Zwischensparrendämmung: welche Kosten muss man rechnen?

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Die Zwischensparrendämmung ist eine Möglichkeit zum Dämmen von Steildächern, die vergleichsweise einfach durchzuführen ist. Welche Kosten man für diese Art der Dachdämmung rechnen muss, erklärt ausführlich der Kostencheck-Experte im Interview.

Frage: Was kostet eine Zwischensparrendämmung im Allgemeinen?

Kostencheck-Experte: Das hängt immer auch ein wenig von den Gegebenheiten am Dach ab.

Im Allgemeinen können Sie aber von Kosten im Bereich von rund 30 EUR pro m² bis 100 EUR pro m² ausgehen, wenn Sie alle Kosten berücksichtigen.

Die Kosten können je nach örtlichen Gegebenheiten (vorhandene Sparrenabstände, erforderliche Dämmstärke) aber deutlich abweichend ausfallen.

In vielen Fällen sind die von der EnEV geforderten Wärmedurchgangswerte für das Dach (höchstens 0,24 W/m²K im Altbau und 0,20 W/m²K im Neubau) mit einer Zwischensparrendämmung allein nicht mehr oder nur teilweise zu erreichen.

In diesen Fällen wird die Zwischensparrendämmung dann meist mit einer anderen Dämmungsart (Aufsparrendämmung oder Untersparrendämmung) kombiniert, wodurch die Gesamtkosten für die Dämmung dann natürlich deutlich höher liegen.

Kostenbeispiel aus der Praxis

Wir lassen ein 180 m² großes Dach mit einer Zwischendämmung versehen. Die Arbeiten werden von einem Handwerksbetrieb ausgeführt.

Die Sparrenabstände und die Sparrenhöhe sind ausreichend groß, durch das unser gut isolierendes Dach reicht die Zwischensparrendämmung aus, um den geforderten Wärmedurchgangswert zu erreichen.

Tätigkeit Kosten einmalig
Dämmung und Ausführung 2.355 EUR
Dampfsperrbahn, inklusive Montage und Anarbeiten 1.215 EUR
Verkleidung der Dachschräge 3.675 EUR
Gesamtkosten 7.245 EUR
Gesamtkosten pro m² 40,25 EUR pro m²

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Die Preise für eine Zwischensparrendämmung können sehr stark variieren
Hierbei handelt es sich natürlich lediglich um ein einzelnes Kostenbeispiel, das nur für ein bestimmtes Gebäude und die Ausführung durch ein bestimmtes Unternehmen gilt. Die Kosten für eine Zwischensparrendämmung können in anderen Fällen auch deutlich unterschiedlich liegen.

Insbesondere wenn bei anderen Gebäuden auch zusätzliche Dämmungen (z. B. Untersparrendämmung) nötig sind, können die Kosten deutlich ansteigen.

Frage: Von welchen Dingen hängen die Kosten für die Zwischensparrendämmung in der Regel ab?

Kostencheck-Experte: Hier muss man natürlich einige Dinge berücksichtigen:

  • die gegebenen örtlichen Voraussetzungen beim Dach
  • der zu erreichende Wärmedämmwert
  • die Sparrenabstände am Dach
  • ob die Ausführung durch ein Fachunternehmen oder in Eigenregie erfolgt

All diese Dinge muss man in der Praxis berücksichtigen, wenn es um eine solide Kostenschätzung geht. Die benötigte Dämmstärke für den geforderten Wärmedurchgangswert kann in der Praxis entweder das ausführende Unternehmen oder ein Energieberater berechnen.

Einen Energieberater in die Planung mit einzubeziehen kann sich in vielen Fällen durchaus lohnen – durch eine umfassende Berechnung kann man im Allgemeinen auch erkennen, innerhalb welchen Zeiträumen sich die Dachdämmung durch Heizkosteneinsparungen amortisieren wird.

Frage: Welche Gegebenheiten am Dach sind für die Kosten entscheidend?

Kostencheck-Experte: Abgesehen von den Sparrenabständen und der gegebenen Sparrenhöhe spielen auch die Zahl der vorhandenen Dachfenster und ihre Lage eine Rolle.

Je komplizierter ein Dach aufgebaut ist, desto mehr Arbeit ist für das Aufbringen der Dämmung und vor allem das Anarbeiten der Dampfsperrfolie erforderlich. Das verteuert dann am Ende die Arbeitskosten.

Frage: Warum sind die Sparrenabstände und die Sparrenhöhe so wichtig?

Kostencheck-Experte: In der Praxis wird meist mit einem Sparrenanteil in der Dachfläche in Prozent gerechnet.

In unserem Kostenbeispiel betrug der Sparrenanteil in der Dachfläche 12 %, was eine sehr gute Voraussetzung für die Zwischensparrendämmung darstellt.

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Die Stärke der Sparren hat einen entscheidenden Einfluss auf den Preis
Der Grund, warum das bedeutsam ist, ist einfach: Der Wärmedurchgangswert der Dachfläche wird über die gesamte Dachfläche hinweg gerechnet. Je höher der Anteil der Sparren innerhalb der Dachfläche ist, desto höher muss die Dämmstärke gewählt werden, da Dachsparren nur sehr wenig dämmen.

Nur wenn eine höhere Dämmstärke gewählt wird, kann die geringe Dämmfähigkeit der Sparren ausgeglichen werden, sodass der über die gesamte Dachfläche gerechnete U-Wert die Vorgaben erreicht.

Die Sparrenhöhe ist dagegen das bestimmende Maß dafür, welche Dämmstärke überhaupt eingebaut werden kann. Bei geringen Sparrenhöhen (14 cm trifft man häufig an) bleibt die maximal mögliche Dämmstärke begrenzt.

In diesen Fällen muss man dann oft die Sparren aufdoppeln oder eine zusätzliche Untersparrendämmung anbringen.

Frage: Was kann das Aufdoppeln der Dachsparren kosten?

Kostencheck-Experte: Beim Aufdoppeln gibt es theoretisch mehrere Möglichkeiten – in der Regel wird allerdings in Laufrichtung der Sparren aufgedoppelt, da das am vorteilhaftesten ist.

Für eine solche Aufdoppelung müssen in der Praxis zusätzliche Kosten von rund 8 EUR – 12 EUR pro laufendem Meter Dachsparren kalkuliert werden.

Frage: Kommt eine zusätzliche Untersparrendämmung günstiger als das Aufdoppeln?

Kostencheck-Experte: Das hängt immer von den Gegebenheiten vor Ort ab und davon, welche Methode man für die Zusatzdämmung wählt.

Man kann für die Untersparrendämmung auch direkt verputzbare Platten verwenden, in diesem Fall würden zum Ausgleich die Kosten für die Rigips-Verkleidung wegfallen.

Die Mehrkosten für die zusätzliche Untersparrendämmung mit den direkt verputzbaren Platten liegen dann bei rund 10 EUR pro m² bis 30 EUR pro m². In den meisten Fällen wird das teurer sein als eine Sparrenaufdoppelung, die man zudem als Eigenleistung auch selbst übernehmen kann.

Noch teurer wird es in der Regel, wenn man statt der üblichen Verkleidung Rigipsplatten mit zusätzlicher, aufkaschierter Dämmung verwendet. Das lohnt sich, insbesondere bei höheren nötigen Dämmstärken im Untersparrenbereich nur in den seltensten Fällen.

Frage: Würde sich eine Einblasdämmung im Zwischensparrenbereich lohnen?

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Auch eine Einblasdämmung ist möglich
Kostencheck-Experte: Auch das hängt natürlich immer von den Gegebenheiten vor Ort und vor allem vom erforderlichen Dämmwert ab.

Einblasdämmungen kosten im günstigsten Fall zwischen 15 EUR pro m² und 25 EUR pro m².

Zusätzlich ist allerdings zunächst ein Verkleiden des Sparrenraums erforderlich. Damit wären die Kosten am Ende wieder annähernd im gleichen Bereich wie bei klassischer Klemmfilz-Dämmung auch.

Bringt man allerdings die Innenverkleidung selbst an, kann sich die Einblasdämmung dennoch durchaus lohnen.

Zudem hat man hier die Sicherheit, dass durch die Ausführung eines erfahrenen Unternehmens der Dämmstoff auch wirklich gleichmäßig verteilt und das Risiko für Wärmebrücken dadurch minimiert wird. Im Gegensatz zum kompletten Selberdämmen sind Fehler beim Dämmen damit also weniger wahrscheinlich.

Frage: Wie viel kann man durch das Selbstanbringen einer Zwischensparrendämmung sparen?

Kostencheck-Experte: Die Ersparnis ist weniger hoch, als man gemeinhin annimmt – dafür kommen ein hoher Arbeitsaufwand und ein hohes Risiko für Fehler hinzu, die später zu beträchtlichen Schäden im gesamten Dachraum (Feuchtigkeit, Schimmel, Schäden am Dachstuhl) führen können.

Die Materialkosten können – je nach nötiger Dämmstärke – durchaus beträchtlich sein:

Material Kosten
Klemmfilz ca. 10 EUR pro m² bis 15 EUR pro m²
Dampfsperrbahn und Kleinmaterial zum Befestigen und Anarbeiten ca. 2 EUR pro m² bis 3 EUR pro m²
Material für Rigipsverkleidung (Platten, Schrauben, Fugenspachtel) ca. 10 EUR pro m² bis 15 EUR pro m²
Gesamtkosten Material ca. 22 EUR pro m² – 33 EUR pro m²

Die Angaben in der Tabelle stellen nur grobe Richtwerte dar, in Einzelfällen können die Kosten auch außerhalb des angegeben Bereichs liegen.

Vergleicht man die Materialkosten mit den Gesamtkosten aus unserem Kostenbeispiel, ist die Ersparnis nicht so hoch, wie häufig angenommen wird. Dennoch summieren sich die Unterschiede gerade bei größeren Dachflächen auf ansehnliche Beträge, wenn man selber dämmt.

Wenn die Notwendigkeit besteht, Sparren aufzudoppeln oder eine zusätzliche Untersparrendämmung anbringen zu müssen, liegen die Kosten natürlich auch beim Selberdämmen noch einmal höher.

Text: Kostencheck.de
Artikelbilder: Vitalii Petrushenko/Shutterstock, Bilanol/Shutterstock, villesep/Shutterstock