Welche Kosten entstehen durch eine lose Zahnspange?

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Lose Zahnspangen werden eingesetzt, um Zahnfehlstellungen bei Jugendlichen und Erwachsenen zu korrigieren. Vergleichsweise kostengünstig ist diese Zahnregulierung in der Lage, schief wachsende Zähne in die richtige Position zu bewegen. Doch was kostet die Therapie, welche Varianten gibt es und welche Vor- und Nachteile bieten sie? All diese Fragen klären wir im Interview mit dem Kostencheck-Experten.

Was ist eine lose Zahnspange?

Kostencheck: Lose Zahnspangen verschaffen den Zähnen Platz, schließen Zahnlücken und können den Kiefer dehnen. Sie bestehen aus einer individuell angefertigten Kunststoffbasis, in welche fixierenden Drahtelemente eingelassen sind. Alternativ kommen die Zähne bedeckende Kunststoffschienen zum Einsatz.

Was kostet eine lose Zahnspange?

Kostencheck: Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten, da die Kosten von der individuellen Diagnose, der Dauer der Behandlung sowie der gewählten Variante abhängen. Der selbst zu entrichtende Betrag für die lose Zahnspange beträgt im Durchschnitt zwischen 600 und 1.500 EUR.

Die Aufwendungen für die unsichtbaren Invisalign-Zahnschienen liegen deutlich über denen der konventionellen, herausnehmbaren Zahnregulierung. Sie müssen für diese Therapieform mit Kosten von mindestens 2.000 EUR rechnen.

Kostenübersicht Preis
lose Zahnspange 600 – 1.500 EUR
Invisalign Zahnschienen ab 2.000 EUR

Häufig bieten Zahnarzt oder Kieferorthopäde unter Umständen sinnvolle, private Zusatzleistungen, beispielsweise eine Versiegelung der Zähne, an. Diese sind keine Kassenleistung und in jedem Fall aus eigener Tasche zu bezahlen.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für die lose Zahnspange?

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Erwachsene müssen die Kosten für die lose Zahnspange meist selbst tragen; bei Kindern und Jugendlichen ist es abhängig vom Schweregrad
Kostencheck: Bei Erwachsenen übernimmt die Krankenkasse die Kosten für die lose Zahnspange nur in sehr wenigen Einzelfällen, beispielsweise wenn die Fehlstellung die Folge eines Unfalls ist.

Bei Jugendlichen ist die Kostenübernahme durch die Krankenversicherung abhängig vom Schweregrad der Diagnose. Dieser wird in sogenannte kieferorthopädische Indikationsgruppen (KIG) eingeteilt. Eine Bezuschussung der Kasse gibt es erst ab KIG 3. Bei leichteren Zahnfehlstellungen in den KIG 1 und 2 hingegen übernimmt die Krankenkasse keinen Anteil.

Doch auch wenn die Krankenkasse die Behandlungskosten in voller Höhe trägt, müssen die Eltern in Vorkasse gehen und zunächst 20 Prozent der Aufwendungen (beim zweiten Kind 10 Prozent) aus eigener Tasche bezahlen. Erst nach erfolgreichem Abschluss der Therapie erhalten Sie den verbleibenden Anteil von der Krankenversicherung zurückerstattet.

Wünscht der Nachwuchs eine unsichtbare Zahnspange, übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung allenfalls die Kosten, die bei einer herkömmlichen Zahnregulierung anfallen würden. Die Differenz müssen Sie aus eigener Tasche bezahlen.

Unser Tipp: Da gerade bei losen Zahnspangen für Kinder und Jugendliche die Kostenübernahme durch die Krankenkasse nicht immer sichergestellt ist, sollten Sie noch vor Behandlungsbeginn den Heil- und Kostenplan des Kieferorthopäden bei der Krankenversicherung einreichen. Unter Umständen übernimmt dies auch der Zahnarzt für Sie. Lassen Sie sich die Kostenübernahme schriftlich bestätigen oder eine eventuelle Ablehnung eingehend begründen.

Wichtig: Heben Sie alle Rechnungen auf, die Sie vom Kieferorthopäden erhalten. Sie dienen als Nachweis über den Eigenanteil, den Sie nach erfolgreich abgeschlossener Behandlung von der Krankenkasse zurückerstattet bekommen. Reichen Sie diese zusammen mit der Abschlussbescheinigung bei der Krankenversicherung ein. Bricht Ihr Kind die Therapie ab oder bleibt der Erfolg aus, weil die lose Zahnspange zu selten eingesetzt wurde, erhalten Sie kein Geld zurück!

Wie viel bezahlt die Zahnzusatzversicherung?

Kostencheck: Das kommt auf den abgeschlossenen Vertrag an. Häufig tragen die Zusatzversicherer aber zumindest einen Teil der Behandlungskosten bei Diagnose KIG 1 oder 2. Auch Erwachsenen bekommen häufig einen Teil der hohen Aufwendungen von der Zahnzusatzversicherung erstattet. Um keine böse Überraschung zu erleben, sollten Sie den Heil- und Kostenplan des behandelnden Arztes noch vor Beginn der Verhandlung einreichen und sich die Kostenübernahme bestätigen lassen.

Welche unterschiedlichen Modelle gibt es?

Kostencheck: Von den losen Zahnspangen gibt es drei unterschiedliche Varianten:

  • die aktive Platte,
  • die funktionskieferorthopädische Apparatur,
  • die transparenten Invisalign Schienen.

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Es gibt verschiedene Funktionsarten von Zahnspangen
Die aktive Platte wird zumeist Kindern verordnet, die diese lose Zahnspange während des Zahnwechsels tragen. Die Zahnregulierung übt einen anhaltenden Druck auf den Kiefer und die Zähne aus , sodass diese in eine bestimmte Position bewegt werden. Hierbei dehnt die aktive Platte den Kiefer und schafft auf diese Weise Raum. Im Zuge der Behandlung verstellt der Arzt oder, in Absprache mit dem Dentisten der Träger selbst, die in der Platte verbauten Schrauben, bis das gewünschte Ergebnis erzielt wurde.

Die funktionstechnische Apparatur bewegt nicht nur einzelne Zähne, sondern kann auch deren Kieferlage beeinflussen. Diese losen Zahnregulierungen kommen beispielsweise zum Einsatz, wenn der Unterkiefer zu weit zurück liegt.

In beiden Fällen wird die Zahnspange im zahntechnischen Labor hergestellt. Die Kunststoffplatte kann im Ton des Zahnfleisches, farbig oder sogar mit eingelegten Motiven gefertigt werden. Kleine Patienten tragen eine derart kindgerecht gestaltete Zahnregulierung bedeutend lieber, sodass die Eltern weniger Mühe haben, die erforderlichen Tragezeiten durchzusetzen.

Bei den Invisalign-Schienen handelt es sich um eine besondere Form der herausnehmbaren Zahnspange. Es kommen nahezu unsichtbare Schienen zum Einsatz, die anhand eines 3-D-Modells im Labor gefertigt werden. Für jeden Behandlungsschritt erhalten Sie eine neue Schiene, welche wie eine Spange Druck auf die Zähne ausübt. Allerdings hat die Invisalign-Methode Grenzen, für wirklich schwere Zahnfehlstellungen eignet sie sich nicht.

Die verwendete Variante wirkt sich auch auf den Preis aus. Bei leichten Zahnfehlstellungen kostet die Behandlung mit einer losen Zahnspange ab 600 EUR. Die Therapie mit den durchsichtigen Aligner-Schienen kostet mindestens 2.000 EUR, die zudem nicht von der Krankenkasse übernommen werden.

Achtung: Es gibt Firmen, welche die Invisalign-Behandlung sehr kostengünstig über das Internet anbieten. Von diesen Zahnregulierungen ist dringend abzuraten. Da Sie sogar den Zahnabdruck in Eigenregie anfertigen, sind Zahnschäden nicht auszuschließen. Wünschen Sie sich ein strahlendes Lächeln mit makellosen Zähnen, sollten Sie die Behandlung in jedem Fall vom Zahnarzt oder Kieferorthopäden vornehmen lassen.

Wie verläuft die Behandlung?

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Zunächst wird ein Abdruck der Zähne gemacht
Kostencheck: Zunächst untersucht der Dentist Zähne und Kiefer und fertigt einen Abdruck des Gebisses an. Im Anschluss wird die lose Zahnspange im Labor gefertigt und muss dann,entsprechend der vom verordneten Tragezeit, täglich eingesetzt werden. Durch regelmäßige Besuche beim Zahnarzt wird der Behandlungsfortschritt dokumentiert und die Zahnregulierung gegebenenfalls neu eingestellt.

Tragen Sie eine Aligner-Schiene, erhalten Sie bei jedem Zahnarztbesuch eine neue, bis die Zähne die gewünschte Position erreicht haben.

Für welche Zahnfehlstellungen eignet sich die lose Zahnspange?

Kostencheck: Diese Zahnregulierungen sind ein sehr wichtiges Therapieinstrument mit verschiedensten Einsatzmöglichkeiten. Neben der Korrektur von Fehlstellungen kann bei Erwachsenen eine Vorbehandlung des Kiefers vor dem Einsetzen von Brücken oder Kronen erfolgen. Auch ausgeprägte Kiefergelenkbeschwerden sind Anwendungsgebiete loser Zahnspangen für Erwachsene.

Wie lange muss die Zahnspange getragen werden?

Kostencheck: Dies unterscheidet sich von Fall zu Fall stark. Im Durchschnitt dauert die Behandlung zwischen einem und vier Jahren, abhängig von der Schwere der Zahnfehlstellung.

Welche Vorteile bieten lose Zahnspangen?

Kostencheck: Lose Zahnspangen bieten diverse Vorteile gegenüber festen Zahnregulierungen:

  • Sie können zur Reinigung und zum Essen herausgenommen werden. Dies erleichtert die Zahnpflege deutlich, denn das aufwändige Putzen unter aufgeklebten Brackets und Drähten entfällt.
  • Die Abstände zwischen den einzelnen Kontrollterminen können relativ weit gefasst werden.

Gibt es auch Nachteile?

Kostencheck: Neben den Vorteilen gibt es diverse Nachteile:

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Zahnspangen stören beim Sprechen
– Durch den Aufbau mit Gaumenplatte stört die lose Zahnspange beim Sprechen, aber auch beim Sport. Dadurch wird es manchmal schwierig, die erforderliche Tragezeit von 16 Stunden einzuhalten.

  • Selbst bei regelmäßigem Einsatz dauert die Behandlung häufig länger als mit einer fest sitzenden Zahnspange.
  • Viele Erwachsene bevorzugen eine herausnehmbare Zahnspange, Diese eignen sich aber gerade für diesen Patientenkreis nur bedingt, da bei dieser Therapieform das Wachstum der Zähne ausgenutzt wird. Ist dieses abgeschlossen, können durch lose Zahnspangen nur noch leichtere Zahnfehlstellungen korrigiert werden.
  • Bei kleinen Patienten stellt die Aufbewahrung manchmal ein Problem dar. Wird die Zahnspange beispielsweise vor dem Sportunterricht herausgenommen, besteht die Gefahr des Verlustes. Durch spezielle Dosen lässt sich dieses Risiko jedoch minimieren.
  • Die Kostenerstattung bei Kindern ist an den Behandlungserfolg gebunden.
  • Die Behandlung dauert relativ lange.

Was ist während der Therapie zu beachten?

Kostencheck: Gerade bei der losen Zahnspange ist die Mitarbeit des Patienten unabdingbar. Die Zahnregulierung muss mindestens 16 Stunden täglich getragen werden, damit sich der gewünschte Behandlungserfolg einstellt. Das erfordert viel Geduld, da sich die Behandlungszeit über mehrere Monate oder Jahre erstrecken kann.

Wie lange dauert die Behandlung mit einer losen Zahnspange?


Kostencheck:
Wie lange Sie oder Ihr Kind eine lose Zahnspange benötigen, ist abhängig vom individuellen Befund. Die Behandlung kann durchaus drei bis vier Jahre in Anspruch nehmen.

Häufig wird diese Form der Zahnregulierung nur als Vorbereitung für eine festsitzende Zahnspange genutzt. Wie lange die lose Zahnspange in diesem Fall getragen werden muss, ist abhängig vom Wachstum des Kiefers. An die schon langwierige Behandlung mit der losen Zahnspange schließt sich dann die unter Umständen nochmals einige Jahre dauernde Therapie mit der fest sitzenden Zahnregulierung an. Es ist also eine gehörige Portion Geduld gefragt.

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