Kostencheck-Experte: Glattputze sehen nicht nur angenehm aus, sondern sind auch eine sehr gute Grundlage für späteres Tapezieren. Zudem lässt er sich sehr leicht ausbessern und meist auch gut mit einem feuchten Tuch reinigen.

Die Kosten für einen Glattputz liegen, wie schon erwähnt etwas höher – im Allgemeinen werden Sie mit 10 EUR pro m² bis 15 EUR pro m² für diesen Oberputz rechnen müssen.

Frage: Was hat es mit den Qualitätsstufen beim Innenputz auf sich?

Kostencheck-Experte: Qualitätsstufen dienen dazu, eine gewisse Putzqualität auf der Oberfläche sicherzustellen – dabei ist vor allem die optische Qualität aber auch die Glattheit und Ebenheit des Putzes ein Kriterium.

Jede der vier Qualitätsstufen ist dabei für besondere Weiterverarbeitungen geeignet.

Qualitätsstufe Eigenschaften / Eignung
Q 1 gröbster Untergrund, geeignet beispielsweise für Fliesen
Q 2 etwas weniger grob, guter Untergrund für kräftige Tapeten oder Malervlies
Q 3 feiner Untergrund, für leichte Tapeten und eventuell für Streichen geeignet (je nach Art des Anstrichs)
Q 4 höchste Putzqualitätsstufe, hochwertige Anstriche, sogar lackierfähig

Je nachdem, was mit der Wand später geschehen soll, sind auch die entsprechenden Putzqualitäten erforderlich. Das wirkt sich ebenfalls auf den Preis aus, den man für das Verputzen bezahlen muss.

In der höchsten Qualitätsstufe kann ein Innenputz durchaus auch einmal 30 EUR pro m² kosten. Zusätzliche Qualität (Q 2 ist der häufigste Standard) kostet allerdings auch mehr Geld. Glattputze stellen ebenfalls eine höhere Putzqualität dar, deshalb sind auch sie teurer.

Frage: Welche Zusatzkosten können noch anfallen?

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Kommt ein Gerüst zum Einsatz, entstehen zusätzliche Kosten
Kostencheck-Experte: In den meisten Fällen betreffen die Zusatzkosten das Abkleben oder das Abdecken des Bodens. Das wird oft gesondert nach Aufwand aber auch mit Pauschalen berechnet. In den meisten Fällen handelt es sich hier aber um relativ geringe Beträge.

Bei Bauleistungen sollten übrigens alle Nebenarbeiten wie Abkleben, das Aufstellen von Gerüsten im Innenbereich und alles andere, was für eine ordnungsgemäße Ausführung erforderlich ist, im Einheitspreis bereits enthalten und mit einkalkuliert sein. Sonderkosten sollte es hier nicht geben, sondern lediglich einen kompletten Quadratmeterpreis inklusive aller notwendigen Leistungen. Leider ist das nicht immer so der Fall.

Frage: Ist Selbstverputzen eine Möglichkeit zu sparen?

Kostencheck-Experte: Wer noch nie verputzt hat, sollte das besser nicht am eigenen Haus erlernen. Außerdem sind Putzmaschinen teuer zu mieten und auch schwierig zu bedienen. Umgekehrt wird der Putz von Hand gerade beim Laien kaum auch nur annähernd eine zufriedestellende Qualität erreichen. Selbermachen ist also nicht empfehlenswert.

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