Bodenplatte für eine Garage: Welche Kosten entstehen?

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Fertig-Garagen sind praktisch, eine selbst gebaute Garage ist meist solider. In beiden Fällen ist eines unverzichtbar: das Fundament für die Garage. Welche Kosten für eine Bodenplatte bei einer Garage entstehen können, und wie man vor allem Kosten ersparen kann, verrät der Kostencheck-Experte ausführlich im Interview.

Frage: Ist das Fundament für eine einfache Garage denn tatsächlich so aufwändig?

Kostencheck-Experte: Die Wichtigkeit des Fundaments sollte man nicht unterschätzen – auch nicht bei einer „einfachen“ Garage. Nur wenn ein solides Fundament vorhanden ist, funktioniert auch sonst alles.

Die kostengünstigste Lösung ist dabei in den meisten Fällen eine durchgehende Fundamentplatte. Aber auch dafür muss man oft schon tief in die Tasche greifen.

Frage: Was kostet eine Fundamentplatte für eine Garage?

Kostencheck-Experte: Das hängt natürlich von einigen zusätzlichen Faktoren ab, etwa wie groß die Garage werden soll, und wie die Bodenplatte genau beschaffen sein soll.

In der Regel können Sie als groben Richtwert rund 80 – 90 EUR pro m² für das Betonieren der Bodenplatte rechnen. Kommen die Erdaushubarbeiten bei einem Fachbetrieb noch dazu, kann sich der Preis allerdings deutlich erhöhen. In diesem Fall sollten Sie auf jeden Fall mit rund 150 EUR pro m² Garagenfläche rechnen.

Frage: Gibt es dazu Alternativen?

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Ein Streifenfundament kann sogar teurer sein als eine durchgehende Bodenplatte
Kostencheck-Experte: Gerade bei Fertig-Garagen kann man durchaus auch Streifenfundamente anlegen. Wenn Sie die Arbeiten einem Fachbetrieb überlassen, sind die Kosten für das Streifenfundament aber häufig sogar noch höher.

In der Regel sollten Sie aus Kostengründen schon auf eine einfache, durchgehende Bodenplatte setzen.

Frage: Welche Kostenfaktoren beeinflussen den Preis für die Fundamentplatte?

Kostencheck-Experte: Hier spielen durchaus mehr Faktoren eine Rolle, als man auf den ersten Blick sieht:

  • die verwendete Betonqualität und Betonmenge
  • die Dicke der Bodenplatte, die man gießen lässt
  • die Art und Menge der Bewehrung, die verwendet wird
  • die Art der Schalung, die verwendet wird
  • die Kosten für die Erdarbeiten
  • die Kosten für die Entsorgung des Erdreichs (falls notwendig)

Frage: Wie wirkt sich die Betonmenge und -qualität auf die Kosten aus?

Kostencheck-Experte: Bei der Menge ist das recht einfach zu kalkulieren: Im Allgemeinen werden Sie mit rund 110 – 160 EUR pro m³ Beton rechnen müssen.

Je höher der Betonverbrauch (zum Beispiel durch eine zusätzliche Frostschürze oder eine dickere Bodenplatte) desto höher ist der Gesamtpreis.

Beton kostet je nach Betonqualität und Eigenschaften auch mehr oder weniger. In den meisten Fällen wird hier mindestens Beton der Betonklasse C25 verwendet, wird mehr Tragfähigkeit benötigt, können die Anforderungen aber auch höher sein.

Frage: Was ist unter einer Frostschürze zu verstehen?

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Wie tief der frostfreie Bereich liegt, variiert je nach Klimazone
Kostencheck-Experte: Um das Auffrieren des Erdreichs unter der Bodenplatte zu vermeiden wird häufig seitlich von der Bodenplatte ein direkt angeschlossener Fundamentgraben bis in die frostfreie Tiefe gegraben und beim Gießen der Bodenplatte ebenfalls mit Beton verfüllt.

Der Fundamentgraben reicht in den meisten Gegenden Deutschlands dann rund 80 cm tief ins Erdreich – lediglich in einigen Gebieten mit besonders strengen Wintern kann der frostfreie Bereich auch erst in einer Tiefe von 100 cm oder sogar 150 cm beginnen. Dann wird natürlich auch mehr Beton zum Verfüllen benötigt.

Frage: Wie dick ist eine Bodenplatte unter einer Garage im Allgemeinen?

Kostencheck-Experte: Das variiert. Wer nur eine kleine und leichte Fertiggarage auf die Bodenplatte stellt und nur ein mittelschweres Fahrzeug in der Garage unterstellen will, kommt meist mit einer Stärke von 25 cm bei der Bodenplatte hin.

Berücksichtigen muss man dann aber immer auch die ausreichende Stärke der Tragschicht, die die Bodenplatte auch tatsächlich stabil tragen muss. Im Zweifelsfall gibt man bei beiden einige Zentimeter zu (beim Untergrund ist auch das Verdichten wichtig!) oder lässt sich die richtige Stärke vom Fachmann ausrechnen.
Wenn bei der Fertig-Garage ein Fundamentplan beiliegt, muss man sich selbstverständlich an die dort angegebene Fundamentstärke exakt halten.

Frage: Wie wirkt sich die Bewehrung auf den Preis aus?

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Die Anzahl der Bewehrungsmatten ist im Bauplan festgeschrieben

Kostencheck-Experte: Bewehrungselemente können in unterschiedlicher Menge nötig sein. Wenn es einen festgelegten Fundamentplan gibt, ist die Zahl und die Menge der Bewehrungen immer vorgeschrieben. Diese Vorgaben müssen dann immer sehr genau eingehalten werden.

Im Allgemeinen müssen Sie pro Bewehrungsmatte zwischen 70 und 220 EUR an Kosten rechnen.

Frage: Hat die Art der Schalung auch eine Auswirkung auf den Preis?

Kostencheck-Experte: Ja, aber nur eine geringe. In der Regel entscheidet das ausführende Unternehmen, ob eine sogenannte „verlorene Schalung“ oder ein gewöhnliche Schalung mit Schalbrettern und Schalöl durchgeführt wird.

Die Preise sind in der Regel nicht sehr unerschiedlich, verlorene Schalungen produzieren im Allgemeinen nur ein wenig mehr Arbeitsaufwand. Sie verbleiben nach dem Aushärten im Beton und brauchen nicht mehr entfernt zu werden.

Frage: Welche weiteren Kosten könnten eventuell noch anfallen?

Kostencheck-Experte: Wenn Sie eine geheizte Garage errichen wollen, sollten Sie unter Umständen daran denken, die Bodenplatte unter der Garage zu dämmen, um Wärmeverluste aufzufangen.

Bei allen geheizten Räumen ist nach der EnEV auch ohnehin die Bodenplatte zwingend zu dämmen – das gilt allerdings nur für Räume, die dauerhaft über 12 °C geheizt werden.

Für eine solche Dämmung können durchaus beträchtliche Zusatzkosten anfallen, je nachdem, wie wirksam sie ausgeführt wird. Mit Kosten von 10 EUR pro m² bis 20 EUR pro m² werden Sie in diesem Fall unbedingt rechnen müssen.

Wenn Sie die von der EnEV verlangten Werte erfüllen wollen, müssen Sie bereits einiges an Aufwand investieren. In vielen Fällen stellt sich dann die Frage, ob es sinnvoll ist, die Garage dauerhaft auf Raumtemperatur zu heizen.

Andererseits ist eine Dämmung nur eine einmalige Investition, die sich durch die Begrenzung der Heizwärmeverluste dauerhaft bezahlt macht. Daran sollten Sie auch denken, wenn Sie die Garage später einmal zu anderen Zwecken nutzen wollen als rein zum Abstellen des Fahrzeugs (etwa als Hobbyraum oder als Werkstatt, in der man sich länger aufhält).

Frage: Wie sieht das mit den Erdarbeiten aus, ist das sehr teuer?

Kostencheck-Experte: Ja, in der Regel schon. Für die Fundamentherstellung müssen Sie rund 9 EUR pro m³ für das Auskoffern rechnen, schwierige Böden (meist ab Bodenklasse 6) können die Kosten aber noch deutlich verteuern.

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Die Erde muss nicht nur abgetragen sonder auch entsorgt werden
Daneben müssen Sie mindestens den gleichen Betrag noch einmal rechnen, wenn Sie das Erdreich entsorgen lassen wollen. Insgesamt müssen Sie bei den Erdarbeiten also praktisch immer mit hohen Kosten rechnen.

In unserem Kostenbeispiel heben wir einen 40 cm tiefen Fundamentgraben aus, die Grundfläche beträgt 15 m². Es müssen also rund 6 m³ Erde abgetragen und entsorgt werden. Für die Frostschürze fallen noch einmal rund 6 m³ Erde an. Zu den Kosten für das Abtragen und Entsorgen von 12 m³ Erde kommen dann noch die zusätzlichen Kosten, die das Unternehmen verrechnet (Maschineneinsatz, Arbeitszeit, etc.) Hier können Sie von rund 80 EUR pro Stunde ausgehen.

Frage: Wie kann man bei der Fundamentplatte für eine Garage Kosten sparen?

Kostencheck-Experte: Der wichtigste Punkt ist hier Eigenleistung. Die Erdarbeiten sollten, gerade bei einer kleinen Garage, kein Problem sein.

Wenn nötig können Sie dafür auch einen kleinen Minibagger leihen, den Sie selbst betreiben können. Die Verleihkosten liegen hier bei rund 100 EUR bis 150 EUR pro Tag oder auch günstig übers Wochenende.

Für die Fundamentgrube müssen Sie nicht viel Erde entfernen, nur wenn Sie an den Seiten eine Frostschürze graben wollen, müssen Sie etwas mehr Boden abtragen. Den Aushub können Sie in der Regel meist noch recht gut (kostenfrei) auf dem eigenen Grundstück verteilen.

Das Einschalen und das Auslegen der Bewehrung sind in diesem Fall nicht allzu schwierig, da auch die Statik in den meisten Fällen eher unproblematisch ist. Sollte es jedoch einen Fundamentplan vom Hersteller der Garage geben, müssen Sie sich selbstverständlich daran halten. Lassen Sie sich den Umgang mit Schalbrettern oder Schalelementen für verlorene Schalungen am besten vom Fachmann erklären, auch, wie Sie die Bewehrung richtig auslegen müssen.

Frage: Welche Materialkosten fallen dabei ungefähr an?

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Die Kosten für die Schalung sind im Vergleich eher gering
Kostencheck-Experte: Für Schalbretter werden Sie in der Regel rund 1,50 EUR pro m bis 3 EUR pro m ausgeben müssen, dazu kommen noch Eckverbinder und Schalöl. Für einen 5-l-Kanister Schalöl müssen Sie im Baumarkt ab rund 20 EUR rechnen.

Für den Beton greifen Sie am besten auf Transportbeton zurück. Hier müssen Sie in der Regel zwischen 80 und 130 EUR je m³ rechnen (inklusive Fließzuschlag und Einpumpen). Wenn Sie noch Abbinde-Beschleuniger benötigen und nur eine kleine Menge abnehmen, können noch weitere Zusatzkosten anfallen.

Insgesamt kommen Sie mit dem Materialpreis bei kleinen Garagen wahrscheinlich in den meisten Fällen deutlich unter 1.000 EUR trotz Lieferbeton.

Frage: Gibt es auch Möglichkeiten, wenn man das Gießen nicht selbst übernehmen möchte?

Kostencheck-Experte: Ja, die gibt es auch. Der bedeutsamste Kostenpunkt, der sich gleichzeitig sehr leicht reduzieren lässt, sind ja die Erdarbeiten.

Wenn man also die Fundamentgrube selbst aushebt und die Sauberkeitsschicht selbst anlegt und mit Folie bedeckt, sind die übrigen Arbeiten schon deutlich kostengünstiger.

In Absprache mit dem Unternehmen kann man dann vielleicht auch die Schalungen nach Anleitung anbringen und die Bewehrungen auslegen und befestigen. Dadurch werden noch einmal Kosten gespart.

In der Regel ist das alles recht gut zu bewerkstelligen.

Tipps & Tricks

Bei einer größeren oder sehr massiven Garage kann das Arbeiten in Eigenregie dann schon durchaus schwierig und aufwändig werden. Diesen Aufwand sollten Sie nie unterschätzen. Das Selbergießen der Bodenplatte macht vor allem bei kleineren Fertiggaragen Sinn.

Text: Kostencheck.de
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