Welche Kosten kann Ahnenforschung verursachen?

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Sich auf die Spuren der Geschichte der eigenen Familie zu begeben ist ausgesprochen spannend. Wie hießen die Vorfahren, wo lebten sie und welche Berufe übten sie aus? Im Interview mit dem Kostencheck-Experten klären wir, welche Kosten durch dieses Hobby auf Sie zukommen können und wie Sie bei der Suche vorgehen.

Was kostet Ahnenforschung?

Kostencheck: Ahnenforschung liegt im Trend, immer mehr Menschen begeben sich auf die Spuren Ihrer Vorfahren. Dabei können Sie sich auf verschiedenen Wegen Informationen beschaffen und wie ein Puzzle zusammensetzen.

Welche Aufwendungen dadurch entstehen, ist abhängig von der Art der Suche:

Kostenübersicht Preis
Genealogische Verzeichnisse und Programme via Internet Kostenfrei bis etwa 15 EUR je Monat.
Suche im Stadt- oder Kirchenarchiv. Abhängig vom Aufwand kostenfrei bis zu 75 EUR.
Professioneller Ahnenforscher. 35 bis 100 EUR je Stunde. Eventuell müssen Sie mit zusätzlichen Fahrkosten rechnen.

Obige Angaben können nur als Richtwert dienen, da die Gebühren der Archive sowie der Stundensatz professioneller Ahnenforscher stark voneinander abweichen.

Wie beginne ich mit der Suche?

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Zunächst sollten alte Fotoalben durchstöbert werden
Kostencheck: Stehen Sie noch ganz am Anfang der Nachforschungen, lässt sich die Ahnenforschung kostenfrei bewerkstelligen. Sicherlich befinden sich im Haushalt der Eltern oder Großeltern noch alte Fotoalben oder ein geheimnisvoller Schuhkarton, gefüllt mit Fotos und über viele Jahrzehnte hinweg aufbewahrten Schriftstücken. Nutzen Sie diese und befragen Sie Ihre Verwandten zunächst nach den Namen der Personen.

  • Lassen Sie sich alles was an Urkunden und Dokumenten der Eltern, Großeltern und Urgroßeltern vorhanden ist, aushändigen.
  • Vielleicht gibt es in Ihrer Familie noch einen Ahnenpass (Arierausweis).
  • Gibt es Verwandte, die weiter entfernt leben, und die Sie ebenfalls befragen könnten?
  • Hat sich bereits ein anderes Familienmitglied mit Ahnenforschung beschäftigt und Sie können diese Ergebnisse in Ihre eigenen Recherchen einbeziehen?

Machen Sie sich Notizen und schreiben Sie alle wichtigen Daten und Details auf. Auch wenn diese zunächst unwichtig erscheinen können genau diese Einzelheiten zu einem späteren Zeitpunkt der Nachforschung von Bedeutung sein.

Wie geht es dann weiter?

Kostencheck: Haben Sie alle verfügbaren Informationen im Familienkreis gesammelt, können Sie öffentliche Stellen hinzuziehen. Suchen Sie die Standesämter der Wohnorte Ihrer Vorfahren auf und lassen Sie sich Informationen aus dem Personenstandsregister geben.

Die Aufbewahrungsfristen wurden durch die Änderung des Personenstandsgesetzes am 1. Januar 2009 neu geregelt.

Art Einsehbar für
Geburtsregister 110 Jahre
Heiratsregister 80 Jahre
Sterberegister 30 Jahre

Allerdings bekommen nur direkte Verwandte oder Personen mit einem rechtlichen Interesse direkten Einblick. Halten Sie deshalb die notwendigen Dokumente bereit.

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Archivarbeit ist sehr mühselig
Sollten Ihnen die gesammelten Informationen nicht ausreichen, können Sie nun mit der Archivarbeit beginnen. Diese kann, insbesondere wenn die Vorfahren häufig den Wohnort gewechselt haben, recht mühsam sein.

Sind die Papiere in Latein verfasst und/oder schlecht lesbar, kann es sinnvoll sein, einen Fachmann zurate zu ziehen. Dieser unterstützt Sie auch bei der Erstellung der Ahnentafel oder des Stammbaums. Die Experten verlangen in der Regel einen festen Stundensatz, der zwischen 35 und 100 EUR, abhängig vom Aufwand, liegt.

Text: Michaela Kaiser
Artikelbild: Karin Hildebrand Lau/Shutterstock