Dachbodendämmung: welche Kosten muss man rechnen?

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Den Dachraum zu dämmen ist – von wenigen Ausnahmen abgesehen – in Deutschland auch gesetzliche Pflicht. Welche Kosten für die Dämmung am Dachboden anfallen können und welche Unterschiede es dabei geben kann, erklärt ausführlich der Kostencheck-Experte im Interview.

Frage: Was kostet die Dachbodendämmung in der Praxis?

Kostencheck-Experte: Das kann man pauschal nicht sagen, da das immer davon abhängt, welche Dämmmethode man am Dachboden einsetzt.

In der Praxis muss man schon einmal zwei Arten der Dachbodendämmung unterscheiden:

1. Es wird tatsächlich das Dach gedämmt
2. Es wird lediglich die oberste Geschossdecke gedämmt

Die Dämmung des Dachs selbst ist immer dann erforderlich, wenn der Dachraum beheizt ist oder beheizt werden soll (etwa bei einem geplanten Dachausbau).

Bei einem ungeheizten Dachboden, der lediglich als Lagerraum oder überhaupt nicht genutzt wird, genügt die Dämmung der obersten Geschossdecke, um Wärmeverluste von den geheizten Wohnräumen zu vermeiden. Eine der beiden Methoden ist aber Pflicht.

Bei der Dachdämmung unterscheidet man bei den Dämmmethoden zwischen

  • Aufdach- oder Aufsparrendämmung
  • Zwischensparrendämmung und
  • Untersparrendämmung

In der Praxis werden Untersparren- und Zwischensparrendämmungen meist kombiniert, da die gesetzlich geforderten Wärmedurchgangswerte in den meisten Fällen sonst kaum erreichbar sind.

Wenn es um die Dämmung der obersten Geschossdecke geht, hat man ebenfalls mehrere Möglichkeiten:

  • Dämmung von oben her (z. B. Schüttdämmungen)
  • Dämmung im Inneren einer Holzbalkendecke (Einblasdämmungen)
  • Dämmung von unten her (an der Decke des Wohnraums)

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Die Dämmung von oben ist nur eine von drei Varianten für die Dachbodendämmung
Dabei können verschiedene Materialien eingesetzt werden, auch hier kann man unter Umständen unterschiedliche Dämmmethoden miteinander kombinieren.

Die Kosten für die Dachdämmung liegen in der Praxis zwischen 120 EUR pro m² bis 240 EUR pro m² Dachfläche. Die notwendige Dachdämmung gehört damit zu den größten Kostenfaktoren für einen geplanten Dachbodenausbau.

Die Kosten für die Dämmung der obersten Geschossdecke können in der Praxis von rund 25 EUR pro m² bis 55 EUR pro m² Grundfläche reichen.

Richtwerte für die Kosten einzelner Dämmmaßnahmen am Dachboden

Dämmmaßnahme / Dämmart Kosten ca.
Zwischensparrendämmung + Untersparrendämmung ca. 120 EUR pro m² bis 140 EUR pro m²
Aufsparrendämmung ca. 200 EUR pro m² bis 240 EUR pro m²
begehbare Dämmung der Geschossdecke, rund 20 cm Stärke ca. 40 EUR pro m² bis 55 EUR pro m²
nicht begehbare Dämmung der Geschossdecke, rund 20 cm Stärke ca. 25 EUR pro m² bis 45 EUR pro m²
Einblasdämmungen ca. 15 EUR pro m² bis 30 EUR pro m²

Die Tabelle gibt dabei nur eine grobe Richtlinie für die Kalkulation der Kosten an. Abhängig von den Gegebenheiten vor Ort und besonderen Anforderungen können die Kosten für die einzelnen Dämmarten im Einzelfall auch außerhalb des angegebenen Rahmens liegen.

Frage: Von welchen Dingen hängen die Kosten für die Dachbodendämmung in der Praxis ab?

Kostencheck-Experte: Hier kommt natürlich vieles zum Tragen:

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Bei der Wahl der Materialien für die Dachbodendämmung sind verschiedene Dinge zu beachten
-ob das Dach oder die Geschossdecke gedämmt werden sollen (das bestimmt bereits einmal den grundsätzlichen Kostenrahmen)

  • welche Dämmweise zum Einsatz kommt
  • welche Dämmstärke im Einzelfall gewählt wird
  • ob die Dämmung von einem Fachunternehmen oder in Eigenregie durchgeführt wird
  • welche besonderen Voraussetzungen vor Ort gegeben sind

In der Praxis kann man die Kosten also immer nur anhand eines konkreten Einzelfalls kalkulieren. Für die Wahl einer bestimmten Dämmmethode sollte zudem der Preis für die Maßnahme nicht das einzige Kriterium sein: technische Anforderungen und mögliche Vor- und Nachteile der einzelnen Methoden sollten auf jeden Fall immer mit abgewogen werden.

Für die Ermittlung der tatsächlich benötigten und sinnvollen Dämmstärke im Einzelfall sollte man am besten einen Energieberater konsultieren: er kann berechnen, welche Dämmstärke bei den einzelnen Methoden unbedingt erforderlich ist, um die geforderten Wärmedurchgangswerte der EnEV (0,24 W/m²K beim Altbau, 0,20 W/m²K beim Neubau) zu erreichen und welche Heizkostenersparnis durch einzelne Dämmstärken erzielbar ist.

Frage: Was gibt es bei der Auswahl der einzelnen Dämmmethoden noch zu beachten?

Kostencheck-Experte: Eine Dämmmethode muss sich natürlich auch rechnen. So lohnt sich eine Aufdachdämmung in der Praxis meist nur dann, wenn gleichzeitig auch eine Neueindeckung des Dachs geplant ist. Dann werden die hohen Kosten für das Abdecken und Neudecken des Dachs durch die Ohnehin-Kosten der Dacherneuerung aufgefangen und die Dämmmaßnahme selbst wird kostengünstiger.

Wenn die Möglichkeit für Einblasdämmungen (etwa bei einer Holzbalkendecke) besteht, sollte man sie nutzen – in der Regel ist das die kostengünstigste Möglichkeit. Selbst das Aufdoppeln von Lagerhölzern und das Schaffen von künstlichen Hohlräumen, um eine Einblasdämmung durchführen zu können, lohnt sich häufig.

Eine nicht begehbare Geschossdeckendämmung ist in der Praxis zwar meist kostengünstiger, nimmt einem später aber alle Nutzungsmöglichkeiten für den Dachraum. Das sollte man im Vorfeld immer ausreichend bedenken.

Bestehen Möglichkeiten, Eigenleistungen zu erbringen, sollte man sie möglichst nutzen. In der Praxis lassen sich die Kosten dadurch oft deutlich verringern.

Frage: Was kostet es, eine Dachbodendämmung in Eigenregie durchzuführen?

Kostencheck-Experte: Das ist nur bei einigen wenigen Dämmarbeiten gefahrlos möglich. Fehler bei der Dämmung, insbesondere bei der Dachdämmung, können später schwerwiegende Folgen haben (Feuchteschäden, Schimmel, Zerstörung der Bausubstanz). Bei Dämmungen in Eigenleistung muss man für diese Schäden dann komplett selbst aufkommen.

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Eine Schüttdämmung ist einfach aufzutragen
Eine einfache Schüttdämmung auf der obersten Geschossdecke kann man aber fast immer problemlos selbst aufbringen, auch das Verlegen einer begehbaren Geschossdeckendämmung gelingt mit einigem Geschick und ohne großes Risiko meist recht gut.

Die Kosten für eine Schüttdämmung belaufen sich dann auf die reinen Materialkosten – abhängig von der gewählten Schütthöhe und dem Dämmmaterial sind das dann meist zwischen 15 EUR pro m² und 30 EUR pro m².

Auch begehbare Geschossdeckendämmungen lassen sich in Eigenleistung oft für zwischen 20 EUR pro m² und 35 EUR pro m² realisieren.

Frage: Wann rechnet sich eine Dachbodendämmung finanziell?

Kostencheck-Experte: In der Praxis wird häufig von 20 % Einsparungen bei den Heizkosten gesprochen, wenn von der Amortisation einer Dachbodendämmung die Rede ist.

Das kann im Einzelfall natürlich unterschiedlich ausfallen und muss in der Regel individuell berechnet werden. Um die mögliche Ersparnis bei den Heizkosten konkret beziffern zu können, braucht es in der Regel exakte Berechnungen anhand der individuellen Gegebenheiten – das kann also nur der Energieberater oder der Bausachverständige nach umfassenden Berechnungen konkret sagen.

Text: Kostencheck.de
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