Bungalow Häuser – welche Preise muss man rechnen?

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Bungalows erleben bei den Neubauten in den letzten Jahren wieder ein regelrechtes Comeback – und das, obwohl sie preislich gar nicht immer zu den günstigsten Hausbauformen gehören. Welche Kosten man für Bungalow Häuser rechnen muss, und welche Kostenunterschiede es geben kann, verrät ausführlich der Kostencheck-Experte im Interview.

Frage: Vorweg einmal gleich die Frage: was genau ist ein Bungalow?

Kostencheck-Experte: Als Bungalow bezeichnet man alle freistehenden Häuser, die eine eingeschossige Bauweise haben und wo alle Räume nebeneinander angeordnet sind.

Bungalows waren in den 60er-, 70er und 80er Jahren eine sehr beliebte Hausform, wegen ihrer vielen Vorteile. In den letzten Jahren erlebt das eingeschossige Bauen und Wohnen genau deshalb auch wieder ein echtes Comeback.

Die äußere Form eines Bungalows kann dabei ganz unterschiedlich ausfallen von rechteckig bis stark gewinkelt. Auch die Dachform kann variieren. Maßgebliche Kennzeichen für einen Bungalow sind aber immer der ebenerdige Zugang und die Anordnung aller Räume nebeneinander sowie das Fehlen eines Obergeschosses.

Frage: Sie sprachen eben von Vorteilen – welche sind das? Und gibt es auch Nachteile?

Kostencheck-Experte: Der wichtigste Vorteil eines Bungalows liegt in seiner ebenerdigen Bauweise. Bungalows sind „von Natur aus“ barrierefrei und damit auch für das spätere Wohnen im Alter gut geeignet.

Da später dann teure Umbauten in barrierefreie Wohnräume wegfallen, ist das durchaus ein – langfristig zu sehender – Kostenvorteil.

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Bungalows sind vor allem bei älteren Leuten beliebt
Daneben gibt es noch einige andere (geldwerte) Vorteile, die man beachten sollte:

1. Die erforderlichen Instandhaltungsarbeiten sind meist kostengünstiger und einfacher als bei mehrgeschossigen Häusern, da keine Gerüste benötigt werden und alles leicht erreichbar ist

2. Durch die hohe Beliebtheit von Bungalows entsteht auch ein höherer Wiederverkaufswert als bei anderen Häusern.

3. Man braucht bei Arbeiten im Inneren keine tragenden Wände zu berücksichtigen – das erleichtert Umbauten enorm, und schafft Gestaltungsfreiheit. Man kann so auf einfache Weise auch nachträglich leicht Raumkonstellationen verändern oder großflächige offene Bereiche schaffen.

Einige Nachteile muss man allerdings ebenfalls erwähnen:

1. Dach- und Bodenflächen sind bei einem Bungalow im Vergleich zu anderen Bauformen durchwegs größer – und verursachen damit auch höhere Kosten beim Bau als bei anderen Hausformen.

2. Es gibt in den meisten Fällen keine Möglichkeit, einen Dachraum zusätzlich auszubauen und so auf einfache Weise den Wohnraum zu vergrößeren.

3. Da alle Räume nebeneinander angeordnet sind, steigt entsprechend die Grundfläche – und man braucht damit für einen Bungalow ein größeres Grundstück als bei anderen Hausformen, was natürlich teurer ist.

Frage: Was kosten Bungalow Häuser so ganz allgemein?

Kostencheck-Experte: Die Kosten für einen Hausbau mal eben so anzugeben, ist natürlich nur schwer möglich – Häuser können ganz unterschiedlich viel kosten, das hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab.

Die Kosten für einen Bungalow liegen aber in der Regel geringfügig höher als für andere Hausformen. Ganz grob gesagt können Sie für einen Bungalow mittlerer Ausstattung ohne große Extras zwischen rund 1.150 EUR pro m² Wohnfläche und 1.600 EUR pro m² rechnen.

Nach oben hin gibt es allerdings kaum eine Grenze – und Extrakosten summieren sich schnell zusammen. Der Preis kann sich mit bestimmten Ausstattungsmerkmalen und hochwertiger Ausstattung ganz leicht auch verdoppeln.

Frage: Wovon hängen die Kosten für Bungalow Häuser ab?

Kostencheck-Experte: Nun – zunächst einmal muss man natürlich zwischen verschiedenen Bauweisen unterscheiden: ein Fertighaus wird andere Kosten verursachen als ein Massivhaus, das vom Architekten geplant ist. Ein Passivhaus oder Niedrigenergiehaus ist dann ebenfalls noch einmal eine andere Kategorie, bei der die Preise auch sehr unterschiedlich sein können.

Neben der Hausbauart spielen eine ganze Reihe weiterer Faktoren eine Rolle:

  • die Hausform (rechteckig, winkelförmig, etc.)
  • die gewählte Dachform
  • der Energiestandard des Hauses
  • die Art der Unterkellerung oder Bodenplatte
  • die verwendete Heiztechnologie
  • der Bauzeitraum

Frage: Warum spielt die Bauform des Hauses eine Rolle?

Kostencheck-Experte: Rechteckige oder quadratische Grundrisse sind einfach zu planen und zu bauen. Hier entsteht ein recht geringer Kostenaufwand im Vergleich zu anderen Bauformen.

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Verwinkelte Häuser sind teurer als einfache, rechteckige Bungalows
Vor allem bei winkelförmig geplanten Bungalows sind sowohl die Bau- als auch die Betriebskosten deutlich höher.

Zusätzliche Winkel im Außenmauerwerk erhöhen den Aufwand beim Bau beträchtlich – es ist mehr Arbeitszeit beim Bau erforderlich und es wird mehr Material benötigt.

Die insgesamt größere Wandfläche verteuert dann auch die Kosten für Wandbekleidungen und es wird mehr Heizenergie nach außen abgegeben (wegen der größeren Wandfläche). Damit steigen auch die Heizkosten.

Bei der Instandhaltung sind dann natürlich auch die Kosten für die Instandhaltung der Außenwände (Dämmung, streichen, Fugenarbeiten bei verklinkerten Fassaden höher.

Frage: Inwieweit spielt auch die Dachform eine Rolle für die Kosten?

Kostencheck-Experte: Nun – jede Dachform hat schon von sich aus ihre eigenen Vor- und Nachteile. Auch die Kosten für die Errichtung können ganz unterschiedlich sein – so kosten Satteldächer oft recht wenig, Walmdächer können deutlich teurer sein:

Dachform Preis
Satteldach rund 60 EUR pro m²
Walmdach rund 90 EUR pro m²
Flachdach rund 40 EUR pro m²
Pultdach rund 45 EUR pro m², je nach Bauweise bis zu 50 EUR pro m²

Das sind natürlich nur einmal grobe Anhaltswerte, um die Dachkosten vergleichen zu können. Dazu muss man aber einiges zusätzlich beachten.

So ziehen Flachdächer häufig eine ganze Reihe mit Problemen mit sich, wenn es um die Abdichtung geht und verursachen oft einen hohen Kostenaufwand für die Instandhaltung. Insgesamt ist das nicht unbedingt die beste Möglichkeit, was man an Baukosten spart, geht dann oft über die Instandhaltungskosten wieder verloren.

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Die Dachform hat einen erheblichen Einfluss auf den Preis
Beim Pultdach kommen – zusätzlich zu den geringeren Errichtungskosten – dann auch noch einige weitere Kostenvorteile zum Tragen: es wird weder eine Mittelpfette noch eine Kehlbalkenlage benötigt. Pultdächer haben eine geringere Dachfläche als ein Satteldach (rund 30 % weniger) – dadurch werden weniger Dachsparren gebraucht und die Kosten für die Dacheindeckung (hier kann man beim Pultdach alle Materialien verwenden) sind entsprechend geringer.

Der einzige Nachteil, den Pultdächer wiederum mit sich bringen ist, dass die Dämmung meist etwas aufwändiger ausgeführt werden muss als bei einem Satteldach. Im Allgemeinen gleichen sich die höheren Isolierungskosten beim Pultdach durch die geringere Dachfläche gegenüber dem Satteldach dann wieder fast aus.

Das alles ist aber immer Sache einer sorgfältigen Kalkulation – im Einzelfall kann das eine oder andere Dach durchaus mehr Vorteile bringen (etwa ein Satteldach als Schleppdach) die sich dann langfristig bezahlt machen.

Frage: Inwieweit spielt der Energiestandard eine Rolle – doch nur für die Betriebskosten, oder?

Kostencheck-Experte: Nein, durchaus nicht. Wenn Sie beispielsweise ein Passivhaus wollen, müssen Sie im Allgemeinen zwischen 15 % und 30 % mehr Kosten beim Bau im Vergleich zu „gewöhnlichen“ Energiestandards rechnen.

Diese Kosten müssen sich zuerst einmal amortisieren – Stiftung Warentest rechnet mi einer Amortisierung von Passivhäusern beispielsweise erst nach rund 20 Jahren.

Dazu kommt, dass bei den Energiekosten zwar an der Heizung gespart werden kann, dass die High-Tech-Anlagen, die ein Haus erst zum „echten“ Passivhaus machen, aber auch einen hohen Erhaltungsaufwand haben. In Einzelfällen geht man hier von Kosten im Bereich von bis zu 6.000 EUR pro Jahr aus. Im Vergleich dazu liegen die Heizkosten bei einem „normalen“ Haus oft nicht viel höher, wenn man effektive Heizungen verwendet.

Zudem werden beim Passivhaus häufiger einmal Reparaturen fällig, da schon bei geringen „Lecks“ in der völlig luftdichten Außenhaut meist massive Feuchteprobleme die Folge sind.

Im Hinblick auf den Energiestandard geht es also immer um ein Abwägen zwischen sinnvollen und weniger sinnvollen Investitionen in den thermischen Schutz von Gebäuden.

Frage: Unterkellerung und Bodenplatte – welche Kosten muss man hier noch mit berücksichtigen?

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Bungalows werden oft ohne Keller gebaut
Kostencheck-Experte: Auch das ist ein Thema, das gerne übersehen wird. Ohne Keller hat man meist gar keine Möglichkeit, den Wohnraum zusätzlich zu erweitern. Auch die notwendigen Nebenräume für Heizungsanlage und Ähnliches liegen dann ebenerdig – und tragen zur Grundfläche des Hauses bei: das muss dann teuer bezahlt werden (mit mindestens 1.500 EUR pro m²).

Umgekehrt kostet ein recht einfacher Keller bei einer Grundfläche von 120 m² schon rund 45.000 EUR – die Bodenplatte nur rund 100 EUR pro m², also etwa 10.000 EUR insgesamt. Hier gibt es also vieles, was man gegeneinander aufwiegen muss.

Frage: Inwieweit spielt die verwendete Heiztechnologie eine Rolle?

Kostencheck-Experte: Wer selber baut, steht immer vor der Frage, welche Heizung er einbauen soll. Verschiedene Heizformen (Öl, Gas, Biomasse, Wärmepumpe, etc.) und Heiztechnologien (z.B. Fußbodenheizung) verursachen einerseits sehr unterschiedliche Anschaffungskosten, andererseits aber oft deutlich unterschiedliche Heizkosten. Einen kleinen Überblick über mögliche Heizungsformen gibt es an dieser Stelle.

Während eine Ölheizung im Einfamilienhaus meist rund 5.000 EUR bis 6.000 EUR an Investition erfordert, kosten Pelletsheizungen im Vergleich etwa um die 15.000 EUR bei gleicher Heizleistung.

Dafür liegen die Betriebskosten dann später bei Holzheizungen rund ein Drittel niedriger, bei gleichem Komfort. Wärmepumpen kosten beim Einbau zwischen 8.000 und 15.000 EUR und bieten im Betrieb dann aber ebenfalls deutliche Kostensenkungen gegenüber der klassischen Ölheizung.

Das ist allerdings ein weites Feld – und hier muss sehr umfassend und sorgfältig gerechnet werden.

Frage: Wie sieht es eigentlich mit den Betriebskosten und den laufenden Kosten bei einem Bungalow aus, im Vergleich zu anderen Hausbauformen?

Kostencheck-Experte: Das kann man pauschal kaum sagen, da hier viele Kostenpositionen zum Tragen kommen: Erhaltungsaufwand, Heizkosten, Wärmeschutz, etc.

Hier spielen vor allem die Bauweise und der Energiestandard eine wesentliche Rolle, daneben auch die Dachform. Vergleichen lässt sich das in dieser Form aber nicht.

Tipps & Tricks

Beim Bau können Sie also vor allem mit einfachem rechteckigen Grundrissen und mit einem Pultdach Kosten sparen. Wenn Sie in sinnvolle Heiztechnologien investieren und ein sinnvolles Maß an Dämmung einsetzen, können Sie auch langfristig die Betriebskosten bei Bungalow Häusern niedrig halten.

Text: Kostencheck.de
Artikelbilder: Ewelina Wachala/Shutterstock, Alexandre Rotenberg/Shutterstock, PhuShutter/Shutterstock