Haustüren – diese Preise müssen Sie rechnen

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Die Kosten für die Haustür werden häufig unterschätzt – vor allem, wenn man einige Ansprüche an Komfort, Wärmeschutz und Sicherheit hat. Mit welchen Preisen Sie für eine Haustür unbedingt rechnen sollten und welche Preisunterschiede es geben kann, erklärt ausführlich der Kostencheck-Experte im Interview.

Frage: Was muss man bei einer Haustür alles bedenken?

Kostencheck-Experte: Nun – im Wesentlichen stellen Haustüren ja den Hauptzugang zu einem Gebäude dar – aus diesem Grund ist die Sicherheit bei Haustüren nicht zu vernachlässigen. Das gilt sowohl für die Haupteingangstür als auch für alle Nebeneingangstüren. Diese liegen häufig in schlecht einsehbaren Bereichen – aus genau diesem Grund müssen sie eigentlich sogar noch besser geschützt werden.

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Eine gute Dämmung der Haustür ist in unseren Breitengraden essentiell
Auch den Wärmeschutz sollte man nicht vernachlässigen. So wie durch mangelhaft gedämmte Fenster viel Energie verloren geht, ist das auch bei der Haustür der Fall. Undichtigkeiten und Zug sollten darüber hinaus natürlich auf jeden Fall vermieden werden – aus diesem Grund lohnt es oft, eine alte Haustür zu tauschen. Auch im Hinblick auf die mögliche Wärmebrückenbildung sollte man sich bei Haustüren immer Gedanken machen – wenn die Haustür einen deutlich schlechteren Wärmedurchgangskoeffizienten hat als die umgebenden Wände, kann das zu Problemen im Randbereich führen.

Auch die Optik einer Haustür ist ein nicht zu unterschätzendes Kriterium. Eingangstüren stellen einen natürlichen Blickfang bei jedem Gebäude dar, sie sollten also optisch gut zum Gebäude passen und es nach Möglichkeit auch optisch aufwerten.

Es gibt also drei Dinge, die bei einer Haustür wichtig sind:

  • Sicherheit und Einbruchschutz
  • Wärmeschutz und
  • Design der Haustür

Haustüren sind heute durchaus Hightech-Produkte – die vielen verschiedenen Anforderungen, denen eine Haustür gerecht werden muss, kosten am Ende natürlich ihren Preis.

Frage: Mit welchen Kosten muss man für eine Haustür ungefähr rechnen?

Kostencheck-Experte: Hier tut sich eine riesige Preisspanne auf.

Im Allgemeinen beginnen die Preise für Billigst-Haustüren aus dem Baumarkt bereits bei rund 300 EUR bis 400 EUR – in den meisten Fällen werden diese Türen aber kaum den mindestens Ausführungen gerecht.

Eine vernünftige, qualitativ hochwertige Haustür bekommt man im Allgemeinen ab rund 800 EUR bis 1.000 EUR.

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Modern Designertüren können mehrere tausend Euro kosten
Je nach Material und Ausführung muss man bei höherwertigen Türen aber bereits mit Preisen ab rund 1.500 EUR bis 2.000 EUR rechnen. Nach oben hin gibt es kaum eine Grenze – besonders hochwertige Designer-Haustüren können durchaus auch zwischen 8.000 EUR und 11.000 EUR kosten.

Das betrifft allerdings lediglich die Kosten für die Haustür selbst. Für eine ausreichende Sicherheit bei der Haustür ist auch der fachgerechte Einbau maßgeblich – die beste Hochsicherheits-Tür bringt nichts, wenn sie nicht auch korrekt vom Fachmann eingebaut wurde.

Selbst bei sehr kostengünstigen Haustüren werden Sie samt Einbau mit mindestens 1.300 EUR bis 1.500 EUR rechnen müssen.

Um die Preisunterschiede etwas transparenter zu machen, finden Sie nachfolgend einige Preisbeispiele aus der Praxis.

Tür / Ausführung Merkmale Preis
Haustür aus dem Baumarkt, Kunststoff, 100 cm x 200 cm 299 EUR
Haustür „Thermospace“ aus dem Baumarkt, 110 cm x 210 cm Ud-Wert 1,3 W/m²K, 5fach-Verriegelung 799 EUR
Sicherheitshaustür Thermospace aus dem Baumarkt, Aluminium/Stahl, Scheibe U-Wert 0,9 W/m²K einbruchhemmend, Sicherheitsklasse RC 2 999 EUR
Haustür Aluminium vom Markenhersteller, thermisch getrennte Bodenschwelle, flügelüberdeckend Ud-Wert 0,71 W/m²K 1.999 EUR
Secudoor mit Motivglas VSG (Wärmeschutz) Guard-Füllung, Designausführung Anthrazit, Aushebelsicherung, Wetterschenkel, Bautiefe 82 mm 2.165 EUR
Aluminium Haustür vom Markenhersteller, flügelüberdeckend 17-fach-Verriegelung automatisch, Spezialzylinder Not- und Gefahrenfunktion, Fingerprint, VSG beidseitig 6.075 EUR

Hierbei handelt es sich natürlich nur um einzelne, ausgewählte Preisbeispiele von unterschiedlichen Händlern.

Unsere Preisübersicht zeigt aber bereits, welche enormen Preisunterschiede selbst bei ähnlichen Türen allein durch Ausführung und Ausstattung entstehen können. Diese Unterschiede sind von außen oft kaum zu erkennen – die eingebaute Technik sorgt allerdings oft für massive Mehrkosten.

Einen deutlichen Unterschied gibt es natürlich auch zwischen No-Name-Türen und Eingangstüren vom Markenhersteller.

Frage: Wovon hängt der Preis von Türen im Allgemeinen ab?

Kostencheck-Experte: Zunächst einmal spielt natürlich das Türmaterial eine wichtige Rolle für den Preis. Ob eine Tür aus Kunststoff oder Stahl/Aluminium besteht, ist für den Preis ganz wesentlich.

Daneben kommt aber auch noch eine Vielzahl von anderen Faktoren zum Tragen:

  • um welche Art von Tür es sich handelt (Haupteingangstür, Nebeneingangstür, Wohnungstür)
  • die grundlegende Sicherheitsausrüstung der Tür
  • die Schließanlage der Tür
  • die Wärmeschutzfunktion der Haustür
  • das Design der Haustür
  • besondere Ausstattungsmerkmale der Tür

In jedem dieser Bereiche ist eine große Bandbreite an unterschiedlichen Ausführungen möglich. Oft ist es für den Laien auch schwierig, einzelne Ausstattungsdetail hinsichtlich ihres Sicherheitsgewinns oder des Komfortgewinns miteinander zu vergleichen.

Frage: Welche Preisunterschiede entstehen durch das Türmaterial?

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Kunststofftüren sind am günstigsten
Kostencheck-Experte: Am kostengünstigsten sind in der Regel Kunststofftüren.

Der Preis für Kunststoff-Eingangstüren beginnt bei rund 300 EUR bis 500 EUR, inklusive Einbau müssen Sie in den meisten Fällen mit einem Preisrahmen zwischen 1.300 EUR und 3.000 EUR rechnen. Als Nebeneingangstür kann der Preis inklusive Einbau auch etwas niedriger liegen – günstige Türen erhalten Sie in diesem Fall schon ab rund 800 EUR bis 900 EUR komplett.

Für Holztüren müssen Sie für eine Haupteingangstür mit Einbau in jedem Fall ab rund 2.500 EUR rechnen. Die Preise können je nach Holzart und Ausführung aber auch noch deutlich höher liegen.

Aluminium-Eingangstüren und Holz-Aluminium-Eingangstüren sind die teuerste Variante. Holz-Alu-Varianten (sogenannte „Sandwichausführungen“) sind in der Regel – bei vergleichbarer Ausführung – meist doppelt so teuer wie eine Kunststofftür.

Da die meisten hochwertigen Haustüren heute Aluminium-Haustüren sind, gibt es hier auch die größte Bandbreite an Preisunterschieden. Während Sie eine Aluminium-Haupteingangstür meist bereits ab 1.500 EUR bekommen, müssen Sie für eine Sandwichausführung fast immer ab 3.000 EUR aufwärts rechnen.

Die Ausstattung der Tür und die anderen Türmerkmale können diesen Ausgangspreis aber noch deutlich verändern. Man muss den Preis von Haustüren also immer komplett anhand von Türmaterial und Ausstattung vergleichen.

Wichtig zu beachten ist dabei auch der Pflegeaufwand: Holztüren sind zwar auch recht robust, aber nicht ganz so wetterfest wie Kunststofftüren, zudem brauchen sie viel Pflege.

Aluminiumtüren sind stabiler als Kunststofftüren und meist ebenso pflegeleicht, vielleicht sogar etwas langlebiger. Besonders stabil sind natürlich Aluminiumtüren mit einem Stahlkern. Hier muss man für die höhere Stabilität dann noch einmal deutliche Mehrkosten rechnen.

Frage: Welchen Einfluss hat die Sicherheitsausstattung der Tür auf den Preis?

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Sicherheitstüren müssen auch speziell eingebaut werden
Kostencheck-Experte: Sicherheit ist eines der entscheidenden Themen bei Eingangstüren – aus diesem Grund gibt es hier auch eine große Bandbreite an Möglichkeiten.

Dazu ist allerdings zu bemerken, dass die Sicherheitsmerkmale der Tür nicht allein über die Einbruchsicherheit entscheiden. Eine Tür mit hoher Einbruchssicherheitsklasse erfüllt ihren Zweck nur dann, wenn sie auch entsprechend eingebaut ist. Gerade Schwachstellen im Bereich der Zarge werden in der Praxis von Einbrechern recht häufig ausgenutzt.

Frage: Sind alle Türen zertifiziert?

Kostencheck-Experte: Nein, in der Regel werden von den einzelnen Herstellern fast immer nur einzelne Türmodelle als „Sicherheitstür“ ausgewiesen, die dann eine besondere Einbruchswiderstandsklasse (RC 2 bis RC 6) aufweist.

RC 2 gilt heute aber als empfehlenswerter Standard, da die Zahl und Häufigkeit von Einbrüchen in den letzten Jahren stetig zunimmt. In der Regel kommen Einbrecher zwar durchs Fenster – sind die aber gut gesichert, ist nicht ausgeschlossen, dass sich der Einbrecher auch an der Haustür zu schaffen macht, wenn die Gelegenheit günstig scheint.

Frage: Wie sind Einbruchs-Widerstandsklassen definiert?

Kostencheck-Experte: Bei den Widerstandsklassen geht es vor allem darum, wie lange eine Haustür einem Einbruchsversuch standhalten kann – und welchen Werkzeugen sie bei solchen Versuchen standhalten kann.

In der Regel geben Einbrecher nach rund 3 min – 4 min auf. Danach wird es für sie zu riskant.

Eine Tür mit Widerstandsklasse RC 2 kann einem Einbruchsversuch mit einfachen Werkzeugen wie Schraubendreher und Zange der Norm nach mindestens 3 min standhalten.

Eine Tür mit Widerstandsklasse 3 kann Einbruchsversuchen auch mit zusätzlichen Werkzeugen (weiterer Schraubendreher, Kuhfuß, etc.) mindestens 5 min standhalten.

Das lässt auch erkennen, warum eine gute Absicherung von Nebeneingangstüren so wichtig ist. Wenn ein Einbrecher ungesehen arbeiten kann und demnach kaum ein Risiko der Entdeckung für ihn besteht, geben selbst hochwertige Türen oft nach 10 min nach.

Hier ist also in jedem Fall ein vernünftiges Gesamtkonzept nötig.

Sowohl für Haupt- als auch Nebeneingangstüren mit einer Widerstandsklasse RC 2 bzw. RC 3 müssen Sie in der Regel bei den meisten Herstellern schon mit deutlichen Preisaufschlägen rechnen.

Frage: Kann man Haustüren auch nachrüsten oder nachträglich absichern?

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Haustüren nachträglich einzubauen, ist kompliziert
Kostencheck-Experte: In den meisten Fällen ist ein Nachrüsten schwierig. Türen sind immer nur als Gesamtpaket einbruchssicher – wenn lediglich die Schließanlage oder das Türblatt ausgetauscht werden, bleiben fast immer „Schwachpunkte“ zurück. Genau die nutzt ein Einbrecher aber in der Regel aus.

Besser ist also immer, eine komplett neue Tür zu kaufen. Eine an sich stabile Tür kann man aber auch noch zusätzlich „aufrüsten“, um es dem Einbrecher noch schwerer (oder beinahe unmöglich) zu machen, einzudringen.

Solche Sicherheits-Zusatzausrüstungen sind beispielsweise:

Sicherungs-Zusatzprodukt Preis
Panzerriegel ca. 150 EUR – 250 EUR
Zusatzschloss ca. 50 EUR – 150 EUR
Scharnierseitensicherung und einbruchhemmende Schließbleche jeweils ca. 50 EUR
Stangenschloss ca. 250 EUR – 500 EUR

Damit lässt sich jede stabile Tür meist noch deutlich aufwerten.

Frage: Welche Rolle spielt der Wärmeschutz für den Preis der Tür?

Kostencheck-Experte: Türen müssen grundsätzlich den Vorgaben der EnEV entsprechen, wenn es um die Wärmedurchgangsfähigkeit geht. Das heißt, im Hinblick auf den Wärmedurchgang dürfen bestimmte Maximalwerte nicht überschritten werden.

Darüber hinaus gibt es aber auch Türen, die besonders gut wärmedämmend sind – hier findet man oft Ud-Werte (Wärmedurchgangskoeffizient der gesamten Tür) von 0,9 W/m²K oder sogar 0,7 W/m²K.

Um solche Werte zu erreichen, ist bei der Konstruktion ein hoher Aufwand nötig – damit steigt auch der Preis für eine so wärmedämmende Tür.

Zusätzlich zum grundlegenden Wärmeschutz findet man auch besondere Ausstattungsmerkmale wie etwa eine thermische Trennung der Tür oder besondere Bleche im Bereich des Türdurchgangs.

Auch solche Ausstattungsmerkmale können den Preis einer Tür oft verteuern.

Frage: Gibt es auch Förderungen, wenn man seine Eingangstür austauschen möchte?

Kostencheck-Experte: Ja. Grundsätzlich kann man das Förderprogramm 455 „Altersgerecht umbauen“ der KfW auch dafür verwenden, eine höhere Einbruchssicherheit herzustellen. In anderen Fällen kann auch das Förderprogramm 430 „Energieeffizient Sanieren“ eine Möglichkeit bieten.

Unter Umständen kommen auch noch weitere Förderungen in Betracht, die Länder und Kommunen manchmal bieten.

Text: Kostencheck.de
Artikelbilder: Africa Studio/Shutterstock, Imagenet/Shutterstock, Dimitrios/Shutterstock, LyubovF/Shutterstock, Iglenas/Shutterstock, JP WALLET/Shutterstock