Außenwand dämmen: welche Kosten muss man rechnen?

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Die Fassadendämmung ist die wichtigste und gleichzeitig auch die kostenintensivste Maßnahme bei der Gebäudedämmung. Welche Kosten für die Dämmung der Außenwände anfallen und welche Kostenunterschiede es dabei gibt, erklärt ausführlich der Kostencheck-Experte im Interview.

Frage: Was kostet es, die Außenwände zu dämmen?

Kostencheck-Experte: Das lässt sich pauschal nur schwer beantworten. Die Kosten hängen davon ab, mit welcher Methode gedämmt wird und welcher individuelle Aufwand dabei entsteht.

Unterschieden werden muss zunächst nach der verwendeten Dämmmethode:

  • Dämmung der Außenwände mittels WDVS (Wärmedämmverbundsystem)
  • Dämmung der Außenwände mittels Isoklinkern
  • Dämmung der Außenwände über eine hinterlüftete Vorhangfassade (Fassadenplatten mit darunter liegender Dämmung)
  • Dämmung der Außenwände über eine Kerndämmung (bei vorhandenem zweischaligem Mauerwerk)
  • Dämmung der Außenwände von der Innenseite her (Innendämmung)

Je nach verwendeter Methode können die Kosten sehr unterschiedlich liegen.

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Das WDVS ist die am weitesten verbreitete Art der Fassadendämmung
Die am weitesten verbreitete Form der Dämmung ist das WDVS (Wärmedämmverbundsystem. Dabei werden Styroporplatten auf der Fassade verklebt und verputzt. Die Kosten richten sich nach der erforderlichen Dämmstärke und der Art der Fassade. Sie liegen in den meisten Fällen zwischen 100 EUR pro m² bis 140 EUR pro m².

Durch das Anbringen von Isoklinkern, Klinkerriemchen mit direkt aufkaschiertem Dämmmaterial, kann eine wartungsfreie Fassade geschaffen werden. Der Aufwand zum regelmäßigen Streichen und Neuverputzen der Fassade entfällt durch die Verklinkerung.

Die Kosten für das Anbringen von Isoklinkern liegen meist bei 170 EUR pro m² bis 190 EUR pro m². Theoretisch ist das Anbringen auch selbst möglich, die Materialkosten liegen dann bei zwischen rund 100 EUR pro m² bis 120 EUR pro m².

Eine weitere Möglichkeit, die Außenwände zu dämmen, besteht in der Anbringung einer hinterlüfteten Vorhangfassade. Dabei werden auf die Fassade Verkleidungsplatten aufgebracht, zwischen dem an der Fassade befestigten Dämmmaterial und den Verkleidungsplatten befindet sich zusätzlich ein Luftspalt.

Als Fassadenverkleidung können unterschiedliche Plattenarten angebracht werden. Die Kosten bewegen sich deshalb in einem weiten Bereich. Sie liegen meist zwischen rund 150 EUR pro m² und 300 EUR pro m².

Sogenannte Kerndämmungen sind nur bei vorhandenem, zweischaligen Mauerwerk möglich, zum Beispiel bei einer vorgesetzten Klinker-Fassade. Zwischen das Mauerwerk und die Vorsatzschale wird in diesem Fall Dämmmaterial eingeblasen.

Die Dämmung der Fassade ist so innerhalb von 1 – 2 Tagen erledigt und auch relativ kostengünstig: die Kosten für eine Kerndämmung liegen je nach Fassadengröße und örtlichen Gegebenheiten bei zwischen 15 EUR pro m² bis 30 EUR pro m².

Eine Innendämmung ist aus bauphysikalischen Gründen nur wenig ratsam. Sie findet deshalb meist nur bei denkmalgeschützten Gebäuden (original zu erhaltende Fassade) Anwendung. Auch Kellerwände werden gegebenenfalls innen gedämmt, wenn eine nachträgliche Dämmung (Wohnnutzung) erforderlich ist.

Die Kosten für eine Innendämmung liegen meist zwischen 60 EUR pro m² bis 100 EUR pro m². Je nach erforderlicher Dämmstärke und Komplexität der Dämmaufgabe im Einzelfall kann das auch mehr sein.

Kostenbeispiel aus der Praxis

Eine 180 m² Hausfassade soll mit Isoklinkern gedämmt werden.

Posten Preis
Gerüstkosten inklusive Standzeit 1.200 EUR
Material gesamt 21.600 EUR
Arbeitskosten 10.800 EUR
Gesamtkosten 33.600 EUR

Hierbei handelt es sich um ein einzelnes Kostenbeispiel. Die Kosten in anderen Fällen können unterschiedlich liegen, insbesondere beim Einsatz anderer Dämmmethoden.

Frage: Von welchen Faktoren hängen die Kosten für eine Dämmung der Außenwände ab?

Kostencheck-Experte: Zu berücksichtigen ist:

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Die Art der Dämmung ist entscheidend für den Preis

  • welche Dämmmethode eingesetzt wird
  • welche Dämmstärke im Einzelfall erforderlich ist
  • wie die Fassade beschaffen ist (Material, Vorsprünge, etc.)
  • welche Größe die Fassade hat (die Kosten werden nach m² Fassadenfläche gerechnet)
  • wie hoch die Fassade ist (die Höhe spielt für die Gerüstkosten und für die Arbeitskosten eine Rolle)
  • ob die Arbeiten selbst erledigt werden (ist nur bei der Anbringung von Isoklinkern möglich)

Daneben spielt die Preisgestaltung des ausführenden Unternehmens eine wichtige Rolle für die Kosten. Der Vergleich mehrerer Angebote im Vorfeld ist unbedingt ratsam.

Text: Kostencheck.de