Kosten und Preise für eine Betondecke pro m² – damit müssen Sie rechnen

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Geschossdecken stellt man heute in der Mehrzahl der Fälle aus Beton her. Was solche Decken kosten können und wann man mit welchen Kosten rechnen kann, erklärt ausführlich der Kostencheck-Experte im Interview.

Frage: Was sollte man über Betondecken grundlegend wissen?

Kostencheck-Experte: Das Thema ist selbst für versierte Heimwerker manchmal noch ein Buch mit sieben Siegeln. Deshalb einmal ein paar grundlegende Erklärungen zur Betondecke.

Geschossdecken sind heute in fast allen Fällen aus Beton – einfach deshalb, weil auf der Decke die gesamte Gebäudelast ruht und deshalb hohe Festigkeit und berechenbare Statik unabdingbar sind.

Diese Decken können aus verschiedenen Betonarten hergestellt werden:

  • Beton
  • Stahlbeton (die am häufigsten verwendete Variante) oder
  • Spannbeton

Dazu gibt es verschiedene Ausführungen und Konstruktionsweisen:

  • Flachdecken
  • Elementdecken
  • Fertigdecken (aus Spannbeton)
  • Hohldielen-Decken (selten)

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Es gibt verschiedene Ausführungen der Betondecke
Eine Weiterentwicklung der klassischen Decke, die dann aber auch entsprechend teuer ist, ist die sogenannte multifunktionale Betondecke. Hier wird der Beton nicht nur zum Abtragen der statischen Lastt eingesetzt, sondern dient gleichzeitig als Energiespeicher.

Solche Decken werden in der Regel als Sandwich-Decken ausgeführt, In jeder der drei „Ebenen“ des Sandwiches werden bestimmte Leitungen an genau berechneter Position verlegt. Die Wärme verteilt sich innerhalb der freien Fläche des Sandwiches und strahlt gleichmäßig in den Raum ab, was nicht nur hohe Behaglichkeit sondern auch deutliche Energieeinsparungen zur Folge hat. Solche Decken sind, wie schon gesagt, aber deutlich teurer als die herkömmliche Beton- oder Stahlbetondecke.

Frage: Was kostet eine Betondecke im Allgemeinen?

Kostencheck-Experte: Die Kosten können, aufgrund der statischen Anforderungen, natürlich recht unterschiedlich ausfallen. Auch der Arbeitsaufwand kann – je nach Deckenkonstruktion – unterschiedlich sein.

Ein Preisbeispiel aus der Praxis:

In einem Einfamilienhaus wird eine Betondecke eingebaut. Verwendet wird dafür Stahlbeton. Insgesamt werden für die Deckenkonstruktion 60 m³ Beton benötigt.

Posten Preis
Betonkosten 8.100 EUR
Bewehrung mit Baustahl 900 EUR
Arbeitslohn 1.200 EUR
Gesamtkosten 10.200 EUR

Das ist natürlich nur ein einzelnes Beispiel, für einen konkreten Fall. In anderen Situationen und bei anderen Häusern können die Kosten deutlich unterschiedlich ausfallen.

Frage: Wovon hängen die Kosten im Wesentlichen ab?

Kostencheck-Experte: Zunächs einmal grundsätzlich von den statischen Anforderungen an die Decke. Diese Anforderungen bestimmen die Art der Ausführung und die verwendeten Materialien:

  • Betonart und Betonfestigkeit
  • Art und Menge der Bewehrung
  • Arbeitsaufwand

Diese Faktoren bestimmen im Wesentlichen den Preis für die Arbeiten, da es sonst kaum Kostenfaktoren gibt. In einigen Fällen kann aufgrund der örtlichen Gegebenheiten oder der Anforderungen der Preis höher liegen – etwa bei besonders großen Decken, die hergestellt werden müssen oder bei besonders hohen auftretenden Deckenlasten.

Frage: Welche Betonarten kommen dabei zum Einsatz – und wo liegen da die Preisunterschiede?

Kostencheck-Experte: Beim Beton geht es zuallererst um die Festigkeit – das heißt es spielt die Betonklasse eine wichtige Rolle. Der Beton ist dabei auch der Haupt-Kostenfaktor bei der Erstellung der Decke.

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Je fester der Beton desto teurer die Decke
Als Standard-Beton wird im Allgemeinen ein Beton Klasse C25/30 verwendet. Das ist für die meisten Decken auch ausreichend. Der Preis für diesen Beton liegt in diesem Fall bei rund 135 EUR pro m³.

Mit steigender Betonfestigkeit steigt dann auch der Preis – für C30/37 Beton bezahlen Sie in der Regel dann rund 150 EUR pro m³. Die höchste Betonklasse, die im Deckenbau verwendet wird, ist normalerweise C35/45. Da hier aber häufig Spezialbetone mit dieser Festigkeit eingesetzt werden, können die Preise von Fall zu Fall variieren. Sie liegen in der Regel aber immer sehr deutlich über denen des Standard-Betons C25/30.

Die Stützweiten einer Decke haben einen hohen Einfluss auf die statischen Erfordernisse. Werden hohe Stützweiten benötigt, oder ist eine hohe Deckenlast vorhanden, kann man fast immer davon ausgehen, dass es deutlich teurer wird.

Frage: Welchen Einfluss hat die Bewehrung auf die Kosten für die Decke?

Kostencheck-Experte: Einen deutlich geringeren. Der Preis für Baustahl, der immer wieder schwankt, macht nur zwischen 5 % und 10 % der Gesamtkosten bei der Decke aus. Der Einfluss des Stahlpreises ist daher nicht so gravierend.

Große Unterschiede kann es dennoch bei der Art der Bewehrung geben. Je nachdem was vom Statiker vorgeschrieben wird, kann eine Bewehrung sehr umfassend ausfallen und viel Material benötigen, in anderen Fällen sind dagegen wiederum kaum Bewehrungselemente zu finden.

Baustahlmatten und Stabstähle kosten pro kg meist rund 1,50 EUR bis maximal 2 EUR. je nach benötigter Menge ändert sich der Gesamtpreis der Decke dann entsprechend.

Frage: Im Kostenbeispiel wurden für die Schalung keine separaten Kosten ausgewiesen – wie hoch liegen hier etwa die Kosten?

Kostencheck-Experte: Die Schalung verursacht vor allem Arbeitskosten – die Materialkosten sind nur gering. Wenn man die Kosten herausrechnen möchte, muss man zwischen Rand- und Horizontalschalung unterscheiden.

Die Randschalung kann man mit rund 60 – 70 EUR pro m² Schalungsfläche kalkulieren, da sie wesentlich aufwändiger ist. Die horizontale Schalung schlägt in den meisten Fällen mit rund 30 – 40 EUR pro m² zu Buche.

Frage: Der Arbeitsaufwand richtet sich immer nach der Art der Decke und den örtlichen Gegebenheiten, richtig?

Kostencheck-Experte: Ja, genau. Die Kosten können hier von Unternehmen zu Unternehmen unterschiedlich sein, niemand verrechnet exakt die gleichen Stundensätze.

Auch der Aufwand, der tatsächlich für den Deckeneinbau nötig ist, kann sich von Baustelle zu Baustelle oft stark unterscheiden.

Arbeitskosten kann man also kaum direkt miteinander vergleichen, das würde auch keinen Sinn machen.

Tipps & Tricks

Lassen Sie sich vor dem Beginn der Arbeiten auf jeden Fall mehrere detaillierte Angebote zu ihren konkreten Anforderungen und Gegebenheiten machen und vergleichen Sie sorgfältig – das lohnt sich in fast allen Fällen. Auch lokale und regionale Unterschiede können hier bedeutsam sein.

Text: Kostencheck.de
Artikelbilder: alexandre zveiger/Shutterstock, Farknot Architect/Shutterstock, Htneim/Shutterstock