Wärmedämmung ist Pflicht – so sieht es das Gesetz vor, in diesem Fall die Energieeinspar-Verordnung (EnEV). Anstatt nur die Fassade zu sanieren, sieht man sich hier oft verpflichtet, gleich einen kompletten Vollwärmeschutz anbringen zu lassen. Was an Kosten für einen Vollwärmeschutz kalkuliert werden muss, wollten wir vom Kostencheck-Experten wissen.
Frage: Wie hoch liegen die Kosten für einen Vollwärmeschutz?
Kostencheck-Experte: Für das Dämmen der Fassade gibt es ganz unterschiedliche Möglichkeiten – dementsprechend unterschiedlich können die Kosten für einen Vollwärmeschutz liegen.
Grob gesprochen kann man von Kosten im Bereich von rund 90 EUR pro m² bis 300 EUR pro m² Fassadenfläche ausgehen – je nachdem, welche Dämmmethode man wählt und welche Dämmstärke im Einzelfall erforderlich ist.
Beispiel-Kosten
Wir wollen unserem alten Einfamilienhaus einen Vollwärmeschutz verpassen lassen, um unsere Heizkosten auf ein zeitgemäßes Niveau zu bringen. Wir entscheiden uns für ein Wärmedämm-Verbundsystem. Die Größe unserer Fassadenfläche beträgt 114 m².
Posten | Preis |
---|---|
Gerüstkosten | 980 EUR |
WDVS anbringen (Material und Arbeitskosten) | 14.136 EUR |
Gesamtkosten damit | 15.116 EUR |
KfW-Förderung (10 % der Kosten) | abzüglich 1.510 EUR |
selbst zu tragende Kosten damit | 13.606 EUR |
Kosten pro m² Fassadenfläche effektiv daher | 119,35 EUR pro m² |
Je nach gewählter Dämmmethode und individueller Ausführung können die Kosten für einen Vollwärmeschutz auch noch deutlich höher liegen.
Frage: In welchem Bereich bewegen sich die Kosten für einen Vollwärmeschutz ganz allgemein?
Kostencheck-Experte: Hier muss man zunächst einmal unterscheiden, welche Dämmmethode man einsetzen will.
Der „Quasi-Standard“ ist das Wärmedämm-Verbundsystem (WDVS), bei dem Styroporplatten an die Fassade geklebt und danach verputzt werden. Die Gesamtkosten bewegen sich dabei meist zwischen rund 90 EUR pro m² und 140 EUR pro m².
Fassaden lassen sich auch durch die Anbringen einer hinterlüftete Vorhangfassade dämmen. Die Kosten dafür liegen je nach Art der Ausführung deutlich höher. In der Praxis kann man dafür Kosten von rund 150 EUR pro m² bis 300 EUR pro m² veranschlagen, bei sehr hochwertigen Ausführungen gegebenenfalls sogar noch mehr.
Eine sehr interessante Möglichkeit zum Dämmen stellen Isoklinker dar. Die Kosten beim Anbringen durch den Fachbetrieb bewegen sich zwischen rund 160 EUR pro m² und 180 EUR pro m², allerdings kann man die Isoklinker gegebenenfalls auch selbst anbringen und kommt damit deutlich günstiger. Mehr zu den Kosten für Isoklinker-Fassaden finden Sie an dieser Stelle. Bei Klinkerfassaden erspart man sich nachfolgend das Streichen und Neuverputzen der Fassade, was diese Art der Dämmung vor allem im Hinblick auf die langfristig zu erwartenden Kosten sehr interessant macht.
Wer das Glück, bei seinem Haus zweischaliges Mauerwerk zu haben, kann den Vollwärmeschutz gegebenenfalls mithilfe einer Einblasdämmung zwischen beide Mauerschichten umsetzen. Das dauert nur rund 1 – 2 Tage, verursacht kaum Schmutz und kostet lediglich zwischen rund 25 EUR pro m² und 35 EUR pro m². Leider funktioniert die Methode nur bei zwei vorhandenen Mauerschichten (z. B. Klinker-Mauerwerk als Vormauerwerk).
Gerüstkosten kann man in den meisten Fällen mit rund 6 EUR pro m² bis 12 EUR pro m² Fassadenfläche kalkulieren. Bei längeren Standzeiten und besonderen notwendigen Absicherungen kann das gegebenenfalls auch ein wenig teurer sein.
Frage: Wovon hängen die Kosten für einen Vollwärmeschutz ab?
Kostencheck-Experte: Maßgeblich ist hier:
- die Größe der Fassadenfläche
- die Geometrie der Fassade (Vorsprünge, Erker und Ähnliches verursachen erhebliche Mehrkosten)
- die gewählte Dämmmethode
- welche Dämmstärke im Einzelfall erforderlich ist (Wärmeschutzberechnung nach EnEV-Vorgaben)
- die Kosten für die benötigten Dämmmaterialien
- die Arbeitskosten die vom ausführenden Unternehmen verlangt werden
- die anfallenden Gerüstkosten
- Kosten für eventuell notwendig werdende Nebenarbeiten