Welche einmaligen und laufenden Kosten verursacht ein Pferd?

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„Mami, ich möchte so gerne ein Pferd.“ Fast alle Eltern dürften diese Bitte von Ihren Kindern schon einmal gehört haben. Vielleicht möchten Sie sich den Traum vom eigenen Reittier im Erwachsenenalter endlich selbst erfüllen. Doch wer ein Pferd kauft, sollte sich im Vorfeld über die nicht ganz unerheblichen Folgekosten klar sein. Im Interview mit dem Kostencheck-Experten klären wir, mit welchen Aufwendungen Sie rechnen müssen.

Was kostet ein Pferd?

Kostencheck: Schon die Anschaffung eines Reittiers kann teuer werden. Ein ausgebildetes Pony für die Kinder bekommen Sie ab 3.000 EUR, für einen eingerittenen Warmblüter müssen Sie mindestens 5.000 EUR auf den Tisch legen. Einen edlen Andalusier erhalten Sie ab 6.000 EUR. Möchten Sie Dressur- oder Springturniere reiten, benötigen Sie ein entsprechend gut ausgebildetes Pferd, das ab 10.000 EUR kostet.

Was muss ich für die Grundausstattung bezahlen?

Kostencheck: Die teuerste Investition ist der Sattel, da er die optimale Größe für den Pferderücken haben muss und weder Satteldruck noch Scheuerstellen verursachen darf. Je nach Reitweise und Ausführung müssen Sie hier mit Kosten zwischen 500 und 3.500 EUR rechnen.

In nachfolgender Aufstellung haben wir alle Kosten für die Grundausstattung aufgelistet:

Art Preis
Sattel 500 – 3.500 EUR
Steigbügel, Steigbügelriemen, Sattelgurt 150 EUR
Satteldecke oder Schabracke 30 – 40 EUR
Trense mit Zügel 25 – 100 EUR
Gebiss 15 – 120 EUR
Halfter mit Führungsstrick 15 – 20 EUR
Putzkasten mit Inhalt 50 – 100 EUR
Stallapotheke 50 – 100 EUR

Bei diesen Posten können Sie jedoch viel Geld sparen, indem Sie auf Reiterflohmärkten oder im Internet nach gebrauchten Artikeln Ausschau halten. Auch viele Reitsportläden haben eine Second-Hand-Abteilung, in der gut erhaltene Gebrauchtartikel zu deutlich günstigeren Preisen angeboten werden.

Was kostet die Stallmiete?

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Für die Stallmiete sind zwischen 200 und 500€ zu beanschlagen
Kostencheck: Hier kommt es stark darauf an, für welche Variante Sie sich entscheiden. Deshalb ist es empfehlenswert, sich noch vor Anschaffung eines Pferdes verschiedene Unterstellmöglichkeiten in der Nähe anzusehen.

Bringen Sie Ihr Pferd bei einem Bauern in der Umgebung oder in einem Offenstall unter, müssen Sie hierfür etwa 100 – 200 EUR einplanen. Allerdings ist hier unter Umständen viel Eigenarbeit und persönliches Engagement gefordert.

Bei der Unterbringung in einem Pensionsstall sind Leistungen wie das Ausmisten und Füttern in den Kosten enthalten. Auch die Heizung des Stalls, die Pflege des Reitplatzes sowie die Nutzung der Reithalle sind häufig inkludiert. Der monatliche Mietpreis beläuft sich auf circa 200 – 500 EUR.

Je nach Lage und Angebot kann dieser jedoch stark nach oben und unten variieren. Exklusive Stallungen mit sehr großen Boxen, in denen unter anderem das Putzen und Bewegen des Pferdes von Fachleuten übernommen wird, können bis zu 1.500 EUR im Monat kosten.

Welche Kosten entstehen noch?

Kostencheck: Die monatlichen Haltungskosten belaufen sich auf etwa 300 bis 600 EUR. Hierin enthalten sind nachfolgende Kostenfaktoren:

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Mehrmals im Jahr sollten die Hufeisen untersucht werden

  • Hufschmied: Dieser sollte die „Schuhe“ des Pferdes alle sechs bis acht Wochen in Augenschein nehmen. Müssen die Hufe nur gepflegt werden, belaufen sich die Aufwendungen auf 25 bis 50 EUR. Für neue Hufeisen müssen Sie mit circa 175 bis 300 EUR rechnen.
  • Tierarztkosten: Die regelmäßigen Impfungen schlagen mit 100 bis 200 EUR jährlich zu Buche. Hinzu kommen die Kosten für die vierteljährliche Entwurmung, die bei etwa 25 EUR je Behandlung liegen.
  • Zahnarztkosten: Für diese müssen Sie rund 150 EUR im Jahr einplanen.
  • Versicherung: Geht das Pferd durch oder scheut, kann es teure Schäden verursachen. Deshalb sollten Sie unbedingt eine Pferdehaftpflichtversicherung abschließen. Diese kostet etwa 100 EUR jährlich. Hier gibt es allerdings große Preis- und Leistungsunterschiede. Vergleichen Sie aus diesem Grund die Angebote der einzelnen Gesellschaften genau.
  • Sollte das Tier einmal ernsthaft krank werden, können die Tierarztkosten in die Höhe schnellen. Es ist ratsam, monatlich einen festen Betrag zur Seite zu legen, um im Ernstfall nicht unbeabsichtigt in eine Kostenfalle zu rutschen.

Ist eine Reitbeteiligung eine preiswertere Alternative?

Kostencheck: Geschätzt kommen in einem Pferdeleben Kosten zwischen 50.000 und 100.000 EUR auf den Besitzer zu. Eine Summe, die sich nicht jeder leisten kann. Eine lohnenswerte Alternative ist eine Reitbeteiligung, bei der Sie ein Privatpferd, das Ihnen jedoch nicht gehört, regelmäßig bewegen und pflegen. Dadurch reduzieren sich der Zeitaufwand sowie die Kosten für den Besitzer des Tieres.

Je nach Wohnort müssen Sie für die Reitbeteiligung zwischen 50 und 150 EUR bezahlen. Möchten Sie das Pferd häufig reiten oder steht das Tier in einem sehr günstigen oder teuren Stall, können die Kosten auch etwas nach unten oder oben abweichen.

Text: Michaela Kaiser