Was kostet die Versicherung für einen Anhänger?

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Kfz-Anhänger sind sehr praktisch, möchten Sie größere Gegenstände oder Tiere transportieren. Diese sind allerdings meist nicht in den Versicherungsumfang der Kfz-Versicherung einbezogen, sondern müssen eigens abgesichert werden. Im Interview mit dem Kostencheck-Experten klären wir, mit welcher Beitragshöhe Sie rechnen müssen und worauf Sie bei dieser Versicherung achten sollten.

Was gilt als Anhänger?

Kostencheck: Das ist gesetzlich genau geregelt:

“Als Anhänger wird ein Verkehrsmittel ohne eigenen Antrieb, das von einem Pkw oder Lkw gezogen wird, bezeichnet.” Es lassen sich folgende Typen unterscheiden:

Art Erklärung
Anhänger für Fahrzeugtransporte Modelle, mit denen Sie ein anderes Fahrzeug (Pkw, Motorrad, Boot, Baumaschine) transportieren können.
Anhänger für Tiertransporte Hänger mit unterschiedlichem Aufbau, mit denen Tiere befördert werden.
Anhänger für Waren oder Stückgut Hierzu zählen alle Hänger, mit denen Sie etwas transportieren können, vom Sattelauflieger für den Gütertransport bis hin zum Kastenanhänger.
Verkaufsanhänger Marktanhänger, beispielsweise für Fleisch oder Gebäck zählen ebenso zu dieser Variante wie Eiswagenanhänger.

Wie hoch sind die Versicherungsbeiträge?

Kostencheck: Anhänger-Versicherungen sind deutlich günstiger als Kfz-Versicherungen. Mit welchen Beiträgen Sie rechnen müssen, können Sie nachfolgender Tabelle entnehmen:

Art jährlicher Beitrag Leistungsumfang
Haftpflicht 12 – 50 EUR Sachschäden gegenüber Dritten
Teilkasko 75 – 100 EUR Höhere Gewalt, Diebstahl, Brände und Explosionen, Naturgewalten (Sturm, Blitzschlag, Überschwemmung), Zusammenstöße mit Haarwild
Vollkasko 100 – 200 EUR Absicherung gegen selbst verschuldete Unfälle sowie Vandalismus

Obige Preise können allerdings nur als grober Anhaltspunkt dienen, da die Versicherer Ihre Beiträge regelmäßig anpassen. Zudem bieten manche Gesellschaften die Anhänger-Versicherung nur in Kombination mit einer Pkw-Versicherung an.

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Die Art des Anhängers ist entscheidend für den Preis der Versicherung
Wie hoch die Prämie tatsächlich ausfällt, ist von nachfolgenden Punkten abhängig:

  • Anhängerart,
  • Anschaffungskosten,
  • zulässiges Gesamtgewicht,
  • Nutzungsart,
  • Versicherungsumfang,
  • Höhe der Selbstbeteiligung.

Viele Versicherer bieten Rabatte, die sich beitragssenkend auswirken. Dies gilt beispielsweise für bestimmte Berufsgruppen oder wenn Sie bereits ein Fahrzeug bei diesem Anbieter versichert haben. Auch durch eine vereinbarte Selbstbeteiligung lässt sich die Prämie senken.

Greift der Schadensfreiheitsrabatt bei der Anhänger-Versicherung?

Kostencheck: Bei dieser Versicherung können Sie, selbst nach vielen unfallfreien Jahren, nicht von Prämienrabatten profitieren. Im Gegenzug wirken sich Unfälle nicht negativ auf die Höhe des Beitrags aus. Er bleibt, sofern die Gesellschaft die Prämie nicht erhöht, stets gleich.

Was umfasst die Anhänger-Versicherung?

Kostencheck: Erst seit dem 01. August 2002 zählen Hänger nicht mehr zum Zugfahrzeug und müssen gesondert versichert werden. Sie benötigen aus diesem Grund eine Haftpflicht- oder Kaskoversicherung, sollen sie im öffentlichen Straßenverkehr bewegt werden.

Gesetzlich vorgeschrieben ist nur die Haftpflichtversicherung, Teil- oder Vollkaskoversicherung können Sie optional abschließen.

Gibt es unterschiedliche Formen dieser Versicherung und wann erübrigt sich diese?

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Wer beruflich einen Anhänger nutzt, ist meist bereits versichert
Kostencheck: Ob und in welcher Variante Sie eine derartige Absicherung brauchen, ist unter anderem davon abhängig, ob Sie den Hänger privat, gewerblich oder geschäftlich nutzen.

Gewerblich genutzte Anhänger sind über die Betriebshaftpflicht abgesichert. Hierunter fällt der Transport von Gütern, beispielsweise bei Taxiunternehmen oder Speditionen.

Geschäftlich genutzt wird der Hänger, wenn Sie ihn zu beruflichen Zwecken benötigen. Dies gilt etwa für Handwerker oder den Lieferservice für Essen. Die gesetzlich vorgeschriebene Police ist dann etwas teurer als bei der rein privaten Nutzung.

Für manche Anhänger gibt es eine Ausnahmeregelung. Nachfolgende Varianten sind von der Versicherungspflicht befreit:

  • Hänger in der Land- und Forstwirtschaft,
  • Pferdeanhänger für Sportpferde
  • Bootstrailer
  • Fahrzeugtrailer für Sportfahrzeuge ohne Zulassung
  • einige Spezialanhänger.

Zu erkennen sind diese an einem grünen Kennzeichenschild.

Wichtig: Bedenken Sie bitte, dass Sie für Hänger mit grünem Schild, sind diese nicht an ein Fahrzeug gekoppelt und dadurch über dessen Versicherung abgesichert, das volle Risiko tragen. Kommt es im abgekoppeltem Zustand zu einem Unfall oder beschädigen Sie mit dem Anhänger etwas, müssen Sie den entstandenen Schaden aus eigener Tasche bezahlen. Das ist häufig viel teurer als die relativ kostengünstige Versicherungsprämie.

Wann greift die Anhänger-Versicherung?

Kostencheck: Kommt es infolge eines Unglücks zu einem Schaden, an dem neben dem Zugfahrzeug auch der Anhänger beteiligt ist, haftet die Anhänger-Versicherung gemeinsam mit der Kfz- oder Lkw-Versicherung.

Stellen Sie den Hänger an einer öffentlichen Straße ab und es kommt zu einem Schaden, haftet die Anhänger-Versicherung hingegen alleine. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn sich der Hänger an einer Steigung unbeabsichtigt vom Zugfahrzeug löst und in ein anderes Fahrzeug rollt.

Wann kann ich die Anhänger-Versicherung kündigen?

Kostencheck: Da diese Versicherung zu den Kfz-Versicherungen zählt, ist die Kündigung meist zum 1. Januar jeden Jahres möglich. Stichtag ist der 30. November. Bis zu diesem Tag müssen Sie die Kündigung bei Ihrem alten Anbieter eingereicht haben.

Ausnahme: Hat der Versicherer die Beiträge erhöht, haben Sie ein Sonderkündigungsrecht und können direkt zu einer anderen Gesellschaft wechseln.

Text: Michaela Kaiser