Luftwärmepumpe – diese Kosten fallen an

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Luft-Wärmepumpen glänzen vor allem durch ihre vergleichsweise niedrigen Anschaffungskosten und die Möglichkeit zur Kühlung. Welche Kosten eine Luftwärmepumpe in Anschaffung und Betrieb verursacht und worauf man dabei achten sollte, erklärt ausführlich der Kostencheck-Experte im Interview.

Frage: Um die häufige Verwirrung zu beseitigen: Worin liegt der Unterschied zwischen einer Luftwärmepumpe und anderen Wärmepumpenarten?

Kostencheck-Experte: Allen Wärmepumpen ist gemeinsam, dass sie die Wärmeenergie aus bestimmten Medien entziehen und auf ein anderes Medium (Heizflüssigkeit) übertragen.

Eine Wärmepumpe kann dabei die Wärme aus dem Erdreich gewinnen (Erdwärmepumpe), aus dem Grundwasser (Wasser-Wärmepumpe) oder aus der umgebenden Luft (Luftwärmepumpe).

Ein sehr wichtiger Unterschied – und das ist auch für die Kosten bedeutsam – liegt darin, dass das Medium „Luft“ frei zugänglich ist, während für das Entziehen von Wärme aus dem Erdreich oder dem Grundwasser zunächst einmal umfassende Erschließungsarbeiten durchführen muss, die natürlich auch Kosten verursachen.

Bei der Luftwärmepumpe sind keine Erschließungsarbeiten notwendig – somit besteht kaum Platzbedarf auf dem Grundstück und die Erschließungskosten (die oft 6.000 EUR – 12.000 EUR ausmachen können) fallen weg.

Wegen der schwankenden Temperaturen der Luft und der generellen Anlagencharakteristik sind Luft-Wärmepumpen deutlich weniger effizient als Erdwärmepumpen und Wasserwärmepumpen. Das spürt man danach dann bei den Betriebskosten.

Von der Anlagen-Konfiguration her kann man bei Luftwärmepumpen zwei grundlegende Typen unterscheiden: Luft-Luft-Wärmepumpen, die praktisch ein energieeffizientes „Heizlüftersystem“ darstellen und Luft-Wasser-Wärmepumpen.

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Luftwärmepumpen werden nur in sehr gut gedämmten Gebäuden eingesetzt
Luft-Luft-Wärmepumpen werden häufig in Passivhäusern eingesetzt, sie eignen sich in der Regel nur für hoch wirksam gedämmte Gebäude und sehr geringen Heizbedarf. Zum Nachrüsten sind sie nur bedingt geeignet – zumindest ein zentrales Lüftungssystem sollte bereits vorhanden sein, da ansonsten die hohen Errichtungskosten die Wirtschaftlichkeit zunichtemachen würden.

Bei Luft-Wasser-Wärmepumpen sieht es etwas besser aus – auch hier sollte aber möglichst eine Fußbodenheizung bestehen und das Gebäude sehr gut gedämmt sein, sodass nur recht niedrige Vorlauftemperaturen für die Heizung benötigt werden. Unter diesen Voraussetzungen kann eine Luft-Wasser-Wärmepumpe am besten arbeiten.

Die Aufstellung kann dabei außen, innen oder im sogenannten Split-Betrieb erfolgen (beim Splitbetrieb wird die Außenluft angesaugt, die Erwärmung der Luft erfolgt jedoch innen). Eine etwas seltenere Wärmepumpenart ist die Abluft-Wärmepumpe.

In allen Konfigurationen kann eine Luftwärmepumpe auch zum aktiven Kühlen der Räume eingesetzt werden – andere Wärmepumpentypen können das nicht. Hierin liegt ein kleiner Vorteil der Luftwärmepumpe.

Vor der Entscheidung für ein bestimmtes System sollte man aber immer Kosten und Nutzen der einzelnen Systeme gegeneinander aufrechnen, dabei spielen auch die entstehenden Heizkosten eine Rolle.

Frage: Das ist auch schon das Stichwort: Was kosten Luft-Wärmepumpen?

Kostencheck-Experte: Das kann man pauschal natürlich nicht sagen – die Kosten richten sich sowohl nach der Art und Ausführung der Anlage als auch nach der Leistung.

In den meisten Fällen werden Sie bei typischen, gut gedämmten Einfamilienhäusern für eine Luft-Luft-Wärmepumpe rund 12.000 EUR rechnen müssen, für eine Luft-Wasser-Wärmepumpe rund 14.000 EUR.

Das sind aber nur sehr grobe Richtwerte, die abhängig von der Heizleistung der Wärmepumpe (in kW) und abhängig von Bauweise, Funktionsumfang und Hersteller schwanken können.

Zusätzlich zu diesen Anschaffungskosten müssen auch noch die Einbaukosten gerechnet werden. In der Regel werden hier etwa rund 1.500 EUR bis 2.500 EUR fällig, in Einzelfällen kann das aber deutlich mehr sein.

Luft-Luft-Wärmepumpen sollten nur dort eingebaut werden, wo auch bereits eine Heizlüftungsanlage vorhanden ist – würde man ein solches System im Altbau erst nachträglich einbauen müssen, wäre der Kostenaufwand viel zu hoch. Aus diesem Grund lohnen sich Luft-Luft-Wärmepumpen in den meisten Fällen nur in einem dafür ausgelegten Neubau.

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Luftwärmepumpen werden oft außen angebaut
Bei Luft-Wasser-Wärmepumpen ist das weniger problematisch, allerdings sollten hier auch die Gegebenheiten vor Ort genau geprüft werden. Möglich ist ein Aufbau auf der Innen- oder Außenseite des Gebäudes, daneben gibt es auch Anlagen, die für den sogenannten Split-Betrieb ausgelegt sind – sie saugen die kalte Luft von außen an, erwärmen sie aber im Inneren des Hauses. Je nach Aufstellweise können dann unterschiedliche Einbaukosten anfallen.

Ein Kostenbeispiel aus der Praxis

Wir wollen unseren neu sanierten Altbau mit einer 11 kW-Luft-Wasser-Wärmepumpe ausrüsten lassen. Wir entscheiden uns für ein Komplettpaket einer Split-Anlage mit inkludiertem Pufferspeicher. Dazu schaffen wir noch einen Warmwasserspeicher an.

Posten Preis
Wärmepumpe (Markenhersteller) Komplettpaket mit Pufferspeicher 9.100 EUR
Einbaukosten 2.100 EUR
zusätzlicher Stromzähler / neuer Zählerschrank 310 EUR
Gesamtkosten 11.510 EUR
Förderung abzüglich 1.300 EUR
selbst zu tragende Kosten 10.210 EUR

Hierbei handelt es sich natürlich lediglich um beispielhafte Kosten die für eine bestimmte Heizungsanlage und den Einbau in ein konkretes Gebäude gelten. Die Kosten für andere Anlagen können auch deutlich unterschiedlich sein.

Frage: Welche Wartungskosten entstehen für eine Luftwärmepumpe?

Kostencheck-Experte: In der Regel ist der Wartungsaufwand sehr gering – Wärmepumpensysteme sind generell beinahe wartungsfrei.

Ein gelegentlich nötiger Filterwechsel bei der Luftwärmepumpe schlägt im Allgemeinen mit Kosten von rund 50 EUR zu Buche.

Ansonsten sollte nur eine jährliche Inspektion und Überprüfung stattfinden – hierfür liegen die Kosten meist bei rund 100 EUR bis 150 EUR.

Frage: Was gibt es bei der JAZ zu beachten?

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Je höher die JAZ, desto besser
Kostencheck-Experte: Die Jahresarbeitszahl (JAZ) ist gewissermaßen das „Effizienz-Kriterium“ für Wärmepumpen: je höher die JAZ, desto weniger Strom verbraucht die Wärmepumpe, um 1 kWh Wärme zu erzeugen.

Die JAZ von Luft-Wärmepumpen sind meist von vornherein schon etwas geringer als die von Erdwärmepumpen – das bedeutet etwas geringere Effizienz.

Problematisch ist aber besonders, dass die JAZ ein „Laborwert“ ist – das heißt, in der Praxis ist nicht immer sichergestellt, dass eine eingebaute Wärmepumpe diesen Wert auch erreicht. Gerade an sehr kalten Wintertagen kann der Stromverbrauch der Luftwärmepumpe auch deutlich höher liegen.

Einige Hersteller bieten Wartungsverträge an, bei denen sie sich verpflichten, für die Einhaltung einer bestimmten JAZ und für einen effizienten Betrieb zu garantieren. Gerade beim Einsatz einer Luftwärmepumpe können solche Angebote sehr lohnend sein, da eine ständige Überwachung stattfindet und die Anlage dann meist auch schon so eingebaut wird, dass ein optimaler Betrieb sichergestellt ist.

Frage: Zunächst kurz, bevor wir zum Verbrauch kommen, eine grundsätzliche Frage: Ist die Luftwärmepumpe tatsächlich eine so ökologische Heizform?

Kostencheck-Experte: Um diese Frage zu beantworten, braucht man sich im Grund nur das eigentliche Wirkprinzip der Wärmepumpe anzusehen: Man steckt Strom hinein, heraus kommt Wärmeenergie. Das ist bei jeder Wärmepumpe so.

Damit ist die Wärmepumpe genau genommen eine Stromheizung. Im Vergleich zu direkten Stromheizungen, wie dem Heizlüfter, ist die Wärmepumpe aber immerhin effizienter – sie erzeugt aus 1 kWh rund 3 kWh Wärme, oder etwas mehr oder weniger.

Immer wieder wird in Werbungen behauptet, die Wärmepumpe nutze „die kostenlose Wärmeenergie aus Luft, Wasser oder Erde“ um zu heizen. Das stimmt natürlich nicht. Sie benutzt Strom. Genauso wie ein Kühlschrank nicht die „kostenlose Kühle der Raumluft“ benutzt, um die Lebensmittel zu kühlen, sondern ganz einfach Strom.

Eine Wärmepumpe arbeitet genau wie ein Kühlschrank, nur verkehrt herum. Sie entzieht einem außen liegenden Medium die Wärme und bringt sie in den Raum, während ein Kühlschrank die Wärme des Innenraums entzieht und nach außen bringt.

Die Wärmepumpe kann also auch nur so ökologisch sein wie der Strom, mit dem sie betrieben wird. Stammt dieser Strom aus Kohlekraftwerken, ist die Wärmepumpe natürlich alles andere als CO2-neutral.

Frage: Mit welchen Heizkosten kann man bei einer Luftwärmepumpe rechnen?

Kostencheck-Experte: Das hängt natürlich immer vom jeweils nötigen Heizwärmebedarf ab. Wenn wir in einem recht gut gedämmten Einfamilienhaus einen Heizwärmebedarf von 10.000 kWh pro Jahr haben, kann man sich die Heizkosten leicht ausrechnen:

Heizwärmebedarf (kWh) : JAZ = Strombedarf in kWh und danach
Strombedarf (kWh) x Strompreis = Heizkosten pro Jahr

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Je weniger Strom die Luftwärmepumpe verbraucht, desto geringer die Heizkosten
Die Jahresarbeitszahl (JAZ) der Wärmepumpe ist hier also das Maß aller Dinge. Je höher die JAZ, desto niedriger der Strombedarf bei gleichem Wärmebedarf – und desto niedriger auch die Heizkosten.

Leider sind gerade Luft-Wärmepumpen die am wenigsten effizienten Wärmepumpen, die Jahresarbeitszahl liegt hier häufig sogar unter 3,0.

Bei einer JAZ von 2,8 würden wir für unseren Heizwärmebedarf von 10.000 kWh demnach 3.571 kWh Strom für die Heizung jährlich benötigen.

Bei einem üblichen Stromtarif von 28 Cent/kWh ergibt das Heizkosten von ungefähr 1.000 EUR

Eine Erdwärmepumpe mit JAZ 4,1 würde dagegen 682 EUR Heizkosten verursachen.

Zum Vergleich: Eine Pelletheizung verursacht bei diesem Heizwärmebedarf (10.000 kWh) Heizkosten im Bereich von etwa 450 EUR.

Frage: Gibt es für Wärmepumpen auch einen günstigeren Stromtarif?

Kostencheck-Experte: Viele Stromanbieter haben spezielle Wärmepumpentarife, gelegentlich gibt es auch Nacht- und Schwachlasttarife, die man mit der Wärmepumpe nutzen kann.

Bei einem Wärmepumpentarif sinken die Stromkosten dann durchschnittlich auf 19 Cent/kWh. Je nach Stromanbieter kann das aber ein wenig unterschiedlich sein.

Unsere Luftwärmepumpe aus dem obigen Beispiel würde dann Heizkosten von 678 EUR verursachen, die effizientere Erdwärmepumpe Heizkosten von 463 EUR, also rund ebenso viel wie die Pellets-Heizung.

Dabei gilt es aber zu bedenken, dass der Strompreis nicht konstant bleibt, sondern seit Jahren kontinuierlich steigt und vergünstigte Wärmepumpentarife unter Umständen einmal wegfallen können. Dann verteuern sich die Heizkosten unter Umständen beträchtlich und der finanzielle Vorteil der Wärmepumpe gegenüber anderen Heizungsarten ist dahin.

Text: Kostencheck.de
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