Laufende monatliche Kosten für das Haus – damit müssen Sie rechnen

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Wer seine Lebenshaltungskosten kalkulieren will, muss auch wissen, was sein Haus jeden Monat an Kosten verschlingt. Welche monatlichen Kosten Sie beim Haus berücksichtigen müssen und welche Beträge Sie üblicherweise anfallen, erklärt der Kostencheck-Experte im Interview.

Frage: Warum ist es wichtig, die monatlichen Kosten für ein Haus zu kennen?

Kostencheck-Experte: Das fängt schon bei der Planung und der Baufinanzierung an: Um zu wissen, ob man sich die Rate für ein Haus überhaupt leisten kann, ist es wichtig zu wissen, welche Kosten neben der Rückzahlung sonst noch anfallen werden. Nur so kann man einigermaßen verlässlich abschätzen, welche Rate man sich überhaupt leisten kann.

Auch später ist es gut, die Kosten für das Haus ein wenig im Blick zu haben: immerhin sind die Kosten, die man für Wohnraum aufwenden muss die unmittelbaren Lebenshaltungskosten, denen man nicht entgeht.

Wer weiß, was er insgesamt zahlen muss, kann auch viel umsichtiger und vorausschauender planen und sein Geld richtig einteilen.

Dazu kommt, dass man bei einer guten Übersicht auch schnell erkennt, wo Kosten eventuell zu hoch sind und wo sich Möglichkeiten bieten, eventuell noch Geld zu sparen.

Wer weiß, was er zahlen muss, ist also in jeder Situation besser dran.

Frage: Wie hoch sind die Kosten für ein Haus im Monat insgesamt etwa?

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Mit 400€ Nebenkosten im Monat ist mindestens zu rechnen
Kostencheck-Experte: Das kann man schwer pauschal sagen – hier hängt vieles vom Haus selbst und auch von der Wohnlage ab.

Selbst ohne Raten werden Sie aber in den meisten Fällen mit 400 EUR bis 600 EUR monatlichen Nebenkosten rechnen müssen, die Sie bezahlen müssen.

Günstiger wird es in den meisten Fällen kaum, in nicht wenigen Fällen liegen die Kosten häufig noch darüber. Mit solchen Beträgen rechnet in der Regel kaum jemand – dadurch kommt es oft zu schweren Fehlkalkulationen. Am Ende muss man nach dem Hauskauf oder dem Hausbau dann deutlich mehr Geld jeden onat aufwenden, als man eigentlich geplant hatte.

Ein kleines Kostenbeispiel aus der Praxis:

In nachstehender Übersicht finden Sie die üblichen Preise, die für ein durchschnittlich großes Einfamilienhaus monatlich anfallen können.

Posten Preis
Grundsteuer 65 EUR (in Ballungsräumen oft noch teurer)
Heizkosten 66,67 EUR (hier haben wir ein sehr energieeffizientes Haus mit moderner Heizanlage zugrunde gelegt)
Abwassergebühren 43,75 EUR
Stromkosten 47,50 EUR
Müllentsorgung 20 EUR
Straßenreinigung 25 EUR
Schornsteinfeger 8,33
Telefon und Internet 40 EUR
Hausratversicherung 16,67 EUR
Wohngebäudeversicherung 12,50 EUR
Elementarschadenversicherung 15 EUR
Haftpflichtversicherung 6,25 EUR
Rücklagen 140 EUR
GEZ 17,50 EUR
Gesamtkosten 524,17 EUR monatlich

Hierbei handelt es sich natürlich nur um beispielhafte Kosten für ein durchschnittliches, modernes Haus außerhalb von Ballungszentren.
Die Kosten für andere Häuser – auch von ähnlicher Größe – können abhängig vom Standort und den baulichen Gegebenheiten auch noch deutlich höher liegen. Zudem können in einzelnen Fällen auch noch zusätzliche Kosten anfallen.

Unser Kostenbeispiel zeigt aber bereits deutlich, wie hoch die Kosten schon in einem relativ günstigen Fall liegen können.

Frage: Wovon hängen die Kosten beim Haus in der Regel ab?

Kostencheck-Experte: Hier gibt es verschiedene Faktoren, die einen deutlichen Einfluss auf die Kosten nehmen:

  • der Standort des Hauses
  • der Einheitswert des Hauses
  • das Alter des Hauses
  • der technische Zustand und die Ausstattung des Hauses
  • die Versicherungsprämien
  • allfällige Zusatzkosten, die noch in Betracht gezogen werden müssen

Alle diese Faktoren muss man in Betracht ziehen, wenn es um die Ermittlung – oder auch nur eine Schätzung – der Nebenkosten beim Haus geht.

Frage: Inwiefern spielt der Standort des Hauses eine Rolle?

Kostencheck-Experte: Wo ein Haus liegt, ist für eine ganze Reihe von Dingen bedeutsam:

  • für die Grundsteuer
  • für die Abwassergebühren
  • für die Müllentsorgungs- und Straßenreinigungsgebühren
  • zum Teil auch für die Kosten der Versicherungen

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Die Gebühren für die Müllabfuhr variieren je nach Kommune stark
Die erhobenen Beträge unterscheiden sich je nach Kommune beträchtlich. So kann etwa die Grundsteuer in Berlin doppelt so teuer sein wie in Bayern.

Auch die kommunalen Gebühren haben große Schwankungen. Abwassergebühren können pro Jahr zwischen 260 EUR bis zu nahezu 1.000 EUR reichen. Ob man monatlich dann rund 20 EUR oder rund 80 EUR zahlt, macht natürlich einen deutlichen Unterschied.

Die Kosten der Versicherungen können sich zum Teil auch nach dem Standort des Hauses richten – hier hängen die Preisunterschiede aber vom jeweiligen Versicherer ab.

Frage: Warum spielen der Einheitswert und das Alter des Hauses eine Rolle?

Kostencheck-Experte: Der Einheitswert ist wichtig für die Grundsteuer. Sie wird auf Basis des Einheitswerts des Hauses erhoben.

In den alten Bundesländern wird der Einheitswert dafür auf das Jahr 1964 heruntergerechnet, in den neuen Bundesländern auf 1935. Von diesen Werten ausgehend berechnet sich dann die Grundsteuer für das jeweilige Objekt.

Das Alter des Hauses spielt auch eine Rolle für notwendige Reparaturen, Sanierungen oder Erneuerungen (die wir in unserem Kostenbeispiel nicht ausführlich berücksichtigt haben, da jedes Haus hier einen ganz individuellen Aufwand verlangt). Diese Kosten kommen dann noch zu den monatlichen Kosten dazu.

Frage: Warum kann es bei den Heizkosten so große Unterschiede geben?

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Die Heizkosten variieren stark je nach Heizanlage und Dämmung des Hauses
Kostencheck-Experte: Es gibt unterschiedliche Heizanlagen und diese Heizanlagen sind auch – abhängig vom Baujahr – unterschiedlich effizient.

Wir haben ein Effizienzhaus 55 zugrunde gelegt, also ein an und für sich recht sparsames Gebäude moderneren Baujahres.

Bei älteren Häusern und älteren Häusern müssen Sie aber bis zu 15 EUR pro m² und Jahr an Heizkosten rechnen. Das würde dann monatlichen Heizkosten von 175 EUR bei unserem Mustergebäude entsprechen – also fast das Dreifache des von uns angenommenen Wertes. Damit lägen die monatlichen Kosten für das Haus bereits um rund 100 EUR pro Monat höher.

Bei nicht gedämmten Häusern, denkmalgeschützten alten Gebäuden oder ähnlich energie-ineffizienten Gebäuden können die Kosten noch einmal deutlich teurer sein.

Frage: Welche Kosten könnten dann noch dazukommen?

Kostencheck-Experte: Neben den schon erwähnten eventuell höheren Heizkosten und den Kosten für Reparaturen und Erhaltung bei älteren Häusern können durchaus noch weitere Kosten anfallen.

Unter Umständen muss man noch die monatlichen Raten mit hinzurechnen – in vielen Fällen muss man für das Haus dann monatlich bereits über 1.000 EUR insgesamt aufbringen.

Auch der Stromverbrauch kann bei einem Vier-Personenhaushalt in vielen Fällen deutlich höher liegen. Bei 6.000 kWh Im Jahr müssen Sie bereits rund 130 EUR pro Monat rechnen, also das Dreifache des von uns angenommenen Werts. Die Gesamtkosten würden sich dadurch um weitere 100 EUR pro Monat verteuern.

Manchmal fallen noch Kosten für die Gartenpflege durch den Fachmann oder das Schneiden der Hecken rund um den Gartenzaun an. Reinigungsarbeiten (wie das ungeliebte Fensterputzen) werden häufig auch an Fachfirmen vergeben.
Auch das kann monatlich leicht weitere 100 EUR kosten.

Frage: Ältere Häuser sind also oft teurer?

Kostencheck-Experte: Sie sind in der Anschaffung höchstwahrscheinlich günstiger, im Unterhalt aber oft noch deutlich teurer.

Höhere Heizkosten, höherer Stromverbrauch und deutlich höhere Reparatur- und Sanierungskosten machen häufig sehr hohe monatliche Beträge aus. Kommen dann noch Raten von der Finanzierung dazu, liegt man mit den monatlichen Kosten dann häufig weit über 1.000 EUR pro Monat

Text: Kostencheck.de
Artikelbilder: WAYHOME studio/Shutterstock, Adrian Georg Rahl/Shutterstock, Lopolo/Shutterstock