Schweißerschein – diese Kosten müssen Sie rechnen

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Qualifizierte Fachkräfte werden in der Metallverarbeitung praktisch immer gesucht – und gut bezahlt. Schweißer fallen in diesen Bereich. Welche Kosten man für den notwendigen Schweißerschein rechnen muss, erklärt der Kostencheck-Experte im Interview.

Frage: Welche Ausbildung braucht man als Schweißer?

Kostencheck-Experte: Es gibt mehr als ein Schweißverfahren – und damit auch mehr als einen Schweißerschein. Es hängt also immer davon ab, mit welchen Verfahren Sie in welchem Bereich arbeiten wollen – das bestimmt, welchen Schweißerschein Sie brauchen. Für die meisten wird es Sinn machen, dass Sie den Schweißerschein für die Verfahren machen, die in ihrem Hauptberuf auch eingesetzt werden (etwa Kfz-Bereich, im Nutzfahrzeugbau, Geländer im Stahlbau, etc.). Für viele Berufsbilder gibt es entsprechende Kurse und Prüfungen.

Die grundlegenden, heute angewendeten Verfahren beim Schweißen sind:

  • Autogenschweißen (Gasschmelzschweißen)
  • Lichtbogenhandschweißen (E-Handschweißen)
  • Wolfram-Inertgasschweißen (WIG)
  • Metall-Inertgasschweißen (MIG)
  • Metall-Aktivgasschweißen (MAG)
  • Plasmaschweißen
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Für jedes Schweißverfahren gibt es eine Ausbildung

Für jedes Schweißverfahren kann man auch eine eigene Ausbildung machen. Grundlage für die Arbeit als Schweißer ist aber immer der Schweißerschein. Diese Grundlagenausbildung schließt mit einer Prüfung beim TÜV ab. In den nach erfolgreicher Prüfung ausgehändigten Schweißerschein (Schweißerpass) werden dann auch alle absolvierten Zusatzausbildungen und Weiterbildungen eingetragen. Jeder Schweißerschein muss alle 2 Jahre verlängert werden, um gültig zu sein. Dabei muss jedes Mal wieder eine Prüfung abgelegt werden.

Nach einer grundlegenden Ausbildung kann man sich auch weiterbilden zum:

  • Schweißwerkmeister
  • Schweißtechniker
  • Schweißgüteprüfer oder zum
  • Schweißkonstrukteur

Für alle, die ein technisches Grundstudium absolviert haben, ist auch ein separates Studium zum Schweißfachingenieur möglich – das ist der „akademische“ Weg zum Schweißen.

Mit dem Schweißerschein allein dürfen Sie allerdings bereits arbeiten – in dem Bereich, für den der Schweißerschein gültig ist.

Die Ausbildung dauert je nach Vorkenntnissen und handwerklichem Geschick unterschiedlich lang – dementsprechend sind auch die Kosten für die einzelnen Ausbildungen von Fall zu Fall unterschiedlich.

Frage: Was kostet ein Schweißerschein in der Regel?

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Schweißerausbildungen können je nach Schwerpunkt 200 bis mehrere tausend Euro kosten

Kostencheck-Experte: Das lässt sich pauschal nicht sagen. Die Kosten hängen immer davon ab, welches Schweißverfahren man anwendet oder in welchem Beruf man schweißen möchte.

Wer beispielsweise im Kfz-Bereich schweißen möchte, kann eine entsprechende Ausbildung für rund 200 – 400 EUR absolvieren.

Wer hingegen Pipelines schweißen möchte, wird für die notwendigen Fachkenntnisse und Ausbildungen eher im Bereich von mehreren tausend Euro Ausbildungskosten liegen.

Das zeigt schon einmal die grundlegenden Unterschiede bei den Schweißausbildungen. Zur Ausbildung kommen dann auch noch Qualifizierungen und Weiterbildungen, die meist ebenfalls Geld kosten.

Ein kleines Kostenbeispiel aus der Praxis:

Ein Geselle aus dem Kfz-Bereich möchte in seinem Betrieb auch Schweißarbeiten übernehmen. Dafür macht er den Schweißerschein. Dazu legt er auch den Qualifikationsnachweis für den Nutzfahrzeugbau ab.

Posten Preis
Schweißerschein Kfz-Bereich 320 EUR
Qualifikationsnachweis Nutzfahrzeugbau 590 EUR
Gesamtkosten 910 EUR

Hierbei handelt es sich natürlich nur um ein einzelnes Beispiel für eine bestimmte Ausbildung. Die Kosten für andere Ausbildungen können auch deutlich davon abweichen.

Frage: Von welchen Faktoren hängen die Kosten für den Schweißerschein ab?

Kostencheck-Experte: Hier kommt es auf mehrere Dinge an:

  • für welchen Bereich oder welches Verfahren der Schweißerschein erworben werden soll
  • wo die Ausbildung absolviert wird
  • welche Vorkenntnisse bestehen

Das alles hat Auswirkungen darauf, welche Kosten man für den Schweißerschein rechnen muss.

Frage: Kann man umfassende Kenntnisse auch komplett erwerben?

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Es gibt auch umfassendere Ausbildungen

Kostencheck-Experte: Ja, das ist grundsätzlich möglich. Man kann sich beispielsweise durch verschiedene, aufeinander aufbauende Kurse zum Schweißfachmann ausbilden lassen.

In der Regel ist es allerdings so, dass anhand der betrieblichen Tätigkeit oder einer gewünschten Tätigkeit ein Qualifizierungsziel festgelegt wird, das den tatsächlichen Anforderungen entspricht. Dieses Qualifizierungsziel kann man dann Stück für Stück durch aufeinander aufbauende Einzelkurse erreichen. Diese Einzelkurse enthalten dann jeweils Theorie und Praxis.

Eine solche „gestaffelte“ Ausbildung mit festgelegtem Ziel wird beispielsweise bei der DEKRA Akademie angeboten, aber auch bei vielen anderen Institutionen ebenso.

Die Dauer der einzelnen Kurse kann dabei sehr stark variieren, je nachdem, welche Vorkenntnisse man hat.

Den Grundkurs kann man entweder in wenigen Wochen, aber auch in bis zu 9 Monaten absolvieren – je nachdem, ob man zuvor schon geschweißt hat oder ob man Grundkenntnisse mitbringt.

Wichtig ist bei Ausbildungen immer, darauf zu achten, dass sie DWS-IIW-zertiiziert sind und die Schweißerprüfung nach IIW/EWF Richtline 1111 erfolgt. Sie entspricht dann international gültigen und anerkannten Normen.

Im DWS-System sind die einzelnen Schweißausbildungen mit sehr vielen Stufen versehen – bei den meisten Schweißverfahren sind das 4 bis 6 Stufen, die absolviert werden müssen.

Frage: Können die Kosten für den Schweißerschein auch gefördert werden?

Kostencheck-Experte: Ja, dafür gibt es mehrere Möglichkeiten.

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Oft übernimmt der Arbeitgeber die Kosten für die Schweißerausbildung

Zum einen kann natürlich der Arbeitgeber die Ausbildungskosten unternehmen. Das ist sogar ein recht häufiger Weg – immerhin profitieren am Ende ja der Arbeitgeber und der Betrieb von den Fähigkeiten des Mitarbeiters.

Eine Übernahme der Kosten ist auch durch das Arbeitsamt möglich. Dafür muss man nicht unbedingt arbeitssuchend gemeldet sein – in manchen Fällen ist das auch möglich, wenn man berufstätig ist.

Daneben gibt es dann auch noch staatliche Förderungen, die man für die Finanzierung des Schweißerscheins heranziehen kann – etwa den Bildungsgutschein.

Bevor man die Kosten für den Schweißerschein selbst trägt, sollte man sich also zunächst einmal über alle Möglichkeiten informieren, die man in der eigenen Situation hat, um die Kosten von einer anderen Seite übernehmen zu lassen. Die Chancen dafür, eine Kostenübernahme zu erreichen, stehen in vielen Fällen recht gut.

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