Pool bauen – diese Kosten müssen Sie rechnen

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An brütend heißen Sommertagen gehört der Traum von einem eigenen Pool im Garten wohl zu den sehnlichsten Wünschen vieler. Was es kosten kann, diesen Traum Wirklichkeit werden zu lassen, erklärt ausführlich der Kostencheck-Experte im Interview.

Frage: Welche Arten von Pools gibt es überhaupt?

Kostencheck-Experte: Wenn man einmal von den vorgefertigten Pools zum Aufstellen absieht – die man auch in beachtlichen Größen noch vergleichsweise günstig bekommt – dann kann man Pools grob nach folgenden Kategorien einteilen:

  • Fertig-Stahlwandpool als Einbaupool
  • Fertigpools aus GFK (glasfaserverstärktem Kunststoff)
  • Pools aus anderen Materialien, die höherwertig sind als GFK
  • selbstreinigender Naturpool
  • Pools mit Edelstahlbecken

Die Kosten für den Pool steigen dabei mit fortlaufender Listenposition immer weiter an – Edelstahl-Pools sind mit Abstand die teuerste Variante.

Den Einbau eines Pools sollte man besser nicht selbst vornehmen – das ist viel harte Arbeit, zudem ist, wenn es um die richtige Positionierung und den Einbau geht auch einiges an Fachkenntnis notwendig.

Frage: Was kostet es, einen Pool in den Garten zu bauen?

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Fertigpools sind die günstigste Option
Kostencheck-Experte: Große Aufstellpools mit bis zu 7 m Durchmesser erhalten Sie bereits als soliden Stahlwand-Pool für rund rund 1.000 EUR bis 1.500 EUR.

Diese Pools sind sehr stabil, brauchen nicht fest eingebaut zu werden und können dennoch beträchtliche Durchmesser und eine Wassertiefe bis zu 1,20 m haben.

In vielen Fällen sind sie die kostengünstigste Alternative und als Abkühlung für den Sommer auch tatsächlich ausreichend.

Einbau-Pools sind durchwegs teurer – für einen Stahlwand-Pool als Einbau-Pool müssen Sie durchwegs schon mehr als 2.000 EUR rechnen, dazu kommen noch die Kosten für das Ausheben der Grube, für das Anlegen eines Fundaments und der Bodenplatte sowie für die Betonhinterfütterung.

Für einen Fertigpool aus GFK müssen Sie meist bereits über 5.000 EUR rechnen – dafür haben Sie hier bereits alle wichtigen Zubehör-Teile wie Pumpen und Anschlüsse integriert.

Für einen selbstreinigenden Naturpool liegen die Kosten dann schon mindestens doppelt so hoch – unter 10.000 EUR Gesamtkosten werden Sie hier kaum davonkommen.

Für einen Edelstahl-Pool, der sich besonders schnell aufheizt und auch die Wärme hervorragend speichert müssen Sie dann ab rund 20.000 EUR rechnen. Dazu kommen dann auch noch regelmäßige nötige, professionelle Wartungen vom Fachmann, die auch für höhere laufende Kosten sorgen als bei anderen Pools.

Bei den Kosten für den Pool gibt es also eine enorme Spanne – je nachdem wie viel Luxus man sich tatsächlich für den eigenen Garten gönnen möchte.

Ein kleines Kostenbeispiel aus der Praxis

Wir wollen in unserem Garten einen 5 m x 3 m großen und 1,2 m tiefen GFK-Pool einbauen lassen. Die Arbeiten werden von einem Fachbetrieb erledigt, die Bodenbeschaffenheit in unserem Garten ist recht gut, sodass es mit dem Aushub keine Probleme gibt.

Posten Preis
Pool (Materialpreis) 7.200 EUR
Aushub-Arbeiten, Entsorgung des Erdreichs 5.400 EUR
Fundament 550 EUR
Betonarbeiten 980 EUR
Gesamtkosten 14.130 EUR

Hierbei handelt es sich lediglich um ein einzelnes Kostenbeispiel für einen ganz bestimmtes Pool-Modell und einen konkreten Einbauort. Die Kosten für andere Pools, auch in vergleichbarer Größe, können auch deutlich abweichen.

Unser Kostenbeispiel zeigt aber bereits recht deutlich, dass es mit den Kosten für den Pool selbst noch lange nicht getan ist. Die notwendigen Einbau-Arbeiten können selbst bei vergleichsweise kleinen Pools bereits beträchtliche Kosten verursachen.

Frage: Von welchen Faktoren hängen die Kosten für den Poolbau ab?

Kostencheck-Experte: Hier muss natürlich einiges in Betracht gezogen werden:

  • die Größe und Form des Poolbeckens
  • die Art des Poolbeckens
  • die Einbautiefe des Pools
  • die Kosten für den Aushub
  • die Kosten für Fundament und Bodenplatte
  • die Kosten für die Hinterfütterung des Pools mit Beton
  • die Zusatzausstattung für den Pool (Pumpe, Abdeckung, etc.)
  • die Kosten für das Verlegen der notwendigen Leitungen und Schläuche

Bei diesen Kosten gibt es immer viele Variablen, sodass sich die genauen Kosten immer erst anhand einer individuellen Planung verlässlich abschätzen lassen.

Frage: Welche Kosten fallen für Fundament und Betonplatte an?

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Die Kosten für das Ausheben des Fundaments machen einen erheblichen Teil des Gesamtpreises aus
Kostencheck-Experte: Das Fundament besteht aus einer Kies- und Schotterschicht und der darüber liegenden Betondecke.

Grundsätzlich sollte das Fundament dabei etwas größer sein als der Pool selbst – bei einem Pool mit einer Größe von 5 m x 3 m ist ein Fundament von rund 18 m² Größe erforderlich.

Wie hoch die Schüttung ausfallen muss, hängt immer von der Bodenbeschaffenheit am Einbauort ab. In Extremfällen werden bis zu 80 cm Schüttung benötigt, in anderen Fällen, wo der Boden sehr gut geeignet ist, kommt man oft schon mit einer Schüttungshöhe von 20 cm aus.

Setzt man für den Kubikmeter Schüttgut Kosten von rund 25 EUR bis 30 EUR an, ergeben sich damit umgerechnet Quadratmeterkosten von 5 EUR pro m² bis 25 EUR pro m² für die Schüttung.

Die Bodenplatte kann dann gleichzeitig mit der Hinterfütterung gegossen werden. Je m³ Beton muss man dabei ungefähr Kosten von rund 80 EUR bis 150 EUR rechnen. Bei unserem Kostenbeispiel wurden etwa 3 m³ Beton verbraucht (Poolgröße von 5 m x 3 m).

Dazu kommt dann noch die Arbeitsleistung für das Betonieren. Dafür müssen Sie meist 10 EUR pro m² bis 30 EUR pro m² rechnen, je nach Preiskalkulation des Unternehmens und Aufwand auf der Baustelle.

Frage: Gibt es Anhaltspunkte für die Kosten bei den Erdarbeiten?

Kostencheck-Experte: Aushubarbeiten können immer sehr unterschiedlich teuer sein, abhängig von der Bodenbeschaffenheit und der Zugänglichkeit der Baustelle.

Bei üblichen Bodenklassen (unter Bodenklasse 5) müssen Sie meist mit rund 10 EUR pro m³ für den Aushub rechnen, gegebenenfalls auch etwas weniger. Wenn der Aushub entsorgt werden muss, können allerdings dann noch rund 10 EUR pro m³ bis zu 15 EUR pro m³ an Kosten dazukommen.

Bei höheren Bodenklassen und sehr problematischen Böden müssen Sie mit deutlich höheren Kosten rechnen – der Aushub kann dann bis zum 8- oder 10-fachen kosten.

Zu den reinen Aushubkosten können dann noch Arbeitskosten und gegebenenfalls Maschinenkosten kommen.

Frage: Welche Kosten können dann noch anfallen?

Kostencheck-Experte: Wenn Sie eine Sandfilteranlage zur Wasserpflege im Pool benötigen, müssen Sie ab rund 150 EUR – 200 EUR für kleine Pools rechnen.

Bei größeren Pools wird auch mehr Leistung für die Pumpen der Sandfilteranlage benötigt – in diesem Fall liegen die Kosten dann meist schon bei 300 EUR bis 500 EUR. Nach oben hin liegt die Grenze für Profi-Anlagen aber bei deutlich mehr als 1.000 EUR.

Pool-Sicherheitsabdeckungen können Sie meist direkt gegen Aufpreis zu Ihrem Pool dazu kaufen – bei Größen wie in unserem Kostenbeispiel müssen Sie allerdings meist schon Kosten ab 1.000 EUR für eine hochwertige Pool-Sicherheitsabdeckung rechnen. Rollschutzabdeckungen, die wie ein Rollladen funktionieren sind dann meist noch einmal deutlich teurer.

Text: Kostencheck.de
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